Beiträge von SteffdA

    ...dass ich relativ grundsätzlich gegen diese Art von Digitalisierung bin.

    Ich nicht. Was immer gerne vergessen wird, sind die Vorteile un die Erleichterungen auf Lehrerseite.
    Ich behaupte, für einen Schüler bzw. dessen Lernprozess ist es ziemlich egal, ob er einen Text auf einem Blatt Papier, in einem Buch oder auf einem Bildschirm liest (vorrausgesetzt, die Bildqualität stimmt, aber das ist ja heute gegeben), beim Schreiben ab einer bestimmten Entwicklungsstufe (wenn für den kognitiven Lernprozess die Motorik nicht mehr gebraucht wird) auch. Wenn es dann noch Möglichkeiten gibt, die den Lernprozess unterstützen und so verbessern, gegenüber Nicht-Digitalisierung, dann soll mir das doch sehr recht sein.

    Aber für mich als Lehrer ist es eine erhebliche Erleichterung, wenn ich nicht mehr fragen muss: "Wie kriege ich 20kg Papier vom Auto in den Klassenraum?" sondern wenn ich fragen kann: "Wie kriege ich meine Informationen überall verfügbar?". Bei der ersten Frage ist die Auswahl der richtigen Schultsche die Antwort. Am Anfang geht noch die Schultertasche, ewnn es dann schwerer wird kommt der Lehrerrucksack und wenn es anfängt im Kreuz zu zwicken der Lehrertrolley. Bei der zweiten Frage lande ich schnell bei einer IT-Ausstattung und z.B. einem E-Learning-System.
    Außerdem, das ist eine sehr subjektive Geschichte, geben mir digitale Medien für die Unterrichtsvorbereitung mehr Struktur, ich verliere mich nicht mehr in haufenweise Zettelkram.

    Die Frage, wie sich das Medium auf die Lerneffizienz auswirkt und ob das den (finanziellen) Aufwand rechtfertigt, fänd' ich mal zu untersuchen interessant. Und? Gibt's das was? 'Ne seriöse Untersuchung? Bitte verlinken.

    "Lernen 4.0" von Klaus Zierer, Schneider Verlag Hohengehren GmbH, 2. erweiterte Auflage,S.47:
    FaktorEffektstärke
    Digitalisierung im Primarbereich 0,44
    Digitalisierung im Sekundarbereich 0,30
    Digitalisierung im Tertiärbereich 0,42

    Er zitiert aus einer neueren Hattie-Studie. Man sollte auch wissen, dass bei 0,4 der Bereich beginnt, in dem eine Verbesserung des Lernens einsetzt.


    Die Technik muss einfach funktionieren,...

    Ja, das ist unbedingte Vorraussetzung! Man muss sich im Klaren darüber sein, so wie ich bei Nicht-Digitalisierung von nicht-digitalen Medien abhängig bin, so bin ich bei Digitalisierung von digitalen Medien und dem ganzen anderen "IT-Kram" abhängig.
    Und das betrifft sowohl das funktionieren der Medien/Technik, als auch das Vorhandensein. Klassische Schulbücher wurden gekauft, die Inhalte waren entsprechend aufbereitet. Digitale Inhalte gibt es z.B. in meinem Bereich nahezu nicht, d.h. bei Digitalisierung schreibe ich quasi mein eigenes "Lehrbuch".

    Es muss also sowohl auf technischer, als auch auf organisatorischer sowie inhaltliher Seite noch einiges passieren.
    Ich könnte mir vorstellen, dass Schüler statt Lehrbüchern E-Books und einen entsprechenden E-Book-Reader bekommen. Der sollte dann aber auch eine Volltextsuche über alle gespeicherten E-Books ermöglichen, mit einer automatischen Bibliographie-Erstellung, falls eigene Texte verfasst werden sollen, und leichtem Transfer dieser Bibliographie in ein Textverabeitungsprogramm etc.. Gibt es m.W..n. bisher nicht.
    Oder wo ist der Service, bei dem ich meine Papierbücher auf den Tisch legen kann (als Beweis für mein Eigentum) und für einen kleinen Obolus diese in ein E-Book umwandlen lassen kann mit buchübergreifender Volltextsuche, Schlagwortsuche (ja, in älteren Büchern gab es noch Stichwortregister), evtl. Bildersuche. Das wäre ein Nutzen für mich und ich würde eine Reihe von Büchern entweder abschaffen oder auf'm Dachboden verstauen. Gibt es aber m.W.n. auch nicht.

    Ja, ich muss jedes Jahr aufs neue das Tafelbild erstellen - aber das nehme ich in Kauf.

    Eine Tafel ist ein sehr dynamisches Medium in dem Sinne, dass man schnell und einfach auf Schülerfragen reagieren und entsprechende Erklärungen skizzieren kann.
    Alles was man vorbereiten kann, geht m.E. mit anderen Medien besser und ist mehrfach verwendbar: Flipchart, PPT-Präsentation u.ä..

    Ich nutze 2 Möglichkeiten:

    • eher klassisch mit Powerpoint: auf die Folie kommt das, was die Schüler sehen sollen, in den Notizbereich meine Stichpunkte. Meine Präsentationen sind thematisch angelegt und relativ kurz. Dafür habe ich mehrere Präsentationen. Das erlaubt mir eine gute Skalierung auf die Zielgruppe.
    • mit Moodle:

      • Alles, was die Schüler sehen sollen, ist sichtbar im Kurs, Musterlösungen etc. verborgen nur für mich zugänglich
      • Ich strukturiere meine Vorbereitung in einem Moodle-Kurs inkl. Präsentationen, Bilder, Videos, Arbeitsblätter etc. die ich den Schülern bei Bedarf zeige. Die Schüler haben keinen Zugang zum Kurs.

    Hab' da eher negative Erfahrungen.

    1. Die Beispiele, die auf Messen/im Netz etc. immer wieder gezeigt werden beziehen sich meist auf Grundschulaktivitäten. Dafür scheint es entsprechende Software zu geben (also fachlich aufbereitete, nicht die immer mitgelieferten Mal- und Klicksoftware). Berufsschulmäßig sieht es da meines Wissens nach sehr dünn aus.

    2. Ich als Lehrer arbeite an einem solchen Teil auf Armlänge-Abstand. D.h. ich sehe alle Icons, Grafiken und Schriften verpixelt und unscharf, worauf sich bei mir nach ca. 15min Kopfschmerzen einstellen.

    Nicht einen halben Schritt nach Ende der Rolltreppe stehen bleiben und auf'm Handy daddeln.
    Nicht an der jeweils engsten Stelle eine Ganges, Durchganges o.ä. stehen bleiben und auf'm Handy daddeln.
    Am besten übberhaupt nicht im Weg stehen und auf'm Handy daddeln.
    Handy weglegen und Ohrstöpsel raus, wenn man sich mit jemandem von Angesicht zu Angesicht unterhält.

    Da werden jetzt also die Schulen belohnt, die das Problem ausgesessen haben und die Schulen mit Inklusionskindern bestraft, die ein Inklusionskonzept etc. erstellt haben.

    Naja... Kompetenz äußert sich ja nicht darin, über jedes Stöckchen zu springen, das einem hingehalten wird, sondern zu einem großen Teil auch darin, eigene Grenzen zu erkennen und adäquat zu handeln.

    Vielleicht haben diese Schulen (ohne Inklusion) einfach nur kompetent (auch unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen) gehandelt.

    Ist sinnvoller.

    Warum?

    Ich bin für die Sommerzeit.
    Warum? Im Sommer gibt sie mir abends eine Stunde mehr Licht und es wird nicht schon gegen 4 hell.
    Iim Winter ist es eh egal, da ist es dunkel, wenn ich aus dem Haus gehe und dunkel, wenn ich wieder heimkomme.
    Sommerzeit bringt mir also mehr Lebensqualität.

    Der Knackpunkt sei wohl, dass die Fotos, wenn sie auf dem Smartphone gespeichert sind, in die Cloud hochgeladen werden können (???) und das sei datenschutztechnisch verboten, eben im Gegensatz zu Fotos auf einer regulären Kamera.

    Es inzwischen auch etliche "reguläre" Kameras, die mit Apps bespeilt werden können, die WLAN haben und die die Bilder auch irgendwohin hochladen können (sofern es eine digitale Kamera ist).

    Denkt dran, dass es eine Erlaubnis für den konkreten Fall sein muss. Gemeinhin versteht man derzeit darunter, dass für den konkreten Ausflug die entsprechende Erlaubnis vorliegen muss.

    Ich würde zusätzlich Verwendungszweck/Veröffentlichungsart der Bilder mit in die Erlaubnis aufnehmen. Also soll das Bild z.B. in der Schülerzeitung gedruckt werden, soll es auf die Schulwebseite oder soll es auf einer anderen Plattform im Netz veröffentlicht werden etc.

    Ich habe in meiner Institution um eine rechtlich verbindliche Auskunft gebeten, und angekündigt, dass ich bis zum Vorliegen keine Fotos mehr machen werde. Dies wurde dann auf dem Dienstweg weitergeleitet. Bisher gibt es keine Antwort.


    Falls ich also Fotos machen soll, werde ich von meinem Vorgesetzten eine schriftliche Anweisung verlangen und remonstrieren.

    Wenn das gesellschaftliche Klima solche Methoden zulässt - egal, ob daraus ernsthafte Konsequenzen entstehen können oder nicht - läuft in einer Demokratie definitiv etwas schief.

    Och.... die Blockwartmentalität ist doch schon lange weit verbeitet (oder sollte ich schreiben "noch weit verbreitet"?). Sie wurde bisher halt in anderen Bereichen ausgelebt:
    Ob jemand (der den ganzen Tag genug Zeit und sonst nichts zu tun hat) mit einem Fernglas aus seiner Wohnung Falschparker beobachtet und anzeigt,
    ob "nachgeprüft" wird, das der Nachbar auch ganz bestimmt alle Gläser abgewaschen hat, bevor sie in den Glaskontainer kommen,
    dass auch ja der Rasen xxx mm hoch abgeschnitten wird und die Blumen eine bestimmte Wuchshöhe nicht überschreiten,
    das der Müll richtig sortiert wird und wehe da verirrt sich mal ein Schnipsel Papier in die Biotonne...etc.

    Das "Leben und leben lassen" ist dem Deutschen wohl nicht gegeben. Man macht sich und anderen lieber Streß und verschwendet seine Energie lieber darauf.

    Und diese Mentalität wird jetzt halt auch politisch ausgenutzt. Da können es "die da unten" "denen da oben" mal richtig zeigen, insbesondere, wenn es anonym ist.

    Kann man den Unterricht nicht abbrechen, wenn man unter solchen Bedingungen die Verantwortung für die eigene Gesundheit und die der Schüler nicht mehr übernehmen kann?

    Keine Ahnung, ob das auf eine Schulleitung zutrifft, aber ich erwarte von meinem Vorgesetzten:

    1. Das er eine Strategie für seinen Bereich hat und diese auch kommuniziert.
    2. Das er seinen Mitarbeitern den Rücken frei hält, damit die ihren Job machen können.
    3. Das er seinen Mitarbeitern die dafür benötigten Ressourcen bereitstellt.

    Wenn er das alles tut ist er gut ausgelastet.

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