Beiträge von Gymshark

    Hat es einen bestimmten Grund, dass du das Zitat von Quittengelee bewusst verfälscht hast? Ich meine, außer dem durchsichtigen Versuch einer Umdeutung in deinem Sinne?

    Es ist eine Verkürzung eines Zitats, aber inwiefern ist es eine Verfälschung?

    Ich möchte einfach herausfinden, ob diejenigen, die sich hier pro-Inklusion positionieren,

    - sich als Fürsprecher und Helfer betrachten, die sich zeitlich begrenzt für (in ihren Augen hilfsbedürftige) Menschen anderer Identitätsgruppen engagieren, und im Privaten dann doch Freundschaften mit Menschen ähnlicher Identitätsgruppen wie selbst führen. ODER

    - Inklusion ganzheitlich betrachten, Menschen anderer Identitätsgruppen als gleichberechtigt betrachten, mit diesen auch Freundschaften eingehen.

    Wenn die Offenheit gegenüber Schulen im Sek I-Bereich besteht, spricht irgendetwas dagegen, direkt auf ein Studium mit Schwerpunkt Sek I zu wechseln?

    Und beide Fächer haben im Sek I-Bereich in NRW hervorragende Aussichten? Das hätte man bei der Fächerkombination vor ein paar Jahren sicher noch nicht gedacht. Aber gut, dann bei der Fächerwahl wohl alles richtig gemacht.

    Wenn sein/ihr Partner am unteren Ende des Großkanzleigehalt einsteigt, haben die beiden zusammen ein Haushaltsnettoeinkommen in den oberen 10% Deutschlands. Nach dem Ref sind die beiden in den oberen 4% Deutschlands.

    Es ging mir nicht nur um die Wohnungspreise (die in München zu den höchsten deutschlandweit gehören), sondern auch darum, dass sich in München so viele Menschen auf inserierte Wohnungen bewerben, dass die Wahrscheinlichkeit schlichtweg gering ist, das Los am Ende zu bekommen, trotz finanziell guter Voraussetzungen.

    Wenn ich die Berichterstattung der letzten Monate richtig mitverfolgt habe, ist es selbst für Gutverdiener (m/w/d) schwierig, in München eine Wohnung zu bekommen. Das dürfte dann erst Recht für ein Paar mit 1x Lehrkraft im Vorbereitungsdienst und 1x Trainee/Berufseinsteiger der Fall sein.

    Zauberwald : Solche Cafés wie das von dir angesprochene finde ich eine schöne Idee, um Menschen mit Einschränkungen eine berufliche Perspektive auf dem 1. Arbeitsmarkt bieten und Begegnung von Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen ermöglichen zu können.

    Eine Frage hätte ich noch: Du hast ja gestern die rührende Geschichte mit dem Nachbarsjungen Rainer erzählt. Es ist eine Sache, in einem inklusiven Setting zu arbeiten oder ehrenamtlich Menschen mit Einschränkungen zu helfen, aber könntest du dir auch konkret eine gleichberechtigte Freundschaft mit einer Person mit Down-Syndrom vorstellen? Hattest du in den letzten 20 Jahren eine Freundschaft mit einer Person mit (vergleichbaren) Einschränkungen? Es geht mir dabei nicht darum, dich hier in irgendeiner Form zu verurteilen, sondern vielmehr darum, ein ganzheitliches Bild zu erhalten.

    Es ging nicht um Schülereltern allgemein, sondern um diejenigen Schülereltern, die konkret im Einzugsgebiet von Quittengelees Schule wohnen. Aus früheren Nachrichten von ihr kann ich mir die sozioökonomischen Verhältnisse grob vorstellen und meine Intention war es dann wiederum, zu erfragen, ob der inklusive Gedanke (Ich beziehe mich hier auf die umfassendere Definition des Inklusionsbegriffs, also nicht rein auf die Kategorie "ability" beschränkt.) von jemandem, die sich innerhalb der Unterhaltung an mehreren Stellen pro-Inklusion positionierte, auch im eigenen Privatleben umgesetzt wird.

    Ich hoffe noch inständig, dass er irgendwas ganz anderes gemeint hat.

    Ganz einfach: Wir sollten uns beim Thema "Inklusion" ehrlich machen. Was wäre wünschenswert, was ist realistisch.

    Wenn es um gesellschaftliche Teilhabe geht, und darüber sprechen wir doch, bin ich mal so direkt und würde dich fragen, wie viele deiner Schülereltern du dir ernsthaft als gute Freunde vorstellen könntest. Wie hoch schätzt du den Anteil an Lehrkräften in deinem Kollegium, die mit mindestens einem Elternteil eines Schülers (m/w/d) deiner Schule gut befreundet ist?

    Toleranz und inklusive Gesellschaft, da bin ich auch dafür, aber wir müssen uns da an die eigene Nase fassen und uns selbstkritisch fragen, ob wir selbst in unserem Privatleben so tolerant und inklusiv sind wie wir uns wiederum Schule wünschen.

    Schulen in den USA sind statistisch gesehen tatsächlich oft noch nach race und class segregiert (Quelle).

    Und auch wenn dein Kommentar natürlich bewusst provokant formuliert war: Es gibt bereits politische Stimmen, die Maximalquoten in Bezug auf migrantische Schüler (m/w/d) an deutschen Schulen fordern. Ich beziehe mich an der Stelle nicht auf Politiker (m/w/d) der AfD, sondern auf Bundesbildungsministerin Prien von der CDU, die derzeit auch den Kanzler stellen.

    Ich vertrete dennoch nicht diese Position. Es ging mir lediglich darum, darauf hinzuweisen, dass schulische Prozesse zum Vakuum werden, wenn wir die außerschulische Entwicklung nicht in gleichem Maße mitberücksichtigen.

    Die beschriebene Situation ereignete sich vor circa 50 Jahren. Das finde ich weniger "unfassbar" als den Umstand, dass heute, im Jahr 2026, Identitätskategorien wie ethnischer Hintergrund, ökonomischer Status, sexuelle Präferenz sowie politische und religiöse Ansichten immer noch primäre Faktoren sind, nach denen Mitglieder unserer Gesellschaft entscheiden, ob sie Freundschaften eingehen oder nicht.

    Ich fand hier ein interessantes Zitat:

    Zitat

    The sad reality is that, as adults, we tend to be racially segregated in our friendships, just as we are in our neighborhoods. While interracial friendships are fairly commonplace during our school years, studies have shown that children entering adolescence are less likely to maintain cross-racial friendships as they grow older.

    ( Quelle )

    Das Zitat (am Beispiel der Identitätskategorie "race") bestätigt meine Vermutung, dass Schule zwar ein Ort sein kann, an dem Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Identitätskategorien aufeinander treffen und womöglich sogar Freundschaften schließen, diese Freundschaften nach Ende der Schulzeit jedoch seltener Bestand haben als Freundschaften von Menschen gleicher Identitätskategorien.

    Bei allen Überlegungen rund um das Thema "Schulentwicklung und Gestaltung von Bildungsprozessen" sollten wir stets im Hinterkopf behalten, dass Schule nie isoliert betrachtet werden kann, sondern immer auch mit Bezug auf die Zeit danach.

    Mentalität ist auch immer ein Zeichen der Zeit. Als die Generation deiner Mutter noch im heutigen schulpflichtigen Alter war, war es vielerorts üblich, dass die Hälfte eines Jahrgangs nach der Volks- auf die Hauptschule ging. Einige Vertreter späteter Generationen tendierten ja auch dazu, die Hauptschule zur "Dummenschule" herabzuwürdigen, was sicher auch weite Teile der Generation deiner Mutter nicht gerne hören würden.

    Und klar, als Kind ist man oft noch nicht rhetorisch versiert, in eine argumentative Diskussion mit den eigenen Eltern einzusteigen, zumal das Eltern-Kinder-Verhältnis damals noch emotional distanzierter war als in vielen heutigen Familien. Dennoch hätte ich mich gewundert, ob das Problem aus Sicht der Mutter am Rainer wirklich war, dass er auf die "Dummenschule" ging, oder vielleicht doch eher, dass er vermutlich eine Behinderung hatte (die sich ja auf einer anderen Schule auch nicht plötzlich in Luft auflöst). Und warum genau sollte er gemieden werden? Bestand die Angst, dass die vermutliche Behinderung ansteckend sein könnte, oder ging es darum, dass es sich "nicht schickt" als nicht-behinderte Person seine Freizeit mit Menschen mit einer Behinderung zu verbringen (und dabei auch noch gesehen zu werden)?

    Zauberwald : Zu deiner an mich gerichteten Frage: Meine Meinung ist, dass die realen Bedingungen zieldifferenter Beschulung Kindern mit Förderbedarf nur in seltenen Fällen ermöglichen, ihr Potential soweit auszuschöpfen, dass sie nach der Schulzeit in der Lage sind, echte gesellschaftliche Teilhabe erfahren zu können. Selektion heißt in dem Zusammenhang nicht nur die Verwehrung des Zutritts zu einer bestimmten Schulform, sondern die Empfehlung einer anderen Schulform, unter deren Bedingungen die Chancen höher sind, das vorhandene Potential auszuschöpfen und auf die Zeit nach Beendigung der Schule angemessen vorbereitet zu werden. Mal als Negativbeispiel: In den früheren Volksschulen gab es bisweilen sehr große Klassen und es waren allerlei Leistungsniveaus vertreten. Diejenigen mit (nicht diagnostiziertem) Förderbedarf sind im schlechtesten Fall einfach mitgelaufen, haben nicht viel aus dem Unterricht mitgenommen und hatten danach quasi keine Möglichkeit, sich in bestehende gesellschaftliche Prozesse einfügen zu können.

    Die Kollegen (m/w/d) aus dem Bereich "berufliche Schulen" wissen zu dem Thema sicherlich mehr, aber ich bin letztens darüber gestoßen, dass der Mangel an Lehrkräften mit beruflicher Fachrichtung Metalltechnik wohl inzwischen so groß sei, dass einige Hochschulen bereits besondere Quereinsteigermasterstudiengänge eingeführt haben, z.B. in München oder Berlin.

    Auch Hessen scheint ein besonderes Förderprogramm zu haben, siehe hier.

    Die Aufgaben der Schule sind (laut NRW Schulgesetz):

    • Unterricht und Erziehung: Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten zur Gestaltung des eigenen Lebens und Teilhabe an der Gesellschaft.
    • Wertevermittlung: Erziehung zu Demokratie, Umweltschutz, Toleranz und vorurteilsfreier Begegnung.
    • Individuelle Förderung: Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung und Leistungsfähigkeit.
    • Beratung und Betreuung: Beratung von Schülerinnen, Schülern und Eltern sowie Betreuung.
    • Beurteilung: Leistungsbewertung und Ausstellung von Zeugnissen.
    • Aufsicht: Gewährleistung der Sicherheit während des Unterrichts, der Pausen und Schulveranstaltungen.
    • Qualitätsentwicklung: Mitwirkung an der Verbesserung der eigenen Arbeit.

    Ich finde dort nichts von "Selektion".

    Die grün hervorgehobenen Partien würde ich "Selektion" zuordnen. Selektion muss auch für die Betroffenen nicht immer negativ sein, sondern kann Chancen auch überhaupt erst ermöglichen, siehe der Punkt "Teilhabe an der Gesellschaft".

    Quittengelee : Am Anfang des Schuljahres erläutere ich die Formalitäten, also sowas wie Regeln + Konsequenzen, aber auch wie der Unterricht strukturiert ist, wie die Leistungserwartungen sind, usw. Kleinschrittig wie oben beschrieben würde ich nur bei leistungsschwachen Klassen wie bei dem/der Eröffner/in des Stranges vorgehen. Aber doch, im Grunde geht es ab der 2. Unterrichtsstunde richtig los und, falls du darauf abzielst: Die ersten paar Stunden kommen dann natürlich schülerseitig Rückfragen, warum direkt eine Konsequenz folge, man habe doch nur dies und das machen/sagen wollen und das sei doch alles unfair. Dann verweise ich auf die Regeln und führe an, dass Weiteres in der Pause, aber nicht im Unterricht geklärt werden kann. Meist ist zu Beginn der Pause der Gesprächsbedarf dann doch nicht mehr gegeben. Zumindest in den Klassen, in denen ich hauptsächlich unterrichte, reduzieren sich diese Rückfragen nach spätestens 2-3 Wochen, weil die Schüler (m/w/d) merken, dass sie eh nichts bringen.

    Vorab: Es ist verständlich, dass du nach der erlebten Situation geknickt bist. Sieh es aber nicht als persönliches Scheitern, sondern als Anlass zum Lernen, um für zukünftige, ähnliche Situationen besser gewappnet zu sein.

    Rein schriftlicher Unterricht ist je nach Fach nicht möglich. In sprachlichen Fächern z.B. sind mündliche Anteile per Curriculum verpflichtend und können von Schülern (m/w/d) oder deren Eltern daher explizit eingefordert werden.

    Ich würde so vorgehen: Ich würde in der nächsten Stunde die Klasse damit konfrontieren, dass dir das Verhalten einiger Schüler (m/w/d), an der Stelle keine Namen nennen, in der letzten Stunde misfallen hat, und sie fragen, wie sie selbst die Situation erlebt haben. Es würde mich nicht wundern, wenn selbst die größten Störer (m/w/d) die Situation als unangenehm empfanden, da solche sich meiner Erfahrung nach schwer damit zu tun, eine Verbindung zwischen ihrem eigenen Verhalten und einer empfundenen Unruhe in der Klasse zu erkennen. Danach würde ich erklären, dass jeder Schüler (m/w/d) ein Recht darauf hat, in Ruhe lernen zu können und das nur geht, wenn du zukünftig konsequent Unruhe unterbindest. Dazu überlegst du dir im Vorfeld ein System, was passiert, wenn Regeln (Welche wären das?) gebrochen werden und was wiederum passiert, wenn Schüler (m/w/d) sich weigern, dieser Konsequenz nachzukommen. Diese Regeln am besten noch einmal von der Schulleitung kurz gegenprüfen lassen, sodass diese hinter dir steht, sollten Schüler (m/w/d) oder Eltern sich beschweren. Danach kannst du sie den Schülern (m/w/d) in der Klasse erklären und ergänzen, dass sie ab der kommenden Unterrichtsstunde Anwendung finden werden. Unterschriften von Kindern sind natürlich nicht rechtlich bindend, aber als Zeichen der symbolischen Unterstützung kannst du einen aufgesetzten "Vertrag" von den Schülern (m/w/d) unterschreiben lassen und die Regeln zusätzlich im Klassenraum visualisieren, sodass sich die Schüler (m/w/d) hieran orientieren können.

    Dann ist wichtig: Konsequentes Umsetzen. Nicht groß mahnen, sondern Aktion = Reaktion. "Du hast gestört, das gibt einen Strich. Bei drei Strichen passiert das-und-das.".

    Und auch wichtig: Den Schülern (m/w/d) Entscheidung ermöglichen. "Du hast 3x gestört, daher passiert X. Du kannst jetzt entscheiden. Entweder du machst X oder es folgt (die unangenehmere Variante) Y. Du kannst jetzt darüber nachdenken und in 2 Minuten sagst du mir, wofür du dich entschieden hast.".

    Das musst du dann aber auch konsequent umsetzen und immer wieder darauf hinweisen, dass diese Vorgehensweise gemeinsam besprochen wurde - sonst werden sie die Regeln nicht ernst nehmen. Das ist am Anfang sicher anstrengend und auch für die Schüler (m/w/d) ungewohnt, weil sie es vielleicht gewohnt sind, dass erst 5x gemahnt wird, ehe eventuell etwas konkret passiert.

    Nach ein paar Wochen dürften sich aber nachhaltige Ergebnisse abzeichnen.

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