@alpha , du weißt das die Hospitalisierungsrate nicht stimmt? Und in verschiedenen Bundesländern unterschiedlich gemessen wird und dadurch unterschiedlich genau sind (z. B. Thüringen im Vergleich zu Sachsen? ) Leider finde ich den Bericht aus der letzten Woche nicht mehr, wo Sachsen Zahlen dank Meldeverzug in der Vergangenheit um ein Vielfaches stiegen (auf jeden Fall war es zweistellig).
Allgemein dazu
Aus https://www.mdr.de/nachrichten/de…iedrig-100.html zitiert
'Aktuell liegen die Werte nach RKI-Angaben in Sachsen-Anhalt und Thüringen über 9, in Sachsen hingegen unter 3. Das große Problem: Die Hospitalisierungsrate spiegelt nicht das reale Geschehen an den Kliniken wider.
Hospitalisierungsrate wird systematisch unterschätzt
Bereits Anfang August berichtete der SWR über methodischen Schwächen bei der Hospitalisierungsrate. Das Problem damals wie heute: Zur Berechnung der Rate wird nicht der Zeitpunkt der Krankenhausaufnahme einer Person herangezogen, sondern das Datum ihres positiven Coronatests. Zwischen beiden Ereignissen liegen manchmal nur wenige Stunden, oftmals aber ein oder mehrere Tage. Ergebnis: Wer heute ins Krankenhaus eingeliefert wird, wurde je nach Krankheitsverlauf bereits Tage zuvor getestet und fällt damit womöglich aus der Betrachtung der vergangenen sieben Tage raus.
Diesen Missstand bestätigen sowohl Recherchen von ZEIT Online als auch die des SPIEGEL und des Hessischen Rundfunks. Alle kommen zu dem Ergebnis, dass zahlreiche aktuelle Fälle zwar in der jeweils laufenden Woche ins Krankenhaus kommen, nach RKI-Berechnung aber einer vorangegangenen Woche zugerechnet werden. Dadurch wird die tatsächliche Hospitalisierungsrate und damit auch die Belastung des Gesundheitssystems im Durchschnitt um etwa 70 bis 79 Prozent unterschätzt. Und das systematisch."
Oder
"Wie kann es sein, dass die 7-Tage-Inzidenz in Sachsen bei 593,6 liegt, gleichzeitig aber die Hospitalisierungsrate in diesem Bundesland laut RKI bei 2,39, also in einem entspannten Zustand. Zum Vergleich: Thüringen, ein Bundesland mit einer 7-Tage-Inzidenz von 585,4 hat eine Hospitalisierungsrate von 17,55. Da kann doch etwas nicht stimmen!"
Und
'Das Problem: Das RKI erfasst einen Fall statistisch nicht mit dem Tag der Krankenhauseinweisung, sondern nach dem Meldedatum eines Falles. Die absurde Folge: Wenn ein Covid-19-Patient heute in eine Klinik muss, seine Infektion aber bereits vor neun Tagen festgestellt wurde, wird sein Fall nicht gezählt. Dabei treten in vielen Fällen schwere Verläufe erst mehrere Tagen nach der Infektion auf. Damit wird ein großer Teil der Fälle nicht statistisch erfasst
Zudem soll es Melderückstände geben. Das Robert-Koch-Institut erhält die Daten für den Index stark zeitverzögert, berichtet auch das ZDF.
Doch wieso hat Thüringen dann einen so hohen Hospitalisierungswert im Vergleich zu Sachsen. Die Begründung hier: Das Land erhebt die Hospitalisierungsrate selbst und verlässt sich nicht auf das RKI.
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Es gibt allerdings einen anderen, aktuelleren Wert, der aussagekräftiger ist: Die Auslastung der Intensivbetten, präsentiert durch das DIVI-Intensivregister. Hier zählen nicht alle Krankenhausbetten, sondern nur die schwersten Fälle. Derzeit müssen 3502 Corona-Patienten auf Intensivstationen betreut werden. In Sachsen sind es aktuell 386, in NRW, das mehr als viermal so viele Einwohner hat, 515 Patienten. Hier wird deutlich, wie ernst die Lage im ostdeutschen Bundesland wirklich ist."
Aus https://www.derwesten.de/politik/corona…d233863249.html
Und das ZDF schreibt (https://www.zdf.de/nachrichten/po…gsrate-100.html)
"Abgesehen von solchen Übermittlungslücken gibt es bei der Hospitalisierungsrate gleich mehrere weitere Probleme:
Unterschätzung: In die aktuelle Hospitalisierungsinzidenz fließen nur die eingewiesenen Patienten ein, die auch innerhalb der letzten sieben Tage positiv getestet wurden. Oft liegen aber mehr Tage zwischen Test und Einweisung. Diese Patienten fallen aus der aktuellen Inzidenz heraus. Und so wird die Lage in den Krankenhäusern kontinuierlich unterschätzt.
Meldeverzug: Das Robert-Koch-Institut erhält die Daten für den Index stark zeitverzögert. Hier geht es nicht um ein paar Tage - hier geht es um Wochen, die die Werte später eintreffen. Um den Meldeverzug auszugleichen, gibt das RKI in seinem Wochenbericht sogar eine eigene Schätzung an, wie viele Hospitalisierungen voraussichtlich noch dazukommen.
Die Berechnung kommt zu folgendem Schluss: Seit Mitte Oktober steige die tatsächliche Hospitalisierungsinzidenz kontinuierlich an. Die offizielle Hospitalisierungsrate geht seit dem 8. November allerdings aufgrund der bisher noch nicht gemeldeten Klinikeinweisungen sogar zurück. Das zeigt: Die Differenzen zwischen der Hochrechnung und den tatsächlichen Meldungen sind enorm. Die Schätzung des RKI wird für die Corona-Beschränkungen jedoch nicht herangezogen."