Beiträge von BaldPension

    Da ich unsere politischen Entscheider weder für dumm noch für geistig minderbemittelt halte, muß ich da Absicht unterstellen.

    Geistige Klugheit war es dunsemal auch nicht, sich in Afghanistan reinziehen zu lassen. Das Resultat kennen wir.

    Da war damals der Schröder in Punkto Irakkrieg intelligenter.8)

    https://www.zeit.de/politik/auslan…retung-russland


    So wie es aussieht, hat die Ukraine sehr schlechte Karten und die aktuellen Vorschläge sind schlechter als alles, was beim Kriegsanfang auf dem Tisch lag. Nur mittlerweile sind Hunderttausende gestorben und die halbe Ukraine wurde zerstört.

    Ich frage mich, ob der Westen, insbesondere Deutschland, sich da verrannt und sich darüberhinaus finanziell zu sehr geschwächt hat. Und über Umwege beziehen wir weiterhin russisches Öl und Gas, zum mehrfachen Preis.

    Unsere "Freiheit" wurde schon mal am Hindukusch verteidigt. Natürlich ist der aggressive und völkerrechtswidrige Angriff von Putin-Russland aufs schärfste zu verurteilen. Und Russland liegt geographisch an Deutschland auch näher als Afghanistan.8)

    Ebenso wird bei jungen Kollegen mehr gegeben Abendeinsätze protestiert und es schneller Krankmeldungen gibt. Die alten schleppen sich trotz Rücken-, Knieproblemen zur Schule.

    Habe ich seit ein paar Jahren auch so wahrgenommen. Aber vielleicht ist die junge Generation nicht so doof wie wir Alten.

    Und seien wir mal ehrlich: Gab/gibt es nicht auch Konferenzen und Dienstbesprechungen, die nur Zeitfresser waren/sind? Dieses "Gut, dass wir darüber gesprochen haben!", liegt mir noch gut im Ohr. Aber, worüber hatten wir denn gesprochen?

    Ich halte es für legitim, den Lehrerjob moralisch nicht zu überhöhen und ihn so zu betrachten wie die anderen Berufe. Höflich und korrekt unterrichten und gut ist.

    Mit dem Anspruch der Gesellschafts-/Weltrettungsimpetus und den leuchtenden Kinderaugen wird man die Generation Z wohl kaum noch in den Lehrerberuf locken können.

    Der Arbeitsplatz Schule muss für künftige Arbeitnehmer attraktiver werden und sollte kein sozialer Fußabtreter mehr sein!8)

    laniyah

    Ich würde den Raum nüchtern und funktional gestalten, so dass man zeitsparend und effizient unterrichten kann. Wie Bolzbold schon angemerkt hat, kein privates Geld reinstecken.

    Eine Schülerbeteiligung käme für mich nicht in Frage. Wenn ich zum Zahnarzt gehe, habe ich auch keine Möglichkeit der Mitbeteiligung bei der Warteraum- und Praxisgestaltung. Auf jeden Fall keine Gegenstände und Requisiten, die Schüler ablenken könnten. Nicht wenige Schüler haben ADHS. Sie sollten auch robust sein und nicht zum Vandalismus auffordern.

    Kurzum: Funktionaler Arbeitsraum statt Wohlfühloase. Chefsessel sollte aber drin sein.8)

    Ich finde es erstmal super, wie engagiert, vielfältig und auch kontrovers diskutiert wird, unter Beibehaltung des höflichen Tonfalls, wie ich finde! Da sage ich als alter Schulstubenmeister, weiter so!

    Etwas würde mich interessieren: Habt Ihr in Euren Lehrerzimmern oder auch anderswo mit der Gen Z oder etwas älteren jungen angehenden Lehrern persönlich unterhalten, was sie z.B. vom Arbeitsplatz Schule erwarten? Wie sehen sie das Sozialverhalten der Schüler? Was treibt sie an, den Lehrerberuf ergreifen zu wollen? Nur Geld? Verbeamtung? Leuchtende Kinderaugen? Gesellschafs-/Weltrettungsimpetus? Oder "nur" als einen Job unter vielen anderen?

    Maylin85 hat da schon einige Fragen benannt, die junge Menschen in Punkto Arbeitsplatz Schule stellen.8)

    Wenn ich es richtig erinnere, arbeitest du BaldPension an einer Realschule. Da dürftest du äußerst selten mit "Totalverweigerern" in Kontakt kommen.

    Insofern...

    Ja, immer so eine Sache mit der Erinnerung...

    Sozialverhalten, das Unterricht verhindert bis zur Totalverweigerung ist durchaus immer mehr zum Thema geworden. Soll an den Gymnasien auch kein Zuckerlecken sein, wie ich das so mitbekomme.

    Aber die Betrachtung war schulformunabhängig, wenn ich mich recht erinnere. Es ging um die Frage, ob man Totalverweigerer großzügig alimentieren sollte oder sie selbst in Quark kommen sollten.8)

    Du hast noch 'Gottesfurcht' und 'Gehorsam' vergessen... Bitte weiter ergänzen!

    Nein, es gibt Grenzen! Es tut mir leid, dass ich jetzt nicht Dein Klischee über mich bedienen kann. Bitte nicht weinen!8)

    "Marcel Fratzscher, Präsident Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung: "Das, was die Bundesregierung hier macht, ist ein populistisches Ablenkungsmanöver, indem behauptet wird, der Schlüssel für Einsparungen beim Staat liege bei den Sozialleistungen und beim Bürgergeld. Sehr viel mehr Potenzial liegt darin, andere … anderen Missbrauch zu bekämpfen. Und hier wissen wir, dass gerade bei Hochvermögenden Steuervermeidung – was legal ist – aber Steuerhinterziehung – was illegal ist – ein ungleich größeres Problem ist."

    Mhh...bei Marcel Fratzscher bin ich diskussionsmäßig sehr schnell raus. Für mich kein Kronzeuge, der wirtschaftliche Probleme immer richtig beurteilt. Vertreter einer bestimmten wirtschaftlichen Ideologie und Spalter zwischen den Generationen, wie ich das in letzter Zeit wahrgenommen habe. Gucke viel Phoenix. Und immer, wenn er auftritt, schalte ich mittlerweile das Programm um. Meine persönliche Ansicht!

    Aber natürlich habe ich nichts dagegen, wenn man Steuerhinterziehung, ob legal oder illegal mehr auf die Finger guckt und das Geld zugunsten der Allgemeinheit wieder zurückfließen lässt.

    Und trotzdem finde ich es verheerend, wenn man Totalverweigerer großzügig alimentiert. Auch, wenn es es volkswirtschaftlich nicht so ins Gewicht fällt wie Steuerhinterziehung, finde ich nicht, dass langfristig etwas Gutes für die Gesellschaft dabei herauskommen wird. "Faulenzen lohnt sich!" darf nicht mehr die Botschaft sein. Und es kann mir niemand erzählen, dass die letztgenannte Botschaft nun gar keinen Einfluss auf die Denke, Arbeits- und Sozialverhalten unserer Schüler hätte.8)

    Klingt, als wäre Arbeit etwas Schlechtes.

    Das ist doch sowieso das mentale Problem in Deutschland. Stattdessen lieber übermäßige Alimentierung von Leuten, die nicht im Ansatz daran denken, für unsere Gesellschaft ihren Beitrag zu leisten. Auch unsere Schüler nehmen das ab einem gewissen Alter wahr.

    'Selbstbestimmung'...'Selbstverwirklichung'...'Mündiger Bürger'? Die Art und Weise , wie man diese Begriffe inflationär verwendet, geht mir immer mehr auf den Senkel. Dass die o.g. Zustände knallhart, mit viel Pflichtgefühl, Disziplin, Schweiß und Tränen, erarbeitet werden müssen, findet nicht so viel Berücksichtigung.

    Kurzum: In unserem Land/Gesellschaft muss sich die Einstellung gründlich ändern. Die Begriffe 'Pflicht', 'Disziplin' und 'Arbeit' sollten wieder mehr ins Bewusstsein rücken und auch von allen mehr eingefordert werden, auch in den Schulen. Vielleicht mal die übermäßige Berücksichtigung von Partikularinteressen und überindividualisierten Befindlichkeiten in den Schulstuben ein wenig zurückdrehen?8)

    Die Vermittlung von Unterrichtsstoff hat oberste Priorität und Unterrichtsstörungen gefährden dieses Vorhaben. Unterrichtsstörungen werden oft zu lang toleriert und da muss in den Klassenzimmern eine andere Mentalität her, nämlich "Handlung --- Konsequenz".

    Wir kommen immer wieder auf diesen Punkt zurück, dysfunktionaler Unterricht aufgrund der sozialen Fußabtreterei. Auf Kosten der Psyche der Lehrer und (noch willigen) Schüler!

    Ich denke auch, dass man das o.g. Problem um ein paar Prozentpunkte absenken könnte, wenn sich die Einstellung in den Lehrerzimmern grundlegend ändern würde. Die Prioritäten müssen endlich wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Lehrer als Fachvermittler statt als sozialer Mülleimer.

    Mir immer noch zu viel Gutmenschentum und weinerliche soziale Sentimentalität in den Lehrerzimmern. Ich denke, Gen Z wird da nicht so recht mitspielen wollen.

    Muss erstmal ein System komplett vor die Wand fahren, bevor es sich grundlegend ändert?8)

    8)Naja, ist aber auch müßig, denn wir haben ja nunmal staatlich verordneten Hätschelkurs 🙃

    Ja, da muss ich Dir Recht geben. Gibt halt Wählerstimmen, wenn man den Eltern als Erziehungspflichtige in Punkto Schule nicht in die Pflicht nimmt.

    Aber, es gibt weitere Bausteine, die den Hätschelkurs verstärkt haben. Haben nicht etliche Kolleginnen/Kollegen da gerne mitgemacht und mit Übereifer die Kuschelpädagogik betrieben, unter dem Deckmantel der sozialen Gerechtigkeit? Welchen Stand hatten die Kolleginnen/Kollegen in den Lehrerzimmern, die für höhere Leistungsansprüche und Disziplin plädiert haben? Die nicht die Rolle des sozialen Fußabtreters hinnehmen wollten?

    Und die Rolle der GEW müsste man auch noch mal kritisch ins Visier nehmen. War sie wirklich für die Belange Lehrer da oder eher Teil des sich immer mehr abzeichnenden Problems? Ich habe sie weniger als Gewerkschaft für die Lehrer wahrgenommen, eher als Gewerkschaft für Eltern und Schüler, unter Berücksichtigung der Lehrer. Meine Meinung!

    Es gibt weitere Faktoren.

    Ich bin da ganz bei Maylin85. Was leisten wir uns eigentlich als Gesellschaft? In 20 Jahren wird man fragen, was habt Ihr da zugelassen?8)

    Ob das wiederum so viel besser geworden ist, wage ich zu bezweifeln. Die Bubble-Bildung ist in den letzten Jahren wieder stärker geworden, sowohl sozioökonomisch, als auch politisch-weltanschaulich und auch kulturell-ethnisch.

    Du meinst den Trend zu privilegierten Privatschulen?

    Kann ich gut nachvollziehen, wenn es an den Staatsschulen immer dysfunktionaler wird.8)

    Ich war an einem altsprachlichen Gymnasium in den 70er/80er Jahren. Schlägereien zwischen den Schülern war deutlich häufiger, Mobbing zwischen den Mädchen auch und beides wurde in all den Jahre nur von einer Lehrerin thematisiert. Gewalt war noch verbreitet. Niemand Schritt ein.

    Ich wurde mal von einer Lehrerin mit Worten fertig gemacht, das würde heute auch nicht mehr gehen. Man durfte nichts gegen Strauß oder die CDU sagen. Umweltpolitik war dagegen kriminell.

    Sicher gab es mal Raufereien unter den Jungs. Ich habe in der Schule gerne die Mädchen geneckt und an ihren Zöpfen gezogen. Ich weiß auch noch, wie ich mit dem Fahrrad durch den Gummitwist der Mädels gefahren bin. Aber, das war's auch. Kein Vergleich mit heute.

    Deutliche Worte seitens der Lehrer gab es durchaus, besonders am Gymnasium. Aber, die hatten wir auch verdient. Wir waren am Gymnasium nur Jungs. Es herrschte der Geist der Leistungsorientierung. Wir wussten, wo wir waren, haben uns anstrengen müssen und gelernt, auch Misserfolge durchzustehen und daran zu wachsen. Eine 4 wurde von uns Schülern nicht selten positiv gesehen.

    Politisch sah es bei uns in Norddeutschland anders, ich denke liberaler, aus. Wir waren zur einen Hälfte SPD, zur anderen CDU geprägt. Meine Eltern haben Willy Brandt und später Helmut Schmidt gewählt.8)

    Wenn ich im Unterricht inhaltlich "nicht besonders viel" oder nur "bei manchen" überhaupt was erreichen kann, empfinde ich das als null befriedigend und mich selbst als teure Ressourcenverschwendung. Für den armseligen Output bin ich definitiv überbezahlt. Und frage mich, was wir uns als Gesellschaft da eigentlich leisten..

    Wieso? Ist doch alles tippi toppi in unserem Schulsystem! Vor dem nächsten Sommer werden wieder unzählige Einser-Abiturienten entlassen werden. Und alle werden wieder Beifall klatschen. Das Schulministerium wird mal wieder sich selbst mit den Worten "Gut gemacht!" auf die Schulter klopfen.

    Das leisten wir uns als Gesellschaft doch gerne!8)

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