Schule wechseln wegen Schulleiterin

  • Verantwortung? Unterstützen wollen? Sich um die Schüler und die Kollegen kümmern wollen? ... aber danke für deine Vorurteile.

    Meine Motivation war und ist die Devise „einer muss es machen“ in Kombination mit Pflichtgefühl.

    Erlebt hab ich aber bereits:

    Unterrichtsflüchter, Machtmenschen, Prestige-/Geldgeile (die meist schnell merken…), Weltverbesserer und Pflichtbewusste. Wobei die letzten beiden aus meiner Erfahrung seltener vorkamen.


    Wohl dem, der gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann.

    Der Himmel ist nicht mein Limit, ich bin es.

  • Zentrale Motivation ist die gerade durch aktive Mitgestaltung von Arbeitsbedingungen erlebbare Selbstwirksamkeit im Beruf anstatt sich immer auf die "bösen da oben" zurückziehen zu müssen.

    Volle Zustimmung - das war meine Motivation und ich erlebe gerade genau das, was Du beschreibst. Es ist gerade am Anfang, wo man in die Position hineinwachsen muss, unglaublich anstrengend und kräftezehrend. Aber es ist auch insoweit erfüllend, weil ich merke, dass ich etwas bewegen kann - trotz Mangelverwaltung. Es sind vielleicht nicht die analog gesprochen "leuchtenden KollegInnenaugen", die einen erfüllen. Aber wenn sie einem rückmelden, dass sie wahrnehmen, dass man auf sie aufpasst, dann weiß man, dass man seinen Job nicht ganz so verkehrt macht.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Ja, Gestaltungsräume sind klein und beschränken sich oft auf Mangelverwaltung.
    Und auch wenn es Gründe gibt, die mich bisher davon abgehalten haben, mich auf Funktionsstellen zu bewerben, suche ich sehr gezielt Tätigkeitsfelder innerhalb des Systems aus, die es mir erlauben, mein Arbeitsumfeld aktiv mitgestalten zu können. Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass ein großer Teil der Führungskräfte auch diese Motivation haben - vielleicht gepaart mit anderen Gründen. Und ich gehe davon aus, dass die Sachzwänge von außen umso größer werden, je höher man steigt, was dann - vor allem bei mangelnder Transparenz - zu Wahrnehmungsunterschieden zwischen Schulleitung und Kollegium führen kann bzw. muss. Das ist ein Grund, warum ich hier immer wieder bemüht bin, aufzuzeigen, wie Schulleitungshandeln im Kollegium wahrgenommen wird. Real mache ich das in meiner Funktiona als PR sowieso standardmäßig.

    Wenn du das Gefühl hast, dein Arbeitsumfeld nicht gestalten zu können, könnte man sich das so "herleiten", dass du vielleicht einfach nicht gut bis in dem, was du tust.

    EDIT: Provokante Bemerkung nach einlenkendem Kommentar durchgestrichen.

  • Beitrag von niklasLuhmann (3. Januar 2026 00:31)

    Dieser Beitrag wurde von kleiner gruener frosch aus folgendem Grund gelöscht: Provokanten, nicht-komischen Beitrag entfernt., kl. gr. frosch, Moderator (3. Januar 2026 01:04).

  • Und auch wenn es Gründe gibt, die mich bisher davon abgehalten haben, mich auf Funktionsstellen zu bewerben, suche ich sehr gezielt Tätigkeitsfelder innerhalb des Systems aus, die es mir erlauben, mein Arbeitsumfeld aktiv mitgestalten zu können.

    Genau so isses!

  • Ich bin der festen Überzeugung, dass im Schuldienst viele Soziopathen und Narzissten die "Führungspositionen" bekleiden.

    Ich leite mir das so her. Welche Triebkräfte gibt es, mehr Arbeit ("Verantwortung" ) zu übernehmen.

    "Etwas gestalten wollen" hört man oft. Was denn? Den Mangel verwalten, die Bass besonders toll umsetzen?

    "Mehr Geld" ne, nicht wirklich, gerade in Lebenszeit umgerechnet nicht.

    Was bleibt als Motivation? Macht über andere auszuüben und diese das auch spüren zu lassen. Natürlich aus guten Motiven, weil man hat ja den Überblick, deshalb ist man ja in dieser Position.

    Legitime Fragen. Wenn auch nicht jeder Soziopath sein möge, so geht es doch immer auch um Macht, das ist nunmal Teil der Jobbeschreibung.

    Und auch wichtig: wie verändert sich jemand durch eine Machtposition?

    Edit: oder anders, wir verändert es einen möglicherweise, wenn die eigene Motivation keine Passung mit der Realität hat? Wenn ich Chef werde, "um zu helfen" und Leute diese Art von Hilfe aber gar nicht wollen. Fange ich dann an, frustriert zu werden und es an denen auszulassen, denen ich helfen wollte? Insbesondere zum Thema 'Helfen' gibt's interessante Studien.

  • Beitrag von Zauberwald (3. Januar 2026 09:24)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht (3. Januar 2026 09:43).
  • Legitime Fragen. Wenn auch nicht jeder Soziopath sein möge, so geht es doch immer auch um Macht, das ist nunmal Teil der Jobbeschreibung.

    Und auch wichtig: wie verändert sich jemand durch eine Machtposition?

    Es gibt nahezu keine Führungsposition, in der man derart wenig "Macht" hat, wie in der Schulleitung. Ich bezweifle stark, dass es einer nennenswerten Anzahl von Personen in Schulleitungspositionen um diese Kategorie ging.

  • Es gibt nahezu keine Führungsposition, in der man derart wenig "Macht" hat, wie in der Schulleitung. Ich bezweifle stark, dass es einer nennenswerten Anzahl von Personen in Schulleitungspositionen um diese Kategorie ging.

    Das kommt auf die Definition von Macht an. Der Ausgangspost heißt immerhin "Schule wechseln wegen Schulleiterin."

    Einzelne kann die SL sehr wohl unter Druck setzen. Schwierig wird es, wenn das ganze Kollegium gegen die SL arbeitet/zusammenhält. Dann stimmt aber im Vorfeld etwas nicht.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Zwei der SL, die ich näher kenne, wollten mehr gestalten, sie suchen bzw. suchten KollegINNen, die sie unterstützen (und wir alle profitieren davon z. B. durch gute Konferenzen, ich bin noch nie aus einer Konferenz heraus gegangen und dachte verlorene Zeit).

    Eine SL ist "hinein gerutscht", es wollte niemand und da sie einen großen Teil der Aufgaben übernehmen musste, hat sie nach einiger Zeit, als sie gefragt wurde, ja gesagt.

    Eine SL hat festgestellt, dass sie lieber "leitet" als unterrichtet, sie macht es gut, warum also nicht?

    Ich weiß von Kollegen einschließlich mir, dass wir anfangs auch mal überlegt und dann festgestellt haben, dass wir lieber unterrichten. Wir sind mit A14 und kleinen "Leitungsaufgaben" zufrieden. Ich bin immer wieder froh, wenn ich ein Problem in meinem Bereich einfach an sie SL weitergeben kann und mich dann nicht mehr darum kümmern muss.

    Es gibt nicht viele verschiedene Aufgaben an Schulen, ich finde es gut, dass es zumindest etwas Auswahl gibt.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Unterrichtsflüchter, Machtmenschen, Prestige-/Geldgeile (die meist schnell merken…), Weltverbesserer und Pflichtbewusste.

    Danke, das ist eine tolle Kategorisierung, zumal ich jeder einen erlebten Schulleiter zuordnen kann. Chapeau! Am gefährlichsten war für mich der Typ "Weltverbesserer".

  • So wie es offenbar eine ungeschriebene Hierarchie zwischen Lehrkräften verschiedener Schulformen und sogar zwischen Lehrkräften verschiedener Fächer zu geben scheint, trifft dies auch auf die Führungsebene zu.

    Je weiter oben desto psychisch auffälliger könnte man meinen - so klingt es hier zumindest durch.

    Wenn wir von Macht sprechen, dann sollten wir nicht vergessen, dass jede Lehrkraft so gesehen Macht über ihre SchülerInnen besitzt und diese mal mehr oder weniger verantwortungsbewusst ausüben kann. Dieses Prinzip ist völlig unabhängig von der Hierarchiestufe, auf der man sich im System Schule befindet - gleichwohl gibt es natürlich weiter oben Menschen mit "noch mehr" Macht.

    Unsere SchülerInnen würden vermutlich ähnliche (küchen)psychologische Schnellschüsse, was die Interpretation unseres LehrerInnenhandelns betrifft, abgeben. Wie viele von uns werden dann auf die grundsätzlichen Mechanismen verweisen, die Vorwürfe entrüstet zurückweisen und natürlich sich selbst auf der "guten Seite der Macht" verorten?

    Personen in Machtpositionen moralisch-psychologisch zu delegitimieren und ihrer charakterliche Integrität in Zweifel zu ziehen, ist eine natürliche Reaktion von Menschen, die sich machtlos bzw. ohnmächtig wähnen. Stichwort "wer etwas gegen die Lehrkraft sagt, bekommt eine schlechte Note", oder "wer etwas gegen die SL sagt, bekommt einen schlechten Stundenplan." Ob diese Kritik berechtigt ist oder nicht und substantiiert werden kann, spielt dabei erst einmal keine Rolle.

    Wenn Quittengelee die Frage stellt, wie man sich durch eine Machtposition verändert, dann müssten wir alle bei uns selbst anfangen und uns fragen, wie wir uns seit Antritt unserer ersten vollen Stelle entwickelt bzw. verändert haben. Wie gehen wir mit unserer Macht um?

    Macht ist an sich nichts Schlimmes oder Schlechtes, wenn man damit verantwortungsvoll und zum Wohl der einem anvertrauten Menschen umgeht. Aber Macht hat die Macht zu korrumpieren. Ab dem Zeitpunkt, wo es um den eigenen Vorteil, die primäre Befriedigung eigener Interessen geht, steht man auf der "dunklen Seite der Macht". Leider bekommen wir das heutzutage immer häufiger in schamloser und rücksichtsloser Form in Politik und Wirtschaft vorgelebt. Es erfordert beständige Selbstreflexion und Verantwortungsbewusstsein, mit der einem übertragenen Macht entsprechend sorgsam umzugehen.

    Ich habe wegen negativer Vorbilder der Macht lange misstraut. Aber es gab positive Vorbilder, die mir gezeigt haben, wie es "richtig" geht. Daran orientiere ich mich - daran sollte sich jeder Mensch, der Macht hat, orientieren.

    (OK, der Abschlusssatz geht wohl jetzt als Wort zum Sonntag durch, oder?)

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Beitrag von Zauberwald (3. Januar 2026 11:56)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht (3. Januar 2026 12:06).
  • Es gibt nahezu keine Führungsposition, in der man derart wenig "Macht" hat, wie in der Schulleitung. Ich bezweifle stark, dass es einer nennenswerten Anzahl von Personen in Schulleitungspositionen um diese Kategorie ging.

    Macht ist Einfluss, etwas zu erreichen. Was man erreichen will, ist ja erst mal unabhängig davon, jedenfalls will man an bestimmten Stellen denken, "so wird's gemacht, weil ich es für richtig halte". Auch wenn es darum geht, anderen zu helfen, Schule in irgend eine Richtung zu entwickeln oder sonstige hehre Motive dahintersehen. Wenn einem alles egal ist, wird man ja nicht Schulleitung.

    Jetzt kommt zum Grund, warum man Macht ausüben/Entscheidungen treffen möchte die Persönlichkeit. Wenn sich "Karen" nicht so verhält, wie man das als Chef will, kann man über die missliebige Kollegin lästern, ihr jeden Wunsch erfüllen und sie und sich dafür hassen, Angst haben, dass sie einen vom Thron stürzt, klare Ansagen machen, mit ihr reden, Kompromiss-Lösungen finden, die für alle okay sind oder sie ignorieren.

    Als normale*r Kolleg*in hat man diese Bandbreite nicht. Man kann zwar ebenso lästern oder ignorieren, aber man setzt am Ende nicht den Stundenplan. Man vergibt nicht die A14-Stelle. Man entscheidet nicht über die Aufgabenverteilung.

    Eigentlich betrübt es mich gerade, dass ich Leuten in Führungspositionen erklären muss, welche Macht sie haben.

  • ...Dafür müssen wir hier den Thread nicht zweckentfremden. Ich denke, darin sind wir uns einig, oder? ;)

    Quittengelee

    Schade, ich hätte mich gefreut, wenn Du das Einlenken meinerseits als solches erkannt und entsprechend reagiert hättest.

    Du hättest erwartet, dass ich deinen Wünschen entspreche und auf bestimmte Weise handle. Macht oder nicht Macht, das ist hier die Frage 8)

  • Sicherlich kann man auch darüber reden, inwieweit die "Macht", die man in der Lehrerrolle hat, Auswirkungen auf die Persönlichkeit hat. Im Kontext dieser Diskussion halte ich das aber für einen Strohmann. Es geht nun mal um Schulleitung.

    Und auch wenn ich Lehrkräfte mit Leitungsfunktion nicht pauschal als Soziopathen abstempel würde, bin ich schon eher bei Quittengelee: Man muss die Macht nicht aktiv durch schlechte Stundenpläne etc. ausnutzen, was meiner Ansicht nach die Ausnahme ist, es reicht schon Kollegien durch Intransparenz das Gefühl zu vermitteln, ausgeliefert zu sein (Stichwort: "Das geht nicht anders!"). Das ist als Führungsverhalten ein Stück weit nachvollziehbar, da man seine Zeit nicht damit "verchwenden" möchte, jede Entscheidung zu begründen. Gleichwohl ist genau das aber gut investierte Zeit, denn in jeder Leitungsfortbildung dürfte man gehört haben, dass empfundene Sinnhaftigkekt zu den größten Motivatoren gehört (Stichwort "verlorene Schafe").

    Ich nehme hier im Forum keine Schulleitungsmitglieder aus der Soziopathengruppe wahr, lese aber doch immer wieder Äußerungen, die die Frage aufwirft, wie es bei einzelnen mit Transparenz und Kommunikation auf Augenhöhe im eigenen Leitungshandeln im Alltag aussieht.

  • Danke, das ist eine tolle Kategorisierung, zumal ich jeder einen erlebten Schulleiter zuordnen kann. Chapeau! Am gefährlichsten war für mich der Typ "Weltverbesserer".

    Ist wie gesagt meine Erfahrung.
    Weltverbesserer ist an sich Top, trifft nur in der Regel auf Kollegien die dann nicht so mitziehen können/wollen und zerfrisst sich dann aus gram selbst.


    Wohl dem, der gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann.

    Der Himmel ist nicht mein Limit, ich bin es.

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