Beiträge von Kris24

    Ich höre gerade auf phoenix J. Trittin und S. Neitzel zu.

    Die Gleichsetzung von Sowjetunion und Russland ist laut beiden falsch, wir glaubten fälschlicherweise, Russland einbinden zu können, und sahen nicht, dass Putin Krieg als Mittel sieht, seine Ziele zu erreichen.

    Sehr interessantes Gespräch bisher. Z. B. wann sind wir Kriegspartei?

    Ironie on: Klar, lieber richtig Krieg, dann ist wenigstens richtig Action. Ironie off.

    Siehe Beitrag von Kathie oben….

    Kathie hat aber bis auf die letzte Zeile mir nicht widersprochen. Besonnenheit finder wohl jeder gut.

    Aber wie wollt ihr den Krieg, die Gewalt stoppen?

    Also besonnenes Reden, Austauschen nur im Stillen? Nö.

    Also lieber richtig Krieg?

    Reden ist Silber, Schweigen (oft) Gold.

    Wenn man ständig sagt, was man alles nicht tut, dann macht man sich schwach (angreifbar) und muss nachher zu viel mehr Gewalt greifen oder unterwirft sich.

    Immer dieses Argument mit dem "schwach erscheinen". Dass Scholz besonnen reagiert finde ich sehr gut und stehe damit nicht alleine da. Und dass man sehr, sehr genau überlegt, welche Waffen man liefert und welche Unterstützung man geben kann, finde ich auch gut.

    Säbelrasseln gibt es genug. Es müssen sich nicht alle hochschaukeln, auch nicht rhetorisch.

    Mit schwach meine ich ständig laut zu sagen, was man alles nicht tut, dass man selbst auf keinen Fall Atomwaffen etc. einsetzen wird. Wir machen uns durch Reden schwach (gegen Besonnenheit ist nichts einzuwenden, aber es ist wenig besonnen, was aktuell in Gänze geschieht).


    Natürlich soll man alles tun, um es zu verhindern, aber Säbelrasseln gehört mit zur Abschreckung. Putin ging genauso wie Hitler davon aus, dass wir viel quatschen, aber wenn es ernst wird, kneifen und deshalb kam es zum Krieg gegen die Ukraine (und bald gegen Moldau, wer verteidigt Moldau, für uns noch weniger interessant). Er ging davon aus, dass der Krieg herum ist, bevor wir entschieden haben, was wir tun. Wir können höchstens noch einen Angriff gegen die baltischen Staaten, Polen, Finnland verhindern, weil Putin nicht sicher ist, ob er dann gegen uns alle kämpft (ich sehe schwarz, wenn der nächste amerikanische Präsident Trump o.ä. heißt).

    Hätte man um die Jahreswende Putin glaubhaft deutlich gemacht, dass es bei einem Einmarsch zum kompletten Embargo kommt, hätte man vermutlich den Krieg und das Embargo verhindern können. Aber alles wurde zerredet, nichts war für Putin glaubwürdig, er ging vom üblichen Geschwätz aus. Wie länger man wartet, umso mehr Embargo, Waffen etc. ist notwendig.

    Genauer, bitte. Welche Software verwendet ihr? Wie tragt ihr ein? Was wird alles eingetragen?


    Und wie muss ich mir das vorstellen?

    https://asv.kultus-bw.de/Startseite

    (ich klicke einfach auf das Icon zuhause oder am Schulrechner, gebe meinen Benutzername und mein Passwort ein, dann werde ich nach einer bestimmten Tannummer wie früher beim Onlinebanking gefragt, komme direkt zu meinen Klassen und gebe die Noten (schriftlich, mündlich, praktisch, gewichtet wie ich möchte) ein).

    Bei uns läuft alles darüber. Ich muss keine Klassenlehrer mehr zusätzlich über schlechte Noten informieren (früher hatten wir zusätzliche Papierlisten für alle Klassen im Lehrerzimmer, in denen jeder Fachlehrer alle Noten eintragen musste).

    Wir haben schulintern alles digital (gesichert u.a. mit Tan-Liste), die Noten werden regelmäßig eingetragen, Klassenlehrer und SL haben jederzeit Einsicht, und wenn jemand erkrankt (oder vor ein paar Jahren sogar überraschend stirbt), sind alle Noten vorhanden und ein anderer kann übernehmen. Ich habe zu Papierzeiten einmal drei Wochen verzweifelt eine Notenliste gesucht (und im letzten Moment gefunden, war zwischen andere Zettel gerutscht, seitdem gibt es bei mir keine Papierlisten mehr).

    Ich bilde trotzdem aus den vielen Noten eine pädagogische Note.

    Ausbildung kann Kriegseintritt bedeuten

    (siehe Tagesschau, aktuell)

    Möglicherweise (ein Gutachter, drei Meinungen), aber

    Alles kann Kriegeseintritt bedeuten (wenn Putin es will). Die russische Rhetorik auch gegenüber Deutschland ist bereits deutlich genug (Diskriminierung von Russen (mir fällt gerade Lisa ein (schon ein paar Jahre her), Nazideutschland, Biowaffenherstellung für andere). Für einen Angriff der Ukraine wurde genauso gelogen.

    Ganz besonders, wenn wir schwach erscheinen, weil irgendwelche Menschen erklären, alles zu tun, um einen Atomkrieg zu vermeiden. (Man soll alles tun, aber es nicht laut sagen. Wir schwächen uns damit nur selbst. Putin wird weiter drohen, es klappt ja.)

    Putin führt dieses vielleicht als Grund an, aber auch wenn wir gar nichts tun, erfindet er einen Grund.

    Ich zitiere nochmals Wolfgang Müller, weil er so viel besser als ich ausdrückt, was ich auch meine. https://wolfgangmueller.info/2022/04/30/ukr…sche-frage-ist/

    "Der wohl perfideste Satz in diesem Brief ist die Warnung vor dem “Irrtum, dass die Verantwortung für die Gefahr einer Eskalation zum atomaren Konflikt allein den ursprünglichen Aggressor angehe und nicht auch diejenigen, die ihm sehenden Auges ein Motiv zu einem gegebenenfalls verbrecherischen Handeln liefern.” Das ist Täter-Opfer-Umkehr in Reinkultur.

    Dazu kommt: Die Idee, dass durch angstvolles Agieren diese Bedrohung abgewendet werden könnte, ist völlig absurd. In russischen Medien, und auch von russischen Offiziellen wird schon seit einiger Zeit Deutschland als Nazi-regiert dargestellt, angefangen von angeblichen Biowaffen Laboren vom Bernhard-Nocht-Institut in der Ukraine bis hin zu der Behauptung, der 2. Weltkrieg hätte nie aufgehört und Deutschland wäre nach wie vor ein faschistisches Land. Es liegt also offen auf der Hand, dass wir als legitimes Angriffsziel markiert werden, völlig unabhängig davon, wie wir uns verhalten oder nicht. Und zwar einzig und alleine aus dem Grund, weil wir als demokratisches und wirtschaftlich mächtigstes Land der EU das größte Hindernis für eine russische Dominanz auf dem eurasischen Kontinent darstellen. Wir könnten uns gar nicht so sehr verzwergen, um nicht aus dem Weg geräumt werden zu müssen für russische Großmachtsfantasien. Von Anfang an war der Krieg in der Ukraine von Russland in mehreren Aussagen der russischen Führung als Auftakt zu einem Krieg gegen den Westen definiert. Dieses Ziel wird nicht verschwinden, wenn wir hundert Mal erklären, dass wir wirklich keine Bedrohung sein wollen und auf gar keinen Fall einen Atomkrieg möchten. Und ganz sicher nicht, wenn wir uns auf den Boden legen, unseren Bauch zeigen und klar signalisieren, dass wir uns nicht wehren werden, egal was passiert. Die brennende Angst, dass man selber Opfer werden könnte, muss umgewandelt werden in die klare, aber ruhige Erkenntnis, dass man längst ein markiertes Ziel ist und diese Markierung auch durch noch so viel Appeasement nicht abwaschen kann. ...

    Wenn also, wie schon bei der Ukraine, Kriegsgründe beliebig erfunden werden können, und jüdische Präsidenten als Nazis und demokratische Länder als faschistisch bezeichnet werden, wenn also die Bedrohung völlig unabhängig vom eigenen Verhalten und objektiven Realitäten existiert und weiter existieren wird, erübrigt sich die Frage, was man tun kann, um den Konflikt, der ja keiner ist sondern eine einseitige Aggression, zu entschärfen, bzw. nicht eskalieren zu lassen. Denn die Antwort lautet: Nichts. Wer die Lieferung schwerer Waffen zur reinen Landesverteidigung für Leib und Leben gegen einen übermächtigen Aggressor als Eskalation brandmarkt, hat jeden moralischen Kompass verloren. Man darf sagen, dass man eine Heidenangst vor der eigenen Courage hat, ja. Man darf auch sagen, dass man lieber feige und lebendig als mutig und tot wäre, auch das ist nachvollziehbar und menschlich. Man sollte es aber nicht als friedliebenden Pazifismus verkaufen, denn de facto wäre das in diesem Fall ein Kotau vor dem Recht des Stärkeren, oder wie Desmond Tutu sagte: “Wenn du in Situationen der Ungerechtigkeit neutral bist, hast du die Seite des Unterdrückers gewählt.” Das kann realpolitisch manchmal notwendig sein, aber sollte ganz sicher nicht zur Handlungsmaxime erhoben werden."

    (Zitatende)

    Zu Bernhard-Nocht-Institut und Biowaffenlaboren habe ich ergoogelt.

    https://www.rnd.de/politik/biowaf…JQTZYRE6HY.html

    Uns wird vom Kreml bereits Biowaffenherstellung für die Ukraine vorgeworfen

    Zitat

    "Da das FLI an Tierseuchen forscht und diese eine internationale Herausforderung sind, arbeitet es mit vielen Instituten aus anderen Ländern zusammen. Bei dem angeführten Projekt geht es um die Erforschung von Fledermausparasiten.

    Darin sieht Moskau den Beweis, dass das FLI für einen geheimen, vom Westen finanzierten Plan zur Entwicklung von Biowaffen arbeite. Das Institut wies die Vorwürfe als „völlig aus der Luft gegriffen“ zurück. Warum gerade diese Einrichtung in das Visier Russlands geraten ist, kann man sich dort nicht erklären.

    Neben dem FLI wird laut „Ostseezeitung“ auch das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg von Russland verdächtigt.

    Russland wirft der Ukraine immer wieder vor, geheime Biowaffenlabore mit Unterstützung der USA zu betreiben, und hatte das im UN-Sicherheitsrat thematisiert.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Dass eine solche Anschuldigung aus Moskau komme, bereite ihm Sorgen, sagte er. „Denn wir sind oft davon überzeugt worden, dass, wenn man Russlands Pläne kennen will, es die sind, die Russland anderen vorwirft.“

    (Zitatende)

    Normalerweise bin ich auch für Gespräche zwischen Täter und Opfer. Aber es müssen beide bereit sein und Russland greift auch uns bereits verbal an (Diskriminierung von Russen bereits seit Jahren, Biowaffenherstellung gegen Russland), wer alles zusammen lügt, benötigt als Grund keine Waffenlieferungen. Und wenn es in 3 oder 10 oder 20 Jahren nach Polen auch gegen Deutschland geht, wer soll uns dann helfen? Putin und Medwedew sprachen von Lissabon, ich habe es als Frage in einem Nebensatz wiederholt, es geht nicht um heute oder morgen, aber Quatsch ist falsch. (Auch Hitler hat nicht alles gesagte erreicht, aber sehr vielen Ländern viel Leid gebracht. Es ist höchste Eisenbahn. )

    Passt auch zum Thema:

    Die USA choreografieren die Anti-Russland-Politik in diesem Krieg. Sie sind Taktgeber bei den Waffenlieferungen, laden zur Ukrainekonferenz nach Deutschland ein, sorgen mit ihrem Arsenal an Nuklearwaffen für die nötige Abschreckung gegen die Atommacht Russland. Vor allem aber haben sie das Kriegsziel des Westens formuliert: »Wir wollen, dass Russland so weit geschwächt wird«, so Austin, »dass es zu etwas wie dem Einmarsch in die Ukraine nicht mehr in der Lage ist.« Amerika hat einen Plan, ein Ziel.

    https://www.spiegel.de/politik/deutsc…16-62f52ff6d762

    Leider hinter einer Bezahlschrank. Das ist der heutige Leitartikel auf SPON, im dem es darum geht, dass Deutschland jetzt schnell eine neue Rolle innerhalb Europas finden müsse.

    Wenn das obengenannte das Ziel Amerikas ist, frage ich mich, was denn Deutschlands Ziel sein könnte? Russland gibt auf und zieht sich aus der Ukraine zurück?

    Ich antworte mit Wolfgang Müllers Worten (https://wolfgangmueller.info/2022/04/30/ukr…sche-frage-ist/)


    "Daher geht es hier nicht um “Kriegsbegeisterung” oder hastig über den Haufen geworfenen Pazifismus. Und schon gar nicht um die Gefahr, besser keine “Gründe” zu liefern um in den Konflikt “hineingezogen” zu werden. Sondern darum anzuerkennen, dass man einer Bedrohung gegenübersteht, die durch Verhandlungen, Appeasement oder Zugeständnisse nicht abgewendet werden kann, und aus dieser Erkenntnis heraus Verantwortung zu übernehmen. Nicht mehr und nicht weniger, egal wie beängstigend das ist, denn die Alternative ist Unterwerfung, und ob das dann das Überleben sichert ist keinesfalls erwiesen. Wenn das Deutsche “Nie wieder” in Bezug auf Faschismus nicht weiterhin eine reine wohlfühlige Nostalgie-Posse sein soll ist es alternativlos, Haltung zu zeigen."

    (Er erklärt vorher ausführlich, wie er zu dieser Meinung kommt, der sehr lange Text ist wirklich empfehlenswert.)

    Ich find´s einfach gut in einem Land zu leben, in dem es solche (offenbar freundlich im Ton gehaltenen) Petitionen gibt und dass dort prominente Wissenschaftler oder ähnliche Menschen unterschreiben. Denn diese Position zeigt doch auch unser inneres Dilemma auf, in dem wir uns befinden. Keiner von uns schreit laut "Hurra, wir dürfen Waffen liefern" aber auch die wenigsten erkennen so gar keinen Sinn im gewalttätigen Widerstand.

    Ich bin froh, dass solche Themen auch öffentlich diskutiert werden. Ganz ohne Anfeindungen (naja, ganz ohne vermutlich nicht, aber zumindest der Grundtenor der Petition ist offenbar freundlich, ich selbst habe sie noch gar nicht angeschaut).

    Ehrlich, die deutschen Waffen allein werden den Krieg nicht entscheiden. Es geht wirklich eher um eine Positionierung. Und ich bin froh, dass es darum eine große, breite Diskussion gibt. Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem alle Menschen bedingungslos für Waffenlieferungen sind.

    Ich selbst bin dafür, aber ist schon wirklich nicht eine einfache Entscheidung.

    Danke für die öffentliche Diskussion.

    Einerseits stimme ich dir zu (ich finde es auch schön, dass jeder gefahrlos sagen kann, was er denkt), andererseits gerade sehr kontraproduktiv (Putin sieht darin nämlich Unterstützung, er gibt viel Geld aus, um den Westen zu spalten, er hätte die Ukraine nie angegriffen, wenn er gewusst hätte, dass der Westen Waffen liefert).

    Sehr gut hat dies Wolfgang Müller beschrieben, ich kannte ihn bisher nicht.

    Ein Zitat daraus

    "Darüber hinaus: Wer sich hinstellt und sagt, dass der Krieg mit Waffenlieferungen nur verlängert werden würde, verkennt, dass es sich vermutlich genau umgekehrt verhält: Wer zu erkennen gibt, dass er sich niemals wehren wird, ist ein attraktives Ziel. Ich habe große Angst, dass der Krieg sich ausbreitet, und wir wirklich einen dritten Weltkrieg erleben. Aber noch größere Angst habe ich davor in einer Welt zu leben, in der Demokratien aus Angst vor Faschisten die Segel streichen. Die Drohung mit Atomwaffen ist so entsetzlich, dass sie gleichzeitig irrelevant wird. Wie der Tweet, den Sascha Lobo schon in seinem hervorragenden Essay zum Lumpenpazifismus zitierte, ausdrückt: “Weil wir nicht genau wissen, was Russland alles als Kriegserklärung verstehen könnte, habe ich mich entschieden die Spülmaschine heute nicht auszuräumen.”

    "Wenn Russlands Drohung, Atomwaffen einzusetzen, einmal Wirkung zeigt, wird sie immer wieder ausgesprochen werden, und früher oder später wird der Punkt kommen, an dem man es drauf ankommen lassen muss, will man nicht alles verlieren. Dann besser jetzt. Es ist meiner Meinung nach keine Alternative, zurückzuweichen, denn das Endziel ist erklärtermaßen die Vernichtung der freien Welt."


    Der offene Brief von Alice Schwarzer und Co. zeigt positiv ausgedrückt große Naivität, negativ "alle sollen sich Russland unterwerfen, dann habe ich meine Ruhe". Wenn der Westen dieses Mal nicht zusammen hält, keinen Widerstand zeigt, wird es beim nächsten Angriff noch schwieriger.

    Ich hatte meinen Beitrag eigentlich absichtlich gelöscht, weil ich sehr schnell, aus dem Gefühl heraus und spontan geantwortet hatte.

    Schade, dass man es dann zitiert. Wär nett, man könnte das jetzt lassen.

    Ich hatte kommentiert, bevor du gelöscht hast. Ich wollte anschließend nach meinem Kommentar noch deinen mit einem Verwirrt-Smiley versehen, es ging für eine Sekunde, dann verschwand alles und ich war verwirrt.

    Meine vorherige Erklärung (mit den erklärenden Links) stand schon knapp 3 Stunden. Ich habe mich schon "übergangen" gefühlt und etwas genervt noch einmal geschrieben.

    Ich wusste doch nicht, dass du löschen willst. Hättest du gleich gelöscht, hätte ich dich gar nicht zitieren können. Von daher verstehe ich deine Bemerkungen nicht.

    Ich zitiere fast immer, weil in der Zwischenzeit oft andere Kommentare erscheinen und dann nicht mehr klar ist, worauf man sich bezieht. Ich rate bei anderen Kommentaren zumindest oft.

    Wieso fragst du nicht freundlich nach statt mir Übertreibung vorzuwerfen. Aktuell besteht das Problem bis Lissabon sicher nicht, aber ich versuche Russland, Putin, Medwedew usw. zu verstehen. (Ich hatte mich anfangs noch über die beiden Städte gewundert, ich hätte vermutlich (typisch Westeuropäerin) Hammerfest und Catania (oder Rhodos) gesagt. Und deshalb blieb es vermutlich so gut in meinem Gedanken.)

    Nein, ich mag für Lissabon keine anderen Orte einsetzen, weil oben eben explizit Lissabon stand. Und die Krim und Lissabon ist ein Unterschied. Ich sage überhaupt nicht, dass es okay ist, einfach Teile der Ukraine zu annektieren.

    Ich denke aber nicht, dass Putin NATO-Land für NATO-Land angreifen möchte oder wird, weil ihm ein russisches Reich bis Lissabon vorschwebt. Das ist für mich gezielte Überdramatisierung, wenn man sowas behauptet.

    Putin, Medwedew u.a. haben Lissabon gesagt und keine andere Stadt (der Name der Stadt stammt nicht von mir) und das als Ziel, nicht heute und morgen. Ich dachte ursprünglich, der Satz sei bekannt, wurde ja oft genug wiederholt, deshalb schrieb ich es ohne weitere Erklärungen.

    Unter Trump wäre die Nato nicht viel Wert gewesen. Kennst du den Nachfolger von Biden? Sehr viele Amerikaner glauben heute, es sei ein europäisches Problem und wollen sich heraushalten. Ein nächster amerikanischer Präsident wird vielleicht genau deshalb gewählt.

    Und über 40 % haben für Le Pen gestimmt (ohne russischen Kredit wäre sie 2014(?) am Ende gewesen). In Deutschland glauben viele, das man für Demokratie nichts tun muss. Putin und Seine denken in größeren Zeiträumen.

    Nimm Trump, Le Pen und noch ein, zwei und Deutschland steht plötzlich ziemlich alleine da.

    Und was machen wir, wenn die EU angegriffen wird in Form von einem baltischen Staat oder Finnland?

    Also das ist doch ein Quatsch, davon ist doch gar nicht die Rede.

    Hat Putin einmal gesagt (er sprach von Frieden unter Russlands Führung) und wurde von Medwedew vor kurzem wiederholt. Beide sagten von Lissabon bis Wladiwostok. Ursprünglich stammt es von Putins "Vordenker" Dungin.

    Medwedew (Anfang April)

    Ukraine sei der erste Schritt für ein freies Eurasien von Lissabon bis Wladiwostok.

    (Ich habe nicht gesagt, dass ich dies für sinnvoll heiße, aber ich höre genau hin. Putin erreicht Ziele, weil andere es für Quatsch halten und es sich nicht vorstellen können oder wollen. Ich nehme ihn ernst.)

    Den Artikel, den ich dazu las, finde ich gerade nicht mehr (vermutlich hinter einer Bezahlschranke verschwunden, passiert leider häufiger), daher verlinke ich dies.

    https://www.stern.de/politik/auslan…t-31713394.html

    Bzw.

    https://www.handelsblatt.com/dpa/wirtschaft…n/28229720.html

    Auch Hitler wurde in den 1920er und 1930er nicht ernst genommen.

    Noch einmal ninale, ich schrieb viele, nicht alle.

    Und gerade wegen Transnistrien (vermutlich nicht mehr zu retten) ist es wichtig, dass es jetzt in der Ukraine Russland zu teuer wird. Hätte Ukraine nach 3 Tagen oder spätestens einer Woche wie von Russland geplant, aufgeben (müssen), dann würde das nächste Land zügig dran kommen. Jetzt muss sehr viel russisches Militär eingesetzt werden, viel wird zerstört, das fehlt erst einmal für den nächsten Einsatz.

    Ich befürchte trotzdem eine Ausweitung. Auch Hitler beließ es nicht bei Tschechien und dann Polen. Noch 1941 wurde Russland angegriffen. Aber wie hätte ein Hitler gestoppt werden können? Alle, die jetzt sagen, keine Waffen für Ukraine, sollten sich eingestehen, dass sie den Stärkeren und Gewalttätigen unterstützen. Und was lernen Schurkenstaaten? Schreie Atomwaffen, dann knickt der Westen ein und gibt dir alles, was du willst. (Und Schurkenvereinigungen, die noch keine Atomwaffen besitzen, haben noch mehr Grund, sich darum zu bemühen. Das macht die Erde nicht sicherer.)

    Ich frage die Unterzeichner, wie sie reagieren würden, wenn sie an der Stelle von Ukraine stehen? Würden sie alles geben auch ihr eigenes Leben, das ihrer Kinder? Soll Russland wirklich von Lissabon bis Wladiwostok reichen? Wie viel Gewalt folgt dann noch in den unterdrückten Gebieten? Mich haben dieses Filtrierungslager entsetzt. Es gibt so viele Parallelen.

    Wie sagte Desmond Tutu?

    "Wenn du in Situationen der Ungerechtigkeit neutral bist, hast du die Seite des Unterdrücker gewählt."

    Das war schon immer meine Überzeugung.


    (Alles andere ist Sofapazifismus, manche behaupten sogar arrogant (mehrfach gestern gelesen) . Im Brief steht u.a., dass es auch für die Ukrainer besser sei, aufzugeben, die Unterzeichner maßen sich also an, vom Sofa aus für die Betroffenen zu entscheiden. Niemand von ihnen muss direkt die Konsequenzen ertragen. Vergewaltigungen und Erschießungen von Menschen mit auf dem Rücken gefesselten Händen, Verschleppung von Kindern und Filtrierungslager werden anscheinend ausgeblendet. Es passt nicht in ihre Vorstellung. Und das ist tatsächlich ein ähnlicher Gedankengang wie bei Corona-Verharmlosern, manches wird einfach ausgeblendet, nicht erwähnt.

    Auch die Ohnmacht, die wir alle sicher jetzt bzgl. Ukraine spüren bzw. bei Corona gespürt haben, ist ähnlich. Wir Menschen reagieren aber verschieden darauf. Die einen spielen es herunter und glauben, dass so weniger Leid entsteht, die anderen stellen sich den Herausforderungen, weil sie überzeugt sind, dass auf diese Weise weniger Leid entsteht. Und genau deshalb gibt es so viele Übereinstimmungen von Klimakrisenleugnern, Covid-19-Verharmlosern und Ukraine-Waffenverweigerern.

    Natürlich sind es nicht alle. Aber so viele, dass es auffällt. X. Naidoo erklärt seine Abkehr vom Querdenkersein übrigens mit dem Ukraine-Krieg. Seine Frau ist Ukrainerin und persönlich betroffen, sieht er plötzlich auch ganz andere Themen wie Corona anders.)

    Ich bitte dich darum, die Namen der Unterzeichner zu recherchieren, und dann deine Aussagen hier zu überdenken.

    Stimmt, alle 50 000 Namen habe ich nicht recherchiert, ich habe auch nicht behauptet, dass alle Querdenker sind, ich habe das Wort noch nicht einmal verwendet, ich schrieb nur gegen die Maßnahmen und so viele Übereinstimmungen (das sind nicht 100 %, aber mehr als als prozentual erwartbar). Aber gerade bei den (mir) bekannten Namen gibt es viele Übereinstimmungen, sie fielen mir 2020/21 negativ auf und jetzt wiederum.

    Was du hier anwendest, kenne ich sonst nur von AFD oder Querdenkern. Aus "aus so viele Übereinstimmungen" wird mir vorgeworfen, was eigentlich, alle?

    Ergänzend

    Bei Reinhard Mey war ich enttäuscht, dass er mit auf dieser Liste steht. Seine Lieder wurden zwar von Querdenkern mißbraucht, ich halte ihn nicht für einen Querdenker. Vielleicht hätte ich mehr Contra von ihm gewünscht, so wie von den Toten Hosen, die unüberhörbar gegen die Verwendung eines ihrer Lieder bei einer CDU-Wahlparty protestierten.

    "Mit der Anmeldung nimmt mein Kind an den mehrtägigen Klassenfahrten in Jahrgang 6 und Jahrgang 10 verbindlich teil." So steht es zumindest in der Einverständniserklärung, die bei der Anmeldung unterschrieben wird. Da kann ich ja nichts dafür. Kein Grund für andere, ironische Kommentare zu hinterlassen. Warum müssen Menschen in Foren immer so !!!!!111!!1 sein. :autsch:

    Aber genau das ist es ja, was so unbefriedigend ist. Die Rechtslage ist total eine Grauzone. Einerseits Teilnahmepflicht an allen Schulveranstaltungen, andererseits aber Einverständniserklärung unterschreiben lassen. Ja was denn nun? Entweder ist es Pflicht oder freiwillig.

    An meiner 1. Schule mussten die Eltern dies auch unterschreiben. (Es wird kaum dieselbe Schule gewesen sein. ;))

    Es kam auch immer wieder aus religösen Gründen zu Problemen (Russlanddeutsche, ich erinnere mich an einen Elternabend, als ein Vater mit aufgeschlagener Bibel in der Hand aufstand und sinngemäß zitierte, dass die Kinder abends zu Hause sein müssen). Ich habe damals nur gesagt, dass sie es unterschrieben haben und dann ohne Diskussion im freundlichen Ton immer auf die SL verwiesen. Sie hat sich auch darum gekümmert. Mitgefahren sind bei mir immer schließlich alle (und es gab keine Babys und niemand hat auf Klassenfahrt mit dem Rauchen begonnen - das war auch immer eine geäußerte Sorge der Eltern).

    Jetzt zu Coronazeiten hätte ich allerdings auch Bauchweh. Es sind in meinen Klassen einige Kinder und Jugendliche, die zuhause mit Risikogruppen (z. B. krebskranker Vater) zusammen leben und alles tun, um eine Ansteckung zu vermeiden. Wie das auf einer Klassenfahrt funktionieren soll, weiß ich nicht. Sie können ja nicht 24 Stunden FFP3 tragen. Alleine diese Verantwortung möchte ich nicht tragen.

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