Beiträge von McGonagall

    Zitat

    Du könntest eine Frühaufsicht machen, alle Kinder begrüßen und keinen Stadtrat einladen. Du willst das aber nicht. Ich kann mir die Aufsichten aber nicht aussuchen und ich habe zum Glück keine 100 min sondern nur 45 aber es ist deswegen so extrem anstrengend, weil die Zeit zwischen den Unterrichtsstunden liegt. Vielleicht hast du vergessen, wie belastend das war?

    Hm, ich glaube ich habe mehrfach geschrieben, dass ich Frühaufsicht mache….


    Ich habe mich in diesem Thread zu Wort gemeldet, weil ich, wie schon erwähnt, den Eindruck hatte, dass es in eine seltsame „Neiddebatte“ ausartet oder in ein Gegeneinander von Lehrkräften gegen Funktionsträger. Ich hatte mir gewünscht, dass hier einfach auf beiden Seiten mehr Verständnis und mehr Wertschätzung entstehen könnte. Ich stelle gerade fest, dass mir das nicht gelungen ist - möglicherweise habe ich die falsche Worte gewählt, möglicherweise hat es andere Ursachen. Ich gebe den Versuch an dieser Stelle auf, denn ich habe eigentlich überhaupt nicht das Bedürfnis, mich für irgendwas zu rechtfertigen.
    Ich wünsche aber rundum einen schönen Schultag.

    Ich weiß nicht, warum du Aufsichten als niedere Aufgabe bezeichnest, aber ich z.B. habe ja mehrfach geschrieben, dass ich auch Frühaufsicht mache,

    Schade, dass du das nicht erlebt hast.

    Ich bin darauf angewiesen, mit meiner Sekretärin kommunizieren zu können - sie übernimmt Verwaltungsaufgaben für mich, für die ich am Ende verantwortlich bin. Wenn ich 4 Stunden am Tag im Unterricht bin, hat sie Feierabend, wenn ich ins Büro komme, wenn ich nicht mal die Pause habe, um mit ihr zu sprechen, wird es schwierig.

    Aber ich stelle gerade fest, dass es ein hohes Maß an Unverständnis für die unterschiedliche Aufgabenverteilung gibt, die im Bereich Schule anfallen. Das stimmt mich sehr nachdenklich. Ich nehme das mal mit…

    Mein IPad weigert sich gerade, nach meinen Wünschen Zitate einzufügen, deshalb antworte ich einmal in Kombination auf Kris 24 und Quittengelee.

    Wenn du, Kris, als Chemielehrkraft Aufsichten übernehmen musst, obwohl das organisatorisch nicht nur schwer möglich ist, dann tut mir das Leid, dann läuft da was falsch.
    Ich habe wohl sicher nicht „Nicht -Qualifizierte“ gemeint, sondern die, die eben keine Ressourcen dafür haben. Scheinbar gehörst du als Chemie-Lehrkraft auch dazu. Ich würde mich freuen, wenn du mir sagst, wo ich von „Nicht-Qualifiziert“ gesprochen habe, und wo ich vor allem dich als „Nicht -Qualifiziert benannt habe? Wenn ich dich irgendwo so bezeichnet habe, entschuldige ich mich hiermit dafür - ich persönlich finde keinen Hinweis darauf.
    Aus dem GS-Bereich kommend kann ich übrigens in keiner Weise beurteilen, ob Chemie- LK Ressourcen für Aufsichten haben. Dann lässt sich vielleicht aber für deine Schule feststellen, dass da etwas nicht gut funktioniert.

    Ich unterrichte übrigens nicht ein Drittel, sondern die Hälfte meiner Stunden. An Grundschulen - und das weißt du vermutlich nicht - ist die Entlastung nicht so groß. . Auch das ist noch mal ein Unterschied zu weiterführenden Schulen. Und ich habe eine eingeteilte Aufsicht, habe auch weiter oben beschrieben, dass niemand mehr von mir erwartet. Ich nehme deinen Unmut mal als allgemeinen Unmut wahr und denke mal darüber nach, woher der kommt - du vielleicht auch?

    Quittengelee: Natürlich habe ich Gespräche auch nach 11 Uhr, aber wenn die Jugendförderung, der Bürgermeister, die Schulrätin, die Schulpsychologin usw mir nur das Fenster von 10-11 anbietet, kann ich nicht die Pause verschieben. An meiner Schule ist das alles gar kein Problem, ich wollte an dieser Stelle auch nur Verständnis dafür aufbringen, dass Funktionsinhaber nicht die Zeit mit Däumchendrehen verbringen, sondern dass es Gründe für bestimmte Termine gibt, an denen häufig auch mehrere beteiligt sind, und dass die Aufgaben der eSL/SL oft nicht in den Stundenplan einer Schule pressen lassen.

    Im Übrigen übernehme ich Aufgaben nicht, weil sie kein anderer übernehmen kann, sondern weil es eine Übereinkunft gibt, dass ich mich mit übergriffigen Eltern, mit Plänen, Konzepten, Planungen für Projektwochen, Schulentwicklugnsaufgabe etc beschäftige und die Kollegen eben die Aufsichten übernehmen. Wäre das nicht so, müsste man eben anders verteilen. Aber wie gesagt, ich erhalte A14 und unterrichte 14 Stunden. Ich picke mir nicht die Rosinen raus, sondern übernehme die Aufgaben, die die Kollegen von mir erwarten. Würden sie von mir erwarten, dass ich mehr Aufsichten übernehme, würde ich das tun - aber dann würde ich eben andere Aufgaben nicht machen - das ist doch logisch, oder?
    Ich suche mir nicht aus, wozu ich Lust habe, was ich als Vorteil für mich sehe, sondern ich übernehme die Aufgaben, die sonst keiner macht, halte dem Kollegium den Rücken frei, arbeite Entscheidungen, Aufträge etc. ab - das muss ich nicht, das lässt sich auch alles anders organisieren. Dann übernehme ich auch Aufsichten. Es herrscht aber absoluter Konsens über die Aufgabenverteilung. Deshalb ist mir nicht ganz klar, weshalb ihr beide euch gerade angegriffen fühlt. Mein Wunsch war, mehr Verständnis füreinander aufzubringen. Das hat bei euch nicht funktioniert. Ich gehe also zumindest mit bei der Feststellung, dass ich in diesem Thread einige Foris von einer ganz anderen Seite kennenlerne…

    WillG

    Ich habe mich jetzt auch nicht auf irgendwen speziell bezogen, sondern ich hatte einfach den Eindruck, dass es so ein bisschen in diese Richtung geht: da wollen sich die Funktionsträger „abheben“ und sich vor den „niederen“ Aufgaben drücken. Und das finde ich sehr schade. Ich glaube, dass es an jeder Schule gute Gründe dafür gibt, wenn die SL/ eSL keine Aufsichten macht. Ich gehe davon aus, dass in jedem Bundesland Funktionsträger ein aufwändiges Verfahren durchlaufen, um da zu landen, wo sie sind, dass sie deutlich und mehrfach bewiesen haben, dass sie sehr qualifiziert, sehr engagiert usw sind und sich sicher nicht einfach vor der Arbeit drücken. Und sie drücken sich sicher mehrheitlich nicht vor den Aufsichten - es passt nur oft einfach organisatorisch nicht in den Arbeitsalltag.
    Was ich also eigentlich sagen möchte:

    Ich würde mir einfach mehr gegenseitiges Verständnis und mehr Wertschätzung wünschen. Nicht nur immer von SL zu LK, sondern auch umgekehrt. Und wer denkt, er kann es besser (und das meine ich völlig ernst, gute Schulleitungen werden an so vielen Stellen gesucht!), der möge sich bewerben, da sonst ungenutzte Ressourcen verloren gehen, die wir so dringend benötigen. Für die Aufsichten finden sich dann schon andere.

    Ich verfolge die Beiträge hier ein paar Tage lang und wollte mich eigentlich raushalten, aber jetzt muss ich auch noch meinen Senf beisteuern. Auf mich wirkt das mittlerweile wie eine Neiddebatte den Funktionsträgern gegenüber. Und das verstehe ich nicht: es ist doch jedem möglich, eine Funktionsstelle anzustreben, wenn dadurch so unliebsame Aufgaben wie Aufsichten vermieden werden können?
    Ich unterrichte nur läppische 14 Stunden. Ich habe nur eine Frühaufsicht, und ggf. mal Vertretung. Alles andere wäre auch schwierig, da ich oft schnell mal eine Pause zum Telefonieren brauche, mit der Sekretärin Dinge klären muss oder Termine und Gespräche habe, die sich nicht unbedingt an die Unterrichtsstunden koppeln lassen (Sorry, Frau xy, wir sprechen in 20 min weiter, nehmen Sie sich einen Kaffee, ich komme nach der Aufsicht zurück!)… Mein Kollegium hat mir noch nie gesagt, dass es das Gefühl hat, ich würde zu wenig Aufsichten machen. Ich halte ihnen immerhin in vielen Belangen den Rücken frei, sorge dafür, dass der Betrieb läuft usw. Sollte mich jemand darauf ansprechen, dass ich zu wenig Aufsichten mache und dass das zu den Dienstpflichten jeder Lehrkraft gehört, würde ich das reflektieren. Aber ich würde dann wohl auch darüber nachdenken, dass ich so einige Aufgaben nur deshalb übernehme, weil ich es effizienter, schneller und strukturierter schaffe als andere, und ich würde dann so einige Aufgaben delegieren, weil sie eigentlich zu den allgemeinen Dienstpflichten jeder Lehrkraft gehören und nicht per se an Funktion gebunden sind.

    Bin ja nicht aus Niedersachsen, aber das Problem, das ich bei den Vorschulen als Extra-Maßnahme sehe ist, dass man a) damit die dreijährige Eingangsphase schon vor Schuleintritt zementiert und b) Kindern, die das zusätzliche dritte Jahr in jedem Fall brauchen, weil sie einfach mehr Zeit benötigen, dann aber nicht nur den erneuten Wechsel nach einem Jahr zumuten, sondern auch von ihnen erwartet, dass sie den Schulstoff der ersten beiden Jahre dann in jedem Fall in zwei schaffen. Dahingegen ist JÜL wesentlich flexibler.
    ein richtiges Vorschuljahr für alle würde ich hingegen sehr gut finden.

    Gewöhnlich lernt man im Ref systematisch dass Handwerkszeug kennen, mit dem man den Lehrerberuf überhaupt erst ausüben kann. Was nicht heißt, dass man im Vorfeld hier und da über genug gesunden Menschenverstand und Erfahrung verfügt, um sich in der einen oder der anderen Situation behaupten zu können. Aber aktuell hältst du dich irgendwie mittels try and error über Wasser.
    Wenn du grundsätzlich Interesse am Lehrerberuf hast, solltest du das Ref antreten und professionelles Handwerkszeug erlernen. Anschließend sind 1-3 Jahre nötig, um Erfahrungen zu sammeln, und dann kann man auf guter Grundlage entscheiden, ob es wohl der richtige Job ist, den man da gewählt hat.
    Ansonsten schließe ich mich den anderen an, die geraten haben, zumindest an dieser Schule den Vertretungsjob zu kündigen, denn dort scheint man dich zu verheizen. Das geht auch anders.

    Ich habe gestartet, aber bin schon direkt gestrauchelt, als ich angeben sollte, welche Klassenstufe ich unterrichte. Ich unterrichte eigentlich alle Grundschulklassen. Abgebrochen habe ich dann bei der nächsten Frage, weil ich nicht weiß, welche Kriterien der Frage nach „überdurchschnittlicher Lesekompetenz…“ usw zugrunde liegen. Einschätzungen sind immer schwierig - pi mal Daumen? Oder ein standardisierter Test? Und was ist ein bilingualer Haushalt - meine Kinder sprechen in der Schule Deutsch, aber zuhause ihre Muttersprache… nunja, ich wollte helfen, fand aber keinen Zugang zu den Fragen. Sorry…

    Auch auf die Gefahr hin zu triggern: Wenn dir einige Wochen Vorlaufzeit zur Vorbereitung auf ein Auswahlgespräch zum angestrebten Amt, zwei Unterrichtsbesuche und eine DB bereits zu viel sind, dann frage dich bitte selbst ehrlich, ob dir die Anforderungen an eine Koordinationsstelle nicht ggf. auch zuviel sein könnten.

    Das sehe ich anders. In SH ist das Verfahren ähnlich. Ich finde, dieser „Prüfungstag“ ist wirklich kein Spaziergang, und wie schon irgendwo erwähnt ist es auch hier wie bei allen Beurteilungen möglich, sehr subjektiv zu beurteilen. Ich fand diesen Tag sehr unangenehm. Natürlich ist das Ziel, hier auch zu zeigen, wie man unter Stress und Druck und Belastung agiert, aber eine solche Prfungssituation spiegelt meiner Meinung nach keinesfalls den Alltag wieder. Ich habe mich nie in meinem Leben so schlecht gefühlt wie in dieser Revision, aber ich komme im beruflichen Alltag wunderbar mit stressigen Situationen klar.

    Dass es nur eine kurze Zeit der Vorbereitung gibt kann man meiner Meinung nach so nicht sagen. Wenn man weiß: ich bewerbe mich!, dann kann man in dem Moment anfangen, sich vorzubereiten, denn man weiß ja dass das kommt….

    Wenn man die Erfahrungen als Vertretungslehrkraft wirklich als das nutzt, was sie sind - erste eigenverantwortliche Erfahrungen im Unterrichten und Einblicke in den echten Schulalltag von Lehrkräften- kann so eine Zeit sehr gewinnbringend sein. Es gibt Gefahren, die die Vertretungsstellen mitbringen: wenn man an eine Schule gerät, die den Umstand, dass man noch nicht voll ausgebildet ist, nicht berücksichtigt, kann es leider zu sehr negativen Erlebnissen kommen, und dann besteht die Gefahr, dass man die Motivation und den Glauben an sich selbst als Lehrperson verliert. Andererseits, wenn alles supi klappt, besteht die Gefahr, dass man so überzeugt von den eigenen Fähigkeiten ist, dass es einem nicht gelingt, sich an die gewünschten Unterrichtskriterien im Seminar anzupassen. Letzteres ist vermutlich das, was Seminarleitungen nicht mögen. Ich habe kürzlich jemanden kennengelernt, der nach mehreren Jahren Vertretungstätigkeit nun ins Ref starten möchte, „um da noch den ein oder anderen Tip mitzunehmen“. Ich hoffe, es gelingt dieser Person, die Sichtweise auf sich selbst noch einmal neu einzustellen und sich bestmöglich an die Forderungen in der Ausbildung anzupassen.

    Das verstehe ich nicht. Du erstellst jetzt Material für dein Staatsexamen, das wann genau ist - nächstes Jahr? Ist das nicht ein bisschen früh? Weißt du denn schon ein Jahr im Voraus, wann dein Prüfungstermin ist? Oder dieses Jahr - aber dann müsstest du doch wissen, wann die Umlaute dran sind? Vielleicht habe ich auch einen Denkfehler?
    Wir bearbeiten die Umlaute in der kommenden Woche. Ist aber SH, hilft dir deshalb nicht. Aber ich mache das deshalb, weil das Lehrwerk das vorgibt. Ich bin nicht zufrieden mit dem Lehrwerk, nächstes Jahr wird es wohl ein anderes. An meiner Schule wäre es sehr unsinnig, jetzt Energie in die Vorbereitung von Unterrichtsmaterial zu stecken für eine Prüfung / einen Prüfungszeitraum für Schülerinnen und Schüler, die noch nicht mal eingeschult sind. Ich staune immer wieder, wie unterschiedlich die Praxis in den verschiedenen Bundesländern ist.

    Und wenn die volljährigen Schüler sich am ersten Abend volllaufen lassen wollen und am nächsten Tag ins Flugzeug nach weißdergeierwo steigen wollen und erst zum Ende der Klassenfahrt wiederkommen wollen, dürfen Sie das dann auch, weil sie eben volljährig sind?

    Es muss doch irgendetwas geben, was selbst volljährige Schüler unterschreiben müssen, wenn sie sich auf Klassenfahrt begeben und sich damit - innerhalb eines Schulverhältnisses, für das sie sich auch entschieden haben- einer schulischen Veranstaltung und den dort entsprechend geltenden Regeln unterwerfen…?

    Ich finde den Faktorisierungsgedanken spannend. Ich bezweifle aber, dass die Vor- und Nachbereitung für Unterricht in bestimmten Fächern irgendwie auf Zahlen im Verhältnis zueinander zu reduzieren ist. Es unterscheidet sich ja nicht nur von Schulart zu Schulart, sondern von Schule zu Schule. Die Rahmenbedingungen allein bezogen auf die (materielle) Ausstattung der Schule, das Schülerklientel, die Elternschaft, das Netzwerk, die Zusammenarbeit im Kollegium usw, das sind doch allein schon Bedingungen, die gar nicht vergleichbar sind. Wenn ich im Bereich GS bleibe, dann habe ich ja auch viele Fächer fachfremd zu unterrichten. Eine Stunde Mathe kann mein Kollege in jedem Jahrgang aus dem Ärmel schütteln, in Musik wäre er komplett aufgeschmissen und bräuchte Stunden für eine gute Vorbereitung. Bei anderen eben umgekehrt. Welcher Faktor gilt dann wofür? Nur so als Beispiel.

    Ich kenne aber Schulen, die sich innerhalb von Schulentwicklungstagen damit auseinandergesetzt haben, wie außerunterrichtliche Aufgaben zu faktorisieren wären. Also Fachleitungen, Klassenleitungen, Sicherheitsbeauftragte, Kooperation mit Kitas, weiterführenden Schulen, Personalrat, Gleichstellungsbeauftrage, Lehrerbücherei, Homepage, Schulgarten etc. Da Grundschulen zumindest bei uns keine Koordiniatorenstellen (außer der Konrektorstelle) haben, gibt es keine weiteren Funktionsstellen außer SL und KR, und Ermäßigungsstunden sind sehr spärlich. Damit stellt sich ja immer die Frage, wer denn diese Aufgaben übernimmt. Und von einer Schule weiß ich, dass sie diese Aufgaben faktorisiert haben und dann in bestimmtem Rhythmus immer neu verteilt haben. Jeder musste in Abhängigkeit seines Deputats auf eine bestimmte Anzahl an Punkten kommen und sich entsprechend bewertete Aufgaben suchen. Das ist wahrscheinlich sehr aufwändig, aber klingt spannend, ist sehr transparent und führt wahrscheinlich auch zu mehr Gerechtigkeit, vermute ich.

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