Beiträge von aberwitz


    Das Schulen keine Infektionsherde sind, kann man eben nicht beobachten. Böse Zungen behaupten sogar, dass das Gegenteil der Fall ist und haben sogar Studien dafür. Die Gefälligkeitsstudien aus dem Sommer sind genau das: Gefälligkeitsstudien oder sinnentstellend wiedergegeben.


    Ich weiß ja nicht wo Du wohnst, wir kommen aber mit Lockdown und zurückgehender Testzahl auf stagnierende Zahlen mit weiter ansteigender Positivrate. Davor explodierten die Zahlen Bundesweit.


    Die Schulen sind eine ansteckungsmäßig sehr viel ungünstigere Konstellation als ÖPNV oder Restaurants. Ansonsten ist das halt wieder eine erfundene Behauptung. Deine "Informationen" bleiben meilenweit hinter dem gegenwärtigen Forschungsstand, den Einsichten den das benachbarte Ausland gewonnen hat und den Standpunkten des RKI hinterher.

    ==> Größter Ausbruch an Schule in Deutschland – ausgerechnet in Hamburg (wo der Bildungssenator gestern die Schulen für sicher erklärt hat)

    Nett, dich kennen zu lernen.

    Gestatten: Ich bin Diplom-Psychologe; meine Kenntnisse über Statistik, Experimentaldesign und Methodenlehre sind recht solide.

    Bei deinem profundem Wissen wirst du mir sicherlich zustimmen, dass, gleiches Design vorausgesetzt, große Studien (mit großen Teilnehmerzahlen) aussagekräftiger sind als entsprechende Studien mit kleine(re)n Zahlen. Es ging hier nicht um Experimente.

    Komm mal runter und hör' auf, einen derart herablassenden und selbstgefälligen Ton anzuschlagen.

    Na ja, das mäßige Gehalt ist Ansichtssache. Ich komme aus einer Arbeiterfamilie. Gemessen daran ist ein Lehrergehalt geradezu fürstlich. Wer natürlich in einer erfolgreichen Unternehmerfamilie aufgewachsen ist, für den sind 3500 netto armselig. Man sollte nicht auf einem zu hohen Ross sitzen, sondern die gesamte Gesellschaft im Blick haben. Kurzarbeiter, Selbstständige, freischaffende´Künstler usw. gehören zu den Verlierern der Corona-Krise. Dagegen sind wir Lehrer tatsächlich finanziell und zeitlich mehr als gut versorgt. Extrem viel Arbeit und Stress erkenne ich in meinem Kollegium nirgendwo. Das Gesundheitsrisiko ist vorhanden, aber angesichts der Fallzahlen in unserem Landkreis überschaubar. Ich plädiere dafür, die Kirche im Dorf zu lassen.

    Von einem 'überschaubaren Risiko" (insbesondere für vorerkrankte Personen) würde ich erst dann sprechen, wenn eine Impfung, Therapeutika oder wenigstens viel mehr Tests und FFP2-Masken (in ausreichender Menge) zur Verfügung stünden. Die Metaphern "Spiel mit dem Feuer" oder "Tanz mit dem Tiger" erscheinen mir in dieser Phase tatsächlich angemessen.


    Die ständigen Vergleiche völlig unterschiedlicher Berufsgruppen führen erfahrungsgemäß nicht weiter, sondern steigern sich gern in eine Neiddebatte. Dennoch sollten meiner Meinung nach Berufsgruppen, welche Dienst am Menschen leisten, besser als bisher bezahlt werden.

    Ich sehe übrigens extrem viel Arbeit und Streß in meinem Umfeld. Es kommt offensichtlich auf Kirche bzw. auf das Dorf an...

    In NRW werden die Risikolehrkräfte noch nicht zum Präsenzunterricht herangezogen. Nur zu den mündlichen Prüfungen sind sie verpflichtet und das ist für die selbst betroffenen Kollegeninnen und Kollegen mit denen ich darüber gesprochen habe auch so gewünscht. Von daher hat unsere Schulministerien mit der Anordnung bei uns offene Türen eingetreten.

    Vermutlich gibt es doch sehr unterschiedliche Wahrnehmungen und Wünsche nach Region und Schule.


    Ich bezweifle stark, dass vorerkrankte KuK sich mehrheitlich wünschen, in eine mündliche Prüfung zu gehen.

    Nach wie vor sehe ich da primär die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers bzw. des Dienstherrn.

    aberwitz: Besser meine Wortwahl als eine Coronainfektion und die Wahrheit ändert sich ja nicht, weil die Wortwahl wohlgefälliger wird. [...]

    'Die Wahrheit' und 'die Realität' sind hier im Forum Begriffe, die meiner Meinung nach in diesem Forum sehr inflationär benutzt werden. Wie du zunächst selbst dargestellt hast, ist das Problem, "dass es da einfach uneinheitliche Studienergebnisse gibt".

    Die aktuelle Studienlage basiert häufig auf kleinen Kohortengruppen bzw. auf Zufallsbefunden. Es wird momentan und vermutet und korreliert, was das Zeug hält, aber häufig fehlen ausreichende Daten, viele Tests und große Zahlen...


    Nichts desto trotz reden wir hier über Menschen. Und 'am Arsch sein' ist weder für dich noch für andere eine adäquate Beschreibung.

    Nach wie vor gilt:

    [...]

    Deshalb ist bei Lehrerinnen und Lehrern mit diesen Vorerkrankungen ein besonderer Schutz erforderlich. Diese Lehrerinnen und Lehrer dürfen zunächst bis 24. Mai 2020 (einschließlich) aus Gründen der Fürsorge nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden. Ein Einsatz bei digitalen Lernformaten (Lernen auf Distanz) sowie die Teilnahme an (z.B. prüfungsvorbereitenden) Konferenzen und schulinternen Besprechungen ist – unter strikter Einhaltung der Hygienevorgaben (siehe hierzu IV.) – zulässig.

    Der Nachweis der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe erfolgt durch eine schriftliche Erklärung der Lehrkraft gegenüber der Schulleiterin oder dem Schulleiter. Die Art der Vorerkrankung ist aus Gründen des Datenschutzes nicht anzugeben.

    Bei bestehenden Unsicherheiten über das Vorhandensein einer Vorerkrankung sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

    [...] Asthmatiker die systemisch wirksame Medikamente nehmen oder Morbus Crohn Patienten die Azathioprin nehmen sind hingegen offenkundig eher am Arsch, weil das Zeug es dem Virus leichter macht, aber du kannst halt nicht immer vom einen zum anderen wechseln ohne andere schwerwiegende gesundheitliche Folgen zu riskieren und genaues weiß man bisher nicht, das dauert halt seine Zeit...

    Deine Wortwahl läßt mich schwer atmen...

    Richtig. Es reicht, auf welche Art und Weise politisch hier agiert wird.

    Laut Ministerin Gebauer stehen zunächst weitere 'Neubewertungen' und Gespräche an (,allerdings zunächst wurde erst mal erlassen, dass mündliche Prüfungen wahrzunehmen sind).

    Das RKI fordert eine 'individuelle Risikofaktoren-Bewertung', aus der sich aber schwerlich eine allgemeine Verpflichtung der vorerkrankten KuK zum Präsenzunterricht ableiten läßt...

    Auch wenn einige hier mantra-artig anderes wiederholen: wissenschaftlicher Erkenntnisstand ist nach wie vor, dass das größte Übertragungsrisiko beim einem längeren Gespräch im Abstand kleiner 1,5 Meter besteht.

    Das teilweise hier vermittelte Bild, dass die "gesamte Luft voller ansteckender Viren ist und alle anderen Anwesenden eine hohe Ansteckungsgefahr haben", wenn nur ein Infizierter im Raum sitzt und vor sich hin atmet entspricht nicht der Realität und ist auch nicht mit dem realen Ansteckungsgeschehen der letzten 2 Monate vereinbar.

    Wieder die Begriffe "Realität" und "real", die mich hier etwas nervös machen (s.o.).

    In Räumen, in denen Luftbewegung und Luftaustausch stattfinden scheint die Gefahr deutlich geringer als in geschlossenen Räumen.

    In Bayern gilt schon von Anfang an, dass keine Risikogruppe automatisch freigestellt wird, sondern diese den Arzt konsultieren soll und abhängig von dessen Entscheidung nur mit Attest vom Präsenzunterricht freigestellt wird.

    Das ist hier auch so.

    Wenn du eine FFP2-Maske hättest, würdest du lieber im Krankenhaus mit Corona-Patienten arbeiten als in der Schule ohne? Wie sind denn deine aktuellen Bedingungen, wie viel Nähe, wie viel unterschiedliche Schüler über zwei Wochen gesehen im selben Raum usw.?


    Es ist und bleibt schwierig, aber es sollte eine klare Bestimmung geben. Bei uns müssen alle, auch Krebspatienten wieder vor der Klasse stehen, da sehe ich die Verhältnismäßigkeit nicht. Es wollen aber einige z. B. ü60 wieder unterrichten.

    Ich bin Herz und Seele Lehrer und kein Arzt oder Kranken- bzw. Altenpfleger. Wenn du dir deine erste Frage noch einmal durchliest, fällt dir die Absurdität und Unsinnigkeit deiner ersten Frage wahrscheinlich selbst auf.

    Noch ist unsere Schulleitung nicht gezwungen (worden), KuK in derart riskanten Situationen einsetzen zu müssen.

    Aber der Erlass vom MSB in NRW kann und wir dieses wohl ändern.


    Ja, es gibt unfassbar viele Beschäftigte im pflegerischen bzw. medizinischen Bereich, die völlig unzureichend geschützt arbeiten (müssen). Es ist keine Frage des Wollens der Arbeitnehmer, es wurden einfach eklatante Fehler in der Vergangenheit gemacht. Es gab Pandemiepläne, die aus Kostengründen in Schubladen verschwunden sind (um es mal etwas verkürzt darzustellen).

    Wer vorerkrankte KuK (egal in welchem Bereich) solchen Risiken aussetzt, sollte nicht denken, dass dieses rechtlich in Ordnung geht. Erst recht nicht perspektivisch.

    Das RKI gibt übrigens immer noch Nonsens-Werte für R0 aus, jetzt ist der Wert innerhalb von 4 Tagen von 1,13 auf 0,75 zusammen gefallen. Was natürlich auch nicht real ist, genau so wenig, wie der Anstieg vorher. Real gesehen bewegen wir uns jetzt langsam in eine Richtung um die 800 Neuinfektionen im Mittel, damit ist Corona noch nicht weg, aber es ist doch tendenziell besser, als ich vor drei oder vier Wochen erwartet hätte.

    (Und ganz nebenbei: immer noch nichts zu sehen von einem Wiederanstieg als Folge irgendwelcher Lockerungen.)

    Wir wissen nicht, was 'real' ist, da immer noch viel zu wenig (PCR-) Tests gemacht wurden (daher ist auch das heute verabschiedete Gesetz von einiger Bedeutung). Es gibt die Vermutung, dass sich momentan die Infektion verdeckt enorm verbreitet (was einer 'zweiten Welle' viel mehr Kraft verleihen könnte; keine Panikmache: solche Phasen gab es ebenso bei früheren Pandemien in der Vergangenheit, mit völlig unterschiedlichen Viren. Einfach eine historisch-epidemilogische Beobachtung).

    Meines Wissens nach fehlt auch noch eine annähernd repräsentative PCR Teststudie. Bislang wurde immer mit deutlich (zu) kleinen Stichproben permanent hochgerechnet. Getestet wird außerdem (fast) nur bei Verdacht auf eine Infektion - obwohl der größte Teil der Krankheiten symptomfrei verläuft...

    Nochmals, die Ironie dieser Bemerkung war offensichtlich zu gewagt.

    Zur Sache:


    Es gab und gibt, nicht nur in NRW, viel zu wenige LehrerInnen.

    Es finden sich in jedem Berufsstand KuK, die nicht 'besonders arbeitsfreudig' sind, geschenkt.


    Momentan sind massenhaft engagierte Menschen mit den Folgen der Pandemie und des 'Lockdowns' (nicht nur arbeitstechnisch) beschäftigt und häufig überfordert. Ursachen dafür liegen auch in der (politschen) Vergangenheit, da im Bildungsbereich fleißig gespart wurde. An der Zahl der Lehrkräfte beispielsweise.


    Ich finde, dass es jetzt nicht gerade lauter ist, einerseits so zu tun, als ob um jeden Preis vulnerable Personengruppen geschützt werden sollen und andererseits (per Erlass) eben jene künftig einem Risiko auszusetzen, weil zu wenige LehrerInnen vorhanden sind.

    Ich befürchte, dass die mündlichen Prüfungen da nur eine Art Testballon sind und künftig 'aus der Not heraus' alles Mögliche riskiert wird.

    Übrigens bin ich auch besorgt, welche pädagogikfernen Personengruppen verstärkt ebenso 'aus der Not heraus' demnächst auf SuS losgelassen werden...

    Nach meinem ersten Post wurde ich zunächst unter 'Trollverdacht' gestellt und skeptisch beäugt, weil ich es wagte, einen Sachverhalt bzw. eine Meldung darzustellen und eine Meinung zu äußern.

    Besonders spannend finde ich momentan, wie schnell einige Forenteilnehmer hier mit hypothetischen Verallgemeinerungen dabei sind. Jetzt stehen schon "manche neue User*innen" unter Verdacht, nur provozieren zu wollen.

    Ist es euch hier anfangs auch so ergangen?


    Mir geht es mir um die Sache und nicht um irgendwelche Unterstellungen.


    Es ist in NRW offensichtlich, dass dem Lehrermangel (den es bereits vor Corona gab) weiterhin planlos und auf undurchsichtige Art und Weise begegnet werden soll - neuerdings auch zu Lasten vorerkrankter Lehrer. Die gestrigen Darstellungen diverser Medien, Bemerkungen von Politikern und Gewerkschaftssprechern zu diesem Sachverhalt sind, denke ich, keine 'Trollerei'...

    Ansonsten findet ihr künftig meine Kommentare dazu hier:

    Corona und Abschlussprüfungen

    Nun ja, ich habe leider Kollegen, die einmal ein Arbeitsblatt versendet haben und danach nichts mehr. Das willst Du ja wohl nicht Distanzunterricht nennen? Meine "Unterstellung" beruht auf persönlichen Erfahrungen. Sie ist daher anekdotisch zu sehen, aber sicher kein Einzelfall!


    Auch bei uns werden besondere Maßnahmen ergriffen, wie Abstandsregeln, kleine Gruppen, Schüler bleiben im Raum in der Pause etc. Ich komme keinem Schüler näher als 2 Meter, wenn ich es nicht will. In der freien Wirtschaft sind auch nicht alle Risikogruppen zuhause. Das kann sich kein Arbeitgeber leisten! Selbstständige mit kleinen Läden wie Friseurinnen schon mal gar nicht. Und HO ist nun mal nicht in allen Berufen möglich.

    Ich bin beeindruckt, wie du wiederholt deine "anekdotischen Erfahrungen" im nächsten Satz zum allgemeinen Sachverhalt umbastelst...

    Keine Sorge, das ist schon passiert. Bis das auffällt, dauert das aber. Und bis dahin gab dann lockere 7 Wochen Eierschaukeln. Das dauert schon in der Präsenz lange, aber im HO noch länger.


    Um das Elend gleich zu verteilen, kann ich aber nicht das bißchen Lehrer, was noch da ist, in die Überlastung treiben. Wie gesagt: Der Rest der Arbeitswelt lässt auch nicht alle zuhause, weil sie hohen Blutdruck haben. Es wird schon viel getan, aber es kann doch nicht möglich sein, dass wir unter diesen Bedingungen (Hardware etc, Risikogruppen zuhause) noch 2 Jahre so weitermachen.

    und dann noch verbal entgleisent weitermachst.

    Der "Rest der Arbeitswelt" hat keine schweren Vorerkrankungen!

    Nun ja. Vorerkrankungen im medizinischen Bereich sind auch kein Grund zuhause zu bleiben. Meine Freundin arbeitet mit starkem Asthma auf der intensiv an corona-Patienten.


    Es ist doch so: die „gesunden“ Lehrkräfte können das nicht noch ewig auffangen. Das funktioniert nur, wenn der Rest dann echten Distanzunterricht macht, der den Namen auch verdient. Das ist aber nicht möglich: keine technischen Ressourcen und teilweise keine skills. Wenn es wirklich so weitergeht, dass wir das noch bis ins nächste Schuljahr hinein machen, bricht der kümmerliche Rest der Präsenzlehrer zusammen. Die müssen dann nämlich beides stemmen, da ja immer ein Teil der Schüler zuhause lernt, während der andere Teil vor Ort beschult wird.

    Für den medizinischen Bereich gilt für Risikogruppen arbeitsrechtlich, dass besondere Vorkehrungen getroffen werden (müssen) und der direkte Kontakt zu Covid19 Patienten vermieden werden soll.

    Wir bekommen kein besonderes Schutzmaterial gestellt (FFP2-Maske und Visier bzw. Schutzbrillen).

    Die Bemerkungen zu den "gesunden" Lehrkräften stehen fast examplarisch für besagten sozialen Druck, der immer mehr aufgebaut wird. Ausserdem wird unterstellt, vorerkrankte KuK würden keinen "echten" (?) Distanzunterricht anbieten...

    Verstehe.

    In dem von dir zitierten Absatz geht es um Unterrichtseinsatz, nicht um Prüfungen.

    [...]

    Hoffentlich kennt auch das Virus diesen Unterschied ;)


    Das ist nicht perfide, sondern nach meiner Kenntnis einfach wahr. Bei uns gab es mehrere KollegInnen - mich eingeschlossen, wie ich bereits schrieb - , die ihre AbiturientInnen selber prüfen wollten und die Bedingungen bei mündlichen Prüfungen für absolut akzeptabel halten. Da ist Einkaufengehen sicher gefährlicher.

    Wahr ist aber auch, dass es vorerkrankte KuK gibt, die (auf ärztlichen Rat) in den letzten Wochen weder selbst einkaufen waren oder andere sozialen Aktivitäten wahrgenommen haben. Und die schlafen jetzt noch schlechter...

    Dieser oberste Grundsatz gilt meines Erachtens dann nicht mehr?!

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