Beiträge von Kris24

    Denn beim Niesen? Dass man es beim Husten wünscht, kenne ich (geboren am Ende des 3. Viertels) gar nicht.

    Ich hatte es bereits vor deiner Bemerkung geändert, weil es eher nur beim niesen gesagt wird.

    Hier wird tatsächlich oft nicht unterschieden. Viele wünschen immer Gesundheit, auch beim Husten, manche je nach Situation, manche nur beim niesen, manche nie.

    Ich habe vor einiger Zeit über den Ursprung gelesen. Gesundheit wünschte man nicht dem anderen, sondern galt als Abwehr, damit man selbst gesund blieb und das ist nie höflich. Knigge selbst ist hier nicht eindeutig (es gibt ja kein "festes Kniggewerk").

    Hach, wie schön, dass ich heute so viel Verwirrung bei euch hervorrufe! ;)

    Dass das "Ihrzen" nicht als Scherz gemeint ist, habe ich nun mitbekommen state_of_Trance. Ich kannte es aber tatsächlich nicht und finde diesen Ausdruck weiterhin ulkig.

    Mag ja sein, dass es bei euch in Süddeutschland EDIT (auf speziellen Wunsch von Chili) im südlicheren Teil Deutschlands verbreitet ist, hier aber nicht. Meine Aussage zum Duzen auf dem Land, wie ich es aus meiner Kindheit auf dem platten norddeutschen Land kenne, finde ich übrigens in dem interessanten Artikel Höflichkeitsform – Wikipedia bestätigt: "Bis im dritten Viertel des 20. Jahrhunderts war Duzen außer auf dem Land, wo es meist weit verbreitet war, in städtischen Gebieten vor allem in der engeren Verwandtschaft, unter engeren Freunden sowie unter gleichrangigen Arbeitern verbreitet".

    Ich habe gestern überlegt, ob ich das schreibe und wenn ja wie ohne überheblich zu wirken, aber ich nehme jetzt Wikipedia als Aufhänger.

    In meiner Kindheit (3. Viertel des 20. Jahrhunderts) wurde es so beschrieben. Nur Menschen vom Dorf duzten in der Stadt jeden und auch nur, wenn sie es nicht blickten, also sogenannte Dorftrottel. Sonst blieb es bei engeren Freunden, engeren Verwandten und gleichrangigen Arbeitern wie in Wikipedia beschrieben. Wenn ich als Kind gefragt habe, warum duzt er uns, erhielt ich zu Antwort, weißt du, der kommt vom Land, da kennt jeder jeden und er hat nie gelernt, dass man nicht jeden siezt.

    Heute ist es deutlich weniger streng, in Grundzügen aber noch vorhanden. Es sind Gepflogenheiten (Benimmregeln, ich denke gerade an Knigge), manches verändert sich (langsam), manches wird bewusst verstoßen, es geht nicht nur um das Du. Ich sage inzwischen z. B. auch nicht mehr Gesundheit, wenn jemand niest.

    Das sind keine Ausnahmen. Menschen sind unterschiedlich, das war schon immer so.

    Ja, sie sind verschieden und dennoch kann man erkennen woher jemand stammt. Gerade die Intimzone ist ein gutes Beispiel, bei uns Austauschschülern gab es ein überraschtes stimmt. (Ob es dann 70 oder 90 cm sind, ist egal, es sind hier deutlich mehr als in Südamerika. Klar, man damit spielen, wenn ich merke, ich gehe rückwärts im Gespräch und stehe fast an der Wand, spiele ich Südamerikanerin und der US-Amerikaner geht rückwärts. Aber es ist auch gut zu wissen, dass beide nicht in ihrer Komfortzone sich befinden und wenn mir das Gespräch wichtig ist, verzichte ich bewusst auf meine.)

    Maylin85 hat es auch bestätigt.

    Gerade wenn man andere Kulturen gut kennenlernt, sieht man diese Gemeinsamkeiten.

    Der "richtige" Abstand ist offensichtlich individuell. Sonst wären die älteren Kolleginnen nicht so aufdringlich, während andere Kollegen eher weiter weg stehen. Von Statistik auf Individuen zu schließen, ist ein beliebter Fehler.

    Vielleicht haben sie auch andere Gedanken? :teufel:

    Aber es gibt immer Ausnahmen.


    Ergänzend, wenn ich den anderen nicht kenne, muss ich ihn irgendwie einschätzen und dann gehe ich nicht von Ausnahmen aus. Ich kenne dies von älteren Kolleginnen nicht.

    Dass 60cm Abstand im Gespräch nicht eingehalten werden, passiert ständig. Wir haben ältere Kolleginnen, die ständig anfassen und zu nah auf die Pelle rücken. Das ist eben individuelle, was Menschen als zu nah empfinden. Dass es da eine "feste" Regel gibt, war mir nicht bewusst.

    Ich habe bei meinem Schüleraustausch in den USA folgendes gelernt. In Deutschland ist knapp 1 Meter üblich (außer man ist sehr vertraut), in Südamerika 30 cm. In den USA sind es 60 cm. Wenn jetzt Personen aus verschiedenen Kulturen länger miteinander reden, lässt sich ein "Tanz" durch den Raum bewundern, weil jeder unterbewusst seinen idealen Komfortabstand wieder herstellen will.

    Ich achte seit 40 Jahren immer wieder darauf und habe es tatsächlich oft festgestellt.

    Mitteleuropäer bewegen sich im Gespräch rückwärts, um den Abstand wiederherzustellen und werden von Amerikanern verfolgt. Individuell ist es nur begrenzt, wenn man Bescheid weiß, empfindet man es als weniger übergriffig bzw. distanziert.

    Aber wo ist dann der Zusammenhang? Jemand der siezt ist dadurch nicht höflicher oder unhöflicher als jemand, der duzt.

    Wenn er es hier ungefragt tut, schon. Man tut es hier nicht, außer man will sich anbiedern oder glaubt, dass dies cool sei. Mag sein, dass es bei euch anders ist, mich stößt es ab (und die meisten in meiner Umgebung urteilen noch strenger).

    Also ein dickes Dünnele? :idee:

    Kommt sehr aufs Fitnessstudio an und deren Klientel bzw. die Erwartungshaltung/ Sozialisation/ Erziehung eben dieser würde ich sagen. In das Fitnessstudio, das ich nutze gehen vor allem Menschen zwischen 50 und 90 (da senke ich glatt den Altersdurchschnitt), die anders erzogen wurden, auch anderes erwarten und somit auch anderes bekommen. Dort wird jede:r gesiezt aus Höflichkeit und zwar unabhängig davon in welchem Studio der Kette ich mich befinde.

    Ist bei mir auch so. Es gehen allerdings auch jüngere hin. Da es aber nicht das billigste Studio hier ist, fehlen die ganz Jungen, die eher auf den Preis als auf Gesundheit achten.

    Und für 20jährige bin ich alt, egal ob sie mich siezen oder duzen. Ich fühle mich wohl, muss nicht mit zwanzig jährigen mich vergleichen. (Was die über mich denken, falls überhaupt, ist mir wirklich egal.)

    Und ich weiß nicht, an welchen konfessionellen Schulen muslimische Schüler zugelassen sein sollen. Bei uns ist es jedenfalls nicht der Fall und ich habe das ehrlich gesagt auch noch nie gehört. Alle Kinder müssen getauft sein, um sich einschreiben zu können (ob man gläubig ist, ist natürlich eine andere Frage). Finde ich das gut? Nein, sicher nicht. Aber es ist eben so.

    Muss ich direkt widersprechen, ich kenne keine konfessionelle Schule, die es verlangt. "Strenggläubige" Bekenntnisschulen können es gar nicht verlangen, weil es nur Taufe von Erwachsenen gibt. Auch in meiner Landeskirche taufen gerade die praktizierenden Christen keine kleinen Kinder, es gehört die eigene Entscheidung dazu. Übrig bleiben nur die, die es aus Tradition tun.

    Ich kenne übrigens mehrere Muslime, die z. B. eine katholische Schule geführt von Nonnen besucht haben, einfach weil sie die einzige Realschule am Ort mit gutem Ruf war. Verlangt wurde nur der Besuch des Religionsunterricht. (Es gab halt keine Wahl Ethik oder ...)

    Es gibt den Spruch, es gibt zwei Arten von Beamte, die einen wohnen in Freiburg (oder pendeln mehr als 50 km dorthin, im Winter im Schwarzwald ohne Autobahn nicht immer einfach), die anderen wollen dahin. Auch Karlsruhe hat eine Uni, mir ist auch keine unbeliebte Region dazwischen bekannt. Von der Ostalb pendeln ist zu weit (und inzwischen auch gefüllt).

    Denn es kommt hinzu, dass in den nächsten 6 (?) Jahren kaum Gymnasiallehrer benötigt werden, weil dank G9 jedes Jahr weniger Stunden an Gymnasien unterrichtet werden. Dieses Jahr erhielten gut 300 eine Stelle bei über 1500 Bewerbern (und die meisten an einer Gemeinschaftsschule und fast alle in unbeliebten Regionen).

    Aber ich sage immer, irgendjemand gewinnt auch im Lotto. Vielleicht hast du Glück?

    Wer bei uns an der Schule arbeitet, wird geduzt, auch pädagogische Mitarbeiter:innen oder Vertretungen, die auch Studierende sein können.
    Schüler:innen, die Praktikum machen, Siezen die Kolleginnen, ich möchte auch, dass sie vor den Kindern als Herr X und Frau Y auftreten, aber das gelingt nicht immer.

    Deine Schule ist kleiner, innerhalb der Fachschaft duzt man sich sofort (auch Referendare).

    und das ist auch gut so

    Deine Meinung nicht Fakt. Ich sehe es anders (und möchte, dass meine Gefühle auch ernst genommen werden). Man kann verschiedener Meinung sein, aber allgemein behaupten, das ist gut so, bedeutet, den anderen mit seinen Wahrnehmung nicht ernst zu nehmen. Ich wende mich ab. Meistens leise, ein Geschäft oder Restaurant suche ich kein 2. Mal auf. Es passiert hier allerdings sehr selten. Mir fällt eine Verkäuferin eines Billigladens vor ca. 2 Jahren ein. In jedem Restaurant und gutem Geschäft werde ich gesiezt. Es spricht hier eher für schlechte Kinderstube oder Anbiederung.

    Noch einmal, ich kenne das Kinder geduzt werden und ab ca. 16 gesietzt. Selbstverständlich siezen mich auch Eltern von meinen Kinderfreundschaften, nachdem sie mich als Kind geduzt haben. Ich wurde von meinen Lehrern ab der 11. Klasse gesiezt (und handhabe es genauso, der Ton ist ein anderer). Und auch meine Schwager fanden es nicht schlimm, zum Gegenteil. So ist zwangloses Kennenlernen ohne Verpflichtung möglich. Manchmal wünsche ich mir eine gewisse Distanz.

    Ja, Sprache verändert sich. Alles wird vereinfacht, Nuancen gehen verloren. Manchen reichen 500 Worte. Ich muss bei Textaufgaben immer mehr Begriffe erklären.

    Ich mag das Duzen zwar auch und von mir aus könnte es sich hier gerne noch weiter verbreiten, aber alltäglich ist es hier in der Gegend noch nicht. In Geschäften, Arztpraxen usw. wurde ich noch nie geduzt; allerhöchstens - aber auch ganz selten - mal in Restaurants (aber keinen höherpreisigen, sondern "legeren" mit zumeist jüngeren Gästen). Und mit meiner langjährigen Friseurin duze ich mich schon seit Jahren ;) .

    Ich mag duzen bei Fremden nicht. Kinder werden gedutzt, in einer Kneipe akzeptiere ich es, bei einer langjährigen Friseurin auch. Und ich bin nicht allein, ich sehe dies im Kollegium. Praktikanten erhalten selten das Angebot, Referendare oft erst nach einiger Zeit.

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