Beiträge von Kris24

    Die größte Hürde beim Studium von Mathe, Info und NaWis ist weniger das vielleicht fehlende Wissen, sondern die eigene Frustrationstoleranz, Disziplin und Biss.

    Es sind nunmal harte Studiengänge und man muss es aushalten, dass die Geisteswissenschaftler*innen drum herum mehr Party machen können als eine*r selbst.
    Tja, dafür hat man später mehr Stellen zur Auswahl als mit Deutsch/Geschichte.

    Chili, reine Sprachlerin mit Geistes- /Sozialwissenschaften

    An meiner Uni hatten von allen anerkannt, die Chemiker die besten Partys.


    Ist das so? Glaub ich auch nicht. Ich habe mehr als genug Party gemacht. Ich erzähle meinen SuS gerne die Geschichte von der Multiple-Choice-Klausur "Sicherheit in der Chemie" die ich nach 20 min abgegeben habe um mich mit Restalkohol zu übergeben. Ich hab die bestanden, andere nicht :D

    Eben.

    Warum der Begriff Rasse in Bezug auf Menschen Unsinn ist ...

    https://www.swr.de/wissen/1000-an…h-auch-100.html

    Daraus zitiert

    "Auf die Frage nach den Rassen gibt es mehrere Antworten. Die erste ist: Auch Tierrassen gibt es in dem Sinn nur bei Haustieren – also etwa bei Hunden, Rindern oder Pferden. Das hat nichts mit natürlicher Evolution zu tun, sondern diese Tiere wurden vom Menschen gezielt auf bestimmte Eigenschaften hin gezüchtet. Bei Wildtieren gibt es das praktisch nicht. Es gibt keine Rassen bei Bären, Wölfen, Thunfischen oder Rotkehlchen."

    ...

    "Was es gibt, sind Arten: Beispielsweise gibt es den Indischen und den Afrikanischen Elefanten. Und für die Abgrenzung von Arten gibt es klare Kriterien: Tiere zweier Arten können keine zeugungsfähigen Kinder bekommen. Es gibt aber nur eine Menschenart: Homo sapiens. Und es gibt kein sinnvolles Kriterium, um zwischen Unterarten oder eben Rassen zu unterscheiden. Der Vergleich mit der Tierwelt geht also schon mal ins Leere."

    ...

    "Das zweite Gegenargument zu angeblichen Menschenrassen liefert die Genetik. Die alte Rassenlehre vor 100 Jahren konzentrierte sich auf willkürlich herausgegriffene, ins Auge stechende Merkmale wie Hautfarbe, Haarstruktur oder Schädelform. Und sie bildete daraus, ebenso willkürlich, verschiedene Gruppen."

    ...

    "Die Genetik bestätigt genau das: Natürlich gibt es genetische Unterschiede zwischen den Durchschnitts-Europäern und Durchschnitts-Afrikanern. Aber wir haben ja nicht nur Gene für Haut und Haare, sondern auch Gene, die beeinflussen, wie groß wir werden, ob wir anfällig sind für Fettleibigkeit, Herzinfarkte oder Depressionen und viele andere Erbanlagen. Unterm Strich unterscheiden sich die Menschen innerhalb Europas genetisch viel stärker als sie sich insgesamt etwa von den Menschen in Afrika unterscheiden. Auch deshalb ergibt es keinen Sinn, von Rassen zu sprechen.

    Übrigens sind nirgendwo die genetischen Unterschiede so groß wie innerhalb Afrikas. Einfach, weil unsere Vorfahren bis vor etwa 80.000 Jahren dort gelebt haben. Man kann ja über Gene durchaus Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Bevölkerungsgruppen ermitteln. Dann zeigt sich, dass weiße Europäer mit Ostafrikanern wesentlich enger verwandt sind, als Ostafrikaner mit indigenen Südafrikanern. Also: Alle Afrikaner in einen Topf zu werfen – auf die Idee kann nur jemand Weißes kommen."

    (Hervorhebung durch mich)

    Ich würde übrigens Kopftuch etc. nie (an Gymnasien etc.) verbieten, weil sonst die Mädchen aus streng auslegenden Familien nach der 10. Klasse abgemeldet werden und kein Abitur machen dürfen. Dann schaden wir den Mädchen noch mehr. Nach dem Abitur sind sie erwachsen und können eher selbstständig entscheiden.

    Und ja, ich kenne auch Familien, in denen die muslimischen Eltern (auch Vater) unglücklich über die Entscheidung der Tochter sind, Kopftuch zu tragen. Dann sollen wir uns auch nicht einmischen.

    Das Kopftuch bzw. ein Gebot, die Haare zu bedecken, finden sich meines Wissens nicht im Koran.

    Im Gegensatz zur Bibel:

    Du weißt aber, dass die Briefe an bestimmte Personen mit bestimmten Problemen geschrieben wurden und nicht alles allzeit allgemein gültig sein sollte?

    Vor Ort gab es das Problem, dass nur Prostituierte etc. ihre Haare zeigte, deshalb der Brief von Paulus. Außenstehende sollten zum Glauben finden und sich nicht über Nebensächlichkeiten aufregen. Heute hat das Ansehen der Kopfbedeckung bei uns gewandelt.

    Paulus schrieb nämlich ebenfalls an die Korinther kurz vor deinem Zitat

    "DER ERSTE BRIEF DES PAULUS AN DIE KORINTHER (1.Kor 9,20-22)

    20Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich wie einer unter dem Gesetz geworden – obwohl ich selbst nicht unter dem Gesetz bin –, damit ich die, die unter dem Gesetz sind, gewinne.

    21Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich wie einer ohne Gesetz geworden – obwohl ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern bin in dem Gesetz Christi –, damit ich die, die ohne Gesetz sind, gewinne.

    22Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise einige rette."

    Zeiten ändern sich und damit Äußerlichkeiten.

    Allgemein

    Dass man Aussagen nicht aus dem Zusammenhang reißen sollte, wenn man sie nicht in das Gegenteil verkehren will, sieht man auch hier im Forum. Regelmäßig wird von einigen bewusst ein Satz zitiert (und der Rest weggelassen), um den ursprünglichen Beitrag in anderem Licht darzustellen (höflich ausgedrückt), ich nenne dies weniger höflich Lüge.

    Kopftuch steht zwar nicht im Koran, es gibt aber zusätzliche Schriften und Auslegungen aus der Frühzeit, in denen es erwähnt wird. Mohammed soll in späteren Jahren sehr eifersüchtig gewesen sein und seine (zweite?) junge Frau abgeschirmt haben (seine erste älter war sehr selbstständig und hätte dem nie zugestimmt). Auch im Christentum kamen erst später Frauenfeindlichkeit auf (Folge der damaligen Zeit, heute löst dies das Gegenteil aus, stößt Menschen vom Glauben ab (und widerspricht dem Urglauben).

    Es gibt die schöne Überlieferung, dass bei der 1. Bibelübersetzung im 3. Jahrhundert unter den 12 Übersetzern 2 Frauen waren (Mutter und Tochter) zu einer Zeit, in der nur wenige Frauen gebildet waren. Vor ca. 50 Jahren wurde wieder einmal neu übersetzt, unter den ca. 300 Übersetzern war keine Frau. Ursprünglich war das Christentum sehr frauenfreundlich, die Unterdrückung kam wie bei den Muslimen erst später.

    Ich habe an der Gesamtschule auch "nur" das Niveau angepasst, von anderer Art von Didaktik (Pädagogik?) wusste ich nichts, hat mir niemand etwas gesagt. Ich versuchte andere Methoden, wollte aber immer, dass die Schüler es selbst erarbeiten. Ich wurde erst später in langen Gesprächen mit Kollegen aus der Realschule auf diesen Unterschied aufmerksam (und fürchte, ich habe an der Gesamtschule "falsch" unterrichtet).

    Trotzdem hatte ich sehr positive Rückmeldung von SL und Kollegen, stammten großteils selbst vom Gymnasium. Bei meinem Abschied wurde mir mehrfach angeboten, wieder zurück zu kommen, wenn ich möchte. Mein SL fragte ein Jahr nach meinem Weggang meine befreundete Kollegin, ob es eine Chance gäbe, mich zurück zu holen. Und damals gab es noch keinen Lehrermangel. Allzu schlecht war mein Unterricht wohl nicht, aber meine Kollegen von anderen Schultypen haben viel mehr geführt.

    (Ich schreibe immer geführt, weiß nicht, wie ich es sonst ausdrücken soll. Es war ein völlig anderer Unterricht, ich denke, die verschiedenen Varianten werden ihren Grund haben. Ausgangsfrage war ja u.a., ob Versetzung an völlig anderen Schultypen (für Schüler) sinnvoll sind. Ich ergänze für Schüler, weil es für den Staat sehr sinnvoll ist und für die meisten Kollegen hier nicht. Aber ich überlege (und schreibe mit diesen Gedanken im Kopf), ist es für die Schüler gut? Und da bin ich ebenfalls sehr skeptisch.)

    Zum Glück sieht es bei uns nicht so schlecht aus, ich lasse morgen in den ersten beiden Stunden eine Klausur schreiben (inkl. Nachschreiber aus anderen Klassen), ein neuer Termin wäre kaum zu finden.

    Ich kenne aber das Problem mit Schnee und Glatteis. Vor Jahren habe ich nach einem Elternsprechtag in "Schwäbisch Sibirien" mal in der Schule übernachtet, weil ich nicht mehr heim gekommen wäre (und evtl. am nächsten Tag auch nicht in die Schule). Referendariat habe ich im Schwarzwald gemacht und bin bis zu 2 Stunden früher losgefahren (Kollegen kamen teilweise mit Skier).

    Aber Schule war immer.

    Bezüglich Schule sehe ich es auch gelassen, bezüglich Gesellschaft nicht. Aber natürlich lässt sich das nicht stoppen, ich kann nur versuchen, auf die Gefahr hinzuweisen.

    (Zu vielen ist nicht bewusst, dass manche Menschen bewusst Lügen verbreiten, dass Russland seit mindestens 20 Jahren sehr viel Geld für Trollfabriken ausgibt, dass im Netz viel Müll steht. )

    Nein, das ist sie nicht. Ich habe mit Referendar*innen gearbeitet und die Didaktik unterscheidet sich nicht grundlegend. Was du meinst, ist vielleicht der pädagogische Umgang.

    Im übrigen mag man sich nach ein paar Jahren an der Realschule an ein anderes Niveau gewöhnen, zu behaupten, Realschulkolleg*innen würden prinzipiell etwas fachlich Falsches unterrichten finde ich an Arroganz kaum zu überbieten. Wäre aber nicht das erste Mal, dass du so etwas von dir gibst. Aber wehe, jemand sagt dir, dass du einen Fehler machst8_o_)

    Salzsäure ist nie eine Säure und Säuren enthalten keine Oxoniumionen, können also so nicht mit Indikatoren reagieren, die Farbe ändert sich bei Säuren also nicht (mal davon abgesehen, dass nicht alle rot werden). Das gibt dicken Notenabzug im Abitur, weil es schlichtwegs falsch ist (nicht nur niedrigeres Niveau).

    Der gestern von mir zitierte Satz ist falsch (den du weglässt, vielleicht weil du hoffst, dass andere sich nicht mehr daran erinnern und deinen Kommentar sofort durchschauen?). Und ich habe nicht behauptet, dass sie prinzipiell (meinst du immer ?) falsches lehren. Aber dieses Thema ist wichtig (nimmt einen großen Teil im Jahr vor der Kursstufe ein) und es war nichts unterrichtet worden (ich habe mir Hefte angesehen, weil ich es nicht glauben konnte), was im Gymnasium verlangt wird (Definition, Reaktion, verschiedene Indikatoren (was sind die überhaupt) usw.) Warum verwendet sie nicht das Buch?

    Mir ist gesagt worden (und es stimmt mit meinen Beobachtungen überein), dass an anderen Schultypen (inkl. Realschule) mehr geführt, viel mehr erklärt wird. Am Gymnasium wird viel mehr von Schülern selbst erarbeitet, die Schüler sollen selbstständig denken lernen. Das ist Didaktik (lt. Cornelsen "Unter Didaktik wird sowohl die Theorie der Lehre und des Lernens als auch die praktische Vermittlung von theoretischem Wissen verstanden. Somit zählt die Auswahl des Lernstoffs ebenfalls zu einem Teilbereich der Didaktik.

    Im Unterricht treten Lehrer/-innen und Schüler/-innen zum einen in Beziehung mit dem Lernstoff, zum anderen interagieren sie über den Lernstoff miteinander.")

    (Da sind mir die Begriffe ziemlich egal, ich lerne aber gerne zu, nenne es von mir aus Pädagogik (als Gymnasiallehrer hatte ich sehr wenig Pädagogik im Referendariat, nichts an der Uni).)

    Aber mir ist wichtig, dass Chemieunterricht in Sek. I Schülern ermöglicht, die Kursstufe erfolgreich zu besuchen und "Salzsäure ist eine Säure" und "Säuren färben Indikatoren rot" ist immer falsch.

    Quittengelee, weil du mich (wieder) persönlich angreifst, indem du einen Satz heraus reißt und etwas falsches behauptest, spreche ich dich jetzt auch persönlich an. Warum behauptest du immer wieder Dinge, die nicht stimmen, zitierst dazu sehr unvollständig, um andere (nicht nur mich) nieder zu machen? Daran übrigens habe ich dich wieder erkannt. Hast du es nötig? Du sprichst nicht nur Fehler an (das ist okay) , du greifst dabei grundsätzlich an, wirst überheblich und wirfst es anderen vor (deine letzte Bemerkung davor zu mir war, wie kann man als Lehrer nur solche Rechtschreibfehler machen usw.? Antwort, ich tippe sehr schnell und drücke manchmal zu schwach auf den Bildschirm, erledige oft noch nebenbei etwas anderes und oft schlägt auch die Autokorrektur zu. Das hat nichts mit diesen schwerwiegenden fachlichen Fehlern zu tun.)


    (Ich habe damals lange überlegt, wie ich die Kollegin darauf anspreche, um sie nicht zu verletzen. Ich sage es mal so, so plump wie du war ich nicht. Mir ging es um alle beteiligten Personen nicht nur um den Fehler.)

    Ich habe mal gelesen, die weiße Darstellung käme von Postkarten von Auswandern in die USA. Aber ja, wer möchte kann ja mal das Wetter in Chicago oder gar Minneapolis checken :D

    Ich habe 1985 in der Nähe von Chicago (100 km entfernt auf dem Land) Weihnachten erlebt. Nun, wir waren eine Woche eingeschneit, das Haus konnte nur durch das Fenster verlassen werden (Haustür ging nach draußen auf). Die Straße konnte nur mit Schlitten und 2 PS befahren werden. Mehrere Meter Schnee.

    Es war (einmal erlebt) wunderschön, Heilig Abend mit Pferdeschlitten der Nachbarfamilie durch die Nacht. Eine Woche nichts tun (können). Aber jetzt und hier? Ich denke, die meisten wären unvorbereitet.

    Welche Formulierungen zu welchen Sachinhalten denn? Auf der Sachebene bekommt sie gar keine Antworten. Das fällt sogar meinem SuS auf, dass das inhaltsleere Banalitäten sind.

    Die Behauptungen werden mit der Zeit besser werden.

    Und du und ich fallen (hoffentlich) nicht darauf herein, aber bei vielen Mitbürgern bin ich mir nicht so sicher. Ich bin entsetzt, wie viele Menschen auf die plumpen Fakes des russischen Kremls hereinfallen. Wie viel Prozent einer Gesellschaft muss man überzeugen, wie viele verunsichern (reicht meistens), um eine demokratische Gesellschaft zu zerstören? Ich fürchte, es sind viel weniger als wir denken. (Vor Trumps Wahl und Brexit war ich zuversichtlicher.)

    Ich las gerade einen Artikel über Immunschuld und musste mehrfach schmunzeln.

    https://www.br.de/nachrichten/wi…-steckt,TQBXYXj


    Daraus zitiert

    "Immunschuld" ist kein Fachbegriff aus der Medizin. Das erste Mal taucht die Bezeichnung "immunity debt" im Mai 2021 in einem Fachartikel auf. Darin geht es darum, ob nach Aufhebung der Pandemie-Maßnahmen mit mehr Infektionskrankheiten bei Kindern zu rechnen sein werde. Im Juni 2021 steht "immunity debt" dann in einer Überschrift der Zeitung Wall Street Journal.

    Bezeichnenderweise greift eine Wirtschaftszeitung diesen Begriff auf, denn "debt" bedeutet auf Englisch finanzielle Schulden. Das ist etwas anderes als "Schuld" wie in "Immunschuld". Da schwingt der Vorwurf einer Verfehlung mit, die "gesühnt" werden muss. Niemand hat aber irgendeine Schuld auf sich geladen, weil er oder sie in den vergangenen knapp drei Jahren seltener erkältet war. Das Bild von den Finanzschulden passt da schon eher: Mit den Pandemie-Maßnahmen haben wir eine Art "Kredit" aufgenommen. Nur haben wir uns nicht Geld, sondern Zeit mit weniger Infektionen "geliehen". Die Aufhebung der Pandemie-Maßnahmen bedeutet nun so etwas wie "Zahltag": Atemwegsinfekte, die seit März 2020 nur wenige trafen, schlagen jetzt geballt zu.

    ...

    Darauf hat auch die Virologin Isabella Eckerle bei Twitter ironisch hingewiesen:

    "Haben wir schonmal über die #Immunschuld gegenüber Parasiten geredet? Also Flöhe, Läuse, Bandwürmer, Spulwürmer, Madenwürmer, usw. Waren ja seit Jahrtausenden natürlicherweise Begleiter des Menschen, wurden aber durch verbesserte Hygiene zurückgedrängt. Ob das gut ist? ;-)"

    ...

    Das Immunsystem kann aber tatsächlich geschwächt sein: Etwa bei Menschen mit einem angeborenen Immundefekt. Bestimmte Medikamente gegen Krebs, Rheuma oder nach einer Organtransplantation schwächen das Immunsystem, aber auch Diabetes oder Masern.

    Krankheiten können dem Immunsystem also sogar schaden und stärken es nicht, wie der Virologe Christian Drosten schon Ende 2021 auf Twitter etwas spöttisch schrieb: "Wer glaubt, durch eine Infektion sein Immunsystem zu trainieren, muss konsequenterweise auch glauben, durch ein Steak seine Verdauung zu trainieren." und weiter: "Im Ernst: Immunreaktion vs. 'starkes Immunsystem' ist wie Lernen vs. Intelligenz. Ich kann ein Gedicht auswendig lernen, bin dadurch aber nicht intelligenter geworden. Ich kann eine Infektion überstehen, habe dadurch aber nicht 'mein Immunsystem gestärkt'".

    Wenn ich dies hier lese, denke ich, wir haben uns aus verschiedenen Gründen für das Lehramt entschieden. Und zusätzlich haben wir verschiedene Gründe zu unterrichten.

    Für mich ist mein jetziger Job tatsächlich Berufung, nicht nur Geldverdienst. Und ich wollte zuerst Chemie studieren und erst dann Lehrer werden. Ich würde also lieber im Labor stehen als auf Chemie zu verzichten.

    Müsste ich an eine Grund- oder auch Realschule, würde ich versuchen etwas anderes zu finden (in meinem Alter vermutlich schwierig). Falls ich nichts finden würde, würde ich an einen anderen Schultyp gehen, aber immer nach Umstieg Ausschau halten. Es wäre nur noch ein Job für den Übergang zum Geldverdienen (vielleicht haben deshalb einzelne hier keine Probleme), ich würde ihn lustlos ausführen und die Tage bis zur Pension zählen.

    Klingt dramatisch? Ich habe es schon einmal erlebt, dachte, ich könnte mich daran gewöhnen. Aber ich kann auf Dauer nichts tun, wo ich nicht dahinter stehe. Mir ging es damals gesundheitlich schlecht, kleinste Belastungen führten zu Krankheit. Für mich bedeutet mein jetziger Beruf viel mehr, ich engagiere mich, weil es auch Hobby ist, weil es mir einfach Freude bereitet.

    Natürlich ist das dem Land egal. Er muss verteilen. Aber die Aussage ist, jeder kann Lehrer an Grund- und Förderschulen werden. Warum sollte es noch jemand studieren? Warum sollte man Lehrern noch entsprechend zahlen? Meine Ausbildung ist nichts wert in Bezug auf andere Schultypen. Ich hätte also nicht studieren müssen (der Staat kann sich also Studienplätze sparen). In meiner amerikanischen Highschool hatten die Lehrer übrigens keine spezielle Ausbildung, sie kamen mit 22 Jahren an die Schule (und wurden schlecht bezahlt, waren nicht angesehen, Lehrer kann jeder).

    Ist dir bewusst, dass es in einigen Bundesländern auch Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe gibt? Da unterrichten dann auch Gymnasiallehrkräfte Schülerinnen und Schüler der gesamten Bandbreite (von Kindern mit Förderbedarf LE bis hin zu künftigen Abiturienten). Das bringt seine Herausforderungen mit sich, ist aber nicht das Prolem, zu dem es hier gemacht wird.

    Ich war 6 Jahre an einer integrierten Gesamtschule in NRW und bin oft verzweifelt. Und genauso ging es meinen Kollegen mit Gymnasialausbildung. Wie bringe ich einer Sechstklässlerin 3 mal 4 bei? Ich habe mir selbst etwas zusammen gebastelt, aber gut war es nicht. Wir diskutierten viel im Lehrerzimmer, ich habe viel gelernt, soviel, dass ich weiß, wieviel fehlt und es anders sehe als du.

    Interessanterweise hatten die Kollegen mit "Hauptschulausbildung" wenig Probleme. Sie ließen einfach alles anspruchsvolle weg. Und Schüler (und die meisten Eltern) merken nicht, was fehlt, freuen sich, wenn sie alles verstehen. Wenn ich mir meine alten Unterlagen von E (plus)-Kursen anschaue, bin ich entsetzt. Das Niveau war viel zu niedrig.

    (Als Ersatzschule hatten wir viele Kinder mit "Gymnasialempfehlung". Pluskurse wurden bei uns heimlich eingerichtet, um wenigstens etwas auf Oberstufe vorzubereiten.)

    Eure Storys erinnern mich an meinen Schüleraustausch in Michigan.

    Wir Austauschschüler trafen uns regelmäßig, darunter auch 6 Schweizer. Lustig fand ich, dass man selbst beim englisch sprechen heraus hören konnte, aus welcher Region sie stammten. Anfangs sprachen wir noch viel deutsch. Eine Hamburgerin hörte eine Weile zu und fiel uns plötzlich freudig ins Wort, jetzt habe ich euch endlich verstanden. Skandinavier, die dies mitbekamen fragten irritiert, ihr sprecht doch alle deutsch?

    Kris24

    Ein Gymnasiallehrer hätte umgekehrt auch an der Realschule Schwierigkeiten. Wie sagte mir eine Hauptseminarleiterin Mal, man müsse die SuS da abholen wo sie stehen. In den meisten Realschule würden sich 80% der SuS mental verabschieden, wenn man auf gymnasialem Niveau unterrichtet.

    Das sehe ich genauso. Aber wenn noch nicht einmal Realschule und Gymnasium Sek. I funktioniert, wie dann andere Schultypen (wie ein paar wie Plattenspieler hier meinen).

    Die Didaktik ist völlig verschieden. (Das fachliche Niveau ist meiner Meinung nach eher vom Kollegen anpassbar. )

    (Ich kenne halt nur Realschulkollegen an Gymnasien, war vor ca. 15 Jahren in manchen Regionen hier häufig.)

    Keine Ahnung, was dein Problem ist.

    Meiner Meinung nach ist es abwertend zu behaupten, jeder dahergelaufene Gymnasiallehrer könne easy peasy den Job eines Grundschullehrers oder Förderschullehrers machen. Ich habe weder im Studium noch im Ref noch in der Berufspraxis irgendetwas mit Primardidaktik, Schriftspracherwerb oder mit Förderschwerpukten zu tun gehabt. Dass du am Gymnasium guten Unterricht machen kannst, ist deutlich wahrscheinlicher, als das ich an einer Grund- oder Förderschule guten Unterricht machen kann.

    Das bezweifle ich. Die Realschulkollegen glaubten, guten Unterricht zu machen. Sie ließen einfach alles anspruchsvolle weg. Sie hielten völlig anderen Unterricht, andere Didaktik (mir erklärte eine mal, das an Realschulen mehr geführt werde (und das taten sie), es gab vor Jahren mal ein Programm in Baden-Württemberg, Realschulkollegen in Sek. I ans Gymnasium). Zum Glück war das Problem bekannt, sie wurden nie länger als ein Jahr in einer Klasse eingesetzt. Der Kollege anschließend hatte trotzdem Probleme, wenn er im Jahr danach versuchte, auf Gymnasiumniveau zu unterrichten (zu schwer, erkläre zu wenig, was, ich soll das selbst erarbeiten? Die Kids waren so unselbständig.)

    Und das waren Realschulkollegen in Sek. I am Gymnasium. Ein Grundschullehrer würde noch mehr führen, es ist eine völlig andere Didaktik.

    Und dann fehlte noch das Fachliche. Ich erwähnte gestern bereits pH. Statt Logarithmus, Oxoniumion, Reaktion und Unterschied saure Lösung und Säure, "färbten Säuren Indikator rot" (4 Fehler/Ungenauigkeiten in 4 Worten). Salzsäure war eine Säure usw., diesen Schülern kann niemand empfehlen, Chemie in der Kursstufe zu wählen (Problem, weder Kollegen noch Schülern war dies bewusst).

    Mir geht es genauso. Ich habe noch zusammen mit Diplomanden studiert (habe fast 2 Diplomstudiengänge, es fehlt sehr wenig), habe die die ersten pädagogischen Kurse erst im Referendariat gehabt (an der Uni nichts). Bei mir stand immer das Fachliche im Vordergrund. Ich wäre an Grund- und Förderschulen genauso ungelernt wie irgendein anderer mit irgendeinem Studium. Und ich bin sicher, dass irgendein Grundschullehrer oder Förderschullehrer nicht meinen Job (z. B. Leistungskurs Chemie oder Mathematik) könnte (ich habe erlebt, wie sie bereits in Mathe 5 gescheitert sind, weil ihr Gelehrtes nicht ausbaufähig war (sie wussten nicht, was später darauf aufbaut) Abordnung an Gesamtschule (oder bei uns Gemeinschaftsschulen konnte ich mir bisher vorstellen (ich würde aber jede Freude verlieren, Bemuttern ist nicht mein Ding), dass jemand in einem völlig anderen Bereich unterrichten soll, kann nur jemand fordern, der keine Ahnung vom anderen Bereich hat.

    Es geht nur noch um Betreuung und Bespaßung. Und wenn PISA schief geht, ist sicher kein Politiker schuld. Und das ist sicher keine Werbung für neue überzeugte Kollegen (es zieht höchstens die an, denen es völlig egal ist, was sie tun).

    Plattenspieler, ein Arzt möchte auch irgendwie Menschen heilen. Aber ich würde nicht zum Zahnarzt gehen, wenn ich ein Problem mit meinem Magen habe.

    Wie gestern geschrieben, zu viele glauben, Lehrer kann jeder. Dann kann man auch einen Sek.II-Lehrer in die Grundschule schicken.

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