Um mal auf den Ausgangsartikel zurück zu kommen. Ich finde es schade, dass das Thema zumindest in der Presse auf Fortbildungen reduziert wird und mit kranken Kollegen vermengt wird.
Ich würde mir schon Gratifikationssysteme wünschen, auf die man als SL zurückgreifen kann.
Konkrete Ideen:
- Gehaltsbonus für 1 Jahr
- Verkürzung Erfahrungsstufenlaufzeit
- freier Tag
- Reduktion der Unterrichtsverpflichtung für 1 Jahr (nicht aufgabengebunden)
- Ggf. ein Sachleistungsprogramm. Mir ist gerade der Name entfallen.... worüber auch die Firmen steuerbegünstigt Leasingmöglichkeiten Rad/Auto, Fitnessclub etc. anbieten
Umgekehrt wünsche ich mir durchaus auch eine negative Sanktionsmöglichkeit:
- Gehaltsabzug bei dritter Abmahnung (muss nicht gleicher Grund sein)
- Verlängerte Erfahrungsstufenlaufzeit
- Zwangsfortbildung in elementaren Lehrerfertigkeiten
Warum beides? Damit sich das Gratifikationssystem nicht langsam zum Standard für normale Arbeit hochschleicht.
So etwas ähnliches gab es mal in Baden-Württemberg, nannte sich irgendwie Leistungszulage und war eine verkürzte Erfahrungsstufenzeit. Problem, sie war zahlenmäßig gedeckelt, bei uns einer pro Jahr, und daher für alle, die sie nicht erhielten demotivierend.
Konkret für mich, meine befreundete Kollegin erhielt sie im Jahr vor mir, weil der SL auch noch darauf achtete, wer am meisten davon profitiert, eine andere zwei Jahre zuvor. Beide waren vor der nächsten Gehaltsstufe weiter entfernt als ich. Dies wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, ich sah nur, dass andere sie erhalten und ich nicht, obwohl ich sehr viel getan habe. Ich bekam eine Schachtel Pralinen. Als ich die Leistungszulage dann erhielt war ich schon frustriert und hatte mich an eine andere Schule erfolgreich beworben.
Dies ging vielen so und wurde aus diesem Grund abgeschafft. Wenn es so etwas gibt, dürfte es nicht so streng begrenzt sein, aber wenn sie jeder erhält, ist es auch nichts wert.