Spontane Idee: Was ist mit den Rechtsberufen wie Rechtsanwaltsfachangestellter?
Beiträge von Gymshark
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Schau dir doch bitte die erwähnte IGLU-Studie an, bevor du irgendwas behauptest
Ich weiss nicht, wer es davon hatte. Lies einfach, es gibt unzählige Studien und Erhebungen, die zum absolut gegenteiligen Ergebnis kommen:
Ich bezog mich gar nicht auf die Studie, sondern einen zuvor genannten prozentualen Anteil zweier User. Mit der Aussage "ist kein Phänomen der Neuzeit" meinte ich weniger, dass der Anteil vor 20 oder 40 Jahren bereits genauso hoch war, sondern eher dass er nicht 0 war, somit das Problem (in geringerem Ausmaß?) auch damals schon, aber mit geringerem gesamtgesellschaftlichen Interesse an Gegenmaßnahmen im Vergleich zu heute, bestand.
Ich erinnere mich nicht mehr 100%-ig, aber vielleicht war es chilipaprika .
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Wenngleich ich für gewöhnlich für eine stärkere Einbindung des Elternhauses gerade bei den Leistungs- und Sozialschwachen bin, muss an der Stelle erwähnt werden, dass die besagten 20-25% kein Phänomen der Neuzeit sind. Selbst zu Volksschulzeiten vor mehreren Jahrzehnten gab es sie schon. Da sind die Leseschwachen irgendwie mitgelaufen, erlernten im Anschluss einen praktischen Beruf in der Produktions-, Transportbranche oder im Handwerk.
Auch heute hast du die 20-25% noch, aber ich vermute, dass heute eine größere Angst besteht, dass diese bei zu wenig Zuwendung auf die schiefe Bahn kommen oder andersweitig zu Sozialfällen werden. In guten Einzugsgebieten kann hier noch das Elternhaus viel aufgreifen, in schlechten kommst du da leider schnell an deine Grenzen. Eine Entwicklung verglichen mit früher ist, dass man heute nicht mehr so schnell Schüler aufgibt oder sagt "Braucht er/sie nicht, er/sie übernimmt eh später den elterlichen Betrieb!".
Das tendiert aber leider teilweise ins andere Extrem, indem gemacht und getan wird, weil "der Schüler X Potential hat und er kann ja, wenn ich ihn nur irgendwie mit der richtigen Lehrmethode erreiche.".
Am Ende können wir auch keine Wunder vollbringen und wenn beim Schüler schlichtweg die Grenze des Wollens und des Könnens erreicht ist, muss man das akzeptieren. Wenn er die Schule am Ende ohne gesicherte Lesekompetenzen verlässt, muss er sich überlegen, ob er so sein ganzes Leben irgendwie verbringen will oder vielleicht doch noch einmal zur Volkshochschule geht und einen Kurs belegt. Manche bekommen im Erwachsenenalter noch einen Motivationsschub, bei Anderen ist halt wirklich Hopfen und Malz verloren.
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Hier auch. Wir hatten einmal einen Mann im Kollegium, da habe ich meine Mails schon angepasst und statt "Liebe Kolleginnen" einfach "Liebes Kollegium" geschrieben.
War der Mann Quereinsteiger oder regulär ausgebildeter Grundschullehrer? Wenn letzteres, ist er ja durchaus gewöhnt, mit vielen Frauen zusammenzuarbeiten. Jeder Mann ist da anders, aber vielen ist es denke ich relativ egal, wie sie angesprochen werden. Aus Höflichkeit kann man natürlich fragen und im Zweifelsfall eine Alternative finden, mit der alle zufrieden sind.
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Während es nachweislich eine Minderheit ist, die die gegenderte Sprache befürwortet, sind Vertreter dieser Minderheit (vor allem Journalisten/Medienvertreter, Politiker, geisteswissenschaftliche Akademiker) einflussreich und ausdauernd. Bestünde diese Gruppe aus Mitgliedern anderer Bevölkerungsschichten, könnte dein Vorschlag, und sei er ironisch gemeint, sicher anders bewertet werden.
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Und schon gar nicht können einzelne ihn stoppen, nur weil er sie nervt.
Ist es nicht eher so, dass Einzelne das Thema anstoßen, während eine große Mehrheit es stoppen will, weil es sie nervt? Wir reden hier ja je nach Umfrage von über 70% der Bevölkerung, die gegen das Gendern in den dargestellten Formaten sind.
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Wenn man hört, dass jüngere Personen ohne Probleme den Glottis-Schlag einbauen, um "Lehrer:innen" von "Lehrerinnen" abzusetzen
Beißt sich das nicht mit der Auffassung, dass die Lese- und Schreibkompetenzen von jungen Leuten immer schwächer werden?
Ich denke, hier müsste stärker unterschieden werden, aus welchem Elternhaus diese jüngeren Personen kommen. Dass junge Personen aus dem ludwigshafener Problemviertel hiermit keine Probleme haben, würde ich zumindest anzweifeln.
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Meine Lateinkenntnisse sind sehr überschaubar, aber müsste das dann nicht für die meisten Berufsbezeichnungen gelten? Irgendeine Bezeichnung brauchen wir ja und da klingt Student oder auch Hochschüler für mich passender als Studierender oder Hochschullernender.
Müsste ich den Begriff einer Pflanze, die Fleisch frisst, neu erfinden, sprich gäbe es ihn nicht, würde ich möglicherweise eine Variante ohne Partizip wählen. Andererseits gibt es den Begriff bereits lange und er ist zudem reichlich selten. Das letzte Mal als ich den Begriff irgendwo hörte oder las ist schon einige Jahre her.
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Wer hat jetzt Recht?
Gute Frage! Entweder eine übergeordnete Stelle wie das Institut der deutschen Sprache, der Duden oder die Mehrheit der deutschen (bzw. schweizer) Bürger.
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Kollege:
klassisch = jemand, der mit mir zusammen arbeitet
modern = anderer Begriff für Freund, eher von Männern verwendet
Maul:
klassisch = Bezeichnung für Mundöffnung bei nichtmenschlichen Tieren
modern = abwertende Bezeichnung für Mundöffnung bei Menschen (z.B. "Halt's Maul!")
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RosaLaune : Gutes Beispiel! Wahrscheinlich gibt es noch weitere Ausnahmen, die bereits etabliert in der deutschen Sprache sind und uns daher gar nicht mehr auffallen.
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Wer entscheidet dann deiner Meinung nach, welchen Ausdruck wir für die Leute in den Hörsälen wählen?
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Gibt es die "Lehrperson" nicht im schweizerischen Sprachgebrauch bereits länger?
"Studierende" ist noch recht neu, aber irgendwie scheint den Verwendern dieses Begriffs noch nicht aufgefallen zu sein, dass er grammatikalisch häufig falsch verwendet wird, da er voraussetzt, dass jemand just in dem Moment studiert - und das ist bereits dann nicht der Fall, wenn jemand zwar sein Buch aufgeschlagen hat, aber statt zu lesen/lernen mit Quatschen, Comic zeichnen oder Tagträumen beschäftigt ist.
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Wenn man weiß "OK, die Person verwendet immer das generische Femininum.", kann man denke ich als Dritter einigermaßen damit umgehen. Schwieriger ist es eher, wenn man eine Person nicht kennt und daher nicht weiß, wie ein Ausdruck gemeint ist, oder die Verwendung von einer Person kommt, die diese Sprachform normalerweise nicht verwendet.
Hier lässt sich fürchte ich keine allgemeingültige Lösung finden, da von einer Personengruppe das generische Maskulinum als rein grammatikalisch geschlechtlich und daher semantisch geschlechtsneutral empfunden wird und die Gegenseite wiederum mit movierten Substantiven argumentiert.
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Hatten wir es nicht letztens wieder davon, dass Kinder Sprachen wie ein Schwamm aufnehmen und es daher gar nicht genug Sprachen sein können? Irgendwie beißt sich die Katze bei der Argumentation in den Schwanz.
Es ist schlichtweg nicht möglich, alle Missstände, die scheinbar ein immer größer werdender Teil der Eltern innerhalb der privaten Erziehung, in der Schule aufzuholen. Daher bleiben nur zwei Möglichkeiten: Lehrpläne kürzen oder mehr Aufgaben zurück ans Elternhaus geben.
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Bei Menschen kann das durchaus anders sein.
Weil Menschen sich am Ende doch schwer tun, Sprachlogik und Semantik voneinander zu trennen, sobald es nicht um Dinge, sondern um Menschen geht?
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Dass einen die weibliche Form irritiert, die männliche aber nicht, zeigt doch aber anschaulich, wie wenig selbstverständlich es ist, dass man bei einer generischen Form an alle denkt.
Ich glaube, hier werden grammatisches und biologisches Geschlecht gerade etwas vermischt. Gerade im Deutschen wird ja deutlich, dass viele Artikel nicht aus der Semantik abgeleitet wurden, sondern vor allem sprachlogischer bzw. -historischer Natur sind. Die Sonne ist im Deutschen weiblich, im Französischen männlich. Beim Mond ist es genau andersherum. Hat die Sonne jetzt besonders feminine und der Mond besonders maskuline Eigenschaften? Warum können grüne Scheine sowohl sächlich (das Geld) als auch maskulin (der Zaster) und feminin (die Kohle) sein? Und heißt es jetzt der, die oder das Nutella?
Wer wirklich versucht, Form und Inhalt in Zusammenhang zu bringen, müsste die deutsche Sprache von Grund auf neu gestalten.
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An der Stelle sehe ich aber auch die Eltern in der Pflicht. Wenn ich schon weiß, dass mein Kind möglicherweise Probleme beim Lesen haben könnte, sei es, weil es sprachliche oder kognitive Probleme hat, ein familiär sozioökonomisch schwacher Hintergrund besteht, oder ähnliches, hole ich mir entsprechende Hilfe, sodass das Kind nicht bereits im Anfangsstadium des Lesenlernens komplett abgehängt wird. Selbst arbeitslose Eltern und solche mit geringen Deutschkenntnissen finden in der Regel den Weg zu den Behörden, und sei es, um Bürgergeld zu beantragen, da ist es kein Ding der Unmöglichkeit, sich gleichermaßen Hilfe beim Jugendamt zu holen, statt davon auszugehen, dass sich das Problem irgendwie "verwächst".
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Antimon: Die Sängerin P!nk hatte gerade zu Beginn ihrer Karriere durchaus auch ein eher burschikoses Auftreten: kurze Haare, selbstbewusst - der Typ Frau, der eher mit Kerlen abhängt und gerne ein Bier trinkt, um mal bei den gängigen Klischees zu bleiben. Inzwischen ist sie mit einem Mann verheiratet, hat zwei Kinder. Es würde mich nicht überraschen, wenn damals gemutmaßt worden wäre, dass sie aufgrund ihres Auftretens und Aussehens auf Frauen stehen könnte - du kennst ja selbst die Klischees. Gleichzeitig war sie sicher für viele junge Mädchen eine Art Vorbild, die sich von Gleichaltrigen unterschieden und sich daher fragten: "Bin ich richtig so?".
Im Idealfall steht man über irgendwelchen Klischees und provokanten Sprüchen durch Gleichaltrige. Nicht jeder Heranwachsende hat jedoch dieses Selbstbewusstsein, daher sehen sich viele betroffene Jugendliche in Rechtfertigungszwang. Das "Drüberstehen" ist sehr schwierig, oft gibt man bei Hänseleien irgendwann doch nach, verheimlicht Interessen und passt sich dem an, was vermeintlich von einem erwartet wird. Wenn man als Junge mehrfach scherzhaft gefragt wird "Bist du ein Mädchen?", kann das in manchen Fällen soweit führen, dass die Betroffenen selbst irgendwann an ihrer Geschlechtsidentität zweifeln. Nicht immer erfolgt das jedoch aus Böswilligkeit. Eine zweite Möglichkeit ist auch, dass Freunde und Familie aus falsch verstandender Toleranz einen mit dem Thema konfrontieren, denn "wir möchten ja nur dein Bestes". Das kann bei nicht gefestigten Persönlichkeiten durchaus verunsichern.
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Schmidt : Gleichermaßen gibt es natürlich auch das gegensätzliche Phänomen, sprich etwas femininere Jungen oder maskulinere Mädchen, die von ihrem Umfeld belächelt werden und mit Sprüchen à la "Bist du ein Mädchen/Junge?" provoziert werden. Für diese Mädchen und Jungen ist es natürlich dann erst Recht schwer, nach außen zu argumentieren, dass sie trotz eines etwas feminineren/maskulineren Aussehens dennoch vollwertige Jungen/Mädchen seien. Für diese Jungs oder Mädchen ist es in den letzten Jahren sogar schwerer geworden, da die öffentliche Wahrnehmung zugunsten einer größeren Repräsentanz von Transidentität weniger Raum für Menschen aufzeigt, die sich mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren, aber sich von einer klischeehaften Repräsentation bzgl. Aussehen, Interessen oder Verhalten hiervon distanzieren.
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