Der Gedanke irgendwann zurück zu gehen, war sicher immer da, aber anfangs nur theoretisch (wenn es nicht klappt, kann man ...) In den ersten drei Jahren fühlte ich mich extrem wohl. Dann hat sich einiges vor Ort geändert und meine Prioritäten verschoben sich. Z. B. wurde die mündliche Zusage vom Land nach 3 Jahren verbeamtet zu werden, landesweit nicht eingehalten (damals wurde für wenige Zeit nur angestellt, dass musste man für Mangelfächer (dazu gehörten meine) schnell wieder ändern (später für andere auch), aber erst einmal gab es das Problem, dass neueingestellte verbeamtet wurden, die von den Jahren zuvor nicht (kurz nach meinem Wechsel wurde alles wieder verbeamtet). Für mich der Vorteil, ich konnte einfach kündigen (es gab natürlich Fristen) und hier neu anfangen (da ich keine 35 Jahre alt war auch ohne große Nachteile in Baden-Württemberg). Ich habe aber mehrere Kollegen, die es in den letzten Jahren über Tauschverfahren geschafft haben (allerdings von Baden-Württemberg woandershin ist es vielleicht leichter).
Ja, ich war ungebunden, sonst muss natürlich der Partner mitspielen. Und ich hatte beide Male ein Umzugsunternehmen (sonst nie dank Freunden), aber 700 km (bzw.1400 für meine Helfer) schafft man nicht an 2 Tagen.
Ich wollte Lehrer werden, dass war in Baden-Württemberg damals mit Chemie mit 1,0 nicht möglich (Mathe war Ende bei spätestens 1,4, sichere Stelle mit 1,3), Ausnahme befristete Verträge (das wollte ich nicht), also war mir klar, ich gehe dahin, wo man mich will (ich hatte damals sogar mehrere Angebote in NRW). Wenn man längere Zeit wartet, wird es auch nicht besser (in Baden-Württemberg hätte ich erst ein "intensives" Einstellungsgespräch im RP haben sollen (inkl. pädagogischen und fachlichen Fragen) , weil ich länger als 5 Jahre draußen war, alle waren erleichtert, als ich sagte, dass ich die ganze Zeit in NRW unterrichtet habe, das Gespräch war dann sehr kurz, nur ein sehr nettes Vorstellen beim SL).
Wie sehr willst du Lehrer werden? Bist du bereit, dafür neu woanders anzufangen, auf andere Menschen zuzugehen? (Als Badnerin hatte ich mit Ostwestfalen auch meine Probleme und einige amüsierende Erlebnisse.) Ist dir der Beruf wichtiger oder der Ort? Garantien gibt es nie. Aber ich sehe heute durch meine Wechsel (insgesamt 3 Schulen, Gesamtschule und Gymnasium) Vorteile im Vergleich zu Kollegen, die nie etwas anderes gesehen haben, die seit Ref immer an derselben Schule waren, nichts anderes kennen (manchmal wurde es mir an der 2. und meiner jetzigen Schule zu "eng", auf "wir haben das schon immer so gemacht", reagiere ich als alleinigen Grund allergisch).