Beiträge von wieder_da

    Falls du im Ruhrgebiet bist: Viele Seiteneinsteiger übernehmen hier früher oder später eine Klasse.

    Fachlehrer für Musik: Ich würde niemandem empfehlen, 28 Wochenstunden Musik zu unterrichten. Wir machen ja als Musiker einen aktiven Musikunterricht und singen, trommeln, spielen ein Instrument und animieren die Kinder. So einen Unterricht in immer wechselnden Klassen hältst du bei 28 Wochenstunden nicht lange durch. Mich kostet eine einzelne Musikstunde in einer anderen Klasse genausoviel Energie wie zwei Stunden Mathe und Deutsch in meiner eigenen Klasse.

    Ah, OK. Ich wollte dir das auch nicht nahelegen, aber ich würde bei so einer außergewöhnlichen Belastung eben auch darin die Ursache fürs Einschlafen sehen und nicht in der Arbeitsbelastung. Nicht, dass es überhaupt so einfach wäre, die Ursache einzugrenzen. Aber die Arbeitsbelastung und die Dienstzeiten teilen du und dein Kollege ja mit den anderen. Täglich drei Stunden Autofahren dagegen nicht.

    Wie gesagt, wegen solcher Sachen bin ich schon wiederholt vor der Klasse vorne über gekippt und auf dem Pult eingepennt. Das sind dann halt die Folgen. Auch unsere Arbeitskraft ist endlich.

    Ich lese das gerade. Weiß gar nicht, warum mir dieses Unterforum angezeigt wurde 🤷‍♂️

    Du bist es doch, der einen Arbeitsweg von > 100 km hat, richtig? Ich bin eine zeitlang einmal wöchentlich 70 km zum Seminar gefahren und empfang das als Belastung. Jemand anders ist hier dreimal wöchentlich 70 km hin und wieder zurück gefahren, um seiner Sportmannschaft treu zu bleiben, und hat das irgendwann eingestellt. Von Kollegen, die im Unterricht eingeschlafen sind, habe ich allerdings nie auch nur gehört. Kurz: Die Arbeitsbelastung mag (zu) hoch sein, aber denkst du nicht, dass 1000 km Autofahren in der Woche dich ebenso schlauchen wie fünf Unterrichtsstunden?

    wieder_da

    Der Fehler liegt bei den 45 Stunden. Es sei denn, du arbeitest in den Ferien nicht Und nutzt diese überwiegend um Urlaub zu machen oder die durch die 45 Stunden außerhalb der Ferien angefallenen Überstunden wieder abzubauen.

    Nein, da ist kein Fehler. Ich bekomme im Jahr 1.886 Stunden bezahlt. Grob überschlagen arbeite ich in den Sommerferien 80 Stunden und in den drei kürzeren Ferien insgesamt 50 Stunden. Bleiben 1.756 Stunden während der 40 Schulwochen. 1.756:40=43,9 Stunden Arbeitszeit während jeder der 40 Schulwochen.

    Du meinst ja mit „Fehler“ bestimmt nicht die 1,1 Stunden Differenz zu den von mir zunächst genannten 45 Stunden. An meiner Schulform, in meiner Stadt und den Nachbarstädten arbeitet außerhalb der Ferien _jede_ Kollegin in Vollzeit mehr als 41 Stunden. Ebenso kann aber auch _jede_ Kollegin während der Ferienzeit 35 oder 40 oder 45 Tage Urlaub machen (nenn es von mir aus Überstundenabbau). Lass uns das doch bitte und nimm es uns nicht durch ein gut gemeintes Arbeitszeitgesetz.

    Übrigens macht diese Verteilung auch Sinn. Die allermeiste Arbeit fällt in der direkten Arbeit mit den Kindern und im Kontakt zu den Eltern an. Während der Ferien 120 Klausuren à 30 Minuten korrigieren: Das gibt es in der Grundschule nicht.

    *Nein, ich kenne nicht jede Kollegin. Für die 20-25 Kolleginnen, von denen ich es weiß, stimmen meine Zahlen aber. Mein Schulleitungsteam übrigens eingeschlossen.*

    An dem Punkt gehen dann unser beider Ansichten auseinander. Das lässt sich auch dann nicht weiter ausdiskutieren sondern liegt an unterschiedlichen Positionen. Das Arbeitszeitgesetz hat schon seinen Grund.

    Manchmal müssen Arbeitsschutzvorschriften die KuKs auch vor sich selber schützen🤷

    Das klingt jetzt aber schon so, als wenn du _eigentlich_ recht hättest. Man könnte dasselbe Argument aber auch aus der Position vom Frosch heraus bringen: Ich möchte nicht 45 Stunden an fünf Tagen arbeiten. Ich möchte das auf sechs oder sieben Tage verteilen. Ich wünsche mir ein Arbeitsschutzgesetz Arbeitszeitgesetz, das mich vor 9 Stunden-Tagen schützt.

    Ich weiß ja nicht, was deine Motivation für den Schuldienst war - meine war definitiv nicht der Beamtenstatus. Alles, aber nicht das. Auch nicht das damit verbundene Mehr-Geld. Wenn es das gewesene wäre ... hätte ich gar nicht erst studiert.

    Um es mathematisch auszudrücken: Der Beamtenstatus war nicht hinreichend, wohl aber notwendig.

    Das stimmt doch überhaupt nicht??!!

    Zum Thema Angestellter Lehrer: ich weiß, dass ich dann immer noch besser verdiene als wenn ich als Erzieherin arbeite. Aber die gleiche Arbeit wie meine Kollegen zu machen für weniger Geld. Dann arbeite ich lieber auf Augenhöhe für insgesamt weniger Geld? Könnt ihr das nachvollziehen?

    Nein! Allenfalls dann, wenn du nicht wegen des Geldes arbeitest, also durch Erbe, Partner o. ä. das Geld zum Leben bereits da ist. Aber wirklich: Es geht bei Jobs wie Erzieherin um 2.500 bis 4.000 € monatlich, als angestellte Lehrerin um 3.500 bis 5.500 € monatlich (alles brutto).

    Die besagte Lehrerin ist im gemeinsamen Haushalt ansässig und ich möchte ihr belastbare Argumente/Vorgehensweisen für die Zukunft liefern, so dass sie gesundheitlich eben nicht irgendwann ihre Grenzen überschreitet. Das (be)trifft mich auch mit.

    Und: Die Wahrnehmung eines Problems ist in der Außenperspektive manchmal leichter und ermöglicht einen rationaleren Umgang damit.

    Und die Argumentation wird natürlich auch dem GS-Freundinnenkreis helfen können ;)

    Ich würde einfach beim nächsten Mal die Schulleitung bitten, mögliche Nächte zu benennen, bei denen am nächsten Tag ein Ausplanen möglich ist. Und darauf hinweisen, dass es sonst keine Lesenacht geben wird, weil das Unterrichten nach vier, fünf, sechs Stunden immer wieder unterbrochenem Schlaf nicht zumutbar ist. Bei uns ist es z. B. selbstverständlich, dass sowohl Kinder als auch LehrerInnen nach dem Aufräumen und Frühstücken nach Hause gehen. Auf Paragraphen würde ich allerdings in so einem Gespräch keinen Bezug nehmen.

    Aufrichtiges Interesse: Wie kommt es denn, dass du dich eines Sachverhalts annimmst, der dich gar nicht betrifft und der ja anscheinend von der betreffenden Lehrerin gar nicht als Problem wahrgenommen wird? Und Tipps gibst, wie man sich verhalten sollte, wenn man selbst in der beschriebenen Situation ist? Machst du dir Sorgen um dein Kind, das Teilnehmer dieser Lesenacht war? Oder entgeht mir hier irgendwas völlig?

    Bemerkenswert: Ich scrolle auf einem iPad von oben nach unten durch die Beiträge. Wenn ich unter einem Beitrag einen „verwirrt“-Smilie sehe, erwarte ich mittlerweile als nächstes einen Beitrag, ich dem state_of_Tance ihre/seine Verwirrung erläutert. Oft erfüllt sich meine Erwartung, dass der Smilie von ihr/ihm kam.

    Ist halt die Frage, was die Aufgabe ist. Bei „Rechne immer minus 2“ ist 15, 13, 10, 8, 6, 4, 2, 0 ein Fehler, weil einmal minus 3 gerechnet worden ist. Wenn eine Zahlenfolge 15, 13, 11, 9, 7, 5, 3, 1 auswendig gelernt wurde und jetzt so wie oben wiedergegeben werden soll, sind es sechs Fehler. Wobei das bei uns nicht gemacht wird, vielleicht mit Ausnahme der Einmaleins-Reihen. Also 2, 4, 6 … vielleicht schon und vielleicht auch 20, 18, 16 … . 1, 3, 5 … oder 19, 17, 15 … dagegen werden nicht aufgesagt oder auswendig gelernt.

    Ich würde es strenger bewerten. Gerade und ungerade Zahlen sind in Klasse 1 meist nicht einmal ein Problem. Wie viele Fehler gebt ihr denn, wenn ein Kind in einem Diktat mit 10 Satzanfängen 5 Sätze mit kleinem und 5 Sätze mit großem Buchstaben beginnt? Ist das dann nur 1 Folgefehler? Und hat dann derjenige, der nur 1 Satz klein beginnt auch einen Fehler, so wie der, der 5 Sätze klein beginnt? Bei der bösen Frau Zauberwald ist das jedes Mal ein Fehler. :flieh:

    Ich glaube, du müsstest den Ausgangspost nochmal lesen. Dein Beispiel mit den 10 Satzanfängen passt überhaupt nicht zu der Situation, die dort beschrieben wurde.

    2. Stattdessen handelt es sich um eine normale Folge. Jede Folge kann aber beliebig fortgesetzt werden. Sprich diese Mustererkennungsaufgaben, die da gerne gestellt werden und sich auch oft in Intelligenztests finden, treffen mehr eine Aussage über die mathematische Unkenntnis des Aufgabensteller, als über die des Prüflings. Persönlich wäre ich mit solchen Aufgaben daher extrem vorsichtig oder würde die Aufgabenstellung deutlich präzisieren. Wenn da als Aufgabe tatsächlich "Rechne immer -2" stand ist das ok. Wenn die Aufgabe einfach nur "Setze fort" gefolgt von der Teilfolge war, ist das ein Problem.

    Letztlich ist das ein großartiges Beispiel, wie traditionell Fehlvorstellungen im Mathematikunterricht geprägt werden. (Hier die Fehlvorstellung von Teilfolgen auf eindeutige Bildungsregeln schließen zu können.)

    OK, verstehe ich. Aber würdest du denn in der Grundschule anders arbeiten, um diese Fehlvorstellung gar nicht erst zu entwickeln? Und wie könnte das aussehen?

    1, 2, 3. Bei uns sollten die Kinder hier erkennen, dass sie durch Addition von 1 zur nächsten Zahl kommen und dass die nächste Zahl 4 lautet. Als Erwachsener weiß ich, dass die nächsten Zahlen 5, 8, 13 lauten können: Fibonacci bzw. ein Ausschnitt daraus. Oder 5, 7, 11: Primzahlen (OK, da stört die 1). Oder 24, 9, 312. Da könnte ich jetzt keine Regel benennen.

    Aber ein Grundschulkind muss doch erstmal einen Begriff von Zahlenfolgen entwickeln und die Fähigkeit, Muster/Regelmäßigkeiten zu erkennen, bevor man dann, auf einem kognitiv viel anspruchsvolleren Level und auf einer Metaebene, die Eindeutigkeit von Zahlenfolgen wieder relativieren kann. Oder siehst du einen Weg, das in einem Rutsch zu machen?

    Lass dich mal nicht durcheinanderbringen. Du interessierst dich ja explizit für die OBAS, das ist eine Ausbildung, die dem normalen Vorbereitungsdienst gleichwertig ist. Und dies es unter dieser Bezeichnung auch nur in NRW gibt. Warum Antworten zu anderen Formen des Seiteneinstiegs aus anderen Bundesländern kommen, weiß ich nicht.

    Ist dir denn bewusst, dass du für die OBAS ein zweites Fach zwingend brauchst?

    Meine Erfahrung ist anders als die von chilipaprika, nämlich, dass sich die meisten Seiteneinsteiger durchaus einfach auf Stellen beworben haben, die in LOIS ausgeschrieben waren. Allerdings kenne ich eher Leute mit Fächern, die nochmal gesuchter sind als Mathe. Es kann nicht schaden, einen Fünfzeiler aufzusetzen, deinen Lebenslauf anzuhängen und das Ganze an fünf bis zehn Schulen zu schicken, die du dir möglichst bewusst ausgesucht hast.

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