Also bei der Korrektur habe ich schon für jeden Schüler Strichlisten für die Fehlerhäufigkeit in den drei Bereichen Orthographie, Grammatik und Wortschatz geführt, um die Punktintervalle passend zuzuordnen. Aber noch zusätzlich den Fehlerquotient zu errechnen, dann zu sehen, dass er im Endeffekt von der mit dem neuen System erreichten Endnote abweicht, und dann nichts dran machen zu können, hat mir zu sehr den Nerv geraubt, so dass ich es nach drei Klausuren gelassen habe.
Die Wortzahl braucht man allerdings nach wie vor, denn es ist ja nicht egal, ob sich die erreichten Fehlerpunkte auf eine eher längere oder eine eher kürzere Klausurverteilen. Seufz.
Gruß,
putzi
Beiträge von putzmunter
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Falls du in Ba-Wü bist, findest du auf der Ministeriumsseite etwas unter dem Fach "Bildende Kunst" http://www.bildung-staerkt-menschen.de/unterstuetzung…n/Rs/faecher/Bk
Ich würde auch auf jeden Fall von Kollegen mir den schulinternen Kunst.lehrplan zeigen und erläutern lassen. Ich selber könnte dir nur für NRW etwas Konkreteres sagen.
Die Schulbuchverlage bieten auch Arbeitshefte mit Lehrerheft an, die schon mal weiterhelfen.
Gruß,
Putzi -
Hallo an alle,
ich habe gerade die erste 12er LK-Klausur korrigiert mit den neuen, fürs Abitur 2009 verbindlichen Sprachrichtigkeits-Vorgaben des Ministeriums.
Meine Schüler waren höchst amüsiert über das Ergebnis und meinten, so gute Klausuren hätten sie ja noch nie gehabt (Bili-LK). Na, sei's ihnen herzlich gegönnt, warum nicht.Mein Eindruck nach getaner Arbeit ist, dass das neue Punktesystem für die Fehler eine ziemliche Wischiwaschi-Bewertung ergibt, die für den Schüler nicht so nachvollziehbar ist. Den alten Fehlerquotienten konnte man immerhin als Schüler selbst nachrechnen. Nun aber sieht alles wieder schwer nach "Lehrersubjektivität" aus.
Das könnte ich mir ja noch egal sein lassen, aber es ärgert mich, dass generell die Leistungsunterschiede zwischen den Schülern, die ja real vorhanden sind, weitgehend wegnivelliert werden und alle in dieser "zwei-minus-bis-zwei-plus"-Zone landen.
Im Bereich Grammatik z.B. soll man 2 - 4 Punkte vergeben für folgenden Fall:
"Einzelne Sätze sind frei von Verstößen gegen grundlegende Regeln der Grammatik. Fehler treten allerdings nicht so häufig auf, dass das Lesen und Verstehen des Textes beeinträchtigt wird". (O-Text Ministerium)
Ich sitze da und denke, das sind doch Gymnasiasten im Leistungskurs!! Natürlich radebrechen die verständlich genug, aber sollte das nicht selbstverständlich sein, dass sie auch mehr als nur "einzelne Sätze frei von Verstößen gegen grundlegende Regeln der Grammatik" haben?
Bin ich zu pingelig? Die Schüler fanden das neue Bewertungsverfahren so, als ob man schon Lob kriegt dafür, dass man sich mit 18 Jahren schon alleine die Schuhe zubinden kann.Habt ihr ähnliche oder andere Erfahrungen damit gemacht? Bin ich zu qualitätsgeil fürs Gymnasium?
Verwirrtest,
putzi -
Hallo shopgirl,
geht es nur darum, beim Chorsprechen das Gefühl für den Rythmus zu trainieren?
Reicht da auch schon sowas wie dieses?Opa kaut Harzer Käse
ohne Gebiss
ob er aber mit'm Oberkiefer kaut
oder aber mit'm Unterkiefer kaut
oder aber überhaupt nicht kaut
ist nicht gewissGruß, Putzi
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Für die DVD mit ENGLISCHEN Untertiteln können die Ebayer unter euch einfach mal bei http://ebay.co.uk gucken und dann DVD East Is EAst eingeben. Ich beziehe oft Bücher und Filme zu günstigeren Preisen von dort.
Gruß,
Putzi -
Ich habe derzeit mit einem Kollegen zusammen den Fachvorsitz Englisch. Es ist immer ganz gut, wenn man zu zweit ist, da kann man sich die Arbeit aufteilen.
- Sammeln von Tagesordnungspunkten für die Fachkonferenz (Kollegen befragen,- auf neueste Erlasslage achten, Kollegen informieren
- neue Prüfungs- und Unterrichtsvorgaben sammeln und die Kollegen drauf aufmerksam machen,
- Buchbestellungen regeln,
- neue Lehrwerkseinführungen: Verlagsvertreter kontaktieren zur Buchvorstellung innerhalb der Fachkonferenz,
- Koordinieren, wer wann mit wem auf Austauschfahrt geht,
- Fortbildungsberichte von Kollegen für die Fachkonferenz einplanen
- Verlagsangebote durchsehen und den Kollegen zur Durchsicht weiterreichen etc
Entlastung für Fachvorsitz hat's bei uns noch nie gegeben. (Bin seit 27 Jahren an der Schule).
Gruß, Putzi -
Der Film ist eine Bearbeitung des Theaterstücks "East is East" von Ayub Khan-Din. Man kann das Stück über Amazon beziehen (Nick Hern Books, Taschenbuch). Bietet sich ja an für einen Vergleich: wie sind Szenen des Stücks in Filmszenen umgesetzt worden?
Für die DVD darauf achten, dass sie ENGLISCHE Untertitel hat (das haben die in Deutschland vertriebenen nicht immer, da muss man das Kleingedruckte hintendrauf genau lesen.
Gruß, Putzi -
ich betreue bei uns die Praktikanten, weil die Schule jemanden benennen musste, der bereit war, sich zu kümmern, und weil zwei zufriedene Praktikanten mich dafür vorgeschlagen haben. Entlastungsstunden dafür gibt es nicht.
Die meisten älteren Lehrer haben ihr Studium schon länger hinter sich, und damals gab es nur Referendare, aber keine Praktikanten, so dass ältere Kollegen mit dem Begriff Praktikant wenig anzufangen wissen.
Wenn man als Betriebsfremder in ein Lehrerzimmer hineinkommt, hat man natürlich den Eindruck, dort herrsche eine Wagenburg-Stimmung mit Ignorier-Politik, aber das ist rein subjektiv empfunden. Hier muss der Praktikanten-Betreuer aktiv werden, indem er/sie den Praktikanten solchen Lehrern vorstellt, die die gleichen Fächer haben wie der Praktikant. Ich gehe als nächstes mit dem Praktikanten die Mappe aller Kollegen-Stundenpläne durch, die im Lehrerzimmer ausliegt, damit er sich selbst einen Stundenplan zusammenstellen kann (meist hat er ja auch noch Uni-Veranstaltungen wahrzunehmen). Dann gehen wir zusammen auf die Kollegen zu und klären, ob denen das recht ist, wenn der Praktikant so und so lange/ oft hospitiert. Es gibt da eigentlich nie Probleme, und der Kontakt steht dann. Einen Schulschlüssel bekommen unsere Praktikanten allerdings nicht, da sie nicht im Schuldienst stehen.Aber auch das ist kein Problem, sie klopfen einfach bzw gehen mit dem nächsten Kollegen ins Lehrerzimmer hinein.
Insgesamt läuft es eigentlich immer zur Zufriedenheit aller Beteiligten. In meinen Pausen oder Freistunden frage ich immer die Praktikanten, "na alles in Ordnung oder kann ich noch bei irgendetwas behilflich sein?" um denen Gelegenheit zu geben, eventuelle Schwierigkeiten zu äußern.Die nächstgelegene Uni, die uns Praktikanten schickt, macht diesen zur Auflage, NICHT an ihre eigene alte Schule zurückzugehen. Allerdings kommen auch manchmal Altschüler von anderen Unis, die diese Auflage nicht haben, und unser Chef sagt dann nie nein zu denen. Ich stand schon mal an einem 7-Stundentag ohne Freistunde mit acht Praktikanten da, die alle in den kleinen und großen Pausen betreut werden mussten, und war hinterher fix und fertig, da ich nicht ein Mal ausatmen konnte (vom Mangel an Zeit, zur Toilette zu gehen, ganz zu schweigen).
Danach habe ich die Uni gebeten, nicht mehr als drei gleichzeitig zu schicken, und das klappt ganz gut.
Die Praktikumsbüros an den Unis haben allerdings sehr wenig bis gar keine Ahnung, wie der normale Schulbetrieb so läuft, und von daher werden die Praktikanten auf den ersten Kontakt mit der Schule viel zuwenig (und nur formal) vorbereitet.
Das ist ein generelles Problem der Lehrerausbildung an den Unis - dort sitzt niemand, der den Schulbetrieb von innen kennt. Ich glaube auch nicht, dass es für die nähere Zukunft angedacht ist...(Personalsparpolitik).Liebe Praktikanten, findet euren Betreuer und haltet euch an diesen mit allen Fragen - andere raten nicht, was in euch vorgeht, helfen aber meist gerne, sobald sie es wissen. Lasst euch auch die Telefonnummer oder E-mail eures Betreuers geben, damit man sich gut verständigen kann.
Viel Erfolg bei euren Praktukumsstudien wünscht euch
putzi -
Hallo zusammen,
Ich unterrichte seit 27 Jahren Englisch und Französisch am Gymnasium in allen Altersstufen (Frz ab Klasse 6). Korrigiere mir einen Wolf in allen "kleinen"Ferien, viele Wochenenden bin ich nicht ansprechbar weil zu sehr im Korrigierdruck mit eigenen und Fremdkorrekturen, Gutachtenschreiberei und anderen Dingen schulisscher Art, und Frau Ministerin sei Dank darf ich auch noch die ersten Notenvorschläge für sechs Kopfnoten pro Schüler für meinen Leistungskurs (27 Mann) UND meine Klasse (30 Mann) machen. Nein, mir reicht's. Aloha!
Dabei mag ich alle meine Schüler und mache eigentlich gern Unterricht. Und so kommt es zu der perversen Aussage, dass ich meine Arbeit LIEBE aber meinen Beruf HASSE.
ich würde diese Kombination nicht wieder wählen, und ich würde jedem Lehramtsstudenten raten , niemals zwei Hauptfächer zu kombinieren.
Liebe Grüße,
Putzi -
Ich kenne Polen nur aus meinem Privaturlaub, könnte da aber KRAKOW sehr empfehlen. Hochinteressante Altstadt mit vielen historischen Sehenwürdigkeiten (Marktplatz mit prunkvollen Tuchhallen, Marienkirche, Barbikane, Jagiellonen-Universität = heute Museum, Czartoryski-Gemäldesammlung, und vor allem den Wawel, den Hügel mit dem Königsschloss über der Weichsel. Es gibt auch ein ehemaliges jüdisches Viertel in Kazimierz, das gerade wieder hergerichtet wird.) Die Schüler messen immer alles am Shopping, auch da kann Krakow sich sehen lassen. Kinos zeigen alle Filme im Original mit Untertiteln. Verständigung auf Englisch kein Problem, solange man auf touristischen Pfaden unterwegs ist, aber viele Krakower haben auch Deutschkenntnisse.
Ausflüge in die Umgebung: ehemaliges Salzbergwerk Wieliczka, faszinierend, und natürlich Auschwitz mit Dokumentationszentrum und Führung.
Guter Reiseführer: Lonely Planet Guide Krakow
Gruß, Putzi -
Hallo Sina
unbedingt machen:
mit der Eisenbahn von Palma nach Soller fahren!!!! Unvergleichliche Landschaft, dramatische Berge!!
Wenn angekommen, mit der Straßenbahn (noch so ein Erlebnis) nach Port de Soller fahren, Fenster sind offen - die Orangen in den Gärten streifen einem fast die Nase. In Port de Soller ist ein kleiner Strand mit Cafés und vielen Spaniern und Mallorquinern.
Noch zu empfehlen: Sa Calobra mit dem Auto (ganz im Norden, schlängelnde Küstenstraße im Fels), die Höhlen von Artà, die Stadt Pollensa mitsamt Calvario,
und im Landesinneren: Landgut La Granja, liegt lauschig-schattig und romantisch im Wald, kann man besichtigen, die verkaufen auch ihre eigenen Marmeladen, Säfte etc.
Gruß,
putzi -
Hallo Laura,
das hört sich schon übel an. Was sind denn deine Fächer? Hoffentlich nicht Englisch und Deutsch! Falls ein Fach Mathe ist, wäre das schon ein bisschen besser. Du musst ganz stark rationalisieren beim Zeitaufwand - alles nicht Wesentliche weglassen!
Stelle auch fest, ob bei euch in der 11 eine Klausur pro Halbjahr geschrieben wird oder zwei. Bei uns haben die verschiedenen Fachkonferenzen da unterschiedliches beschlossen, und mein nächster Schritt wird sein, dafür zu sorgen, das sin meinen Fächern in der 11 nur noch eine geschrieben wird. Erkundige dich auch gleich bei Kollegen, die dieselben Fächer unterrichten wie du, wie sie das mit der Korrekturbelastung handhaben.
Vielleicht kannst du auch darauf dringen, dass deine beiden 12er Grundkurse am selben Termin schreiben (da die Stunden nicht gleich liegen, müsste das speziell eingerichtetet werden), damit sie dieselbe Klausur schreiben können und du nicht zwei verschiedene entwerfen musst.
Liebe Grüße,
putzi -
Hallo c.p.moritz,
das ist nichts anderes als der real existierende Mangel an Arbeitsgerechtigkeit. Hängt auch mit Fächerkombinationen zusammen. Mich trifft es wie fast immer mit 6 Korrekturen: 5x Englisch, davon 1 LK12, 1 GK 13, eine 10, eine 7, eine 5, plus eine Französisch-8. Ich korrigiere mir gewohnheitsmäßig einen Wolf, und eine Klassenleitung habe ich auch noch. Noch schlimmer sind nur die Kollegen dran, die die Kombination Deutsch und Englisch haben. Die haben teilweise SIEBEN Korrekturen. Zwei von denen haben auch noch eine Klassenleitung und machen Fahrten.
Ich werde keine Klassenfahrten mehr machen, da mir das zuviel Korrekturzeit stiehlt, das kann ich mir einfach nicht mehr leisten. Ich überlege auch, den Fachvorsitz Englisch und die Betreung der Lehramtspraktikanten abzugeben - mal sehen.
Unser Chef sagt einfach, die Verteilung ging nicht anders zu machen. Dabei hatten wir schon mal des Langen und Breiten auf einer Konferenz diskutiert, dass die Klassenleitung nicht automatisch am Hauptfachlehrer hängenbleiben muss - jemand, der in einer Klasse Bio und Erdkunde unterrichtet, kann genausogut dort die Klassenleitung übernehmen. Aber gemacht hat der Chef das nicht.
Manche Kollegen sagen mir auch, "Geh doch auf halbe Stelle, wenn du so viele Korrekturen hast", aber das habe ich schon mal mehrere Jahre gemacht und damit meine Ruhegehaltsansprüche entscheidend geschädigt.
Das Mindener Arbeitszeitkonten-Modell ist derzeit bei unserem Schulministerium (NRW) ein beliebtes Ankündigungsargument. Ich galube aber, wenn es nicht verpflichtend eingeführt wird, bringt es gar nichts, weil unser Kollegium (überwiegend NICHT Doppelkorrigierer) sich dagegen aussprechen wird und alles bleibt beim alten.Wie sieht das denn an anderen Schulen aus, kann mal jemand berichten? Danke schon mal!
Putzi -
Hallo Aktenklammer,
mich beschäftigt das auch. Unser Chef wird uns wohl auf der ersten Konferenz am Ende der Sommerferien hoffentlich angeben, welchen Vereinfachungsmodus er vorschlägt - nach den Handreichungen des Schulministeriums soll der Klassenlehrer von allen Fachlehrern seiner Klasse für jeden Schüler die Kopfnoten einholen und das arithmetische Mittel notieren, das dann für jede der sechs Kopfnoten errechnet wird. Ich nehme mal an, dass nur in Abweichungsfällen die Konferenz über Änderungen beschließt, weil sonst der Zeitaufwand nicht mehr zu rechtfertigen ist ( wir haben ca 1200 Schüler).
Ich habe aber auch noch einen Leistungskurs und befürchte, dass ich auch hier noch die Kopfnoten von allen Lehrern für diese Schüler einholen und zusammenrechnen darf - LK-Lehrer haben ja quasi eine zweite Klassenleitung!
Ich muss sofort in dieser ersten Konferenz dagegen Einwand erheben, denn mit meinen zwei Fremdsprachen, Klassenleitung und LK-Leitung bin ich meist vor Überarbeitung platt.Schüler glauben immer an Sympathienotengebung, weil sie keine Ahnung haben, wie Leistung aus der Lehrerperspektive aussieht. Dieses Problem werden wir auch nie aus der Welt schaffen, aber ich glaube, dass Vorgehenstransparenz dazu beitragen kann, dass sie ein bisschen Durchblick bekommen. Wenn man ihnen klar erläutert, wie der Weg von der einzelnen Teil-Kopfnote bis zum errechneten Mittel, das auf dem Zeugnis erscheint, verläuft, werden sie sehen, dass (ähnlich wie bei den Punktespielräumen der Zentralen Abschlussprüfung Klasse 10) ganz viele Unterschiede einfach im Rechenprozess wieder wegnivelliert werden. Ich glaube nicht, dass mehr als zwei verschiedene Notenstufen, im Ausnahmefall drei, überhaupt auf dem Zeugnis erscheinen werden.
Aber wir werden sehen - was immer auch ministeriell erlassen wird, wir müssen es tun, und zwar unabhängig davon, was wir davon halten.
Gruß,
putzi -
Hallo Hestia,
, ich zitiere hier mich selbst, denn folgendes habe ich schon in einem anderen Forum einer Studentin zu bedenken gegeben, die mit der Kombination Deutsch/Englisch liebäugelte (meine Aussagen beziehen sich auf NRW):Ich muss dir dringend von der Kombination Englisch-Deutsch fürs Lehramt am Gymnasium abraten!! Ich bin selbst am Gymnasium und kann dir aus Erfahrung versichern, dass diese Kombination zur garantierten Arbeitsüberlastung führt. Erstens dauert es nicht nur einen Nachmittag, eine Klassenarbeit zu korrigieren. Und an Klausuren sitzt man mindestens zwei Wochen, zusätzlich zur normalen Arbeit. Aber Englisch und Deutsch sind nicht nur am arbeitsaufwändigsten, sondern sind zusammen mit Mathe die drei Fächer, die von Düsseldorf in zunehmender Regelmäßigkeit mit nicht vorhersehbarer Mehrarbeit überschüttet werden, ohne dass man da etwas ablehnen kann: Parallelarbeiten, Zentrale Lernstandserhebungen, Zentrale Abschlussprüfungen, all das betrifft nur Englisch, Deutsch und Mathe, und wenn du eine Kombination dieser Fächer hast, bist du von der Mehrarbeit auch noch doppelt betroffen. Auch beim Zentralabitur ist man angeschmiert: zwar kommen die Prüfungsaufgaben aus Düsseldorf, aber gemacht werden sie von nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Lehrern, das heißt, dich kann es auch treffen, und das ist eine elende Riesenarbeit, für die es weder Entlastung noch sonst einen Ausgleich gibt. Aber selbst wenn diese Aufgabe dich nicht trifft, musst du immer noch die Vorabiklausur (nach den neuen Vorgaben sehr zeitaufwändig!!) selbst aufstellen. Mathe: EINE Vorabiklausur. Deutsch: es müssen ZWEI zur Auswahl gestellt werden, doppelte Arbeit. Englisch: zwei zur Auswahl aufstellen, PLUS: die zwei müssen in sich noch einmal Wahlaufgaben zur Auswahl enthälten. Etwa vierfacher Arbeitsaufwand. Es müssen nicht nur einfach die Klausuren und Fagestellungen geliefert werden, sondern auch die zugehörigen Musterlösungen als Punkteauswertungsbögen für die zwei Klausuren, plus noch mal separat für die beiden Auswahlaufgaben, die in jeder der beiden Klausuren enthalten sein müssen.
Wenn du Pech hast und ein Schüler krank ist, kannst du für diesen einen das ganze Arbeitspaket noch einmal ganz neu machen, oft liegen nur wenige Tage zwischen Vorabiklausur und Nachschreibetermin. Extra Zeit dafür bekommst du nicht, die Mittel-und Unterstufenarbeiten wollen in der Zeit selbstverständlich auch korrigiert werden.
Dass du mit deinen Schülern ins Theater gehst, aber nicht statt, sondern zusätzlich zur Unterrichtsvorbereitung, und dass du Schul- und Austauschfahrten zusätzlich zur normalen Arbeit und ohne Dienstreisekostenerstattung auch noch leisten darfst, all das sind Sachen, die man mit Religion und Physik schlicht und einfach nicht hat.
Die Arbeit ist bei gleicher Bezahlung extrem ungleich verteilt, und die stärkste Arbeitsüberhäufung liegt auf der Kombination Deutsch-Englisch, gefolgt von Englisch-Französisch und Deutsch-Französisch.
"Ach das bisschen mehr Arbeit" wird von Lehramtsstudenten hoffnungslos unterschätzt, von der Studienberatung wird nicht darüber informiert (weil es dort keiner weiß, denn die sind ja nicht selbst im Schuldienst), und Schulpraktikanten bekommen von genau dieser Art Arbeit überhaupt nichts zu sehen, da sie sich ja nur auf den Unterricht konzentrieren. Die Unterrichtsstunden machen aber nur etwa ein Drittel der Gesamtarbeitszeit eines Deutsch-und Englischlehrers aus. Meist ist er auch noch Klassenlehrer (das sind immer die Kernfachlehrer, nicht die mit Religion und Physik), so dass von daher auch noch Extraarbeit anfällt, die beim Lehramtsstudium keiner wahrhaben will.
Ich rate dir dringend, tu dir selbst einen Gefallen und kombiniere Deutsch nicht mit Englisch. Falls du es doch tust, wirst du es garantiert bereuen.
Glaub mir, ich bin kein Burnout-Fall und liebe meinen Beruf. Aber ich hasse die permanente Überarbeitung, die niemand anerkennt. Jeder erzählt dir was von deinem angeblichen Halbtagsjob und den vielen Ferien. Dass du die (außer den Sommerferien) komplett zum Korrigieren verbrauchst, glaubt dir eh niemand, aber Korrigieren am 24. 12. und am 1. 1. sind nix Ungewöhnliches.
Überlege also bitte noch einmal, od du nicht andere Kombinationsmöglichkeiten hast.
In aller Aufrichtigkeit,
Putzi -
Lasst Euch nicht aus Bequemlichkeit die Begriffe verbiegen. Der Schüler soll eine inhaltliche und sprachliche EIGENLEISTUNG erbringen. Auswendiggelerntes hinschreiben ist keine inhaltliche und sprachliche EIGENLEISTUNG, sondern der Versuch, die geistige Leistung eines anderen als seine eigene zu verkaufen.
Für die angegebene Textstelle gibt es keine Quelle im Internet, aber der Text ist so offensichtlich nicht von Schülerhand, dass ich das zum Thema in der Klasse machen würde. (Ohne mich groß an diesem einen Fall anzuhängen - das geht nur mit Nachweis der Quelle.)
Aber die Schüler sind oft so arglos, dass sie in bester Absicht auswendiglernen und nicht ahnen, dass das nicht akzeptabel ist. Man muss ihnen irgendwann im Unterricht VOR der nächsten Arbeit klarmachen, dass der Sinn der Arbeit ist, eine inhaltliche UND sprachliche Eigenleistung zu erbringen. Ich würde ihnen auch erklären, dass abgekupferte oder auswendiggelernte Stellen dem geübten Lehrerauge immer sofort auffallen, weil der Kontrast zum Rest der Arbeit so drastisch ist. Hat der Schüler erst mal das Misstrauen des Lehrers geweckt, ist dieses schwierig wieder wegzubekommen - es sei denn, man schreibt hinfort nur noch grundehrlich Selbstformuliertes.Wenn der Lehrer das einmal klargestellt hat, sehen sie es durchaus ein.
Gruß,
PutziPS Sollte man die Quelle finden und kopieren/ausdrucken können, muss man den Schüler vor Rückgabe der Arbeit beiseite nehmen und ihn damit konfrontieren. Nicht vor versammelter Mannschaft - für den Betreffenden ist es auch so schon peinlich genug, und eine nachweisbare Täuschung ist auch dann noch eine, wenn man denjenigen nicht in flagranti erwischt.
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