Auch mal ein anderer Gedanke: Der deutsche Staat macht jedem Kind, jedem Jugendlichen ein Bildungsangebot. Bei Bildungsungerechtigkeit geht es ja im Jahr 2023 ja weniger darum, dass Lehrer X Schüler Y aufgrund seiner sozialen Zugehörigkeit schlechter bewertet/behandelt als Schüler Z, sondern eher dass Schüler Y sich bewusst oder unterbewusst den Angeboten verweigert. Wir betreiben sehr großen Aufwand, um diese Schüler doch irgendwie für Lernen und Bildung zu begeistern, verwenden hierfür fast mehr Mühe als für Schüler, die bereits in den Startlöchern stehen und Gas geben wollen. Klar, am Ende ist die Motivation dahinter, zu vermeiden, dass wir Leute generieren, die dem Staat auf der Tasche liegen, im schlechtesten Fall kriminell werden. Aber tun wir das nicht bereits? Die Jugendlichen, die ich kenne, die nicht aus dem Quark kommen, wissen insgeheim, dass Mama doch regelt und wenn da keine Unterstützung zu erwarten ist, hilft am Ende der Staat.
Ein pragmatischerer Ansatz wäre, zu sagen, dass diejenigen, die die Angebote annehmen, Unterstützung bekommen, und die, die sie verweigern, Pech haben. Es muss nicht jeder auf's Gymnasium gehen. In der Zeitung suchen sie wieder Lagermitarbeiter, Reinigungs- und Spülkräfte; ich sehe regelmäßig Anzeigen für Mitarbeiter im Baugewerbe. Die Jobs kann man auch mit einem Hauptschulabschluss durchführen.