Während die Reputation der Lehrkräfte in Deutschland besonders hoch ist?
Deutlich höher als in fast allen mir bekannten Ländern.
(Hängt von der Länge der Ausbildung ab.)
Während die Reputation der Lehrkräfte in Deutschland besonders hoch ist?
Deutlich höher als in fast allen mir bekannten Ländern.
(Hängt von der Länge der Ausbildung ab.)
Ich finde es lustig, dass Referendariat abgelehnt wird, weil Seminare und ihre Ausbilder unterschiedlich gut sind und dann sollen die dafür nicht ausgebildeten Kollegen an den Schulen es nebenher richten? Meint ihr nicht, dass die Unterschiede da noch deutlich größer sind? Und meine Mentoren am Gymnasium hatten noch nicht einmal mein Fach, einer stand kurz vor der Pension und hatte auch keine Lust.
Ich kenne etwas die Lehrerausbildung in 2 US-Bundestaaten, grottenschlecht, man fängt halt mit 22 Jahren an einer schlecht zahlenden Schule an und wenn man gut ist, wird man irgendwann an einer besser bezahlenden Schule angestellt. Der Beruf war extrem schlecht angesehen und fast immer schlecht bezahlt. Man war abhängig von der Meinung vor Ort und wenn dieser keine Steuern zahlen wollte...
Alles anzeigenNein,
sie machen sehr begrenzt das, wofür die Vertretungssituation ausgeschrieben ist.
Die Aufgabe einer voll ausgebildeten Lehrkraft ist weit komplexer.
Deine Vorstellung von "an die Hand genommen" muss sich auch nicht mit meiner decken,
die Tätigkeiten einer Mentor:innenschaft können auch stark voneinander abweichen.
Das ist aus meiner Sicht viel zusätzliche Arbeit für die paralleln Kolleg:innen, aber angenehmer, als eine Doppelklasse oder das parallele führen mit einer pädagogischen Mitarbeiterin, die in NDS in den Grundschulen für die kurzfristige Vertretung die Betreuung übernehmen ("kurzfristig" im Sinne von "bis zum Eintreffen einer Vertretungslehrkraft").
Ich musste in meiner Gesamtschulzeit in NRW Neulinge an die Hand nehmen, weil sich Eltern bei der SL beklagt haben. Ich habe dann letztendlich auch für die Kollegen auf Anweisung der SL den Unterricht vorbereitet und erklärt, wie sie vorgehen müssen. Ich musste also mehr Zeit in ihren Unterricht investieren als in meinen eigenen. Ich war jung und erpressbar. Heute würde ich es nicht mehr tun.
Bei uns gibt es Quereinsteiger, aber sie haben alle ein normales Referendariat abgelegt. Erkennbar ist es, weil sie nur in einem Fach die große Fakultas haben. Das 2. Fach wurde dann halt abgeleitet, z. B. bei Physik Mathe oder bei Chemie Physik. Das 2. Fach dürfen sie nur in Sek. I unterrichten.
Alles anzeigenMittlerweile (und auch schon zu meiner Studienzeit von vor 15 Jahren) hat sich das Lehramtsstudium meines Wissens vom Vollzeit-Fachstudium in Richtung Didaktik und Pädagogik entwickelt.
Und wie kann man denn bitte mit so vielen fachlichen Fehlern das Referendariat bestehen? Bei uns führen z. B. Fehler von der Form
- "Die Rückstellkraft verhält sich indirekt proportional zur Auslenkung." (korrekt wäre "entgegengesetzt proportional", also F_R proportional zu -s, nicht 1/s)
- "Die Temperatur misst man in °C, °F und K, die SI-Einheit ist K und das Symbol für die Temperatur ist T." (korrekt: das Symbol für die Temperatur, die man in K misst, ist in der Tat T, bei °C theta)
- Verwechsler zwischen Groß- und Kleinschreibung bei Größen und Einheiten
in der Lehrprobe zu sofortigen Eingriffen des Seminarleiters und damit fällt man meines Wissens auch sofort durch. Und das sind keine Fehler, die in Echtzeit Neuntklässlern auffallen. Da muss man verdammt stark auf seine Sprache aufpassen und selbst ähnliche Fehler der Schüler aktiv korrigieren.
Es gibt Bundesländer, in denen eine 5 durch eine 3 ausgeglichen werden kann, in anderen nicht. Ich kenne aber ihre Noten nicht.
Und auch das Studium unterscheidet sich deutlich, dank Praxissemester kommt bei uns inzwischen auch mehr Didaktik im Studium vor, aber unsere letzten Referendare in Chemie haben immer noch mit den anderen studiert.
Mir wurde von den Schülern erzählt, dass ihnen aufgefallen sei, dass das Buch abweiche. Außerdem gab es Eltern, die Chemie studiert und promoviert haben. Am Gymnasium zählt das Fachliche auch bei den Schülern, wer es fachlich nicht drauf hat, wird nicht ernst genommen. Es gibt einiges Geschwätz über Folgen, da ich nicht weiß, was stimmt, halte ich mich zurück. Ich bin aber froh, dass mir großes Fachwissen bestätigt wird und ich jeden Chemie-LK erhalte.
Was ist denn ein "Schmalspurstudium"?!
Welches Semester bist du denn? Siehe den Kommentar von Bolzbold: Zwei Unterrichtsfächer (inkl. Fachdidaktik) und zusätzlich Erziehungswissenschaften sind seit Urzeiten der Studienstandard.
Baden-Württemberg ist nicht NRW, hier gab es PHs für Kollegen, die nicht am Gymnasium unterrichten wollten. Sie erhielten und erhalten meist immer noch auch nur A12. Kollegen, die am Gymnasium unterrichten wollten, gingen an die Uni und allzu viel hat sich nicht geändert, was die Schweizer Kollegin in einem Fall bestätigte.
Bei uns gab es keine speziellen Studiengänge für Gymnasiallehrer, ich habe Mathe und Chemie studiert und es wurden Teile gegenseitig anerkannt. Ich hätte in beiden Fächern Diplom ablegen können (hätte mich nur ein Brief gekostet), mir wurde in Chemie eine Promotiostelle (inkl. Laborplatz) angeboten, die Bezahlung war vergleichbar zum Referendariat. Spezielle Kurse für Lehramtler hatte ich genau einen in Chemie, ein Semester mit 2 Wochenstunden gehalten von einem Lehrer zu Schulversuchen in Chemie.
Die Frage ist halt, wieviel fachwissenschaftliches kann in 8 oder 10 Semester studiert werden, wenn ein Teil der Zeit für Didaktik etc. benötigt wird? Und warum soll die Bezahlung gut sein, wenn die Ausbildung nicht viel länger als eine Lehre dauert? Ist es dann überhaupt noch ein Studium? Bei festen Stundenplänen usw.? Deshalb schrieb ich Schmalspurstudium, alles halb nichts richtig.
Hatte ich bspw. als festen Bestandteil auch bereits im Studium.
Also Schmalspurstudium oder 14 Semester Regelstudium?
In meinem Fachstudium war für Pädagogik, Didaktik, Schulrecht usw. keine Zeit.
(Aber ich hatte eine junge Kollegin, inzwischen wäre sie auch Mitte 40, aus einem anderen Bundesland, die fachlich so viele Fehler fabrizierte, dass es selbst Neuntklässler merkten und mich fragten. Blöde Situation für mich, ich war froh, als sie ging. Sie selbst hat es nicht bemerkt.)
Aber wenn sich in Zukunft die gesamte Ausbildung auf 8 Semester begrenzt ist, kann das Gehalt nach unten angepasst werden. Gut für den Steuerzahler. ![]()
Ich denke, heute gibt es in allen Bundesländern Pädagogik, Didaktik, Psychologie, Diagnostik und Praxisphasen im Lehramtstudium.
Das Argument, an der Uni erwerbe man nur Fachwissen, aber keine Vermittlungskompetenz, ist also überholt.
Was für mich im Ref. neu war, war nur Schul- und Beamtenrecht, was man aber problemlos auch ins Studium verlagern könnte.
Und dann wundern sich ältere Kollegen über zuwenig Fachwissen und in Zukunft auch zuwenig Didaktik und Pädagogik ihrer jungen Kollegen, ich habe hier Beispiele genannt, eine Schweizer Kollegin berichtete, dass sie für Gymnasium keine deutschen Kollegen mehr einstellen. Alles halb ist sicher der billigste, aber auch schlechteste Weg. (Oder wird das Studium auf 14 Semester Regelstudium und anschließend 2 Semester Prüfungen und Facharbeiten erhöht?)
Gibt es in Baden-Württemberg keinen Lehrermangel? Was macht ihr besser als die anderen Bundesländer?
Am Gymnasium gab es tatsächlich nur wenig Lehrermangel, seit 2 Jahren haben wir sogar zu viele dank Umstellung auf G9 (weniger Stunden pro Woche). Zudem unterrichte ich in einer beliebten Region.
An anderen Schultypen sieht es anders aus.
Was bringt dir, euren Schülern, deinen künftigen Kollegen das Ref?
Die praktische Ausbildung.
(Ich habe noch Direkteinsteiger aus den 70er Jahren kennengelernt, fachlich gut, aber selbst am Gymnasium benötigt es Wissen, wie man es an den Schüler bringt. Als es um 2000 wieder genug Lehrer gab, wurden sie "zwangspensioniert". Immerhin waren ihre Schüler, die dankbarsten, die ich je im Unterricht hatte.)
Aber ja, es gibt immer diese arroganten Typen, die glauben, dass das Fachwissen reicht und Schüler einfach zu blöd sind. Zum Glück gibt es bei uns kein Lehrermangel und sie sind schnell weg.
treasure , ich habe dich vermisst und gehofft, dass alles gut ist.
Ich wünsche dir vollständige Genesung und auch finanziell eine Entschädigung.
Ich habe bisher auch nur Übereinstimmung erlebt. Abweichende Einzelnoten kann es geben, eine sehr gute oder gerade noch ausreichende Note sagt sehr viel über den Referendar aus.
(Wir überlegen im Vorfeld ja auch, was wohl heraus kommen wird und es stimmt immer mit kleinen Abweichungen.)
Außerdem wird ab diesem Monat der monatl. Basisbetrag KV/PV nicht mehr per Pauschbetrag ermitteöt, sondern der exakte Wert von der Versicherung automatisch ans LBV übermittelt, was sich auch nochmal auf den Sold aus.wirken sollte.
Eigentlich seit 1. Januar, klappte erst einmal nicht und war großes Thema hier. Seit Februar und das schrieben viele hier wird es korrekt umgesetzt.
Heute wurde mir mein Gehalt überwiesen, ohne, dass die TVL Erhöhung sich bemerkbar gemacht hat. Ich dachte, die Erhöhung von 2.8% wird auch auf Beamte übertragen? Hab ich was nicht richtig verstanden?
Du bist neu verbeamtet? Es braucht ein Gesetz und das kann dauern. In Baden-Württemberg soll auch ab 1. April bei Beamten erhöht werden, noch fehlt eine Regierung. Man hofft, dass es zumindest zu Abschlagszahlung vor der Sommerpause kommt. Immerhin wird nachgezahlt, verloren geht es also nicht.
Kann man nicht in den Konferenzen korrigieren?
Zu kurz und die nächste kommt erst nach Pfingsten.
Ich bin auch hier unterwegs, die Klausuren liegen vor mir, eine Klassenarbeit daneben.
Ergo Rechtschutz schreibt https://www.ergo.de/de/rechtsporta…t-in-der-schule
"Durchaus zulässig ist es, dass Schulen klare Regeln für den Gang zur Toilette aufstellen und diesen zum Beispiel auf die Pausen beschränken. Allerdings müssen diese Regeln auch immer Ausnahmen dulden und beispielsweise die Toilettennutzung im Notfall erlauben. Auch bei gesundheitlichen Problemen wie einer Magen-Darm-Erkrankung darf einem betroffenen Schüler nicht das rettende Austreten verwehrt werden."
Notfall also ja, Regelfall nein ist zulässig.
Zum Recht auf Toilettengang gibt es bereits grundsätzliche Urteile. Dieser darf den Schülern von Lehrkräften nicht untersagt werden. Es wäre ein Verstoß gegen die Menschenwürde und Körperverletzung.
Analog wäre auch das Verbot des Trinkens während des Unterrichts eine Maßnahme, welche die Gesundheit beeinträchigen kann - da mangelnde Flüssigkeitszufuhr die Konzentrationsfähigkeit mindert. Dagegen ist etwas verschütteter Tee Kinkerlitzchen.Den Schülern habe ich das Trinken erlaubt - und sogar empfohlen. Einschränkung: Es dürfen keine Getränke auf dem Tisch stehen - die Flaschen stehen entweder auf dem Boden oder befinden sich außen an der Schultasche, damit beim Verschütten kein Schuleigentum oder Eigentum des Banknachbarn beschädigt werden kann.
Ein generelles Verbot des Trinkens im Unterricht durch die Schulleitung hätte ich strikt missachtet - und das Recht dazu über Personalrat und GEW ausgefochten. Da bekommt man doch 'nen Hals und verliert die Stimme.
Wir hatten schon die Diskussion und ja, es gibt Gerichtsurteile. Die Süddeutsche berichtet https://www.sueddeutsche.de/karriere/strei…eltern-1.565510
"Die Mutter einer Schülerin der sechsten Klasse erstattete Anzeige gegen eine Lehrerin wegen Körperverletzung, weil diese keine generelle Erlaubnis erteilte, während des Unterrichts zur Toilette zu gehen: "Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein, da jeder Schüler, der eine fünfte oder sechste Klasse besucht, in der Lage sein müsse, seinen Harndrang bis zu den Pausenzeiten zu kontrollieren."
Man darf den Toilettengang nicht für mehrere Stunden verbieten, aber im Normalfall auf die nächste Pause verweisen. Ich las mal ein Urteil, in dem das Recht auf ungestörten Unterricht der Mitschüler höher bewertet wird als der Toilettengang während der Stunde, zumindest wenn der Schüler gesund ist.
Es stimmt also nicht, was du schreibst.
Ja, weil Kritik an... puh... z.B. der problemastischen Berichterstattung über das gar nicht so geheime "Geheimtreffen", bei dem "[n]ur unbedeutende Teilaussagen" wie die Kernaussagen vom "'Masterplan' zur Ausweisung deutscher Staatsbürger" oder von der "Ausbürgerungsidee von Staatsbürgern" jüngst am 17. März 2026 vom LG Berlin II verboten wurden (s. lto.de, die sicherlich keine "rechte Seit[e]" ist), nur von "[e]xtrem rechts raun[en]" kann und sonst niemand Interesse haben könnte, dass Berichterstattung auf Fakten basiert und nicht (erkennbar) mit dem Insinuieren falscher Tatsachen spekuliert.........
Und komisch, da wusste es jmd. besser und Correctiv hat es nicht einfach geändert - wer hätte das gedacht? -, sondern sich auf Rechtsstreits eingelassen.
Weniger Meinung und framing von Foristen hier, mehr nüchterne Sachinfos - passt ja auch zum Threadthema. Wie wär's?
Hier sollte nicht diskutiert werden, aber ich zitiere aus deinem Link
"An der Formulierung “Masterplan zur Ausweisung deutscher Staatsbürger” entzündet sich der größte Streit. Allerdings wird dabei nicht um Fakten gestritten. Vielmehr ist unstreitig, dass es in Potsdam nicht tatsächlich um die “Ausweisung deutscher Staatsbürger” ging bzw. der offizielle Plan von Martin Sellner keine Verpflichtungen zur Ausreise vorsah. Correctiv trug in einem anderen Gerichtsverfahren vor dem LG Hamburg sogar ausdrücklich vor, dass Sellner die Staatsbürgerschaft als Sperre für Ausweisungen anerkenne (Az. 324 O 61/24). "
Also Strohmann? Eben typisch AfD-Sprech. Behauptung, es wird etwas verboten, was gar nicht gesagt wurde. Wird schon niemand Bescheid wissen oder gar den Link lesen.
Und wer überprüft Correctiv?
Ernsthafte Frage?
Jeder, der es besser weiß, kann mit ihnen Kontakt aufnehmen und falls es stimmt, wird es geändert.
Allerdings wird von extrem rechts behauptet, dass dies nicht stimmt, Belege werden allerdings nicht angeführt. Extrem rechts raunt wie du irgendetwas, typisch, aber nicht überzeugend.
Ergänzung
Angebliche Falschaussagen zum Potsdamer Treffen wurden inzwischen oft von Gerichten überprüft. Nur unbedeutende Teilaussagen konnten nicht belegt werden und wurden zurück gezogen, auch wenn rechte Seiten es anders darstellen.
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