US-Veteranen, die wegen einer leichten COVID-19-Erkrankung nicht im Krankenhaus behandelt werden mussten, wurden im 1. halben Jahr nach der Erholung häufiger wegen anderer Erkrankungen behandelt. Auch das Sterberisiko könnte nach einer Studie in Nature (2021; DOI: 10.1038/s41586-021-03553-9) gegenüber der Allgemeinbevölkerung erhöht sein.
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Nach Infektionen mit SARS-CoV-2 wird diese verzögerte Erholung häufig als Long-COVID bezeichnet. Ihr Ausmaß scheint die Folgen einer Grippeerkrankung bei weitem in den Schatten zu stellen, wie jetzt eine Analyse der US-Veteranen-Behörde zeigt.
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Sogar ein erhöhtes Sterberisiko war nachweisbar. Al-Aly ermittelt eine Hazard Ratio (HR) von 1,59 auf einen vorzeitigen Tod, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,46 bis 1,73 signifikant war. Auf 1.000 Veteranen kamen in der Gruppe der COVID-19-Patienten in den ersten 6 Monaten 8,39 (7,09 bis 9,58) zusätzliche Todesfälle. Al-Aly bezeichnet dies als „Excess burden“.
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Sie fanden einen breiten Anstieg der Morbidität: Betroffen waren nicht nur die Atemwege, sondern auch das Nervensystem, die mentale Gesundheit, Stoffwechselerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Magen-Darm-Trakt sowie das allgemeine Wohlbefinden.
Die höchsten Werte für den „Excess burden“ wurden für Atemwegserkrankungen (28,51), Hypertonie (15,18), Schlafstörungen (14,53), neurologische Erkrankungen (14,32), Schmerzen im Bewegungssystem und Rücken (13,89), Unwohlsein und Abgeschlagenheit (12,64), Störung des Fettstoffwechsels (12,32) und Brustschmerzen (10,08) gefunden. Es folgen weitere 30 Symptome und Krankheitszeichen, die nach der milden COVID-19 häufiger beobachtet wurden als bei anderen Veteranen.
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Bei den Patienten, die wegen COVID-19 hospitalisiert wurden, sind die Auswirkungen noch stärker. Al-Aly vergleicht die Patienten hier mit Veteranen, die in früheren Jahren wegen einer Grippe in der Klinik behandelt wurden. Die COVID-19-Überlebenden wurden häufiger wegen neurologischer Störungen („Excess burden“ 19,78), neurokognitiver Erkrankungen (16,16), psychischer Störungen (7,75), Stoffwechselstörungen (43,53), Herz-Kreislauf-Störungen (17,92), gastrointestinaler Störungen (19,28), Gerinnungsstörungen (14,31), Lungenembolien (18,31) und anderer Störungen einschließlich Unwohlsein, Müdigkeit (36,49) und Anämie (19,08) behandelt. COVID-19 hinterlässt demnach deutlich stärker Spuren in der Gesundheit als eine schwere Influenza.
(Aus https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/12…nkungen-erhoeht )