Der Wiki-Artikel, den du verlinkst, sortiert nach Ausgaben gemessen am BIP. Zusammen mit den skandinavischen Ländern stehen da Länder zuoberst, die alles andere als berühmt für ein besonderes gutes Bildungssystem sind. So eindeutig ist da der Zusammenhang überhaupt nicht, soweit waren wir auch schon. Die Schweiz und Südkorea liegen mit jeweils 5 % in etwa der gleichen Grössenordnung wie Deutschland.
Im Wiki-Artikel stehen auch die Pro-Kopf-Ausgaben. Da steht die Schweiz für die Sekundarstufe an Zweithöchster Stufe. Ausgaben ca. 60% höher als in Deutschland.
Da Verhältnis zum BIP allein kann nicht aussagefähig sein, weil ein armes Land nicht viel bieten kann, auch wenn es sich viel Mühe gibt. Weiterhin stehen dort (außer den skandinavischen Ländern) Länder, deren Ausgangslage zu einem europäischen Land überhaupt nicht vergleichbar ist.
Die relativen Zahlen sind nicht irrelevant. In reichen Ländern kann man mit dem gleichen Geld weniger erreichen.
Lehrergehälter nur absolut zu vergleichen halte ich z.B. nicht für sinnvoll: Der Schüler lernt, wenn der Lehrer einen hohen sozialen Status hat. Das ist in asiatischen Ländern immer der Fall. In Deutschland zählte mal der Doktor mehr als Geld. Heute ist vielleicht im Vergleich zu Amerika noch etwas davon übrig, aber je amerikanisierter, desto mehr heißt es: "How much do you make". Eigentlich geht es um gesellschaftliche Wertschätzung. Geld ist aber ein Teil davon.
Es wird somit nicht unbedingt besser, wenn man mehr zahlt, aber es wird definitiv schlechter, wenn man zu wenig zahlt. Das ist im Übrigen auch im Management anerkannt: Gehaltserhöhungen steigern die Motivation per se nicht. Ein Gehalt, was als ungerecht niedrig empfungen wird, senkt die Motivation aber drastisch. Ich habe durchaus das Gefühl, dass durch die Verbeamtung in Sachsen (und damit die Angleichung an Westdeutschland) bei den jüngeren Kollegen Rastlosigkeit verschwunden und Zufriedenheit eingekehrt ist.