Beiträge von Kris24

    ich denke, jeder findet die aktuelle Zeit beschissen, aber was ist die Alternative?

    Gar keine Maßnahmen oder andere (und wenn man nachfragt, habe ich noch nie sinnvolles gehört) wie gerade vorgeschlagen? Das kommt nur von Leuten, die sich nicht vorstellen können, dass auch unser Gesundheitssystem kurz vor dem überlaufen ist (übrigens jeder 3. bis 4. stirbt, wenn er wegen Covid-19 ins Krankenhaus muss, jüngere oft nach Monaten, bei älteren geht es schneller, aber bis dahin "blockieren" sie das Bett auch für das 20-jährige Unfallopfer oder den 50-jährigen Herzinfarkt). Und bei uns wird ausdrücklich nicht nach Alter oder Behinderung (viele Behinderte haben diese Sorge geäußert) entschieden, sondern nur wer die besten Chancen hat. Wenn jetzt das Virus noch ansteckender wird, werden wir uns noch mehr einschränken müssen (und wenn es nicht diese Mutation ist, dann vielleicht die nächste? Je mehr infiziert sind, umso mehr Möglichkeiten für Mutationen gibt es. Auch deshalb ist es wichtig, dass weltweit geimpft wird und nicht nur bei uns.)

    Ich persönlich versuche (klappt auch nicht immer), Dinge, die ich nicht ändern kann, zu akzeptieren und das beste heraus zu holen. Ich persönlich habe im Frühjahr Ruhe gefunden. Vorher musste ich ständig unter Leute und fühlte mich gestresst.

    Bescheiden ist die Zeit vor allem für Kinder und Jugendliche, die auch vorher kaum Chancen hatten, weil das Geld nicht reicht, weil sie Gewalt in ihrer Familie erleben müssen. Da sind wir gefragt (und wenn da wirklich alle handeln würden und nicht nur reden, dann ... Aber ich erlebe in meiner Umgebung momentan, dass genau die am meisten reden und schimpfen, die vorher nichts getan haben, jetzt nichts tun und nach Corona vermutlich auch nichts tun werden).

    Ich bin schon etwas älter als ihr, sowohl meine Eltern als auch meine Großeltern hatten durch Kriege und Flucht keine schöne Kindheit und Jugend. Die Gewalt, aber auch Armut, die sie als Kinder erleben mussten, haben sie bis heute (bzw. zu ihrem Tod) geprägt. Sie sprachen selten und nur auf Nachfrage meinerseits (und ich habe oft gefragt, weil es mich bereits als Kind interessiert hat. Das meiste habe ich erst als Erwachsene erfahren, sie wollten uns schützen, selbst nicht daran denken. ) Da geht es uns gut, das mache ich mir klar, wenn ich über die aktuelle Lage schimpfe. Aber auch deshalb möchte ich nicht, dass unsere Alten für die Jugend geopfert wird (wie man in gewissen Kreisen hört). Ich gehöre zur ersten Generation, bei der es aufwärts ging (als ich geboren wurde, gab es noch Barackenunterkünfte von Flüchtlingen des 2. Weltkrieges). Wir (meine und die nachfolgende Generation) hatten bisher verdammt viel Glück und wie es für unsere Jugendliche in 30 oder 50 Jahren aussieht? Aber Millionen oder gar Milliarden Klimaflüchtlinge (Schätzungen für Ende dieses Jahrhunderts), wen interessiert es heute, wer ist bereit, heute darauf zu verzichten?

    OT, aber warum gehst du nicht zu schweizer Ärzten?

    Weil es kaum welche gibt (gut, ich übertreibe etwas), aber die Schweizer bilden zu wenig aus, zahlen aber aus deutscher Sicht gut. Auch meine Schwester war viele Jahre Grenzgängerin und hat als Krankenschwester in einem Schweizer Kantonsspital gearbeitet. Viele meiner ehemaligen Klassenkameraden haben Medizin studiert und arbeiten zu mehr als die Hälfte in der Schweiz oder in den neuen Bundesländern (das zog Mitte der 90er Jahre auch an, wenn man Karriere machen wollte und keine elterlich Praxis übernehmen konnte). Mein Stiefvater ist Schweizer und war noch viele Jahre in der Schweiz krankenversichert, musste sich bei Nichtnotfällen in seinem alten Kanton behandeln lassen (und die Ärzte waren fast alle Deutsche).

    Was meinst du, wo unsere vielen Medizinstudenten bleiben? Ja, es ist ein Problem (aber der einzelne wird es nicht ändern). Jeder nutzt die Chance, die sich ihm bietet.

    Das ist bei uns tatsächlich anders. Bei meiner Grippeimpfung trug der Hausarzt sogar FFP3. Und gerade auf der Notaufnahme wie im Rettungsdienst (Erstkontakt) halte ich es für notwendig.

    (Ich habe neulich gelesen, dass aus diesem Grunde medizinisches Personal sich eher in der Freizeit ansteckt, weil es eben im Dienst gut geschützt wird (es gibt aber Ausnahmen, denen nachgegangen wird, in der Nähe ist ein kleines Krankenhaus nach Ausbruch inzwischen "abgeriegelt", niemand darf rein oder raus. Sie hatten sich wohl zu sehr auf Schnelltests verlassen). Das war im Frühjahr anders. Deshalb steigen die Zahlen bei RKI aktuell für Lehrer/ Erzieher schneller als beim medizinischen Personal.)

    Doch, das verbot mir meine Schulleitung. Und irgendwann ist eine Grenze erreicht. Ich werde auch nicht mit Ganzkörperkondom, Gummihandschuhen, FFP2 plus Visier arbeiten, wenn Ebola hier ausbricht. Ich bin aus Gründen nicht Krankenschwester geworden.

    Dass es nicht günstig ist, jetzt Kollegenfeiern abzuhalten ist mir auch klar. Diese Nachrichten nerven mich aber, wen interessiert Dr. Sommer aus Castrop-Rauxel und sein Sektempfangsteam, das sind doch BILD-Informationen, die m.M.n. zu gar nichts außer hühnerartigem Boakbokbok! beitragen.

    Diese Nachrichten nerven mich auch, es ermuntert vermutlich manche.

    Aber was ist die Alternative? Bei uns ist seit Oktober MNS durchgehend vorgeschrieben, ab Januar möchte die SL FFP2 (wir haben jetzt welche bekommen und bei uns war es bisher so, dass wer durchgehend FFP2 trug, nicht in Quaratäne musste).

    Mir wäre manchmal Fernunterricht lieber (vor allem nach chaotischen Wochen, deshalb rege ich mich über "Nichtmaskenträger" auf, ich denke, wir hätten uns die hohen Zahlen inkl. Probleme sparen können), aber wenn Präsenzunterricht gewünscht wird? Ich bin gerne Lehrerin, möchte nicht kündigen, möchte aber noch lange gesund leben. Also Maske (und ich habe als Nichtbrillenträger auch schon Visier getragen, bringt wohl nicht viel und deshalb lasse ich es).

    Vieles hat sich in den letzten 25 Jahren geändert (meine 1. Arbeit war noch mit Schreibmaschine im Lehrerzimmer getippt), es war ein blödes Jahr, ich überlege mir, was wichtig ist und entscheide für heute. Wer weiß, was die Zukunft bringt? (Hoffentlich nicht so schnell eine neue Pandemie.)

    Das tut mir dann aber ehrlich leid.


    Tja. Ist in der Schweiz nicht vorgesehen. Und selbst wenn ... Gegen ein direktes Anspucken ist vermutlich auch die FFP2-Maske machtlos. Solche Situationen haben wir an der Schule einfach nicht. Letzte Woche hatte ich tatsächlich mal direkten Körperkontakt mit einer Schülerin die infolge einer Migräneattacke nicht mehr geradeaus laufen konnte. Aber selbst das halte ich für vollkommen unproblematisch im Vergleich zu dem, wie die Leute im Gesundheitswesen zwangsläufig arbeiten müssen.

    Ja, FFP2 filtert 94% unter idealen Bedingungen. Man kann sich trotzdem anstecken, sie tragen bei Covid-19-Patienten zusätzliche Schutzkleidung. Er war auch schon in Quaratäne, weil sie die Information zu spät erhalten haben (und nur FFP2 bei engen Kontakt vom Gesundheitsamt als nicht ausreichend eingestuft wurde).

    Ich habe mich nur gewundert, dass es bei euch nicht so ist. Auch meine Schwester (Krankenschwester in Frühreha) trägt seit April immer FFP2. Darauf besteht der Arbeitgeber.

    Ich habe schon häufiger mal erwähnt, dass eine Bekannte von uns auf der Intensivstation am UKBB arbeitet, ne? Wenn die in den Notfall gehen, tragen sie gar keine FFP2-Masken, schon gar keine Vollmontur, sondern einfache OP-Masken. Letztens hatten sie mal jemanden mit einer Alkoholvergiftung, der ihnen einfach mal fix vor die Füsse gekotzt hat. Blöderweise war die Person Corona-positiv. Dann weisst Du auch, wie im Spital Infektionen entstehen. Von meinen Schülern hat mir bis anhin zum Glück noch keiner vor die Füsse gekotzt.

    Mein Bruder ist ehrenamtlicher Rettungssanitäter und sie tragen seit Sommer immer FFP2.

    Dass sich alle an die Regeln halten und keiner ein Schlupfloch finden wird, gerade bei jungen Leuten, das hat denke ich auch keiner erwartet. Ich erzählte heute einer Kollegin noch, dass ich neue Rekorde um die Weihnachtszeit herum erwarte - zumindest für meinen LK, sicher auch für ganz Deutschland.

    Eben. Und jetzt ist der beste Zeitpunkt, sich zu infizieren, um es an Weihnachten noch selbst symptomlos weiter zu geben und die dann infizierten an Sylvester. Und Mitte Januar wundert sich der "der deutsche Michel" und schimpft auf die Politiker, weil sie keine strengen Regeln erlassen haben.


    Übrigens

    Die meisten Jugendlichen haben es verstanden. Nicht verstehen Wollende gibt es in allen Altersgruppen.

    Okay, guter Punkt. Und ich möchte trotzdem mit Kollegen reden dürfen, natürlich mit Abstand aber der Austausch muss gegeben sein. Oder wir gehen halt ins Homeoffice.

    Natürlich ist Homeoffice besser, geht nur schlecht in Arztpraxen (in Kitasund vielleicht auch nicht in Schulen). Aber jeder überflüssige Kontakt sollte bis zur erfolgreichen Impfung vermieden werden. (Soweit ich weiß, sind die meisten (alle?) nur kurze Zeit hochinfektiös und wenn es gerade die Zeit der Arztparty oder des Gesprächs mit Kollegen ist, dann ist es dumm.)

    (Ìch wüsste zu gerne, ob meine Schule ausreichend für Fernunterricht vorbereitet ist. Genau deshalb hätte ich es gerne letzte Woche unter echten Bedingungen probiert, dann hätte man in den Weihnachtsferien nachjustieren können. Aber Eisenmann will Präsenzunterricht oder Ferien. Bei meiner Kursstufe sieht es gut aus.)

    bei Mutationen spielt Zufall eine Rolle (Sinn nur auf lange Sicht), das Virus entscheidet nicht bewusst. Diese Mutation wurde Ende September entdeckt und hat sich in einigen Regionen extrem verbreitet. Es ist tatsächlich glaubwürdig (lt. Wissenschaftler), dass es ansteckender sei, wieviel genau, wird diskutiert.

    Und ansteckender muss nicht immer bedeuten, dass es ungefährlicher wird, es kann genauso gut in die andere Richtung gehen. Es müssen nur genug Ansteckungen (ich formuliere mal dramatisch vor dem Tod des Wirts) stattfinden. Es wird z. B. bei dieser Mutation diskutiert, dass statt 2 Tage bereits 4 Tage vor Symptome eine nennenswerte Anzahl von Infektionen stattfindet. Ob der Wirt überlebt ist erst einmal unwichtig für das Virus (ob tot oder immun ist heute aus Virussicht noch egal und das Virus plant ja nicht auf lange Sicht, wichtig ist, wie gut eine Variante sich verbreitet (und "lange" Zeit ohne Symptome ist ein Vorteil aus "Virussicht")

    Dieses Virus soll aber bzgl. Krankheitsverlauf für den einzelnen keinen Unterschied machen für die Gesellschaft schon (evtl. zusätzliche Kontaktbeschränkungen, falls sich die erste Annahme bestätigt. )

    "Von der Polizei heißt es weiter, der 35-jährige Arzt habe gesagt, dass es der letzte Arbeitstag gewesen sei und "er seine Angestellten nach einem schweren Jahr mit einer kleinen Feier habe belohnen wollen"."

    Da sieht man mal wieder die Blödsinnigkeit der Maßnahmen. Aufeinanderhocken und arbeiten geht, aufeinanderhocken und Kaffee trinken geht auch, aber wehe es ist statt dem Kaffee ein Gläschen Wein. Da weiß das Virus dann Bescheid und die Welt geht unter.

    "Aufeinanderhocken" ist wohl gemäß Abstandsregel momentan nicht angesagt; gerade bei der Arbeit nicht (und erst recht nicht beim "Kaffeesieren" mit Kolleg*innen), oder habe ich was verpasst? Und gerade in einer Arztpraxis gilt doch wohl, dass jede/r einen MNS trägt, gell?!

    Und der Unterschied notwendige Arbeit (ein Arzt kann kaum in Homeoffice) und Spaß (da lässt sich Kontakt reduzieren) und vor allem Maske bei der Arbeit und viel Alkohol (im Artikel stand betrunken, geht kaum mit Maske) sollte man nach 9 Monaten Pandemie schon kennen. (Wenn schon ein Arzt wie auch ein paar Kollegen nicht die Notlage sieht, wundert mich nichts).

    Und wer so nachlässig ist (bzw. nichts versteht) , wird an Weihnachten auch kaum besondere Vorsicht walten lassen. Es ist halt viel leichter, auf Politiker zu schimpfen.

    https://www.n-tv.de/wissen/Experte…le22248023.html

    Ich bin mir auch gar nicht sicher, wo Herr Johnson die "70% höhere Ansteckungsgefahr" her nimmt, von wissenschaftlich qualifizierter Seite habe ich solche Angaben bisher noch nicht gelesen und er ist für mich persönlich nicht unbedingt die glaubwürdigste Quelle.

    Aber grundsätzlich habe wir das Thema ja schon mal diskutiert: der "normale" Weg bei Virusmutationen ist langfristig meist hin zu höherer Infektiösität und geringerer Letharlität. Die Frage ist eher, über welchen Zeitraum.

    Steht im verlinkten Zeitartikel (Südengland hat 70 % Steigerungsrate, also nicht gerade wissenschaftlich ;)). Es könnte auch einfach mehrere Superspreaderereignisse gegeben haben.

    Im Zeitartikel werden die Veränderungen genannt (größere Ansteckung ist möglich, aber 70 % spekulativ).

    Ich verlinke noch einmal

    https://www.zeit.de/wissen/gesundh…nien-ansteckung

    ich persönlich lerne gerade Moodle schätzen (verwende es seit Anfang des Schuljahres, sodass bisher trotz Konferenzen etc. noch kein Unterricht ausgefallen ist. Auch BBB läuft bei uns zumindest außerhalb des Schulgebäudes (da fehlen aktuell noch die Glasfaserkabel).

    Ich fand gerade einen interessanten Vergleich von mebis mit Teams, den ich hier verlinke

    https://tobias-schreiner.net/2020/12/18/meb…kein-vergleich/

    Vieles war mir nicht klar (und gehört vermutlich nicht in die Grundschule, aber an mein Gymnasium. Ich möchte auf Dauer Kurse zu verschiedenen Themen einrichten, bin bereits dabei.)

    Tom, in dem von mir verlinkten Tagesschauartikel, auf den seltsamerweise keiner von euch eingegangen isr, wurde im November das auch geschrieben (aber auch deutlich, dass dies gegen die europäischen Absprachen geschah und vielleicht deshalb verschwiegen wird).

    Wenn Deutschland wirklich erst jetzt gekauft hat, drängeln sie sich vor oder es wurde doch früher heimlich gekauft (und jetzt veröffentlicht) oder wir müssen mit der Hauptlieferung warten oder ein neues Werk produziert nur für uns). Ich kann mir alles vorstellen.

    (Ich möchte einfach nicht mehr warten, ich war Anfang des Jahres mit Covid-19-Symptomen krank, Tests gab es noch keine, hatte zwei Nächte starke Atemnot, in der einen Nacht so schlimm, dass ich Todesangst hatte, ich war alleine, ich wollte, konnte aber keine Hilfe mehr holen, ich konnte einen Monat lang täglich stundenlang ohne Pause husten, so stark, dass alles weh tat, so stark, dass mir wildfremde Leute Hustenbonbons und Ratschläge anboten, war über 3 Monate (bis Ostern) sehr müde. Ich möchte das nicht mehr erleben, es hat mich verändert. Bei der Schweinegrippe sah ich es auch sehr locker, vielleicht so wie ihr jetzt? Das sage ich zu mir immer, wenn ich manche Worte hier lese. Jetzt habe ich seit 2 Tagen wieder dieselben leichten Symptome wie vor einem Jahr, es begann auch damals ganz harmlos , weiß seit gestern von einem positiven Fall, ich denke zwar, dass es nur eine Erkältung ist, allerdings war niemand in meiner Umgebung erkältet.)

Werbung