Beiträge von wieder_da

    Dann kauf' doch jetzt eine Gitarre im Internet. Deine Suche zieht sich ja wohl schon einige Zeit hin und … na ja, du suchst eine Einsteiger-Gitarre und nichts fürs Studium. Klar ist im Laden kaufen und ausprobieren die erste Wahl, aber ganz ehrlich: Auch das Gehör/der Geschmack muss sich ja erstmal entwickeln. Es kann auch sein, dass du als Anfängerin im Laden reinfällst: Die Gitarre muss es sein, die Saiten greifen sich so butterweich … und erst vier Wochen später merkst du, dass die Saitenlage viel zu tief ist.

    Mit der Harley Benton kannst du für den Preis nichts falsch machen. Wenn sie nichts ist, schickst du sie wieder zurück (30 Tage lang) oder verkaufst sie mit 30 € Verlust an jemanden, der sie dann bei dir abholt. Ich würde allerdings nochmal 20 € drauflegen: https://www.thomann.de/de/harley_bent…ine_cld_16s.htm

    Für diese Korn Hausmarke Konzertgitarre fiele mir jetzt kein Argument ein??!! Dann schon eher die hier: https://www.thomann.de/de/fender_esc1…ations_379596_2

    Noch was. Was CDL schreibt, stimmt natürlich: Vor 30 Jahren hat sich kaum jemand, vor allem aber kein Anfänger, Gedanken um Sattelbreiten etc. gemacht. Es gab keine Online-Shops, keine Produktion in Asien … die Auswahl und auch die Informationen waren einfach nicht so groß. Wenn du jemand bist, der gerne auf solche Werte guckt, dann sollte das neben der Sattelbreite, dem Korpus (Größe? Abschrägung?) auch die Mensur sein. Das ist die Länge der schwingenden Saite, also vom Sattel bis zum Steg. Wenn die Mensur etwas kürzer ist, zum Beispiel 640 oder 645 mm, dann liegen die Bundstäbchen näher beieinander.

    Und: Nicht vergessen, dass Körpergröße und Länge der Finger nicht alles ist. Wenn du regelmäßig übst, wirst du mit der Zeit auch immer beweglicher und kannst die Finger besser strecken und spreizen.

    Mit einer Konzertgitarre (=Nylonsaiten) liegst du richtig. Die Stahlsaiten einer Westerngitarre können am Anfang wirklich wehtun. Keine Sorge, du kannst auf einer Konzertgitarre alles sowohl in dieser „aufrechten Haltung“, vielleicht sogar mit Fußbänkchen, spielen als auch mit der Gitarre in waagerechter Haltung.

    Noten lesen muss man nicht können, man kann praktisch alles anhand von Akkordsymbolen aufschreiben (manche sprechen da von „Griffen“, C-Dur, E-moll usw.) oder aber mit Tabulaturen. Das ist eine spezifische Notationsweise für Zupfinstrumente.

    Es ist Quatsch, dass alle Erwachsenen eine 4/4-Gitarre spielen müssten. Eine Kommilitonin mit Hauptfach Gitarre hatte etwa deine Körpergröße und ist während des Studiums auf ein 7/8-Instrument gewechselt. Kleiner würde ich aber nicht wählen, weil schon mit der Größe auch der Klang abnimmt.

    Sattelbreiten gibt es heute ganz verschiedene. Eine eher geringe Sattelbreite von 46 bis 48 mm wäre für den Anfang wohl das richtige.

    Gebrauchte Konzertgitarren gibt es wirklich wie Sand am Meer und oft zu guten Preisen. Der Haken wird wohl sein, dass du in einer nicht so dicht besiedelten Gegend wohnst. Es ist eigentlich nicht die Aufgabe eines Lehrers, mit seinem Schüler im Laden ein Instrument auszusuchen. Was der Musikladen dir aber anbieten sollte ist, dass du z. B. zwei Gitarren mal für zwei Tage mit nach Hause nimmst und deinem Lehrer zeigst. Also, sobald du einen hast.

    So wie du schreibst, habe ich den Eindruck, du machst das schon!

    Die Inhalte des Studiums kannst du dir zu großen Teilen selbst draufschaffen. Ob du mit mehr als 40 Leuten in einer Veranstaltung sitzt, dir zuhause einen Livestream der Vorlesung ansiehst oder ein gutes Buch zum Thema liest, macht an sich keinen großen Unterschied, wenn man nicht jemand ist, dem selbständiges Arbeiten nicht liegt.

    Natürlich gibt es in manchen Bereichen auch große Nachteile: Musikgeschichte oder -theorie kannst du alleine besser lernen als Chorleitung, Orchesterleitung oder das Spielen im Ensemble.

    Wie sieht es in BW mit Praktika aus?

    In Mathe und Musik sind die Studieninhalte Welten von der Unterrichtspraxis entfernt (wobei es natürlich eine Schnittmenge gibt). Sachunterricht Physik weiß ich jetzt nicht. Mit der Fachdidaktik kann man Glück oder auch Pech haben, selbst ohne Corona. Aber bevor du fertiger Lehrer bist, kommt ja noch das Ref. Ich denke daher, dass du dein Studium mit einem guten Gefühl weiterführen und zu Ende bringen kannst.

    Ich mag mich täuschen, aber in NRW spricht man von Inklusion, wenn Kinder mit Förderbedarf auf die allgemeinbildenden Schulen gehen.

    Mein Verständnis (NRW Grundschule): Bei Inklusion kann es in jeder Klasse eines Jahrgangs Kinder mit Förderbedarf geben. Eine Sonderpädagogin gehört zum Klassenteam jeder dieser Klassen und ist, wegen der Vielzahl der Klassen, vielleicht zwei oder vier Wochenstunden in jeder Klasse.

    Integration hatte ich an einer Gesamtschule so kennengelernt: In einer Klasse eines Jahrgangs gibt es Kinder mit Förderbedarf. Eine Sonderpädagogin/ein Sonderpädagoge ist vielleicht zwölf, vierzehn, sechzehn Wochenstunden in dieser Klasse - es ist ja nur die 5a und nicht auch die 5b, c und d. Der Klassenraum hat einen Nebenraum und ggf. weitere, besondere Ausstattung und ist möglichst auch barrierefrei erreichbar.

    Deckt sich das mit euren Begriffen von Inklusion und Integration?

    Der Haken an der Inklusion - in meiner Erfahrung - ist halt, dass die ganzen Ressourcen auf so viele Klassen verteilt werden, dass entweder die Kinder überhaupt nicht angemessen gefördert werden oder aber die Lehrerinnen dauerhaft 150% fahren. Das war an der integrativen Gesamtschule deutlich besser, wobei durchaus Kinder darunter gelitten haben, dass z. B. „die anderen eh viel schlauer“ sind. Für diese Kinder wäre das beste Umfeld eine Förderschule gewesen (auch diese Schulform kenne ich aus einem Jahr Zivildienst). Meiner Ansicht nach wäre für die meisten Kinder mit Förderbedarf eine gut ausgestattete Förderschule ein viel besseres Umfeld als eine inklusive Schule, wenn diese so umgesetzt wird wie ich das bisher eigentlich immer erlebt und gehört habe.*

    *Bezieht sich natürlich vor allem auf den Förderbedarf Lernen, eine geistig total fitte Rollifahrerin hat es vielleicht in der Inklusion besser.

    Die Frage, die sich daran anschließt wäre ja: Was geschieht, wenn mehr Testergebnisse positiv sind?

    Die Antwort steht im Artikel: Nix passiert, es sei denn es steigt exponentiell in den Schulen.

    Das finde ich aber auch richtig. Du nicht? Schulen sollten geschlossen werden, wenn es durch den Schulbesuch zu signifikant mehr Infektionen kommt*. Aber dazu kann man eben nicht einfach die Infektionszahlen von Mitte Januar und Ende Dezember vergleichen. Insofern finde ich, dass es an der zitierten Aussage überhaupt nichts zu kritisieren gibt.

    *Auch dann müsste man aber noch die unterschiedlichen Folgen von Schulschließungen gegeneinander abwägen.

    Voraussetzung dafür ist aber auch, dass es mehr Infektionen in der Schule gibt. Also: was heißt das dann, wenn man mehr findet? Herr Kutschaty? *kopfkratz*

    Dass mehr getestet wurde :autsch:

    Aber vermutlich sind die Infektionsfälle dann alle im außerschulischen und nicht im schulischen Bereich aufgetreten. :pfeifen:

    Wobei man das hier auch folgendermaßen verstehen kann (ich verstehe es auch so): Wenn alle Kinder ab dem 10.1. zwei- bis dreimal wöchentlich getestet werden, wird es mehr positive Ergebnisse geben als während der Ferien, wo viele Kinder gar nicht, viele vereinzelt und nur einzelne Kinder regelmäßig getestet wurden.

    Ich. Die Schülerin hat die Arbeit gefälscht, um an eine bessere Note zu kommen. Das soll keine Fälschung „bei“ einem Leistungsnachweis sein? Was sit die Mitteilung an die Schülerinnen? Nach dem Gong ist alles erlaubt? Fälschungen werden dann durchgewunken?

    Wie genau „bei“ zu verstehen ist, müssten dann wohl im Zweifelsfall Gerichte klären.

    Etwas albern, aber es illustriert meinen Blick auf die Sache ganz gut:

    Bahnfahren ohne Fahrschein ist verboten. Banküberfälle sind verboten. Wenn jetzt jemand mit Fahrschein zur Bank fährt und dort seinen Überfall durchführt, dann kann man ihn für den Überfall belangen. Aber nicht für Bahnfahren ohne Fahrschein.

    Insofern: Nein, es soll gar nichts durchgewunken werden. Der nachträgliche Täuschungsversuch sollte mit den Ordnungsmaßnahmen etc. bestraft werden, die zur Verfügung stehen. Die sollten aber nicht die ohne Täuschung erreichte Note betreffen.

    ba wü:

    "

    (6) Begeht ein Schüler bei einer schriftlichen Arbeit eine Täuschungshandlung oder einen Täuschungsversuch, entscheidet der Fachlehrer, ob die Arbeit wie üblich zur Leistungsbewertung herangezogen werden kann. Ist dies nicht möglich, nimmt der Fachlehrer einen Notenabzug vor oder ordnet an, daß der Schüler eine entsprechende Arbeit nochmals anzufertigen hat. In Fällen, in denen eine schwere oder wiederholte Täuschung vorliegt, kann die Arbeit mit der Note "ungenügend" bewertet werden."

    demnach muss ich entscheiden, ob es eine schwere Täuschung ist oder nicht. Zu schweren Täuschung sagt mein Bundesland:

    Gerade nachdem dieser Passus jetzt zitiert wurde, verstehe ich nicht, warum die ursprüngliche Note verändert werden sollte. „Bei einer schriftlichen Arbeit“ steht dort und das ist hier nicht der Fall - es sei denn, man versteht „bei“ nicht als „während“, sondern als „im Zusammenhang mit“, aber würde jemand das so interpretieren?

    Dass das ein dreister Täuschungsversuch ist, bleibt dabei natürlich unbestritten und damit sollte es auch deutliche Konsequenzen geben. Ich denke aber nicht, dass dabei die ursprüngliche, ohne Täuschung erreichte Note verändert werden sollte.

    Mich überrascht bei den Coronademonstrationen, wie sich einige Leute instrumentalisieren lassen. Ob es wirklich so viele Hardliner in Bezug auf Corona gibt? Oder geht es bei einigen grundsätzlich darum, gegen die Staatsmacht zu demonstrieren, Themen austauschbar?

    Ich glaube, letzteres ist der Fall! Wobei das gar nicht die Menschen sind, an die ich denke. Meines Wissens sind 18% der Menschen ab 18 nicht geimpft, das sind ja viele, viele mehr als die Demonstranten.

    Ich könne mir vorstellen, dass die vielen Impfgegner im Osten noch eine traumatische Erfahrung der DDR- Diktatur in sich tragen und sich von niemandem bestimmen lassen wollen.

    Das kann sein, ich höre manchmal aber auch das Gegeteil: „Früher in der DDR hätte man einfach mitgemacht, was von oben vorgegeben wird. Da hat sich nicht jeder zu allem eine Meinung gebildet und die auch noch nach außen vertreten.“


    Das Problem bei dieser Pandemie ist die Geschwindigkeit: die Pandemie kam schnell, der Impfstoff ebenso.

    Ja, das glaube ich auch. Technischer Fortschritt, die Verbreitung von Nachrichten und auch die Verbreitung des Virus - das alles geht viel schneller als vor Jahrzehnten und Jahrhunderten. Damit umzugehen, ist eine Herausforderung und nicht selbstverständlich.

    Wie kommst du denn auf die Idee, dass man als rational denkender Mensch nicht mehr emotional ist? Rationalität und Kunst schließen sich so überhaupt nicht aus, auch nicht Rationalität und Intuition.

    Da stimme ich dir absolut zu! In einem Menschen wirkt natürlich immer beides. Und wenn ich ein Stück übe und mir Fingersätze mache oder wenn ich ein Bild male und mir Gedanken über Farbkomposition oder den Goldenen Schnitt mache, spielt der Verstand auch in Musik und Kunst eine große Rolle.

    Aber wenn mich ich rein rational für oder gegen ein Musikstudium entscheide, dann werde ich es wahrscheinlich sein lassen: Eine gut bezahlte Orchesterstelle kriegen vielleicht 2% oder 5% der Absolventen. Ich weiß auch nicht, ob Apple jemals gegründet worden wäre, wenn die drei nicht einfach tierisch Bock darauf gehabt hätten. Wie groß war damals wohl die Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg?

    Jede hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten.

    Sollen sie denken, was sie wollen, solange sie gesellschaftlich akzeptabel handeln.

    Finde ich schwierig (aber das sprengt hier vielleicht den Rahmen). Was bedeutet denn „gesellschaftlich akzeptabel“? Maske tragen oder sich impfen lassen? Was soll mit denen geschehen, die sich nicht impfen lassen wollen?

    Hier klingt wahrscheinlich durch, dass ich (noch) gegen eine Impfpflicht bin. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind das eine, aber Menschen sind ja eben keine Computer. Wenn ein Mensch Ängste, Sorgen, Vorbehalte hat, dann sind diese Ängste, Sorgen und Vorbehalte Tatsachen, mit denen man umgehen muss. Ob sie evidenzbasiert sind, eine wissenschaftliche Grundlage haben, rational sind … das steht für mich auf einem anderen Blatt. Man darf die Ängste, Sorgen, Vorbehalte nicht übergehen oder ins Lächerliche ziehen, auch wenn sie all das nicht sind.

    Wenn du mehrere Uniabschlüsse hast, ist dir hoffentlich klar, dass es in der Wissenschaft nicht darum geht, sich die "Meinung" herauszusuchen, die einem am besten gefällt.

    Wir sind aber alle keine Wissenschaftler bzw. wir haben, bis auf einzelne Ausnahmen vielleicht, keine wissenschaftliche Expertise in Sachen Corona. Ich glaube, mir geht es darum: Ja, ich bin im Team Lauterbach und Nguyen-Kim. Das bin ich aber nicht, weil ich Daten und Argumentationen von diesen beiden sowie von Wodarg, Bhakdi etc. geprüft habe und dann zum Schluss gekommen bin, dass Lauterbach und Nguyen-Kim die wissenschaftlichen Gütekriterien besser erfüllen. Höchstwahrscheinlich tun sie das. Ich kann das aber nicht nachprüfen, sondern ich folge einem Narrativ. Ich will das übrigens nur aufzeigen, ich sehe darin gar keinen Widerspruch zu deiner Aussage!

    Zudem hat CDL nicht gesagt, sie respektiere die Person nicht, sondern sie hat sich darüber geärgert, dass ein Austausch von Gefühlen und natürlich Fakten nicht erwünscht gewesen sei, aber CDL sich gleichzeitig anhören sollte, was die Person denn so finde und meine.

    Das kann sein, dann habe ich die drei Smilies falsch gedeutet.

    Ich sehe das vielleicht anders. Allein schon dein Beispiel: "Manche hören auf vernünftige Experten (Mai Thi Nguyen-Kim), andere auf Spinner (Wodarg, Bhakdi)" ist eine Relativierung, die ich nicht mittrage. Es stimmt natürlich, dass das so ist, aber du implizierst eine Gleichberechtigung, die ich weit von mir gewiesen haben möchte.

    Ich weiß nicht, was "respektieren" genau bedeutet, vielleicht liegt mein Befremden daran.

    Ich kann jetzt natürlich keine elaborierte Theorie präsentieren. Im Grunde passt hier meine Antwort an karuna: Tatsächlich wollte ich keine Gleichberechtigung implizieren. Fachleute werden die Aussagen und Texte der drei Personen bewerten können und dann wahrscheinlich Mai Thi Nguyen-Kim besseres wissenschaftliches Arbeiten, eine bessere Interpretation der Daten, ein Näher-dran-sein an den objektiven Fakten attestieren. Aber ich kann das nicht.

    Was „respektieren“ bedeutet … tatsächlich würde ich wohl weder Wodarg noch Bhakdi als „Spinner“ bezeichnen. Ja, die haben sich auch m. E. verirrt, haben vielleicht Scheuklappen auf, sind vielleicht irgendwie gefangen in einem Netz aus Aussagen von ihnen selbst und aus ihrem Umfeld. Aber eine andere Wortwahl würde ich mir trotzdem vorstellen.

    (…) , und das verbietet sich einer Lehrkraft ja ohnehin - denn wir bringen ja bei, Richtiges von Falschem zu unterscheiden und bewerten das sogar.

    Ja, aber: Die Pandemie ist ein Ereignis, in dem wir gerade stecken. „Richtig“ und „falsch“ haben da nicht bei jeder einzelnen Frage denselben, absoluten Status wie 1+1=2 (richtig) oder „Hamburg war eine römische Siedlung“ (falsch). Solange sich z. B. Impfempfehlungen alle drei Monate ändern, muss man Verständnis für alle aufbringen, für die sich, wie für CDLs Verwandte, einfach manches „falsch anfühlt“.

    Damit wäre das Problem benannt.

    Ich weiß nicht: Als rein rationale Wesen hätten wir vielleicht 98% Impfquote. Es würde aber vielleicht auch niemand mehr Musik studieren, ein Buch schreiben oder ein Bild malen. Vielleicht würde auch niemand mehr jahrelang all seine Kraft und Zeit in ein Biotechnologie-Unternehmen stecken, wenn doch die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns vielleicht größer ist als die eines Erfolgs.

    Ich weiß nicht, ob ich die oben beschriebene Tatsache (Menschen sind nicht rein rational) als ein Problem ansehen würde (= etwas, das es zu bekämpfen, zu beseitigen gilt) oder als eine Herausforderung (= etwas, mit dem wir einem Umgang finden müssen.)

    Um damit zurückzukommen zum Thema Impfen: Ich habe jetzt an Weihnachten tatsächlich ein Familienmitglied entdeckt, welches noch nicht geboostert ist und das Boostern mit der Begründung ablehnt aktuell, (…) weil, wenn man jetzt alle paar Monate wieder nachimpfen müsse, sich das "falsch anfühle". Eine Diskussion war komplett unerwünscht, dafür sollten diese Gefühle aber bitte respektiert werden. :schreien::autsch::staun: (

    Ich bin an sich pro Impfen und bin auch selbst geimpft und geboostert. Trotzdem bin ich der Meinung, dass solche Gefühle tatsächlich respektiert werden müssen, auch wenn sie vielleicht nicht auf einer rationalen Grundlage beruhen.

    Unser Weltbild beruht nicht (nur) auf objektiven Fakten, sondern (auch) auf Narrativen aus unserer Gesellschaften, unseren Familien, beruflichen und privaten Umfeldern. Das ist nicht nur bei einzelnen Menschen so, sondern das gehört zum Menschen. Dasselbe gilt für das Treffen von Entscheidungen: Wir treffen Entscheidungen nicht (nur) auf der Basis von objektiven Fakten, sondern es wirken verschiedene Mechanismen mit, meistens unbewusst. Wer dazu etwas lesen möchte: Schnelles Denken, langsames Denken von Daniel Kahnemann (kann ich empfehlen, ist aber langatmig) und Factfulness von Hans Rosling (habe ich selbst noch nicht gelesen).

    Ich erinnere mich z. B. an die griechische Wirtschaftskrise vor zehn Jahren, als plötzlich jeder zweite Kollege, Passant oder Mitbewohner eine Meinung hatte, ob man Griechenland unterstützen solle oder nicht. Die hatten nicht alle Volkswirtschaft studiert. Dasselbe Phänomen gibt es alle paar Jahre bei der Fußball-WM, wenn alle Welt meint, es besser zu wissen als Jogi Löw und bald Hansi Flick. Und eben jetzt bei Corona. Ich habe mehrere Uni-Abschlüsse, aber Virologie, Epidemiologie oder Statistik sind nicht dabei. Natürlich mache ich mir eigene Gedanken, aber mir ist völlig bewusst, dass ich vor allem Narrativen folge. In meinem Fall sind es eher die, die entscheidend von Karl Lauterbach, Mai Thi Nguyen-Kim und anderen geprägt werden. Bei anderen sind es die Narrative, die von Wolfgang Wodarg, Sucharit Bhakdi und co. geprägt werden.

    M. E. ist auch der Glaube an einen Schöpfergott völlig irrational, aber dennoch respektiere ich diesen Glauben und die glaubenden Menschen. Ich bin überzeugt, dass wir mit Menschen wie deiner Verwandten und mit deren Gefühlen genauso respektvoll umgehen und sie letztlich auch akzeptieren müssen. Wenn wir das nicht tun, sehe ich schwarz für das gesellschaftliche miteinander, im Sinne von Steinmeier: „Wir wollen auch nach der Pandemie noch miteinander leben.“

    Soweit ich weiß, darf man in Deutschland auch seine Kinder zu Hause beschulen, wenn man Lehrer ist. Die Tochter meiner Freundin konnte aus psychischen Gründen nicht mehr die Schule besuchen, seit sie 14 ist. Meine Freundin, die auch Lehrerin ist, hat sie zu Hause beschult, sich Aufgaben zuschicken lassen und das Mädchen hat immerhin den mittleren Schulabschluss.

    Na ja: Ich weiß von einer Freundin, die Heilpädagogin ist und u. a. als Einzelfallhilfe in Familien arbeitet, dass es immer wieder mal Kinder gibt, die die Schule über Monate und Jahre nicht besuchen, auch ohne dass die Eltern Lehrer sind. Dann liegen aber immer Diagnosen vor, die das begründen. Ein Mädchen hat z. B. Panikattacken bekommen, mal beim Betreten des Klassenraums, oft aber auch viel früher am Tag.

    … vorbereitet ist das ganze seit viereinhalb Jahren, und jetzt schießt plötzlich der Staat quer und verweist auf die Schulpflicht meiner Kinder …

    Ich habe im Sommer eine Familie kennengelernt, die ihr Kind in einem osteuropäischen Land zuhause unterrichtet hat, allerdings zu den (ziemlich entspannten) Regelungen, die in Belgien gelten. Möglich war das wegen der Staatsangehörigkeit eines Elternteils. In dem Fall hat es den Kindern mit Sicherheit nicht geschadet und da ja wohl zumindest einer von euch Lehrer ist … grundsätzlich finde ich eure Idee nicht so ganz falsch.

    Das einzige, was mir als mögliche Lösung einfällt, wäre die Anmeldung eines Wohnsitzes in einem Land, das Homeschooling ermöglicht, z. B. eben in Belgien. Ob das möglich ist und wie praktikabel das ist … keine Ahnung. Allerdings habt ihr euch ja viereinhalb Jahre lang vorbereitet und das Thema Schulbesuch der Kinder muss euch vom ersten Tag an begleitet haben. Bzgl. der allgemeinen Schulpflicht hat es seitdem keine Änderungen gegeben, die jetzt kurzfristig neue Lösungen erforderlich machen. Wovon wart ihr denn bisher ausgegangen?

    Das Problem ist doch, dass die Folgen die durch eine zu späte Kontaktverfolgung entstehen können viel größer sind. Lass eine Kontaktperson am Wochenende zum 40. Geburtstag oder was auch immer gehen. Letztlich ist es doch eine Frage des Wollens und der Prioritäten. Feuerwehren, Polizei, Rettungsdienste, Handwerkernotdienste müssen ja auch immer arbeiten. Da muss ich als Landkreis/Stadt halt Mitarbeiter aus anderen Bereichen abziehen. Eine Kontaktverfolgung sollten auch andere Beamte nach einer kurzen Einführung hinbekommen. Dann müssen halt woanders Arbeiten liegen bleiben. Die Frage ist doch, was ist der Kommune wichtiger.

    Das dürfte - unter anderem - auch eine Frage der Perspektive sein. Was wäre, wenn die Kommune beim Land um Unterstützung bittet und zwei deiner KollegInnen zum Gesundheitsamt abgestellt werden?

    Ich werfe nochmal den KFW Studienkredit in den Ring.

    Mir hat der damals sehr geholfen auch in Krankheitsphasen. Die Rückzahlungsbedingungen waren sehr fair und ich konnte diese wirklich gut bewältigen.

    +1

    Zwischen dem Einkommen, das ich mir bei einem Master Erziehungswissenschaft ohne weitere, besondere Qualifikationen vorstelle, und einer A12- oder A13-Stelle liegen jeden Monat um die 1.000 € netto. Eine Kreditsumme von 20.000 € oder mehr wirkt erstmal abschreckend, aber das hast du einschließlich der Zinsen in zwei oder drei Jahren wieder raus.

    Nun meine Frage:

    Kann ich von einer Schule jetzt als Vertretungslehrerin eingestellt werden mit der festen Aussicht, OBAS dort zum Mai 2023 beginnen zu können?

    Mit 100%iger Sicherheit: Nein. Vielleicht kann die Schule 2023 gar nicht einstellen, vielleicht gibt es 2023 einen anderen Kandidaten mit deinen Fächern.

    Mir wäre das zu riskant. Deine Ecke ist ja auch dünn besiedelt, weswegen es nicht sehr viele Schule gibt, und wahrscheinlich spricht man an den meisten Schulen in 35km Umkreis Niederländisch?

    Mir ist gerade noch ein Gedanke gekommen, vielleicht könnt ihr das einschätzen: könnte ich ab Februar (oder so) die PE machen um dann ein Jahr später in OBAS zu wechseln? PE sind ja auch Planstellen, dann müsste ich die Stelle ja dann auch für die OBAS sicher haben, richtig? Und wo und ab wann wird die PE gemacht?

    Das ist generell ein Weg, der häufiger gegangen wird und der dir auch mehr Sicherheit bietet, denn PE=unbefristete Stelle. Genaueres kann ich leider nicht sagen.

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