Beiträge von Gymshark

    Ich verstehe Susannea so, dass sich hier weniger auf Sachtexte, sondern auf Erzähltexte bezieht. Wenn man nicht gerade unter die Autoren geht, schreibt man die in der Regel eher nicht selbst. Ich weiß jetzt nicht, inwieweit die Problematik im Primarbereich besteht, dass Texte gewählt werden, die vom Leseniveau nicht passen, aber im (frühen) Französischunterricht ist es z.B. nicht immer so leicht, über die Schulbucharbeit hinausgehend ergänzende Lektüren zu wählen, die möglichst authentisch sind, aber bei denen auch nicht gleich jedes zweite Wort unbekannt ist. Ich vermute mal, dass es bei Susanneas SuS auch so ist, dass ältere Schüler sich unbekannte Wörter aus dem Zusammenhang erschließen können, aber jüngere eine Vorentlastung brauchen, was wiederum Zeit kostet.

    Ein grundsätzliches Zahlengefühl ist sinnvoll und sogar wichtig.

    Hier reden wir insbesondere von Runden und Schätzen, aber auch die Orientierung in Zahlbereichen und dem Verständnis, was eine mathematische Operation mit Zahlen anstellt. Pseudoanwendungsbezüge sehe ich in der Tat kritisch, vor allem, wenn die dahinterstehende Mathematik noch nicht richtig verstanden wurde. Dennoch ist eine ganz wichtige Frage im Mathematikunterricht "Kann dieses Ergebnis überhaupt stimmen?".

    Wenn ich von Stellen beim europäischen Patentamt usw. lese: Ja, die gibt es, aber fairerweise sind diese Stellen, wenn man sie ergattert, mit einem größeren Umzug verbunden. Das kommt nicht für jeden infrage, da es auch einige Menschen gibt, die heimatverbunden sind. Ist der Suchradius beschränkt und man selbst notentechnisch eher ein mittelmäßiger Kandidat, sieht der Stellenmarkt auch mit MINT-Studium noch einmal etwas anders aus als die Einsatzmöglichkeit als Lehrer.

    Ich hätte sogar eher das Gegenteil behauptet: War es nicht damals viel häufiger der Fall, dass das Kind von Hauptschulabsolventen auch die Hauptschule besuchte? Gerade auf dem Land war das doch Gang und Gebe. Ob die höheren Abiturquoten heutzutage wirklich immer so gerechtfertigt sind, das ist eine sicherlich nicht unberechtigte Frage, aber sie zeigen ja, dass es unweigerlich so sein muss, dass es einige Jugendliche auf dem Gymnasium gibt, deren Eltern diese Schulform nicht besuchten. Das ist doch ein gewisser sozialer Aufstieg.

    Alkoholmissbrauch gibt es in allen sozioökonomischen Bereichen, aber da der gesamtgesellschaftliche Alkoholkonsum zurückgeht, dürfte es auch hier Familien geben, in denen Alkohol Teil des Alltags ist, deren Kinder sich dennoch dagegen entscheiden, dieses innerfamiliäre Muster fortzusetzen.

    Ich sehe da an sich keinen Widerspruch. Ich habe korrekterweise geschrieben, dass Kinder mit Beginn der Grundschulzeit beginnen, ihren Mikrokosmos zu erweitern und auch Schritt für Schritt zu erfahren, welche Folgen ihr Handeln hat. Soweit bist du noch bei mir, oder?

    Eine Vorstellung zwischen dem Zusammenhang von Bildung und sozioökonomischer Status entwickelt sich über die Kindheit hinweg und ist natürlich noch nicht in der 1. Klasse abgeschlossen. Das geht Hand in Hand mit einer stetig komplexeren Vorstellung von Zukunft. Kleine Kinder leben im Hier und Jetzt. Je älter Kinder werden, desto mehr erfahren sie, dass ihr Handeln jetzt Konsequenzen für morgen, nächste Woche oder sogar nächstes Jahr hat.

    Und ja, irgendwann kommt dann auch die Vorstellung "Meinen Eltern geht es nicht gut. Ich möchte, dass es mir später gut geht. Wenn ich in der Schule gut bin, kann ich das schaffen.".

    Ob du es glaubst oder nicht, Quittengelee, es gibt durchaus Kinder, die früh für sich entscheiden, dass sie gerade nicht wie ihre Eltern enden möchten und daher früh Verantwortung für sich selbst übernehmen. Kannst du dir vorstellen, dass es Kinder gibt, die sich von jeglichen Rauschmitteln (selbst diejenigen, die gesellschaftlich akzeptiert sind) fernhalten, weil sie mitbekamen, was diese mit ihren Eltern mach(t)en?

    Zum Einfluss des Elternhauses auf den Bildungserfolg eines Kindes: In den ersten paar Lebensjahren ist das direkte Umfeld eines Kindes der "Normalzustand". Egal wie prekär die Umstände auch sein mögen, dem Kind fehlt die Vergleichsmöglichkeit, um einzuschätzen zu können wie gut oder schlecht es ihm im Vergleich zu anderen Kindern geht.

    Mit dem Übergang in die Grundschule erweitert sich der Horizont dadurch, dass die Kinder in Kontakt mit anderen Kindern und vor allem anderen Erwachsenen kommen. Dadurch erhalten Kindern aus schwierigen Verhältnissen auch erst einmal einen Eindruck über ihren eigenen sozioökonomischen Status. Sie erfahren, dass Bildung die Möglichkeit bietet, diesen sozioökonomischen Status langfristig zu beeinflussen. Und genau DANN kommt es darauf an, wie sich Kinder entscheiden: Sind sie bereits zu sagen "Ich strenge mich in der Schule an, auch wenn meine Eltern mir vielleicht nicht bei den Hausaufgaben helfen können und auch wenn der Erfolg sich erst womöglich in ganz vielen Jahren abzeichnet." oder entscheiden sie sich für das ihnen Vertraute und den kurzfristigen Spaß?

    Sprachen sind doch Fächer, in denen man mündliche Kommunikation bei der Bewertung gar nicht ausklammern kann, weil sie integral für die Beherrschung der jeweiligen Sprache ist.

    Mathematik, ja, das Fach könnte man im Prinzip rein schriftlich bewerten, aber hier ist die Arbeitsleistung ja nicht, rein die Lösung wiederzugeben, sondern den Lösungsweg, unter Verwendung der Fachbegriffe, darzustellen, und wenn es um Kompetenzbereiche wie Modellieren oder Argumentieren geht, trennt sich durchaus auch im mündlichen Bereich die Spreu von Weizen.

    Eine Lehrkraft ist ein Mensch, welcher lehrend tätig ist.

    Ich meinte tatsächlich kein Synonym für Lehrer, das für beide Geschlechter benutzt werden kann und im Singular mit "der" verwendet wird, sondern allgemein irgendeine Bezeichnung für Menschen, auf die die zuvor genannte Voraussetzung zutrifft.

    PS: Der Tisch ist zwar männlich, ich habe aber noch nie gehört, dass eine Frau als ein solcher bezeichnet wurde. Es war nicht eindeutig in meinem vorangegangenen Beitrag, aber es sollte personenbezogen gemeint sein.

    Empirisch gesehen liegen Grundschullehrer mit ihren Einschätzungen offenbar derart oft daneben (- in Hamburg z.B. hatten 40% aller abgestuften Kinder eine Gymnasialempfehlung), dass man fast ebenso so gut auch würfeln könnte!

    Die Zahl klingt höher als sie ist. Es gibt einen Unterschied zwischen 40% aller Kinder mit Gymnasialempfehlung und 40% aller abgestuften Kinder mit Gymnasialempfehlung. Stichwort bedingte Wahrscheinlichkeit Im ersteren Fall würde ich dir Recht geben, das wäre problematisch. Im letzteren Fall... Würde es ein einziges Kind in Hamburg geben, das abgestuft wird, und genau dieses hätte zufällig vorher eine Gymnasialempfehlung wäre die Quote sogar 100%, ohne dass dies jetzt einen Skandal wert wäre.

    Wenn man ein dreigliedriges Schulsystem aufrecht erhalten will, muss man halt auch ernsthaft nach Leistung sortieren.

    Da stimme ich dir zu.

    Es müsste entweder verbindliche Quoten geben oder man müsste Grundschullehrern vertrauen, dass sie nach 3,5-5,5 Jahren einschätzen können, auf welchem Leistungsniveau die jeweiligen Schüler arbeiten.

    Solange der Elternwille zählt, wird es immer Eltern geben, die das Können ihres Kindes deutlich überschätzen und sich für eine Schulform entscheiden, auf der es von Anfang an völlig überfordert ist.

    Als Elternteil darf man sich nun Folgendes fragen:

    Schicke ich mein Kind...

    Wenn du selbst von Migrationsquoten von über 90% bei Säuglingen schreibst, dürfte es das oben beschriebene Szenario doch gar nicht geben, da es Eltern kleiner Kinder ohne Migrationshintergrund in deiner Stadt schlichtweg nicht gibt.

    Der Bäcker ist streng genommen noch viel abhängiger von Kundenzufriedenheit als du von der Zufriedenheit der Eltern mit deinem Unterricht. Wenn Bäcker A dem Kunden blöd kommt, kann der Kunde jederzeit entscheiden, zu Bäcker B zu gehen. Klar, auch als unzufriedener Elternteil hast du ein paar Möglichkeiten bishin zum Schulwechsel, aber bis da tatsächlich etwas passiert, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass der werte Herr Sohn oder die werte Frau Tochter noch eine Weile in deinem Unterricht gastieren darf.

    Ganz ausklammern kann man die Eltern aber doch nicht, da der Gesetzgeber ihnen dafür auch viel zu viele Rechte im Bildungskontext einräumt. Davon abgesehen, dass Eltern sehr großen Einfluss auf die Entwicklung eines Kindes haben. Der Satz "Aber meine Mama/mein Papa hat gesagt, dass..." dürfte im schulischen Bereich viel häufiger fallen als der Satz "Aber mein Lehrer/meine Lehrerin hat gesagt, dass..." im privaten Bereich.

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