Beiträge von Zauberwald

    Wer macht denn so etwas????

    Ich kann das gar nicht glauben. Den Schülern was von Verantwortung für die Umwelt erzählen und dann sowas. Mir käme auch im Leben nicht in den Sinn, für eine Reise mit Schülern 3000€ auszugeben. So eine teuere Reise, also 3000€ pro Person, habe ich noch nie unternommen.

    Was zahlen die Schüler? Können sich doch gar nicht alle leisten. Was bitte muss man da alles vorbereiten? Impfungen usw...

    Ich würde das verweigern. Ich habe Höhenangst. In bestimmten Fällen.

    Australien als Klassenfahrt für drei Wochen? Das steht, neben allen anderen Gründen warum das Irrsinn ist, im kompletten Widerspruch zur Leitperspektive des Bildungsplans für nachhaltige Entwicklung (BNE) in BaWü. Was kommt als nächstes, mal eben schnell für ne Woche nach New York mit der Englischklasse? Kollegien die sowas abnicken müssen echt alle zuviel Geld haben und latent masochistische Züge.

    Wo bleiben denn die Klimaaktivisten? Achso, um den halben Erdball fliegen, aber vegane Butter kaufen.

    Ich steige ein in den doch schon älteren Thread und komme damit auf die Frage zurück ("Worüber ich mich heute freuen kann..."). Große Freude - und noch mehr Vorfreude - ist tatsächlich angesagt: Ich habe heute gekündigt! Volle Stelle, feste Stelle, unbefristet, lukrativ... am Ende war's alles wurscht. Eine von unzähligen Anekdoten, die es für mich klargemacht haben:

    In der vergangenen Woche hat das Kollegium meiner Schule im Rahmen einer Dienstbesprechung zwei Tagesordnungspunkte abgehandelt:

    Zum einen haben wir für die weitere Gestaltung der im Rahmen der andauernden Flüchtlingskrise eingerichteten DaZ-Klassen und ihre an unserer Schule dringend notwendige konzeptionelle wie ganz praktische Neuausrichtung keine fünf Minuten benötigt. Ein Kollege ist neben dem Schuldienst seit 25 Jahren als Uni-Dozent im Fachbereich „Deutsch als Fremdsprache“ sowie zertifizierter TELC und TestDaF-Prüfer in Integrationsmaßnahmen tätig und hat einmal mehr versucht, hier konstruktiv und sehr professionell Einfluss zu nehmen. Seine Hinweise wurden gehört und wie in der Vergangenheit ohne weitere konkrete Zielsetzung ins Protokoll aufgenommen: Sie bedeuten schlicht, dass zum Wohle der Kinder Personal und Zeit investiert werden müssten. Daran besteht in unserer Einrichtung eher weniger Interesse. Der übliche Textbaustein hier: „Wir nehmen das in den Blick.“ Bedeutet: Alle Flüchtlingskinder, die ihre Erstförderung an unserer Schule absolviert haben (meint: die den Zeitraum ihrer Erstförderung in einem ehemaligen Abstellraum abgesessen haben), werden wie in der Vergangenheit ohne Erreichen eines messbaren Sprachniveaus ans Berufskolleg und/oder die umliegenden Hauptschulen weitergereicht. Hier beginnen die Kinder in den IFK (Int. Förderklassen) wieder bei Null.

    Der zweite TOP, die Planung und sehr lebhafte Diskussion des Lehrerausflugs (in der Sprachregelung der Schule neckisch „digitaler Studientag“ genannt), insbesondere die Organisation des „Squaredance-Workshops“ für das Kollegium – eine teambildende Maßnahme - sowie die launige Kommunikation der Speisekarte einer angemieteten Gastronomie, nahm satte 45 Minuten in Anspruch.

    Also habe ich nach drei Jahrzehnten im Schuldienst quer durch alle Schulformen vor „Dienstbesprechungen“ wie dieser und vor allem anderen final kapituliert: vor hoffnungslos überfüllten Klassen, massivem Unterrichtsausfall, vor kleinen und großen Kindern mit bunten Tablets, vor Eltern, die höchste Ansprüche formulieren und gleichzeitig grundlegende Erziehungsaufgaben bereits delegieren, vor Netflix und Tiktok, vor heute kranken und morgen tanzenden Kolleginnen und Kollegen, vor Fortbildungsstrategen, die von „digitaler Transformation“ reden und keinen Satz mehr sprachlich sauber zu Papier bringen, vor Schulbüchern ohne Text und mit QR-Codes, vor einer Schulverwaltung ohne ansatzweise Ahnung, wie Schulen heute aussehen... Folgerichtig habe ich die Auflösung meines Arbeitsvertrages durchgesetzt. Das Gefühl, in diesem absurden Theater „entbehrlich“ (John Rambo) zu sein, empfinde ich als Kompliment. Ich werde in Kürze an anderer Stelle wieder mit dem anfangen, was einmal bei meiner Berufswahl entscheidend war: Zeit für Menschen und ihre Bildung zur Verfügung zu stellen, hatte ich doch das Glück einen großen Arbeitgeber zu finden, der die Sache ähnlich sieht und für meine altmodischen Vorstellungen vom Lernen und Lehren auch noch deutlich mehr bezahlen will. Wohl, weil ihm mehr am Menschen liegt.

    Beileidsbekundungen und - wie in diesem Forum oft zu finden - kluge Ratschläge gerne, aber ich werde sie nicht mehr lesen, sondern meine Zeit der neuen (alten i.S. von eigentlichen) Aufgabe widmen. Euch ebenfalls viel Glück!

    Du hast was vergessen. Die Flüchtlingskinder brauchen nicht nur DAZ-Förderung, sondern auch therapeutische Hilfe, die nicht stattfindet. Ansonsten: Respekt!

    McGonagall: Bei dir gab es noch Lehrerüberschuss? Du bist vmtl. jünger als ich, bei mir kam man damals schon recht flott ins System, während Kommilitonen, die ca. 6-10 Jahre vorher fertig waren, jahrelang woanders, z.B. bei Versicherungen gearbeitet und gewartet haben, ob sie doch noch ins Schulsystem kommen. Bewundernswert. Ich kenne eine Kollegin, die es anfangs dann auch richtig schwer hatte, nach Jaaahren des Wartens plötzlich vor einer 1. Klasse zu stehen.

    Von daher, was ist schon eine 3?

    Ich sage dann zu meinen Schülern immer: Eine 3 ist doch eine gute Note. :flieh:

    Ich glaube, es gibt hier viele, die sich während der Prüfungen über die ein oder andere Note ziemlich geärgert haben, aber deswegen alles hinzuschmeißen... ist doch übertrieben.

    Alles klar, dann sind die Berechnungen ziemlich sicher korrekt. Wie gesagt - dann dürftest du ab Februar 2025 bei ca. 2,2k liegen.

    Ja, das dürfte stimmen. Allerdings habe ich dann 33 anerkannte Dienstjahre, in denen ich gefühlt mehr als Vollzeit gearbeitet habe und dafür finde ich den Unterschied zur Mindestpension gering. Das ist aber hier völlig OT, aber für Teilzeitleute wichtig. Das macht am Ende trotzdem immer einige 100 € aus.

    Mindestpension ist unabhängig von A12. Erhält man auch mit A8 oder A78. Allerdings haben wir seit 2017 ja 20 Prozent (?) mehr Gehalt, dann würden deine 1670 aktuell 2000 entsprechen.

    Aber ja, ich verstehe die Verwirrung. Irgendwas scheint da nicht zu stimmen. Hast du vielleicht längere Zeit ausgesetzt (Kinderbetreuung)?

    Schon, aber das wurde teilweise als Dienstzeit anerkannt. Ich war ehrlicherweise verwundert, als ich eine Urkunde zum 25. Dienstjubiläum erhielt, allerdings habe ich mich 24 Jahren mit dem Ref. angefangen, in BY 2 Jahre Ref., das Studium wurde z.T. anerkannt und so ergeben sich die Jahre dann schon.

    Meine Angaben oben stammen aus dem Brief, den ich damals erhielt, also 2017. Habe aber auch schon den Versorgungsrechner ausprobiert, da ich evtl. früher aufhöre. Man sieht genau, was es pro Jahr ausmacht.

    Das bezweifle ich. Ich würde an deiner Stelle mal auf der Homepage des LBV den Versorgungsrechner bemühen.

    Zum Vergleich: Ich (okay, A13 statt A12) habe die meiste Zeit (17 Jahre als Lehrer + 1,5 Jahre Ref + 2 Jahre Studium + 1 Jahr Zivildienst) meistens voll gearbeitet, käme aber bei Frühpensionierung auf aktuell 2700 (und ein paar zerquetschte).

    Oder ich habe dich irgendwie falsch verstanden.

    Ich bemühe den Versorgungsrechner. Im Jahre 2017 wären es nach 25 Dienstjahren 1669,85 € Brutto gewesen, wenn ich da dienstunfähig geworden wäre.

    Wenn ich bis zum Ende arbeite, sind es im Jahre 2030 2363,01 € Brutto, aber nur, wenn ich 25/28 Stunden arbeite. Ich arbeite aber seit einiger Zeit 23/28 Stunden. Also wird es etwas weniger.

    Verstehst du, warum mich das mit der Mindestpension immer verwirrt? Gut, ich bin A12...

    Frage steht oben.

    Kann man auch verweigern eine Klasse weiter zu führen, wenn die SuS sich permanent daneben benehmen, man nur Probleme hat und es nur Ärger gibt?

    Es geht um eine Fachlehrertätigkeit und nicht um eine Klassenlehrertätigkeit.

    Ich kenne das. Viele schriftliche Arbeitsaufträge verteilen, die abzugeben sind und sich nicht fertigmachen (lassen). Wenig Unterrichtsgespräch, Schüler beschäftigen.

    OK, zum Glück Mindestversorgung. Trotzdem wäre der Unterschied bei einer derart frühen Zurruhesetzung immens, denn es wäre tatsächlich nur die Mindestversorgung und bei Dienstunfähigkeit darf man nur sehr wenig dazuverdienen. Wieso hat dich darüber niemand aufgeklärt? Schieb das nicht weg, es könnte wirklich wichtig für dich werden. Wenn nicht, umso besser, aber das kannst du jetzt nicht wissen.

    Wie hoch ist denn die Mindestversorgung?

    Ich frage mich auch, wie es den Kollegen geht, die diesen Schüler unterrichten müssen. Die ganze Schulgemeinschaft weiß vmtl. von dem schrecklichen Vorfall und dann einfach so weiterzumachen, ohne sichtbare Konsequenzen, wirft kein gutes Licht auf die SL. Würde als Elternteil auf die Barrikaden gehen, weil ich Angst hätte um meine Kinder, die hier mit einem potentiellen Täter unterrichtet werden.

    In den paar Jahren als Grundschullehrer habe ich genug "Parallelwelt"-Situationen selbst erlebt und berichtet bekommen, dass Gymnasialkollegen blass werden, wenn ich von der Zeit erzähle. Die wundern sich häufiger, warum 5er immer so ein kreatives Verhalten haben.

    Meine bereits seit einigen Jahren pensionierte ehemalige Schulleiterin sagte immer: "Grundschule ist eine eigene Schulform und nicht Zubringer fürs Gymnasium. Wir haben uns um alle Kinder zu kümmern. Das Gymnasium soll dann seine Arbeit selbst erledigen."

    Davon kann man halten, was man will.

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