Ich finde es schlimm, dass Kliniken schon lange, jetzt auch Kinderkliniken heillos überlastet sind, es aber das Gesundheitsministerium nur peripher zu interessieren scheint. Ich finde es schlimm, dass eine Kollegin schreibt, Klassen würden in Größenordnungen heimgeschickt und mehrere Kollegen hier es 'verwirrend' finden, dass ich dafür kein Verständnis aufbringen kann. Ich finde es erbärmlich, dass ein Bundesland es als legitim ansieht, Unterricht flächendeckend ausfallen zu lassen, weil Lehrkräfte fehlen und das ganze als neue Coronaverordnung zu tarnen.
Und die Kollegen nicken es ab, unterrichten stillschweigend doppelt, sagen mir, ich könnte doch nicht wissen, was für das Brandenburger Ministerium gerade das Beste sei?
Wir wohnen in einem der reichsten Länder der Welt und sind nicht in der Lage, Fachkräftemangel und strukturelle Probleme in angemessener Zeit zu meistern. Und nein, ich meine nicht Corona, das war eine Ausnahmesituation, die Ihresgleichen sucht. Ich meine ein jetzt gerade auftretendes Problem, das wieder die Schwächen unseres Gesundheitssystems und Schulsystems zeigt, aber alle nur ratlos in die Röhre gucken. Nur dieses Mal ohne mit der Wimper zu zucken, weil ging mit Corona ja auch. Man muss nur alle Probleme aussitzen, schon haben sich alle daran gewöhnt.
Der Lockdown hat Kindern und Jugendlichen in großer Zahl geschadet. Wenn den Verantwortlichen nichts einfällt, außer Schulkinder nach Hause zu schicken und Kinder mit Atemwegserkrankungen in andere Bundesländer auszufliegen, weil die heimischen Kliniken alle überlastet sind, dann ist das einfach nur erschreckend. Es macht hilflos und wütend.