Ich finde in der Inklusion problematisch, dass viele Regelschullehrkräfte kein Interesse daran haben, Lernzieldifferentes zu erstellen. In Sachsen werden die Stunden nach Kapazitäten zugeordnet, das kann je nach Landkreis und Förderschulart bedeuten, ein Kind hat Anspruch auf 0,5 Stunden "Beratung zur Inklusion" durch die Förderschule pro Woche. Man kann sich ausmalen, wie begeistert diese Beratung durch die Regelschulen oft aufgenommen wird und dass v.a. die L-Kinder entsprechend einfach mitlaufen. (Im Gegensatz zu soz-em stören sie ja den Unterricht nicht.)
Dazu kommt bei lernzieldifferenter Beschulung, dass die Noten besser sein müssten, als die der Mitschüler*innen und damit wirklich viele Kollegen und Kolleginnen ein Problem haben. Dass es eine 1 geben müsste, wenn einer vorgegebene Wörter richtig in den Lückentext einfügt beispielsweise, halten viele in der Sek I nicht aus, denn "geschenkt wird dem Kind nix und überhaupt soll es nicht denken, dass es so gut ist".
Mich ärgert es, dass nach rund 10 Jahren Inklusionsdebatte viele Schulen immer noch kein Konzept haben, wie sie diese umsetzen wollen. Das schließt natürlich die Aufgabenverteilung mit ein.
Wir haben mitunter eine eigene Klassenleitung und fahren zwischen Unterrichtsstunden an andere Schulen, um dort zu beraten. Wenn man dann nicht mal einen Schlüssel fürs Klo bekommt und niemand einen Plan für irgendwas hat, dann darf sich die inkludierende Schule nicht beklagen, dass die Sonderpädagogen das machen, was sie für richtig halten.