Wie schon mehrfach hier angedeutet oder gar konkret angesprochen wurde, sind es vor allem die mentalen Krankheiten, die zwar inzwischen gesellschaftlich nicht mehr tabuisiert, aber zumindest noch sehr stigmatisiert sind. Dadurch, dass bei Krankschreibungen kein Betroffener (m/w/d) seine Gründe offen legen muss, wird leider viel gemutmaßt, mitunter auch zu den Ungunsten der Betroffenen.
Ich meine, dass in dem Artikel über den Kollegen, der an den Kochshows teilnahm, dabei stand, dass derzeit 14 Lehrkräfte in NRW seit mindestens 5 Jahren krankgeschrieben sind. Es kann durchaus sein, dass hierbei sehr komplexe medizinische Gründe vorliegen, sei es ein schweres psychisches Trauma, das immer wieder durch Flashbacks getriggert wird, oder eine chronische Krankheit, eine Verletzung, die einfach nicht verheilt o.ä. Früher hätte man eher noch gesagt, dass starke Schultern in einem Sozialstaat auch solche Fälle tragen können. Dadurch, dass die aktuelle Bundesregierung jedoch entschieden hat, die staatlichen Sozialausgaben genauestens prüfen und erheblich reduzieren zu wollen, vermute ich, dass in naher Zukunft solche Extremfälle kaum noch möglich sein werden (ebenso wie ungewöhnliche Therapieformen wie der zuvor beschriebene Türkeiurlaub) und wie schon zuvor geschrieben deutlich schneller eine Überprüfung der generellen Dienstfähigkeit auf dem Plan stehen wird.