Beiträge von Quittengelee

    ... Mir gefällt die verbohrten Ansichten einiger hier dazu auch überhaupt nicht.

    Vielleicht akzeptierst du stattdessen einfach die Rechtslage?

    Natürlich wird im Normalfall keine Lehrkraft für den Arztbesuch nicht freistellen. Und natürlich würde jeder bei Bedarf trotzdem zum Arzt gehen, auch wenn eine Lehrperson keine Freistellung gäbe. Ebenso natürlich wissen wir aber auch alle, dass es SoS gibt, die schwänzen. Hat ein Schüler ab dem 18. Geburtstag nach jeder Klausur einen Arzttermin, darf man sich wundern und theoretisch auch sagen "nee. Geh mit Gott aber entschuldigen tu ich das nicht."

    Ob es was bringt, ist eher die Frage, da Fehltage nicht auf Abschlusszeugnissen stehen wie bekannt. Insofern kann man nur abwarten, ob sich das Problem über die Noten reguliert.

    Nein, natürlich ist das kein Ding. Davon habe ich noch nie gehört und dafür gibt es auch keine rechtliche Grundlage. Wir können als Schule ein Attest fordern, aber ganz bestimmt müssen wir keinem Arztbesuch zustimmen oder können diesen ablehnen, man muss diesen auch nicht "anfragen".

    Doch, der/die Klassenlehrerin kann bis zu drei Tage freistellen. Ergo kann sie/er eine Freistellung auch ablehnen.

    Öffentliche Dienstleistungen sind doch nie kostenlos, sondern werden über Steuern finanziert, wodurch "mancher autofahrende Mensch" indirekt doch hierfür zahlt.

    Nicht nur indirekt sondern ganz direkt. Öffentlicher Nahverkehr sollte wie Straßen zur Infrastruktur aller gehören und auch von allen bezahlt werden.

    Es ist auch nicht einzusehen, dass Deutschland kein vollständiges Schienennetz und funktionierende Zugverbindungen (mehr) gebacken kriegt,

    ÖPNV sollte m.E. für alle kostenlos sein, dann würde mancher autofahrende Mensch selbiges mal stehen lassen.

    In jedem Falle wäre es total sinnvoll, kostenlose Schülerbeförderung anzubieten. Warum gibt's das nicht überall? Kinder müssen nunmal täglich in die Schule gelangen.

    Auch wenn ich dein Beispiel verstehe, finde ich es schwierig, dass implizit mitschwingt, dass ein sonderpädagogisches Förderzentrum Teilhabe verhindere. Meine Position wäre, dass besagte Förderzentren, und seien es in dem von dir genannten Beispiel Zentren mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, Teilhabe überhaupt erst ermöglichen.

    Wenn ich z.B. mich besonders mal auf den zweiten Teil der Förderschwerpunktbezeichnung beziehe: Wie soll eine Lehrkraft in einer Klasse mit 25 Schülern (m/w/d) ein Kind besonders fördern, wenn dieses wirklich große Probleme in der Motorik hätte? Da sind einfach die Möglichkeiten, selbst bei genug Fachwissen und Engagement der Lehrkraft, begrenzt. In einem Setting, wo Fachkräfte arbeiten, die darauf spezialisiert sind, Kinder und Jugendliche mit körperlich-motorischem Förderbedarf zu unterrichten und sonderpädagogisch zu fördern, ist doch die Wahrscheinlichkeit höher, dass das motorisch eingeschränkte Kind die Unterstützung erhält, die es benötigt, um später möglichst selbstständig am gesellschaftlichen Leben Teilhabe erfahren zu können, als in einem Setting, in dem vielleicht alle paar Jahre mal ein Kind diese Einschränkungen aufweist.

    Das ist immer deine Begründung. Man kann umgekehrt argumentieren, dass in der Körperbehindertenschule alles darauf ausgerichtet ist, die Nachteile auszugleichen, was am Ende aber nicht der realen Gesellschaft entspricht.

    Ich halte es auch nicht für sinnvoll, einen Schüler den ganzen Tag die Treppen hoch und runter zu tragen, wenn es nebenan eine Schule mit Aufzug gibt. Es ist aber naiv zu glauben, dass der Aufzug in der Schule später Teilhabe ermöglicht in einer Stadt, in der jeder zweite Laden nur über 3 Stufen erreichbar ist.

    Sei doch wenigstens so ehrlich und begründe deinen Förderschulfetisch damit, dass DU keine Lust hast, dich zusätzlich um SuS mit Förderbedarf zu kümmern, weil es einfach anstrengend ist.

    Wenn Kinder nach 3 oder 4 Jahren Grundschule zu uns kommen, sind sie zwar oft erleichtert, dass es so viel einfacher ist, sie bauen aber auch im gleichen Maße ab. Der Zug der fitteren Kinder fehlt.

    Ich halte bestimmte Förderschulen für bestimmte Kinder für den pragmatischeren Weg. Für alle gleichermaßen zu sprechen und zu meinen man wisse, was für alle Kinder das Beste ist, egal welche Art von Behinderung sie haben und welche konkreten Schulen zur Verfügung stehen, halte ich für arrogant und selbstgerecht und letztlich für eine Form der Abgrenzung. "Die sollen mal... Für sie ist das doch das Beste."

    Ich finde, es geht um die dahinterstehende Haltung. Sind die Eltern wie eine Klasse, die sich gegen den Lehrer verbündet? Oder wie die Schäfchen des guten Hirten? Derlei Metaphern hatten wir ja schon.

    Menschenbildannahmen und Subjektive Theorien... Alles interessant.

    Alle Nas lang? so oft sind doch gar keine Tarifverhandlungen. Wenn die Hälfte eh fehlt, weil sie noch weiter weg wohnt, wo ist dann der Mehrwert wenn einige dann doch in der Schule sind? Besonders, wenn du sagst dass man dann eh keinen vernünftigen Unterricht machen kann?

    In keinem Wort habe ich gesagt, dass Schule egal ist. Keine Ahnung wo das auf einmal herkommt.

    Mich ärgert die Selbstverständlichkeit, mit der Eltern ihre Kinder abmelden: "Sie wissen ja, es ist Streik, daher kommt mein Kind morgen nicht." Aha. Auf die Idee wäre ich nie gekommen, meine Kinder kommen zur Schule, wenn sie nicht krank sind. Was hat der Busfahrer damit zu tun?

    Und warum ist Erwachsenen, die du offenbar unterrichtest, nicht zuzumuten, sich aufs Rad zu setzen, wenn sie keine 3 km laufen können?

    Ich verstehe wirklich nicht, woraus du hier "man muss den armen Kindern nicht so was Schreckliches wie Laufen zumuten, das macht euch zu schlechten Lehrkräften, die Disziplinprobleme haben." konstruierst.

    Komm bitte mal selbst vom Übertreiben runter.

    Der ÖPNV streikt alle Nas lang, bei uns fehlt jeweils mindestens die Hälfte der SuS, der Rest kann auch nie vernünftig Unterricht machen.

    Wenn Schule so egal ist, können wir sie doch einfach abschaffen.

    Und wenn ich finde, dass es verbale Tiefschläge sind, ein Kollegium mit einer Schulklasse zu vergleichen? Das ist kein objektiv beschriebener Mechanismus, sondern eine Wertung eines von dir mal erlebten Problems. Beschreibe es doch bitte als solches und erhebe dich nicht zum Lehrer über dein Klassenkollegium.

    Moralisch blöd ist halt, wenn der Tyrannenmörder selbst ein Tyrann ist. Aber solange er die richtigen Männer umbringt, machen wir einfach kurz die Augen erleichtert zu und hoffen, dass nicht schlimmere Männer nachrücken.

    Können die Arschlöcher dieser Welt nicht einfach Krebsleiden erliegen? Ach nee, es gibt ja keinen lieben Gott, daran sterben bloß Kinder.

    Nun ja, trotz Tarnung scheinen es ja KollegInnen mitzubekommen.

    Und dann sind KollegInnen doch wie eine Schulklassen. Man denunziert nicht und hält gegen die Lehrkraft bzw. gegen die Schulleitung zusammen. Da sind wir dann wieder bei dem uns allen nur zu gut aus beiden Positionen heraus bekannten moralischen Dilemma.

    Klar und du bist der Lehrer dieser ungezogenen Kinder.

    Es ist immer wieder verblüffend, zuzugucken, wie sich eine Beförderung auf Persönlichkeit und Selbstverständnis auswirkt.

    Es gibt ganz viele Möglichkeiten, Fahrrad, Rollschuhe, Mofa, Taxi, Hubschrauber, Pferd, Schlittenhunde. Darum geht's doch gar nicht.

    Ja auf die Arbeit muss man später auch selbst kommen. Das ist aber doch was ganz anders. Dann kommen wir wieder zu den Mützen und Jogginghosen.

    Insofern: Jogginghosen sind Privatsache und ob Rollschuhe oder Mofa genutzt werden, um in die Schule zu kommen, auch.

    Es gibt eine Schulpflicht. Klar, manchmal schwänzen SuS und dafür kann man Verständnis haben. Oder man hat keins, muss am Ende aber trotzdem damit leben. Gutheißen muss man mangelnde Erziehung aber nicht.

    Ich verstehe den Punkt immer noch nicht. Man muss also ein Fahrrad oder irgendeine Alternative vorhalten, Fall der ÖPNV ausfällt? Wer bezahlt das? Ist es eine Zulassungsvoraussetzung, dass man Fahrrad fahren kann? 3km kann man laufen, ja. Wenn der Schulweg aber üblicherweise mit dem Bus gemacht wird und dieser fällt aus, dann schafft man es niemals pünktlich zu Fuß.

    Ich verstehe deine Argumentation nicht. Die Leute sind erwachsen und alleine lebensfähig. Wenn der Bus ausfällt, müssen sie einen anderen Weg zur Arbeit/in die Schule finden, das ist normal und erwartbar. Dein Verständnis für Leute unter 25 in allen Ehren, du darfst ihnen aber auch zutrauen, für Alltagsprobleme eine Lösung zu finden.

    Okay, so verstehe ich den Sinn grundsätzlich auch. Auch wenn es dafür die U-Untersuchungen gibt, daher soll es offenbar doch noch mal flächendeckender sein und die erreichen, die die Vorsorge nicht machen.

    Aber grundsätzlich: wenn uns zuständige Ärzt*innen über besorgniserregende Befunde informieren, auch im Austausch "ist Ihnen auch aufgefallen, dass..." gleichzeitig aber mitteilen, dass sie nicht nachhaken dürfen, baut das schon zumindest gefühlt Druck auf.

    In Sachsen gibt es regelmäßig verpflichtende Schuluntersuchungen, an der Förderschule am häufigsten. Zahnarzt aber auch Kinderärztin kommen in mehreren Klassenstufen vorbei. Wenn die Eltern dem nicht zustimmen, müssen sie selbst mit dem Kind aufs Amt latschen.

    Meine Frage: wenn die Eltern dem zustimmen, darf der Arzt/die Ärztin mit den Lehrkräften reden. Ich frage mich nun, was ich mit der Info machen soll, wenn die Eltern sich nicht weiter kümmern. Angenommen die Person vom Amt stellt auffällige Herzgeräusche, logopädischen Bedarf oder starkes Übergewicht fest. Soll ich dann die Eltern erziehen und nachfragen, ob sie beim Kardiologen/in der Ernährungsberatung waren?

    Ganz grundsätzlich geht es natürlich ums Kindeswohl. Trotzdem fühle ich mich nicht in der Lage, derlei Kontrolle durchzuführen, zumal es dem Gesundheitsamt offenbar nicht zugestanden wird, weitere Schritte einzuleiten. Außerdem: wenn die Eltern nicht zustimmen, erfahre ich sowieso nichts vom Ergebnis der Untersuchung.

    Wo ist also der Sinn? Habt ihr auch derlei Schuluntersuchungen noch?

    Ich wurde noch gegen Röteln geimpft in der 6. Klasse, fällt mir gerade ein.

    Also wie ist das bei euch, sind die Untersuchungen Pflicht? Was folgt daraus?

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