Ich kann nicht für die 1950er Jahre sprechen! Bei uns ab Mitte der 1960er habe ich keine Prügelstrafe. wahrgenommen. Was zählte war aber Leistung und Verbindlichkeit. Und die Eltern haben erzieherisch mit den Lehrern an einem Strang gezogen. Kennt man ja heute nicht mehr. Deswegen habt Ihr es ja auch so schwer und werdet auch nicht wertgeschätzt.
Ich denke immer, wenn ich Eltern kennenlernen, jetzt verstehe ich ihre Kinder.
Es gibt nichts verklemmteres als vor 1968. Nichts mit "frisch, fromm, fröhlich, frei".
Prügelstrafe war übrigens bis 1973 erlaubt, mein Bruder erhielt noch in den 80er in der 2. Klasse Schläge von einer völlig überforderten Kollegin kurz vor der Pension. Nachdem sich meine Mutter beschwert hat, hatte mein Bruder Narrenfreiheit.
In den 1960er unterrichteten vielfach noch Kollegen, die ihre Ausbildung im 3. Reich genossen und meinten, dass Hitler vieles gut gemacht habe. Andere sind verbittert und schwer verwundet aus dem Krieg zurück gekommen. Kriegsversehrte wurden bevorzugt verbeamtet. Beide Großväter von mir kamen dadurch in den Staatsdienst zum Glück nicht als Lehrer.
Ich selbst habe einige in den 70er Jahren noch kennengelernt. Von Didaktik und Pädagogik hatten sie keine Ahnung, von ihrem Fach oft auch wenig. Auch wenn meine Eltern und ich zu brav waren, unsere Klassenkameraden haben sie stündlich vorgeführt. Sie hatten Narrenfreiheit, weil sie wussten, eine Beschwerde ihrer Eltern reicht. Meine Mutter war überrascht über ihren "Erfolg".
Ich frage mich hin und wieder, ob du die Vergangenheit verdrängt hast, weil die Gegenwart dir nicht gefällt, ob du einfach nur trollst oder ob du ewig Gestrigen den Weg bereiten möchtest. Nur damit letzteres keinen Erfolg hat, antworte ich dir hin und wieder. Auf meiner Ignorierliste stehst du schon lange, lese also nur deine Beiträge, wenn ich viel Zeit habe.