Beiträge von Gymshark

    Quittengelee : Die offizielle Definition von A1 ist, dass die Sprachlernenden in der Lage sind, einfache Interaktionen über sich selbst und ihre unmittelbare Umgebung zu führen und zu verstehen. Ich kann gerne auch noch einmal im Curriculum nachschauen, aber so wie ich den Grundschulwortschatz noch im Kopf habe, sollte das nach zwei Schuljahren machbar sein. Es würde mich überraschen, wenn das in deinem Bundesland anders wäre.

    In 2 Jahren ist es definitiv leistbar für durchschnittlich begabte Lerner, das Sprachniveau A1 zu erreichen - das ist kein Hexenwerk, vor allem für Kinder, die in der Regel Sprachen noch einmal leichter lernen als ältere Jugendliche oder Erwachsene.

    Nach all dem, was ich von dir, chilipaprika , zuvor gelesen habe in Bezug auf Französisch und auch Deutsch, vermute ich, dass dein schulisches Umfeld insgesamt eher sprachlich schwach ist.

    Nach Lesen deiner Erfahrungen mit Englischunterricht in Klasse 5 vermute ich, dass die zubringenden Grundschulen zu locker bewerten. Eigentlich sollten die Schüler (m/w/d) schon ein gewisses Sprachniveau mit in die Klasse 5 bringen - im Curriculum der Primarstufe steht ja doch einiges auch Gehaltvolles drin, z.B. Anbahnung von Umgang mit zielsprachlichen Texten, impliziter Umgang mit Grammatik/Sprachreflexion oder Dialoge vortragen. Und das sind ja keine Wunschvorstellungen, sondern die curricularen Mindestanforderungen zur Erreichung der Note 4. Und zumindest an der Stelle kann es nicht am (zugegebenernaßen fragwürdigen) Erwartungshorizont für Abschlussprüfungen liegen.

    0-1 gibt es auch in BW in Englisch kaum. Ist dank listening und der o.g. Aspekte schwer möglich.

    Ich hätte ehrlicherweise sogar gegenteilig argumentiert, dass Hörverstehen von allen sprachlichen Kompetenzen diejenige ist, bei der am ehesten null Punkte möglich sind, weil die Rezeptionsdauer im Vergleich zu anderen sprachlichen Kompetenzen deutlich eingeschränkt ist und wem es innerhalb der kurzen Zeit nicht gelungen ist, die Kernaussage des Hörtextes zu erfassen, hat keine Möglichkeit, diese Aufgabe ggf. auch nachträglich noch einmal zu bearbeiten.

    Bolzbold : Eigentlich bieten gerade die Schnittstellen innerhalb des Schulsystems (Übergang Primarstufe zu Sekundarstufe I und dann noch einmal Sekundarstufe I zu Sekundarstufe II) die Möglichkeit, gewisse Mindeststandards einzuführen, die dann aber natürlich auch konsequent durchgezogen werden müssen. Bedeutet: Wenn in der Sekundarstufe I aus welchem Grund auch immer versäumt wurde, auf etwas zu achten, ab der 10. Klasse gilt es dann halt einfach und dann fällt eigentlich keiner aus den Wolken, wenn es kurz vor dem Abitur entsprechend auch Anwendung findet. In Klasse 10 unterpunkten bei uns immer einige aufgrund der höheren Standards und gehen dann ab, mitunter auch weil sie für sich entschieden haben, es einfach mal zu probieren, nur um dann festzustellen, dass Oberstufe doch nicht das Richtige für sie ist.

    Wobei ich ehrlicherweise überrascht bin, dass es bei dir, chilipaprika , Schüler (m/w/d) gibt, die auch noch von sich behaupten, "schlecht und [zu] faul zu[m] Lernen" zu sein. Die sind dann wirklich in der falschen Schulform zugeordnet.

    Ich will nicht sagen, dass du falsch liegst. Du könntest Recht haben. Am Ende kennen wir das Kind genauso wenig wie nani. Ich wüsste jedoch nicht, auf welchem Weg das besagte Kind den englischen Grundschulwortschatz bereits lesen und schreiben gelernt haben könnte.


    Was mir noch ergänzend einfällt: Ich weiß nicht, welche Varietät des Englischen du, nani, im Unterricht verwendest, aber es kann sein, dass manche Begriffe im irischen Englisch anders ausgedrückt werden. Das wäre vielleicht etwas, was du im Hinterkopf behalten solltest, falls das Kind mal feststellen sollte, dass es einen Gegenstand unter einem anderen Begriff als von dir eingeführt kennt.

    Es ist auch wichtig, dass sich das Kind nicht in der falschen Sicherheit wähnt, schon alles zu können, den Zeitpunkt verpasst, an dem für das Kind Neues behandelt wird und daraufhin den Anschluss verpasst.

    Davon abgesehen, wurden ja schon ein paar niedrigschwellige Differenzierungsmöglichkeiten genannt, was ja auch für dich, nani, sicher eine nette Gelegenheit ist, mal auszuprobieren, was man bei Fortbildungen mal mitbekommt, aber wozu im Regelunterricht oft keine Zeit ist. Ich habe heute gelesen, dass der Kinderbuchklassiker Cat In the Hat dieses Jahr ins Kino kommt. Ich weiß nicht, ob das sprachliche Niveau für die Grundschule geeignet ist, aber ein schönes Thema wäre es allemal ;) .

    LP NRW Primarstufe: Die SuS erreichen bis Ende Klasse 4 A1 des GeR. "Muttersprachlicher Hintergrund" meint, dass man schon weiter ist.

    Wie ich schon schrieb, ich kann mir durchaus gut vorstellen, dass Sprechen und Hören bereits gut ausgeprägt sind, Lesen und Schreiben jedoch ggf. weniger, da der Umzug nach Deutschland vor Schulantritt in Irland erfolgte. Hinzu kommt noch kulturelle Kompetenz, die das Kind sicherlich in Bezug auf Irland mitbringt. Ich weiß jedoch nicht, ob Irland bereits im Grundschulunterricht besprochen wird, oder eher andere zielsprachige Länder/Regionen.

    Ich spreche ganz passabel Englisch, käme aber nicht auf die Idee, mit meinen Kindern Englisch zu sprechen, wenn wir in einem englischsprachigen Land lebten. Warum auch? Wir sind beide Deutsche mit Deutsch als Muttersprache.

    Wer ins englischsprachige Ausland zieht, macht dies womöglich auch aus Interesse an Gesellschaft und Kultur, möchte mutmaßlich auch selbst Teil dieser Gesellschaft werden. Warum soll man dann noch der Vergangenheit nachhängen?

    Meine Sichtweise aus der Sekundarstufe, aber auch mit einer Sprache: Das Kind wird durch den muttersprachlichen Hintergrund schon einige Kompetenzen mitbringen, aber sicher noch nicht alle, die bis Ende der 4. Klasse curricular vorgesehen sind. Ich würde vermuten, dass Sprechen und Hören beim Grundwortschatz schon recht ausgeprägt sind, aber ggf. Lesen und Schreiben noch nicht. Mein Tipp wäre, in der ersten Woche eine Diagnostik zu machen, wo das Kind steht. Entsprechend kannst du im Unterricht Schwerpunkte setzen. Und klar, kannst du aus zeitökonomischen Gründen nicht jedes Mal Zusatzaufgaben bereithalten. Das Kind sollte das "Pflichtprogramm" auf jeden Fall mitmachen, um zu verhindern, dass der Vorsprung mit der Zeit zum Rückschritt wird. Ergänzen kannst du dies jedoch mit schönen Aufgaben, die im Regelunterricht oft zu kurz kommen und eigenständig bearbeitet werden können, z B. das Lesen zielsprachiger Kinderbücher.

    Darum geht es doch gar nicht. Es geht um die Eltern, die gar nicht erst das Interesse aufbringen, sich um die Schwimmkompetenz ihrer Kinder zu kümmern. Diejenigen, die Schwimmanstalten telefonisch abklappern und sich auf Wartelisten setzen lassen, können ihr Engagement nachweisen - kein Problem. Wenn ein Kind am Ende der Grundschulzeit immer noch Nichtschwimmer (m/w/d) ist und keine medizinische Indikation vorliegt, bezweifle ich, dass Eltern sich ab dem 6. Lebensjahr (Ich kenne Familien, in denen die Kinder sogar schon mit 5 Jahren Schwimmen lernen.) ernsthaft dahintergeklemmt haben.

    Das Argument "Das ist Aufgabe der Schule." könnten wir ergebnisoffen diskutieren. Beim Rest gilt die unausweichliche Aussage "Ihr wolltet das Kind und habt euch damit bereit erklärt, elterliche Verpflichtungen zu übernehmen. Wenn ihr das nicht könnt, holt euch professionelle Hilfe. Wenn ihr das nicht wollt, müsst ihr überlegen, ob das Kind bei Pflegeeltern oder im betreuten Wohnen besser aufgehoben ist.". Vielleicht würden danach manche Eltern endlich aufwachen und den Ernst der Lage erkennen.

    Einerseits ist Herr Söder der Regierungschef und muss im Zweifelsfall seinen Kopf hinhalten, andererseits hat er ja auch seine immerhin 14 Ministerien, dass er sich nicht um alles selbst kümmern muss, sondern die fachliche Verantwortung seinen Ministern (m/w) übertragen kann.

    Ich tue nichts, da ich keine Sportlehrkraft bin. Was wir gesamtgesellschaftlich mal offen diskutieren müssen, ist ob die Organisation von Schwimmenlernen Aufgabe von Schule oder doch von Eltern ist. Ich habe mir mal aus Neugier das Curriculum zu "Bewegung im Wasser" der Klassen 1/2 abgeschaut. Wenn das konsequent umgesetzt wird, dürfte es entweder nach Klasse 2 keine Nichtschwimmer (m/w/d) geben oder fehlende Kompetenzen würden entsprechend (negativ) bewertet werden. Ich gehe aber auch mal davon aus, dass nicht ein ganzes Halbjahr lang Schwimmunterricht gemacht wird, sodass fehlende Schwimmkompenzen mit guten Leistungen bei anderen Sportarten ausgeglichen werden.

    Die Alternative wäre, dass Eltern privat die Vermittlung von Schwimmkompetenzen zu organisieren haben, entweder indem sie es selbst machen oder indem sie kommerzielle Angebote nutzen (öffentliche Badeanstalten). Und dann wäre eine bewusste Verweigerung dessen bis sagen wir mal bis zum 10. Lebensjahr, ohne medizinischen Nachweis, dass die Schwimmkompetenz aus gesundheitlichen Gründen nicht erworben werden kann (z.B. Vorliegen komolexer Behinderungen), rechtlich gleichzusetzen mit anderen Verstößen gegen die elterliche Erziehungspflicht via Grundgesetz.

Werbung