Beiträge von Kris24

    Im Lehramt besteht ein Mangel, bei dem man es sich nicht mehr leisten kann sich untereinander mit einem Studium von vor 30 Jahren zu rühmen. Dass die, die den klassischen Weg eingeschlagen haben sich angepisst fühlen ist natürlich zu verstehen. Leider bedenken viele dennoch nicht, dass die, die als Quereinsteiger an einer Schule landen schon Jahre in anderen Bereichen gearbeitet haben und nicht mit Lehramtsanwärtern gleichzusetzen sind, die eben frisch von der Uni kommen.

    Ich schreibe jetzt nur aus der Sicht eines allgemein bildenden Gymnasiums.

    Es gibt bei uns am Gymnasium keinen Lehrermangel zum Gegenteil.

    Referendariat ist bei uns absolut notwendig. Quereinsteiger müssen es genauso ableisten und bestehen und sind dann wirklich gleichwertig.

    Ich gebe aber zu, dass mir ein junger Kollege von der Uni im Referendariat lieber ist, als irgendein Quereinsteiger, dessen Unizeit lange her ist, fachlich also nicht mehr auf dem laufenden und ohne Referendariat, Pädagogik und Didaktik auch nicht gelernt hat, aber von sich so überzeugt ist und glaubt, unersetzbar zu sein.

    Es war schon öfter Thema vor Gericht und ich habe mehrfach gelesen, Klagen würden abgewiesen. Selbst die Süddeutsche berichtet darüber.

    "Die Mutter einer Schülerin der sechsten Klasse erstattete Anzeige gegen eine Lehrerin wegen Körperverletzung, weil diese keine generelle Erlaubnis erteilte, während des Unterrichts zur Toilette zu gehen: "Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein, da jeder Schüler, der eine fünfte oder sechste Klasse besucht, in der Lage sein müsse, seinen Harndrang bis zu den Pausenzeiten zu kontrollieren."

    Aus https://share.google/7NUoUFqgGAYkRL9Pp

    Ich las vor einiger Zeit von einem Vorfall, der ebenfalls abgewiesen wurde, dass das individuelle Recht zur Toilette gehen zu können, wann immer man will, abgewogen werden müsse mit dem Recht auf ungestörten Unterricht. Man dürfte aber den Toilettengang nicht über den ganzen Vormittag verbieten und auch nicht bei ärztlich begründeter Blasenschwäche. Es wurde ebenfalls ausdrücklich festgestellt, dass die Pausen ausreichen.

    Und ich habe dies vor vielen Jahren bereits in Schulrecht gelernt.

    Irgendjemand hat auf ein Buch verwiesen, in dem dies ebenfalls festgehalten wurde.

    Ergänzung, ich bin am Handy und konnte die Schriftgröße nicht anpassen.

    Bayrisch kann ich nicht beurteilen, aber schwäbischer Kartoffelsalat wird mit Gemüsebrühe und ohne Mayonaise hergestellt und noch warm serviert. Den muss man an Heiligabend frisch zubereiten.

    Es scheint 2 schwäbische Kartoffelsalate zu geben. Den mit Brühe und ohne Mayo warm liebe ich auch.

    Vor kurzem war ich in einem kleinen schwäbischen Restaurant und habe schwäbischen Kartoffelsalat bestellt. Er schmeckte nur nach Essig, für mich kaum genießbar.

    Als ich meiner Mutter davon erzählte, lachte sie nur zustimmend, sie hat lange in Stuttgart gelebt und kannte ihn auch. J̌etzt frage ich nach und bestelle nicht einfach schwäbischen Kartoffelsalat.

    Vielleicht ist es zu pauschal von mir gewesen zu behaupten, Lehrkräfte hätten generell eine Holschuld. Aber zumindest in der SekI darf man doch noch darauf vertrauen, dass nicht nur mit den extrovertierten Schwaflerinnen Unterricht gemacht wird. Wozu muss sich jemand, der alles weiß, ständig melden?

    In Baden-Württemberg schon (Holschuld). Es gibt aber auch Bundesländer ohne Kopfnoten.

    Zumal man in die Konferenzen seine eigenen Themen einbringen kann. Man muss ja nicht nur sinnlos Zeit absitzen.

    Eben. Unsere Konferenzen werden straff geplant. Informationen gibt es im Vorfeld schriftlich, es wird nur diskutiert und fast alle beteiligen sich je nach Thema und beschlossen.

    Ich hänge viel an den Stunden, weil sich meine Ansicht von deiner nur in diesem Punkt unterscheidet.

    Ich würde mich im Vorfeld überhaupt nicht über Stunden Gedanken machen. Manche gehen schneller, manche dauern. Lasse es auf dich zukommen. Ich habe auch spätestens um 22 Uhr, meistens früher im Referendariat die Vorbereitung beendet und morgens nie etwas vor der Schule getan. Ich benötige mindestens 8 Stunden Schlaf.

    Allerdings saß ich neulich bis 1 Uhr früh an einer Korrektur, kommt selten vor, aber hin und wieder schon.

    Die Grobplanung der Klausuren würde ich vermutlich in die Ferien auslagern, feintunen (d. h. an den Kenntnisstand der Klasse anpassen) kann man sie dann später m. E. schon effizienter.

    An der Uni habe ich bei den Klausurkorrekturen in Physik und in Elektrotechnik eine Aufgabe pro Student in etwa 2 Minuten korrigiert. Das wären bei 5 Aufgaben 10 Minuten Aufwand pro Student. Chemie könnte schwieriger sein, aber 60 Minuten würde ich maximal im Abitur erwarten.

    Korrektur heißt nicht nur Abhaken und Punkte verteilen, sondern auch Fehler mehr oder weniger individuell kommentieren und das kann bei mittelguten Arbeiten dauern.

    Ich weiß nicht, was du für Aufgaben meinst? Es gibt normalerweise nicht nur richtig oder falsch, diese Aufgaben sind schnell korrigiert. Klausuren gibt es bei uns nur in der Kursstufe und alleine für das Lesen benötige ich länger. Die Schüler schreiben im Abitur bis zu 36 Seiten, durchschnittlich 20 Seiten, in einer Klausur also die Hälfte also 8 - 16 Seiten manchmal auch mehr, Schrift oft kaum lesbar

    Die Aufgaben in der Kursstufe sind an Abituraufgaben angelehnt, etwa im halben Umfang. Ich schrieb ja 20 - 60 Minuten pro Schüler.

    Zu Unterricht, zwischen Schule und Uni besteht ein Riesenunterschied. Allein der sinnvolle Methodenwechsel spätestens alle 20 Minuten bei den jüngeren gibt es so kaum an der Uni. Ich kann dir nur dringend empfehlen, ein längeres Praktikum zu machen oder zumindest offen zu sein. Du trittst hier ziemlich forsch auf, dann gibt es auch deutliches Kontra, wenn die Leistungen nicht stimmen. Trotz Lehrermangel werden viele nicht dauerhaft eingestellt.

    Ich hatte mal einen Kollegen direkt von der Uni, fachlich hervorragend, wurde aber von Schülern und Eltern so fertig gemacht, dass er erst zum Wanderpokal fungierte und dann Suizid begann.

    Ich habe (leider) das Gefühl, dass viele Lehrkräfte an weiterführenden Schulen vorwiegend nach Quantität der Beiträge statt nach Qualität benoten, was ich wenig sinnvoll finde (und was gerade für schüchterne und Stille Schüler innen von Nachteil ist).

    In Baden-Württemberg nicht zulässig, dafür gibt es die Mitarbeitsnote und man kann dagegen klagen, wenn jemand es so begründet.

    Ich habe 30 Jahren Berufserfahrung und bei neuen Themen benötige ich auch heute noch für eine Stunde über eine Stunde. Als Anfänger ist je nach Fach und eingeführten Material 2 - 3 Stunden pro Stunde realistisch. Deswegen unterrichten unsere Referendare 11 Stunden, früher sogar nur 8.

    Quantitativ erwarte ich vom Beruf, dass ich am Anfang des Referendariats z. B. innerhalb von 7 Stunden am Tag zusätzlich zum Unterricht (und da kommt noch die Arbeit an Wochenenden hinzu) z. B. 8 Stunden planen kann und nach einigen Jahren Praxis nach dem Ref z. B. innerhalb von 5 Stunden am Tag 28 Stunden planen, Klausuren korrigieren, vielleicht eine AG leiten und eine Klassenleitung übernehmen kann.

    28 Stunden innerhalb von 5 Stunden bedeutet keinerlei Planung. Dann würde ich gleich 0 Stunden planen und unvorbereitet in die Klasse gehen.

    Darf ich fragen, wie viele Stunden du bereits selbstständig unterrichtet hast?

    Aufstellung von Klausuren benötigen viel Zeit, außer du nimmst jedes Jahr dieselbe. Das spart dann Zeit bei der Korrektur, weil die Schüler dann die Lösungen auswendig gelernt haben. Je nach Klausur rechne ich für die Korrektur in Chemie mit 20 - 60 Minuten pro Schüler. Es hat schon seinen Grund, warum wir bei einer Wochenstundenzahl von 41 Stunden nur 25 Deputatstunden unterrichten und wer die Ferien frei haben möchte gut 46 Stunden pro Woche.

    Wenn man doch weiß, dass es zum Nachteil der Beschäftigten fehlerhaft ist, könnte man auch einfach erstmal nach den Daten des Vormonats zahlen und dann rückwirkend korrigieren.


    ...seit August zurück im Landesdienst und noch keine (!) korrekte Bezügemitteilung gehabt🙈 War optimistisch, dass es im Januar mal passen könnte^^

    Das wurde früher auch so gehandhabt.

    Ich hatte einmal erst Anfang Dezember meinen Krankenkassenbeitrag hochgeladen und dann wurde einfach für einen Monat noch der alte verwendet. Vermutlich war LBV zu schnell und hat bereits gelöscht. Man darf ja auch nicht selbst senden, obwohl sie schreiben, sie wüssten nicht, wie lange die Störung dauert.

    Ich vermute über Weihnachten passiert nicht viel und dann ist es auch für den nächsten Monat zu spät.

    Ich habe extra untersagt, dass die Beiträge direkt angerechnet werden. Ich holen die mir über die Steuererklärung zurück.

    Aber interessant was so alles schief gehen kann, wenn Behörden zusammen arbeiten müssen :D

    Ich gebe dem Staat ungern zinslos Kredit und ja, ich dachte schon, wenn das mal klappt. Die Zeiträume waren sehr kurz und wann klappt irgendetwas auf Anhieb. ^^

    An einem Informatikseminar an meiner Uni zum Thema Contest Programming hatte ich richtig Spaß und ich habe allein für diese 5 ECTS schon gerne auch 60 Stunden pro Woche reingesteckt und viele Zusatzaufgaben gemacht. Trotzdem hatte ich dort mit einer 1.7 keine sehr gute Note. An einem anderen Seminar habe ich meinen Vortrag in 4 Stunden zusammengeschrieben und bekam eine 1.0 und keinen einzigen Kritikpunkt. Was habe ich daraus gelernt? Es ist vollkommen egal, wie viel man arbeitet. Es ist wichtig, dass man den Nutzen für Andere maximiert.

    Ja, man soll aus seinen Fehlern lernen. Ja, man muss schon arbeiten. Ja, man benötigt eine positive Einstellung zum Lernen. Ja, man muss bereit sein, lebenslang zu lernen. Ich denke aber, du hättest auch die gleiche Reaktion bekommen, wenn du von Anfang an nur bis 20:00 arbeiten würdest und dich genauso verbessern würdest.

    Sehe ich anders, vermutlich warst du in einem Bereich begabter oder der Beurteiler milder?

    Der Lehrerberuf ist auch großteils nur Handwerk, man sagt 10 % können es ohne Referendariat und weitere Hilfen, 10 % nie, die allermeisten müssen es mehr oder weniger lernen und das braucht Zeit.

    Das Praktikum ging 3 Monate, wenn er nach einiger Zeit immer noch so viel Zeit benötigen würde oder trotz Zeit keine Verbesserung sich einstellt, würde ich auch ein deutliches Gespräch führen. Dies war hier nicht der Fall, zum Gegenteil.

    Es ist auf jeden Fall in den allermeisten Fällen nicht egal, wieviel man vorbereitet. Ich merke dies heute noch trotz viel Erfahrung.

    Ich staunte gerade über dir deutliche Senkung meines Gehalts im Januar und musste dann lesen

    Beim Bundeszentralamt für Steuern gibt es eine technische Störung. Deshalb konnten Daten zu privaten Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen nicht an das LBV übermittelt werden. Ohne diese Daten wird die Lohnsteuer vorübergehend zu hoch berechnet, das Netto fällt niedriger aus.

    Andere Bundesländer sollen auch betroffen sein und sie wissen noch nicht, wann der Fehler behoben werden kann. :angst:

    Schummeln ist, ganz allgemein gesprochen, normalerweise kein Grund zum Nachschreiben, sondern ein Grund für eine ungenügende Bewertung des betroffenen Teiles der Arbeit oder der Arbeit insgesamt, je nach schwere.

    Leider lässt sich schummeln hier wohl nicht nachweisen.

    Ich hatte einmal 2 fast identische Arbeiten inkl. gleicher Rechtschreibfehler, ich habe damals argumentiert, dass ich die Leistungen der beiden nicht einschätzen könne und sie daher noch einmal schreiben müssten.

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