Beiträge von Gymshark
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In Dänemark plant die Regierung, den Einsatz digitaler Mittel im Unterricht wieder zurückzufahren. Mal schauen, wie sich Deutschland positionieren wird - Entwicklungen kommen hier oft mit zeitlichem Verzug an. Aktuell gibt es noch ein Mischgefüge bestehend aus "Digitale Angebote/Medienbildung im schulischen Kontext ausweiten" und "Handynutzung in der Schule untersagen und Zugang zu soziale Medien erst ab 14 Jahren erlauben.".
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Danke dir, Humblebee, auch wenn es inhaltliche Schnittstellen mit den Beiträgen von Chilipaprika und RosaLaune gibt.
Klar lässt sich aus der Sekundarstufenperspektive heraus leicht sagen, dass es schön wäre, wenn Französisch auch im berufsbildenden Bereich verbreiteter wäre. Wir geben uns bereits bei den Sprachanfängern (m/w/d) (Ich denke bei dir, chilipaprika , dürfte es nicht anders sein.) Mühe, um Interesse an der Sprache zu wecken, in der Hoffnung, dass sie dran bleiben und nicht die Lust verlieren, gar bei der nächstbesten Gelegenheit das Fach abwählen. Klappt auch bei einigen, aber eben nicht bei allen. Man kann nichts erzwingen. Ich freue mich für alle Schüler (m/w/d), bei denen ich im Nachhinein erfahre, dass sie im Sprachenlernen drangeblieben sind und privat oder sogar beruflich ihre Sprachkenntnisse aktiv nutzen. Ich verstehe aber, dass manchmal die persönlichen Interessen anders gelagert sind oder, wie am Beispiel der AG, die strukturellen Bedingungen eher suboptimal.
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Sehr ernüchternd, aber ich habe sowas Ähnliches bereits vermutet. Ich weiß, dass durchaus einige Hochschulen das Fach Französisch im Rahmen des Lehramts für berufliche Schulen anbieten, aber ich selbst kenne keine einzige Lehrkraft, die Französisch grundständig für diese Schulformen studierte, sondern höchstens im Rahmen des Lehramts für Gymnasien(/Gesamtschulen).
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EDIT: Ach so, noch etwas zu Spanisch und Französisch: Französisch wird meines Wissens nur an relativ wenigen nds. BBSn unterrichtet und der Unterricht in beiden Sprachen beschränkt sich auf wenige Bildungsgänge. An meiner Schule bspw. gibt es Spanischunterricht nur im Beruflichen Gymnasium und diese wenigen Stunden werden von zwei Muttersprachlerinnen unterrichtet, die beide noch zusätzlich an einer anderen BBS im Umkreis eingesetzt sind (sie sind jeweils drei Tage bei uns und zwei Tage an der BBS im Nachbarlandkreis).
Aus Neugier: Würdest du sagen, das geringe Angebot von Französischunterricht an berufsbildenden Schulen in Niedersachsen hängt an einer geringen Anzahl an vorhandenen Lehrkräften oder eher an geringem (curricularen/schülerseitigen) Bedarf?
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Ergänzend zum vorangegangenen Beitrag: Es gibt inzwischen auch explizite Studiengänge "Lehramt Wirtschaftsinformatik", z.B. in Offenburg.
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Zum Bedarf von Mathematik an berufsbildenden Schulen können die Kollegen (m/w/d) mehr sagen. Das Studium verfügt aber über viele Schnittmengen mit dem Studium für das gymnasiale Lehramt. Es ist ein Vorteil, dass du über erste Erfahrungen mit Hochschulmathematik verfügst. Was sowohl für Mathematik in der Schule als auch an der Hochschule gilt, ist dass die Inhalte in hohem Maße aufeinander aufbauen. Zu Beginn des Studiums arbeitest du mit den Strukturen und Techniken, die du aus der Schule kennst. Es kommen dann regelmäßig neue dazu und im Verlauf des Studiums entfernst du dich zunehmend mehr von den bekannten Schulinhalten. Die Inhalte werden abstrakter, aber man gewöhnt sich daran, solange man am Ball bleibt.
Wichtig ist, das Interesse mitzubringen, jede neue mathematischen Struktur von Grund auf verstehen zu wollen, um dieses Wissen bei der anschließenden Bearbeitung von Übungsaufgaben nutzen zu können.
Wenn du also sagst "Ja, ich möchte mich intensiv mit einem Logarithmus oder einem Sinus auseinandersetzen.", dann kann das Mathematikstudium etwas für dich sein.
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Ein Studium ist nichts anderes, als sich Dinge anzulesen. Viele Veranstaltungen muss man nicht besuchen, das Skript lernen reicht. Das kann man sich fast alles selbst aneignen.
Grundsätzlich kann man sich alle möglichen Dinge im Selbststudium aneignen. Es ist nur anstrengender, dies im Alleingang zu machen, als angeleitet durch einen Experte (m/w/d) des jeweiligen Fachgebiets. Ähnliches gilt auch für Sportarten, Sprachkurse oder Latte-Art.
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Um mal irgendwo einen Minimalkonsens zu erreichen: Im Lehrerberuf ist praktische Handlungsfähigkeit in Kombination mit fundierten Theoriekenntnissen sicherlich von Vorteil. Wenn das vorangegangene Hochschulstudium von Theorie geprägt ist, macht es durchaus Sinn, einen separaten Ausbildungslehrgang zu haben, in dem die praktische Handlungsfähigkeit im Vordergrund steht. Hier sollte es vor allem darum gehen, wie die zuvor gelernte Theorie praktisch umgesetzt werden kann. Im Idealfall startet man mit einzelnen Unterrichtsphasen, geht dann zu einer ganze Unterrichtsstunde über und endet mit einer kompletten Unterrichtsreihe. Klar, ist es nicht möglich, das konkrete Unterrichtsgeschehen im Fach X in der Klasse Y an der Schule Z zu antizipieren, aber wenn ich gelernt habe, wie ich in häufig vorkommenden Schul- und Unterrichtssituationen professionell reagieren kann, kann ich auf Basis meines Hintergrundwissens in hiervon abweichenden Ausnahmesituationen dennoch kompetent handeln. Erfüllt eine Ausbildung diese Anforderungen, begründet sich auch hierin eine Daseinsberechtigung.
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Ich würde es zwar auch nicht darauf ankommen lassen, aber wenn nicht gerade gesundheitliche Gründe vorliegen (und dann in dem Fall diskreter Hinweis an die Lehrkraft, ggf. mit Attest), können Schüler (m/w/d) zumindest ab der Sek I (Primarstufe kann ich an der Stelle nicht beurteilen.) ihre Toilettengänge so planen, dass sie außerhalb der Unterrichtsstunden erledigt werden können. Später werden sich die Heranwachsenden auch oft genug in Situationen, in denen sie nicht jederzeit auf Toilette können, befinden - und dann muss es im Zweifelsfall auch irgendwie gehen.
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Wenn du die Position vertrittst, dass "Unverträglichkeit" in Bezug auf Zöliakie der falsche Begriff ist, legitimer Einwand, welchen passenderen Überbegriff würdest du für alle negativen körperlichen Erscheinungen als Reaktion auf Lebensmittelkonsum wählen?
Klar freut sich jeder und jede, wenn auf Vorlieben sowie gesundheitliche Aspekte geachtet wird. Innerhalb der Familie und gegenüber engen Freunden (m/w/d) sollte das auch Berücksichtigung finden. In anderen sozialen Kontexten ist das schlichtweg unverhältnismäßig. Bevor jemand eine glutenfreie, eine laktosefreie, eine vegane, eine omnivore, eine soja- oder erdnussfreie, eine besonders proteinhaltige, eine zucker- oder salzarme und eine halal oder koschere Option anbietet, um möglichst alle Ernährungsformen (inklusive negativer körperlicher Erscheinungen als Reaktion auf Lebensmittelkonsum), die in sehr heterogenen Konstellationen durchaus vorkommen können, zu beachten, wäre die Konsequenz eher, dass die Person gar nichts mitbringt, weil sie diesen Aufwand nicht betreiben möchte. Davon wiederum hätte am Ende auch keiner was, auch wenn dann zumindest alle gleichermaßen verzichten müssen, was wohl auch eine Form von Chancengleichheit wäre.
Daher mein Vorschlag, dass jeder und jede eigenverantwortlich entscheidet, ob er oder sie zugreift, und wenn jemand nicht möchte oder darf, ist das auch OK.
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Das verstehe ich. Ich habe ja oben geschrieben, dass es extreme Fälle von Lebensmittelunverträglichkeiten gibt. Dennoch wird das Kind irgendwann älter und kann nicht davon ausgehen, dass auf alle Zeit das Umfeld präventiv erdnusshaltige Lebensmittel von ihm fernhält. Daher muss es so früh wir möglich in die Lage versetzt werden, eigenverantwortlich handeln zu können:
- Worauf muss ich bei der eigenen Zubereitung von Getränken und Speisen achten?
- Welche Besonderheiten gibt es bei bereits verarbeiteten Lebensmitteln zu beachten?
- Was muss ich im Restaurant, bzw. wenn mir jemand Getränke oder Speisen anbietet, beachten?
- Was muss ich bei Auslandsaufenthalten oder (Outdoor-)Ausflügen beachten?
- Was muss ich tun, wenn ich versehentlich doch für mich gesundheitsschädliche Lebensmittel zu mir nehme?
Wir sprechen doch immer von Kompetenzerwerb und das sind Kompetenzen, die ein Kind mit schwerer Unverträglichkeit unbedingt schon im Grundschulalter erwerben muss.
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Wie bei vielen Dingen im Leben gibt es auch bei Unverträglichkeiten ein Spektrum zwischen "verträgt größere Mengen nicht" und "bekommt bereits bei "kann Spuren enthalten von" gesundheitliche Probleme". Betroffene müssen möglichst früh (durch Eltern und medizinische Fachkräfte) aufgeklärt werden, um zu wissen, woraus sie genau achten müssen, um eigenverantwortlich ihren Lebensmittelkonsum gestalten und gesundheitliche Gefahren abwehren zu können.
Keine/r kann erwarten, dass beim Beispiel "Geburtstagsmuffins" sämtliche Ernährungsgewohnheiten Berücksichtigung finden - das ist bei 20+ Schülern (m/w/d) nicht leistbar. Wer etwas nicht mag oder nicht essen darf, lehnt dankend (!) ab und reicht das Tablett weiter - und alles ist gut.
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Ich bin der Meinung, dass hier das Hausrecht greift, dass Schülern (m/w/d) vorgeschrieben werden darf, was sie essen und trinken dürfen. Wenn regelmäßige Pausen vorgesehen sind, kann die Essens- und Getränkezufuhr auch aus dem Unterricht ausgelagert werden - Ausnahme Sportunterricht oder bei Schüler (m/w/d) mit entsprechenden gesundheitlichen Einschränken. Ich persönlich finde Trinken im Unterricht OK - Essen muss nicht sein, außer es hat jemand Geburtstag und möchte unbedingt seine oder ihre Geburtstagsmuffins mit der Klasse teilen. Dann aber schnell am Anfang der Stunde, sodass der Unterricht zeitnah starten kann. Sollte es gesundheitliche Gründe geben, warum im Unterricht gegessen werden muss (mir wäre zwar kein einschlägiges Krankheitsbild bekannt, aber wer weiß...), dann zu Beginn des Unterrichts eine kurze Info, dann passt das auch.
Eine klare Flüssigkeit kann Wasser, kann aber auch Wodka sein. Hier fände ich Kontrollen übergriffig, aber klar gilt wie immer bei Regeln: Es geht zweimal gut und beim dritten Mal kommt es sowieso raus.
Schulpersonal darf außerhalb des Unterrichts essen und trinken, was es möchte - außer Alkohol natürlich. Ob Tee oder Kaffee im Unterricht sein muss... Ansichtssache, würde ich sagen.
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Klar, zwischen "halb nach 3" und "halb 3" liegt effektiv eine Stunde. Würdest du mir aber dahingehend zustimmen, dass die Uhrzeit in Bruchdarstellung im Englischunterricht behandelt wird und Schüler (m/w/d), die durchgängig in Deutschland beschult wurden, bis zur 6. Klasse schon einmal Berührungspunkte hiermit gehabt haben sollten?
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Was mich kürzlich bezüglich Uhrzeit erschreckt hat:
Ein Schüler (6. Klasse) fragte mich kürzlich nach der Uhrzeit. Mein Antwort: "Halb 2." Damit konnte der Schüler nichts anfangen, ihm war das "halb" kein Begriff. Ich musste "13.30 Uhr" sagen, damit er die Uhrzeit verstand. Ich denke, das ist auch eine Folge der digitalen Zeitangabe. Aus der Zeigerstellung erschließt sich das "halb" noch intuitiv, bei "13.30" nicht mehr.Sarek
Selbst wenn die Uhrzeit alleine aus dem Elternhaus nicht bekannt sein sollte, bis zur 6. Klasse müsste der Schüler das Ablesen und Benennen von Uhrzeiten mindestens im Mathematik- und im Englischunterricht (auch wenn hier die Halb-Darstellung minimal anders als im Deutschen ist) gelernt haben. Zudem gehe ich auf Basis deiner Profilangaben aus, dass es sich um einen Schüler eines bayerischen Gymnasiums handelt, also auch keine Lernverzögerung o.ä. vorliegt.
Der Schüler wendet vielleicht tatsächlich die Darstellungsform der Uhrzeit als Bruch nicht selbst aktiv im Alltag an, aber dass er bis dato nie zumindest passiv damit konfrontiert war? Den einzigen Erklärungsansatz, den ich da hätte, wäre, dass der Schüler zugezogen ist und in seinem Herkunftsland die Darstellungsform von Uhrzeiten anders unterrichtet wird. Ist dir bekannt, ob das bei diesem Schüler der Fall sein könnte?
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Eine Bekannte arbeitet 7 Stunden Teilzeit in Elternzeit und soll jeden Mittwoch, an ihrem freien Tag, zum jour fix nachmittags antanzen. An meiner Schule müssen die Kolleginnen mit so viel Teilzeit nur zu den GLK´s herkommen, auch wenn es der freie Tag ist, aber das ist wesentlich weniger oft, als jede Woche anwesend sein zu müssen.
Das ist natürlich vollkommen unverhältnismäßig. Wohnt die Bekannte wenigstens in Schulnähe? Man stelle sich vor, die Bekannte würde nur wegen einem jour fixe eine halbe oder sogar ganze Stunde einfache Strecke fahren müssen.
In solchen Fällen sollte es vollkommen selbstverständlich sein, dass die Bekannte nicht an ihrem freien Tag extra wegen einem jour fix kommt, sondern sich bei nächster Gelegenheit das Protokoll durchliest oder sich von den Kollegen (m/w/d) auf kurzem Dienstweg auf den neuesten Stand bringen lässt.
Ich glaube, einige Schulleitungen können sich echt nicht vorstellen, dass Entscheidungen auch getroffen werden können, wenn nicht alle potentiell Beteiligten anwesend sind und ihre Meinung dazu abgeben. Ja, das ist zwar demokratisch, aber unheimlich zeitintensiv. In der freien Wirtschaft wird bei jours fixes pragmatisch vorgegangen: Irgendjemand fehlt immer (Krankheit/Teilzeit/Kundentermin/etc.), die, die anwesend sind, stimmen bei Entscheidungen ab und diejenigen, die fehlen, informieren sich bei nächster Gelegenheit, wie entschieden wurde. Wenn zu viele in einer Woche fehlen, wird im Zweifelsfall ein wichtiger Punkt auf die kommende Woche verlegt. Das sollte auch in der Schule machbar sein ohne dass am Ende das System zusammenbricht, weil eine 7-Stunden-Kraft mal nicht da ist.
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Ich habe verstanden, dass die Konferenzen schon auf ein Minimum reduziert sind. Würdest du sagen, dass sich bei "DBs, Elternsprechtage, Elternabende, Sonderveranstaltungen, Fortbildungen, Sportfeste" noch streichen lässt, oder sind das alles Punkte, bei denen schon auf das absolute Minimum reduziert wurde?
Gibt es Veranstaltungen, die an sich stattfinden müssen, aber bei denen du nicht dabei sein musst? Vielleicht genügt es teilweise, wenn du am Folgetag kurz das Protokoll durchliest o.ä.
Ich kann mir vorstellen, dass diese ganze Diskussion nicht einfach ist, aber da wir deine konkrete Schule nicht kennen, können wir nur durch Nachfragen versuchen, uns ein Bild von ihr zu machen, und zu überlegen, an welchen Stellen sich irgendwie Zeit einsparen lässt. Am Ende geht das aber natürlich nur, wenn Entscheidungsträger (m/w/d) entsprechende Veränderungen auch zulassen.
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