Beiträge von Quittengelee

    Das ist so pauschal, dass dem nur zuzustimmen ist, nicht wahr? Insofern imho wenig zielführend, denn das war ja nicht der Tenor meiner Aussage (Konsumiere viel und alles wird gut!"). Inwiefern 10 Fahrräder im Haushalt, die genutzt werden, ganz sicher ökologischer sind als 1-2 Autos, die genutzt werden, steht wohl außer Frage.

    Ist ja okay, du musst dich auch nicht rechtfertigen, was du besitzt oder nutzt. Du schriebst m.E. recht absolut, dass 'modular' die Devise sei und es richtiger ist, zusätzlich zum Auto noch ein E-Bike und mehrere Fahrräder zu besitzen. Das habe ich ganz generell in Frage gestellt, nicht auf deine persönliche Garage oder Mobilität bezogen.

    Es ist nämlich schon ein mitteleuropäisch-gutbürgerliches Ding zu denken, dass Autobesitz selbstverständlich und regelmäßige Flugreisen nötig seien. Weil der ÖPNV ist ja so schlecht etc.pp. Die Rechtfertigung ist also per se immer die pro Auto und pro Flugzeug und warum es, Hand aufs Herz, leider nicht anders ginge. Im Gegenteil soll soundsooft der, der sein Auto abschafft, nie fliegt (oder vegan lebt), sich erklären oder ist immer noch Sonderling. Die Sicht also umzukehren und darauf zu beharren, dass man tatsächlich auch bei Regen kein Auto braucht, finde ich per se wichtig und wer es durchzieht, ganz klar das richtige Vorbild.

    Bitte um Aufklärung, selbst nach mehrfachem Lesen will sich mir nicht erschließen, was das bedeuten soll. Und woher kommt diese „unsere“ und „eure“ Unterscheidung plötzlich her? Es war mWn nie explizit die Rede von Förderschülern die in Berufsvorbereitungsklassen gehen, sondern allgemein von SuS dieser Klassen. Und die kommen von den unterschiedlichsten Schulen aber haben eins gemein: Sie sind nicht in Ausbildung und das hat Gründe.

    Eine Sache in Bezug auf Wortzeugnisse ärgert mich regelmäßig: Ich kenne viele SuS mit dem Förderschwerpunkt lernen, die aufgrund ihrer Textzeugnisse erstmal eine „Ehrenrunde“ bei uns im Hause drehen müssen, damit sie die Zugangsberechtigung (aka Notenzeugnis) erwerben, um überhaupt in Bildungsgänge gehen zu dürfen, in denen sie zB den HS10 erwerben können. Sehr viele dieser SuS sind aber so leistungsstark, dass man den Förderbedarf in der abgebenden Schule längst hätte aufheben können um eine zielgleiche Beschulung möglich zu machen. Dadurch könnten diese SuS sich eine „Ehrenrunde“ sparen. Aber mein Eindruck verhärtet sich immer mehr, dass die abgebenden Schulen mit allen Mitteln den Förderbedarf aufrecht erhalten wollen, obwohl dieser mit Übertritt in die Sek2 ohnehin erlischt, nur dass die SuS dann das Textzeugnis „an der Backe“ haben.

    Zu Teil 1, ist egal, hat sich erledigt, das bezog sich auf einen bestimmten Kommentar.

    Zu Teil 2: Bei uns gibt es keine Berichtzeugnisse, daher kann ich dazu nichts sagen. Und leistungsstark ist hier auch niemand, wenn er/sie von der Förderschule Lernen ins BVJ wechselt, dort kommen nur diejenigen an, die den Hauptschulabschluss auch in 10 Schuljahren unter besonderen Bedingungen nicht geschafft haben.

    ;)

    :aufgepasst:

    Sondern sie wollen lediglich nachträglich dem Kind dann den Arsch retten um keine unentschuldigten Fehltage zu haben und nein, das ist natürlich überhaupt nicht egal.

    Klar wollen sie das, auf dem Papier aber total egal, völlig wurscht und wumpe, kann man nämlich nicht mehr nachweisen. Entweder, das Verwaltungsgericht entscheidet im auf die Spitze getriebenen Fall, dass das Zeugnis geändert werden muss, weil die Entschuldigung im Nachgang akzeptiert werden muss oder nicht. Wissen wir nicht. Wir wissen nicht mal, ob die Mutter alle Entschuldigungen aus dem Ranzen des Kindes geklaubt und aufgehoben hat und ob die Schule der Mutter ab und an mal rückgemeldet hat, dass Entschuldigungen fehlen.

    Es sei denn, du hast einen ähnlichen Fall schon mal vor dem Verwaltungsgericht ausgefochten und weißt daher, was aller Wahrscheinlich nach zu erwarten ist. Und nein, ob du mal eine Entschuldigung als Sportlehrerin nicht akzeptiert hast, hat damit erst mal nichts zu tun.

    Wie gesagt, das sagen bei uns viele Eltern, obwohl dem nicht so ist, weil sie nicht wollen, dass das Kind unentschuldigte Fehltage hat.

    Es ist doch für das Zeugnis völlig unerheblich, ob die Eltern vom Fehlen des Kindes wussten, oder ob sie lediglich sagen, sie wussten davon. Wenn sie jeweils auf Bitten des Kindes eine Entschuldigung geschrieben hätten, obwohl das Kind im Bett bleibt, dann wäre es fürs Zeugnis formal entschuldigt. Das Kind hätte natürlich ein ganz anderes Problem, aber darum geht es hier nicht.

    Wie gesagt, nachträglich können sie da viel behaupten, ich kenne da durchaus Eltern, die das sagen, obwohl sie nicht wussten, dass die Kinder nicht in der Schule waren ;) Wenn sie die Tage kennen würde, könnte sie doch einfach eine neue Entschuldigung schrieben und bräuchte keine Auflistung der Tage ;)

    Du hast gefragt, "Und woher weißt Du, dass sie was davon wussten?!?" Und die Frage ist halt Blödsinn, wenn die Eltern sagen, dass das Kind entschuldigt war. Natürlich hat das Kind dann nicht ohne das Wissen der Eltern geschwänzt.

    Und zur Auflistung der Tage, notierst du dir, wann eins deiner Kinder krank ist? Ist doch logisch, dass sie das nicht mehr weiß. Das Verhalten der Mutter ist nervig, aber wie schon jemand schrieb, diesen Kampf kann man sich sparen.

    Das ist wohl der Unterschied zwischen Deutschland und er Schweiz:

    In DE steckt man sie einfach trotzdem in die regulären Klassen nach dem Motto: Wird schon stimmen. In der Schweiz schaut man sich die "Leistung" wohl genauer an.

    Hast du dafür belastbare Zahlen? Weißt du, wie viele SuS in Deutschland in welchen Schularten gelandet sind? Und wie viele es in der Schweiz sind? Ich weiß nicht mal, wie viele überhaupt zwischen 11 und 18 sind. Soweit mir bekannt, ist der Großteil der Geflüchteten Ende 20 und der Großteil der SuS noch im Grundschulalter. Außerdem gibt es selbst innerhalb Deutschlands verschiedene Systeme mit Aufnahmeklassen oder ohne und da die Geflüchteten einen Sonderstatus unter allen Geflüchteten haben, weiß niemand, wer sich gerade wo aufhält.

    Ich bin gespannt, ob du jetzt ein bisschen recherchierst, oder lieber auf "verwirrend" klickst. Ach je, die Welt ist ja so komplex.

    Ihr denkt zu klein im Entweder-Oder. "Modular" heißt das Zauberwort einer möglichen nachhaltigen Verkehrswende.

    Daher ist auf meinem Smartphone jede erdenkliche Mobilitätsapp, sind in meinem Keller bzw. Vorgarten 10 Fahrräder (davon 2 Pedelecs), 2 Roller, Inliner, Long- und Skateboards, vor dem Haus ein alter Kleinwagen und im selbigen sogar mehrere Paar Schuhe.

    Nunja, jetzt multipliziere deinen Fuhrpark mit 8 Milliarden... Es ist eine Möglichkeit für einen deutschen Durchschnittsverdiener, ob es das Nonplusultra ist, weiß ich nicht. Klar, jede ersetzte Autofahrt ist besser. Mehr Produkte kaufen ist es aber nicht automatisch.

    Naja, wenn das Kind Durchfall hat, hat man es selbst halt auch, das prüft kein Arzt der Welt nach. So viel zum Pragmatismus. Aber die TE will nachmittags ins Seminar, ergo ist es hier pragmatisch, das Kind krank schreiben zu lassen.

    Zum Bundesländerding, ich dachte bislang, dass das tatsächlich mal was ist, das überall gleich ist. Wieder was gelernt.

    Aber anstatt diese Entwicklung zu begrüßen, werden diese Menschen kritisiert, weil sie ja schließlich auch ganz ohne Motor unterwegs sein könnten. Na, dann fahren diese Leute halt in Zukunft wieder jede Strecke mit dem Auto, auch gut.

    Gibt es denn so eine Entwicklung überhaupt, weg vom Auto hin zum E-Bike? Oder wird es eher zusätzlich gekauft, um damit am Wochenende rumzuradeln? Was eine nette und gesunde Beschäftigung sein mag, aber ob es nachhaltig ist, ein E-Bike samt dessen Akku zu kaufen, sei erst mal dahingestellt.

    Und zum zweiten Teil der zitierten Aussage, die hat schon was Trotziges. Wir alle belasten unseren Planeten. Wir alle sind durch unseren Konsum mitverantwortlich für Co2-Ausstoß und Erderwärmung. Es muss also niemand ein E-Bike kaufen oder das Auto abschaffen, um damit Applaus von anderen zu bekommen, sondern jede*r ist zunächst mal für sein Verhalten selbst verantwortlich.

    Dass es in dieser Debatte halt trotz aller Selbstverantwortung anderen nicht egal ist, wie sich jeder einzelne entscheidet, liegt an dem Umstand, dass wir alle von den Folgen betroffen sind.

    Freie Berufswahl ist doch immer beschränkt, oder? Der Hauptschulabsolvent mit 3,8 als Abschlussnote dürfte es eher schwer haben, eine Ausbildung bei der Bank oder in einem Forschungsinstitut als Laborant zu bekommen.

    Du kannst dich sogar ganz ohne Schulabschluss bewerben. Die Note hat zunächst mal nichts damit zu tun, ob du eine Stelle bekommst oder in der Lage bist, den Beruf zu erlernen und auszuüben. Ob dich jemand ausbilden will oder einstellt, steht auf einem anderen Blatt.

    Ganz unabhängig vom Bisherigen:

    Ich hab immer viel Wert darauf gelegt, dass Erziehungsberechtigte uns Fehlzeiten ihrer Zöglinge erklären; wir entschuldigen dann - oder eben nicht ("... hatte keine Lust zur Schule zu kommen").

    Wäre mir als Mutter wurscht, ob der Klassenlehrer den Grund anerkennt, den gebe ich in aller Regel nicht mal bekannt. Ich kann bis 5 Tage selbst entschuldigen und wenn es notwendig ist, mache ich das und frage niemanden um Erlaubnis.

    Ausbildungsplätze würden aber prinzipiell in dem Bereich genügend zur Verfügung stehen.

    Eben, darum ging es. Plattyplus meinte, in bestimmten Branchen würde immer noch stark gesiebt und außerdem wäre sicher kein Betrieb bereit, ein Wortgutachten statt Ziffernnoten zu lesen, was wir Sonderpädagogen aber uns nicht vorstellen könnten in unserer unendlichen Naivität. Dass 'unsere' SuS zu 'euch' ins BVJ wandern und dann auf dem Arbeitsmarkt die allergeringsten Chancen haben, völlig egal, was im Zeugnis steht, muss man vielleicht erklären. Ich lese da vor allem die Sorge raus, irgend einem Benachteiligten könnte was geschenkt werden, dass man sich selbst so unendlich hart erarbeitet hat.

    Ja, wofür braucht man dann überhaupt die Fehlzeiten auf dem Zeugnis, wenn man sie eh jederzeit auf Null setzen kann?

    Ich denke, es geht hier nicht darum, dass man Eltern auf diese Weise erziehen kann, Entschuldigungen einzureichen, sondern dass der Schulpflicht genüge getan ist. Kind war nicht da, ihr habt dokumentiert.

    Das gilt bei uns auch fürs Ordnungsamt: Wenn die Eltern am Jahresende 70 Fehltage entschuldigen, bekommen sie keinen Bußgeldbescheid. Jugendamt kann man dann natürlich trotzdem bemühen, wenn die das interessiert. Meist ja leider nicht.

    Zum 'drohen' mit dem Anwalt: der sorgt einfach dafür, dass dem rechtlichen Gedöns genüge getan ist und zwar emotional völlig unbeteiligt. Unser Schulrechtler meinte mal, ihm ist es immer am liebsten, wenn ein Anwalt die Familie vertritt, weil man dann in einem kurzen, ruhigen Dienstgespräch die Dinge fachlich richtig benennt und klärt.

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