In Deutschland gibt es die MNU (mathematischer und naturwissenschaftlicher Unterricht) und die Gesellschaft deutscher Chemiker, die jeweils einmal jährlich einen Bundeskongress bzw. Fortbildung über mehrere Tage für Chemielehrer (hauptsächlich Gymnasium) anbieten.
Bei der MNU bin ich seit 25 Jahren Mitglied, die Mitgliedschaft beinhaltet eine Zeitschrift und vergünstigte Fortbildungsangebote (bundesweit im Frühjahr, meistens in der Karwoche, zwischen 500 - 1500 Teilnehmer, von 8 - 18 Uhr mindestens 6 Vorträge und Workshops gleichzeitig auch mit bekannten Namen z. B. Lesch in München) und im Herbst jeweils eine ein- bis zweitägige Landestagung (in den meisten Bundesländern). Dieses Jahr wäre Berlin dran gewesen (leider nur online), nächstes Jahr Koblenz (immer an Uni oder Fachhochschule, einzelne Workshops auch an Schulen in der Nähe). Ich bin fast immer dabei und es kommen auch einige Schweizer, Österreicher und Niederländer. Sie bietet Fortbildungsangebote in allen Naturwissenschaften, Mathe, Informatik, Astronomie, fächerübergreifend (seit ein paar Jahren auch für andere Schularten, es gibt z.B. einen Grundschultag).
Die ebenfalls mehrtägige Fortbildung der Gesellschaft deutscher Chemiker findet immer im September statt (dieses Jahr auch online seit Donnerstag bis heute), ich empfinde sie als "elitärer", als wissenschaftlicher (vermutlich nur für Gymnasien) , ich überlege seit Jahren ob ich Mitglied werden soll (für Lehrer gibt es auf Antrag vergünstigte Mitgliedschaft, immer noch teurer als MNU). Ich kenne einige der Fortbildner, es hat mich gereizt, aber in der 2. Schulwoche "frei kriegen" - schwierig. Das wird auch kommendes Jahr problematisch für mich bzgl. Schweizer Fortbildung (kurz vor unseren Herbstferien). Auch hier ist eine mehrfach im Jahr erscheinende Zeitschrift in der Mitgliedschaft inkludiert (mit vielen guten Versuchsanleitungen). Sie verleihen auch jedes Jahr den Abiturientenpreis für die besten Chemieschüler der Schule. Ich habe vor Jahren an den Fortbildungen zweimal teilgenommen.
Ich habe bei allen Veranstaltungen sehr viel gelernt, ich empfinde sie besser und innovativer als die Fortbildungen vor Ort. Ich liebe die Diskussionen mit Kollegen aus anderen (Bundes-)Ländern, den Austausch mit den Schulbuchverlagen und ihren Autoren. Das geht zwar auch auf der didacta, aber sie ist zu sehr Massenabfertigung (mancher Wunsch von mir wurde nach der MNU-/Tagung umgesetzt). Die Exkursionen und Fabrikbesichtigungen sind teilweise auf Lehrer zugeschnitten und informativ (eines meiner Highlights war die Besichtigung eines Aluminiumswerkes in Hamburg, wir wurden in kleinen Gruppen zu 5 Personen eingeteilt, ich stand ein Meter vor dem geöffneten Schmelzofen (Elektrolyse). Diese Besichtigung wurde z. B. nur von Physik- und Chemielehrern besucht. Die Führung übernimmt oft ein leitender Ingenieur, der wissenschaftlich Antworten kann. Es gibt auch "allgemeine" Besichtigungen, ich war z. B. in Leipzig nachts "auf dem europäischen Paketflughafen" oder in der Völklinger Hütte. Und ich "liebe" Bergwerke aller Art.
Wer mehr wissen möchte, nur zu. Ich beantworte Fragen gerne (soweit ich Bescheid weiß).