Schüler müssen gleichzeitig dringend auf Toilette während Leistungsüberprüfung.

  • Dann sind aber auch viele aus der Generation 60+ schlecht sozialisiert. In ungelogen jedem Wartezimmer beim Arzt sitzt einer davon, die es nicht für nötig halten, das Handy leise zu stellen und sich mit voller Lautstärke lustige Videos reinziehen oder mit Tante Inge telefonieren

    Oh je... ist das wirklich so? Mir stößt dieses Verhalten extrem negativ in der Bahn auf, aber das ist immerhin noch öffentlicher Raum. In Praxen oder dergleichen habe ich es ehrlich gesagt noch nicht erlebt.


    Gymshark

    Man wird sicherlich nicht für jeden Schüler individuellsprachige Wörterbücher anschaffen. Schon gar nicht in Bildungsgängen, in denen man eine gewisse sprachliche Grundbildung eigentlich voraussetzen würde. Beispiel: am Mittwoch fragte in einer Klasse mit Ziel mittlerer Schulabschluss jemand, was denn "Folgen" seien (es es ging um Folgen des demografischen Wandels). Es konnte niemand erklären (oder zumindest wollte niemand, ich kanns nicht abschätzen). Meine Umschreibung mit "Auswirkungen" machte es für viele auch nicht klarer. Gerade bei solchen Wörtern, die meilenweit von "Fachwortschatz" entfernt sind, fände ich schon gut, wenn sie unkompliziert selbst nachschauen können, um weiterarbeiten zu können.

    Aber gut, geht halt offensichtlich nicht.

  • Oh je... ist das wirklich so? Mir stößt dieses Verhalten extrem negativ in der Bahn auf, aber das ist immerhin noch öffentlicher Raum. In Praxen oder dergleichen habe ich es ehrlich gesagt noch nicht erlebt.

    Ich in der letzten Zeit jedes Mal, hat mich auch extrem genervt.

  • Vielleicht könnten Rentner im Ehrenamt Klokontrolle betreiben? Nur um den Gedanken weiterzuspinnen...

    An meiner alten Schule gab es Lesepaten, die Kindern beim Lesen halfen... Warum also nicht Toilettenpaten? Man muss mit der Zeit gehen.

    🍦 Eis macht Spaß! 🍦
    Schoko, Vanille – ganz egal,
    Hauptsache lecker jedes Mal! 😋

    Ich lese und schreibe nach dem Paretoprinzip.

  • Dann sind aber auch viele aus der Generation 60+ schlecht sozialisiert. In ungelogen jedem Wartezimmer beim Arzt sitzt einer davon, die es nicht für nötig halten, das Handy leise zu stellen und sich mit voller Lautstärke lustige Videos reinziehen oder mit Tante Inge telefonieren

    Eine echte Seuche sind auch Videocalls im ÖPNV, schön laut, weil der Ton so schlecht ist. Das sind aber eher Jüngere.

    Es könnte alles so einfach sein - ist es aber nicht.

  • Eine echte Seuche sind auch Videocalls im ÖPNV, schön laut, weil der Ton so schlecht ist. Das sind aber eher Jüngere.

    Das sehe ich echt oft. Mir wäre das so unangenehm, meine Privatgespräche mit fremden zu teilen.

    Wozu gibt es Headsets?

  • Verständlich. Habt ihr in der Fachschaft ein Budget, um einen Satz Wörterbücher zu anzuschaffen? Wenn auch das nicht, geht/gehen eben nur der Wortschatz/die Fachbegriffe, der/die im Unterricht eingeführt und besprochen werden.

    Sorry, aber kein Mensch nutzt mehr Wörterbücher aus Papier. Digital ist einfach so viel praktischer, schneller, du kannst ganze Sätze eintippen. Es wird wahrscheinlich auch 3-5 verschiedene Sprachen in jeder Klasse geben.

    Trotzdem muss man doch an irgend einer Stelle sagen, wofür die Handys genutzt werden dürfen und wofür nicht. Wenn ich mit 15 hätte WhatsApp nutzen dürfen hätte ich bei Instagram sehr wahrscheinlich weitergemacht. Ganz leise, die Lehrerin scheint sich ja nicht gestört zu fühlen. Und noch ein bisschen lauter, die anderen dürfen ja auch, sonst hört man ja nix mehr :sterne:

    Edit: und dann scant einer das Diagramm und es ist auch nicht recht. Woher sollen die Schüler wissen, was man von ihnen erwartet, wenn man es nicht erklärt? Ein unausgesprochenes "Mache ich doch auch (nicht)" finde ich ziemlich nutzlos als Orientierung.

  • Spannend ist ja, dass man solche Selbstverständlichkeiten über 10 Jahre lang gar nicht extra erklären musste, sondern es auch so wunderbar funktonierte. Ich bin immer gut damit gefahren auf den ganzen Erziehungs- und Verbotskram zu verzichten unter der Voraussetzung, dass sich außerunterrichtsliche Aktivitäten im vertrebaren Rahmen halten, das Ganze keinen Lärm verursacht und in Arbeitsphasen vernünftig gearbeitet wird. Funktioniert anscheinend nicht mehr, wie ätzend.

    Aber stimmt schon, es wird generell keine Rücksichtnahme und Zurückhaltung mehr gelebt und das ist dann wohl die Konsequenz draus.

  • Maylin85 : Zu dem Beispiel mit "Folgen": Ich kenne deine Schüler (m/w/d) nicht, aber mutmaßlich ist das Sprachniveau zu niedrig, um dem auf ihnen zugeteilten Fachniveau sinnvoll mitarbeiten zu können. Das ist ein weiteres Beispiel für Fehler in unserem Bildungssystem. Neu zugewanderte Schüler (m/w/d) sollten erst einen (verpflichtenden) intensiven Sprachkurs absolvieren müssen (Der kann gerne nach Altersgruppen sortiert sein - 6-9 Jahre, 10-14 Jahre, 15-18 Jahre.), ehe sie sprachlich bereit sind, am Regelunterricht teilnehmen zu können. Wir machen uns da einfach etwas vor, wenn wir gesellschaftlich meinen, dass der Spracherwerb im Regelunterricht so nebenbei erfolgen kann. Dein Beispiel zeigt ja, dass die Schüler (m/w/d) gar nicht in der Lage sind, Fachbegriffe (und damit die oft zitierte Bildungssprache) zu lernen, weil es bereits an altersgerecht entwickeltem Grundwortschatz mangelt.

  • Spannend ist ja, dass man solche Selbstverständlichkeiten über 10 Jahre lang gar nicht extra erklären musste, sondern es auch so wunderbar funktonierte. Ich bin immer gut damit gefahren auf den ganzen Erziehungs- und Verbotskram zu verzichten unter der Voraussetzung, dass sich außerunterrichtsliche Aktivitäten im vertrebaren Rahmen halten, das Ganze keinen Lärm verursacht und in Arbeitsphasen vernünftig gearbeitet wird. Funktioniert anscheinend nicht mehr, wie ätzend.

    Aber stimmt schon, es wird generell keine Rücksichtnahme und Zurückhaltung mehr gelebt und das ist dann wohl die Konsequenz draus.

    Ich bin etwas erstaunt und frage mich, in welchem Umfeld Du Dich bewegt hast!

    Schule, wie ich sie kenne, hatte immer schon etwas mit Erziehung zu tun gehabt. Faulheit, soziale Geisterfahrerei, Respektlosigkeit, Disziplinlosigkeit, Empathielosigkeit und mangelhaftes Benehmen gab es auch vor 30-40 Jahren schon, selbst an Gymnasien. Meine Güte, was war ich geschockt, als ich als weltfremder Referendar erleben musste, in was für einer Ellenbogengesellschaft wir leben. Ich war damals schon fassungslos, was Kinder von Haus aus nicht mehr an Erziehung mitbekommen haben.

    Bloß der Unterschied zu heute war, dass wir Lehrer in Punkto Leistungsanspruch und Unterrichtsdisziplin kompromissloser waren und auch wesentlich härter durchgegriffen haben. Kollegium und Schulleitung haben da an einem Strang gezogen.

    Und heute? Selbst an meiner ehemaligen Schule Verständnis und Bepamperung der Eltern und Schüler bist zum Geht Nicht Mehr. Junge Kollegen erziehen nicht mehr. Alles so locker und liberal. Und so eine schöne Atmosphäre, dass die Krankmeldungen in den letzten Jahren stetig gestiegen sind. Noch Fragen?8)

    Dienst nach Forschrift!

    Einmal editiert, zuletzt von BaldPension (13. Dezember 2025 08:12)

  • Ich hab seit 2018 überwiegend Oberstufe gemacht. Und bei den Kleineren, die ich davor mal hatte, war das Handy wiederum tatsächlich gar kein so großes Thema (gab andere).


    Gymshark

    Neuzuwanderer lernen ja erstmal 2 Jahre verstärkt Deutsch und diese spezielle Lerngruppe hat ja auch bereits Schulabschlüsse erworben. Wie das ohne Grundwortschatz möglich ist, weiß ich leider auch nicht.

  • Sorry, aber kein Mensch nutzt mehr Wörterbücher aus Papier. Digital ist einfach so viel praktischer, schneller, du kannst ganze Sätze eintippen. Es wird wahrscheinlich auch 3-5 verschiedene Sprachen in jeder Klasse geben.

    Bei den Klassenarbeiten und Klausuren dürfen sie aber nicht das Handy als Wörterbuch nutzen, oder? Dann sollten sie vorher doch den Umgang mit der Papierversion geübt haben.

  • Die Eltern sind oft schon vor Schulschluss des Kindes bei der SL, um das Handy wieder abzuholen und pfeiffen auf dessen warme Worte bzw. tun lautstark ihre konträre Meinung kund.

    Wie sollen Sie denn vor Schulschluss erfahren, ob das Handy weg ist? Das erfahren die ja erst nach Heimkehr des Kindes. Ansonsten wäre das ja (Zweithandy oder so) vermutlich ein erneuter Verstoß gegen die Schulordnung. (Ankedotisch übrigens: Zuletzt wurde einem problematischen Schüler das Handy durch mich abgenommen, die Mutter hat eigentlich ein Problem mit mir als Person. Ihre Reaktion, weil ich sie sofort informierte, war nur "wann muss ich es abholen" und "er weiss dass er das nicht darf")

    Und ob die konträre Meinungen haben, kann einer stabilen SL ja auch egal sein. Ich zitiere hier mal das MSB in NRW:

    "Verstößt eine Schülerin oder ein Schüler gegen die festgelegten Handyregeln, stellt dies eine Pflichtverletzung dar, die erzieherischen Einwirkungen oder bei schweren und wiederholten Verletzungen sogar Ordnungsmaßnahmen (§ 53 Schulgesetz NRW) nach sich ziehen kann. Die Wegnahme von Gegenständen, so auch von Mobiltelefonen, ist als erzieherische Einwirkung zulässig (§ 53 Absatz 2 Schulgesetz NRW)." (https://www.schulministerium.nrw/handynutzung-schule)

    Und zumindestens meine SL wäre da durchaus bereit, bei beratungsresistenten Schüler:innen den Weg komplett zu Ende zu gehen. Als gewähltes Mitglied der entsprechenden Teilkonferenz würde ich das auch unterstützen.

  • Daher ist auch immer und immer wieder entscheidend, dass die SL den Weg mitgeht. Knickt sie ein, kann die Lehrkraft die nötigen, und rechtlich eigentlich vorgesehenen, Maßnahmen nicht durchsetzen und die Schüler (m/w/d) tanzen ihr auf der Nase herum, da ihnen bewusst ist, dass im Konfrontationsfall die Eltern regeln.

  • Wir machen uns da einfach etwas vor, wenn wir gesellschaftlich meinen

    Wir? Wer ist das: Wir?

    Also wir an meiner Schule wissen ganz genau, dass das so, wie sich Politik das gedacht hat (dann muss man eben einen Stuhl dazu stellen) einfach nicht geht. In einer Klasse tummeln sich verfeindete Kulturen, patriarchalisch geprägte junge Männer neben ihren Schwestern, die ausrasten, weil sie was besser kann und dann auch noch mit einem anderen Jungen spricht. Das ganze neben Schülern, die niemals eine Schule von innen gesehen haben, also vollständig alphabetisiert werden müssen. (Aufzählung kann beliebig fortgeführt werden, das beschreibt sonst nur ein Zehntel der Klassen)

    Und das soll klappen? Nein, das weiß die Gesellschaft sehr gut, die Politik wahrscheinlich auch, aber alles andere ist teurer. Bildung ist einfach nichts wert.

  • Wäre "Meine Meinung ist, dass wir uns gesellschaftlich etwas vormachen..." besser? Denn ich kann zwar aus meiner Perspektive heraus berichten, bin mir aber bewusst, dass ich nicht das einzige handelnde Individuum in unserer Gesellschaft bin, sondern insbesondere die Meinungs- und Haltungsbildung von der Gesellschaftsmehrheit ausgeht und darauf basierend die Politik unsere Handlungsgrundlage als Lehrkräfte erarbeitet.

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