Beiträge von Zauberwald

    Ich habe über den MedAT, also den Medizinertest an den staatlichen Universitäten in Österreich, einen Studienplatz für Medizin in Graz bekommen und bin unentschlossen, ob ich jetzt mit Medizin in Graz beginne. I

    Warum hast du dich denn überhaupt für Medizin beworben? Du musst ja irgendeine Motivation haben. Die ist erst einmal das Wichtigste.

    2 Freundinnen von mir mit Einserabi waren da sehr schnell raus, als es im 2. Semester mit Leichensezieren losging. Meine Schwester ist Ärztin und ich kann nur sagen, dass es ein harter Job ist. Heutzutage auf alle Fälle keine Garantie mehr, mal reich zu werden. Bist du im Krankenhaus, gibt es 36Stunden Schichten (ich meine sogar, das Jahr im AiP verdient man genau gar nichts, aber ist schon eine Weile her), hast du eine eigene Praxis, brauchst du Privatpatienten und musst schuften, damit es sich rechnet, denn es gibt eine Menge monatliche Ausgaben. Viel Privatleben ist nicht, also bei ihr zumindest.

    So. ich habe noch ein paar konkrete Fragen:

    • Welche technische Ausstattung brauche ich minimum?
    • Was brauchen die Schüler?
    • Wann findet euer Unterricht statt? Zu den normalen Unterrichtszeiten? Haltet ihr euch an die Anzahl der Wochenstunden?
    • Wie ist es mit der Anwesenheitspflicht?
    • Was macht ihr mit den Schülern, die ihr nicht erreicht, bekommen die Material auf anderen Wegen?
    • Was macht ihr mit den Kindern, die in der Notbetreuung sind? Ich habe Schüler, die sind täglich bis 17 Uhr in der Betreuung, teilweise auch in den Ferien, sie brauchen ja dann jemand der ihnen hilft, bzw, die technischen Möglichkeiten. Funktioniert das reibungslos?
    • Wo finde ich Hilfe? Gab es Fortbildungen? Wo gibt es die?
    • Wie ist es mit dem Datenschutz? Muss man irgendetwas unterschreiben lassen?

    Die Ausreden, in der Corona-Krise einfach abzutauchen, sich einen schönen Lenz zu machen und die Schüler alleine zu lassen, werden immer kreativer...

    Wieder mal so ein Jammer-Thread einer sehr privilegierten Gruppe. Offenbar bin ich noch nicht Lehrer genug.

    Geht's noch? Ich arbeite mindestens genauso viel wie vor Corona. Ich habe jeden Tag Telefonsprechzeiten mit Kindern und Eltern, bin an mehreren Tagen von 7.30 - 13.00 Uhr in der Notbetreuung, erstelle differenzierte durchdachte Lernpakete, die ich stundenlang zusammenstelle, ausdrucke und für jeden kopiere, habe Lernpläne geschrieben für jeden Tag mit Arbeitsanweisungen und Erklärungen, korrigiere das alles, treffe mich mit Kollegen und SL.

    Lehrer gelten in der Coronakrise mal wieder als die faulen und undankbaren Säcke. Wir hatten weder Osterferien und nur die Hälfte der Pfingstferien, weil wir 3 Notgruppen betreuen, uns mit Kollegen treffen, Lernpakete schnüren, korrigieren, Berichtszeugnisse schreiben, Lernvideos drehen und gerade auch andere Dinge im Eigenstudium lernen. Zum Glück sind meine eigenen Kinder groß. Die Eltern denken, wir hätten frei. Kollegen appelieren an Demut.

    Ich möchte nicht von Eltern kritisiert werden, weil ich jetzt keinen online-Unterricht mache. Mir fehlen die Voraussetzungen. Ich habe weder die Ausstattung, noch das Know-how. Wie soll ich das auf einmal können? Zumal es alle anderen auch nicht tun.

    Bei einer Freundin von mir hat der Arbeitgeber (großer Energiekonzern) ihr eine zweite Internetleitung in die Bude legen lassen (inkl. Elektriker, Verdrahtung in der Wohnung, etc.), das sie Rechner und Software gestellt bekommt ist auch gar keine Frage, sondern aus Sicherheitsgründen dort ein muss, sie darf gar keine privaten Geräte für dienstliche Kommunikation benutzen (Abhörsicherheit, Nachverfolgbarkeit, etc.). So ein Vorgehen könnte sich kein privater Arbeitgeber leisten.

    Ja, kenne ich bei Freunden auch so.

    Wer so denkt konnte nur Lehrer werden...

    Ja, gell. Lehrer sind ja auch die einzigen Arbeitnehmer, die für die Arbeit ihre privaten Rechner nutzen müssen. Alle anderen Arbeitnehmer sitzen im Büro und bekommen da Hard - und Software zur Verfügung gestellt, bzw, richtet der Arbeitgeber eine geschützte Homeofficeausstattung ein. Zumindest ist das bei den Leuten, die ich kenne, die im Homeoffice sitzen so. Nur wir Lehrer bewegen uns auf unseren eigenen Rechnern in der Grauzone der Legalität und nehmen klaglos ohne zu jammern auf eigene Kosten und Risiken neue Dinge hin.

    Wenn sich meine Arbeitsweise ändert, soll mir auch die Ausrüstung dafür zur Verfügung stehen, wenigstens in der Schule.

    Diese Gebauer hat ja auch nicht mehr alle Latten am Zaun. Wenn sie die Schüler auf mehr Flächen verteilt, braucht sie auch mehr Lehrer. Wer soll denn die an den ganzen verschiedenen Orten beaufsichtigen? Und Fortbildungen in den Sommerferien? Hier hatten wir keine Osterferien und nur die Hälfte der Pfingstferien, in denen ich sowieso Zeugnisse schreiben muss - hoffentlich guckt sich das niemand ab.

    Mich wundert schon länger, dass Lehrer (oder auch Eltern) digitalen Unterricht aus ethischen Gründen ablehnen und um Alternativen bitten.

    Hier schreibst du es doch.

    Was mir wichtig ist: Ich wohne auf dem Dorf und möchte nicht, dass Eltern andere Kinder, die vllt. nicht so schlau sind, beobachten können(und ratschen).

    Aus dem Grund sollen Eltern auch nicht im Unterricht hospitieren.

    Die Eltern waren bisher auch so zufrieden, es geht vor allem darum, wenn diese Beschränkungen wieder kommen oder länger gehen werden.


    Voraussetzung wäre aber natürlich, dass Hard- und Software zur Verfügung gestellt werden und dass auch die Zeit zur Verfügung steht, sich einzuarbeiten. Außerdem müsste die Schulleitung ein Konzept entwickeln, dass Merkmale des digitalen Unterrichts festhält, wie er an deiner Schule aussehen soll. Es kann ja nicht in jeder Klasse anders laufen.*

    Das finde ich auch wichtig.

    Prinzipiell bin ich ja willens, brauche aber Unterstützung. Am besten das, was ThOr5ten oben schreibt. Frage mich andererseits aber, ob es bei den ganz Kleinen wirklich so viel bringt.

    Wir bieten z. B. Videokonferenzen an, in denen Kinder Gelegenheit zu Nachfragen usw. haben, das ist aber nicht verpflichtend. Dort wird natürlich auch nichts neu eingeführt, das geschieht in den paar Stunden Präsenzunterricht, in denen alle Kinder da sind.

    Ich habe zum Austausch tägliche Telefonsprechstunden angeboten in einem festen Zeitraum. Das was schwierig ist, habe ich in den Präsenzunterricht verschoben. Ansonsten habe ich sehr ausführliche differenzierte Lernpakete mit Lernplänen zusammengestellt und die immer für alle Schüler kopiert und geheftet.


    Oder meinst du damit den Online-Unterricht, den die meisten Lehrkräfte während der corona-bedingten Schulschließungen durchgeführt haben?

    Ja, das meine ich. Meine Schülereltern meinen das gerade einfordern zu wollen. Aber mal ehrlich, es steht angeblich ein Digitalpaket in Milliardenhöhe zur Verfügung, das von den Schulen/Ländern nicht abgerufen wird und ich soll da mit meinem privaten PC rumbosseln? Sehe ich nicht ein. Außerdem finde ich es wirklich fraglich wegen des Datenschutzes.

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