Falls ich mal einem Nicht-Lehrer den Horror einer Gesamtlehrerkonferenz erklären sollte, würde ich ihn übrigens einfach auf diesen Thread verweisen. Eine banale Befindlichkeit einer gekränkten Pädagogenseele wird künstlich aufgeblasen; zwei bis drei Leute sagen eigentlich alles, was zu sagen ist; der Ausgangskommentator wiederholt bis zum Erbrechen, was er gesagt hat; noch mehr Leute wiederholen alles; und irgendwann ist man gar nicht mehr beim Thema. Insofern, danke lieber TE!
Beiträge von Ragnar Danneskjoeld
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In NRW gibt es keine Buchstaben
Das ist ein tolles Oxymoron!
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Könnt ihr meine Entscheidung nachvollziehen? Ich kann einfach nicht damit leben....
Nein. Und ansonsten würde ich dir raten, emotional mal zwei Gänge runterzuschalten.
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Aber warum sind Lehrer so? Stimmt ja leider, aber ich verstehs einfach nicht, wie man seine Interessen so wenig priorisieren kann.
Aus meiner bitteren Erfahrung, auch als Personalrat:
1) Wir sind eben ein sozialer Beruf - da fühlt man sich fälschlicherweise unter Druck gesetzt, die Kinder nicht "im Stich" zu lassen".
2) Wir sind in personaler Hinsicht zunehmend "verfraulicht"
a) Immer mehr Kolleginnen haben diesen Beruf als Nebenerwerb und bei einem Deputat von 50%, kalter Progression und Steuerklasse V merkt frau dann kaum noch irgendeinen Unterschied bei Gehaltsänderungen
b) Ich stelle leider fest, dass Kolleginnen tendenziell konfliktscheuer sind als als ihre männlichen Kollegen (anekdotische Evidenz en masse)
Fazit: beste Voraussetzungen für unseren Dienstherren.
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Ich komme somit auf einen Ruhegehaltssatz von 12×1,79375%=21,525%. Somit würde mein Ruhegehalt bei 1.141,28€ (5.300€ × 21,525%) liegen. Das ist nicht besonders viel.
Wäre jemand so nett, meine Rechnung zu prüfen?
Ich spreche jetzt nur für BW, aber die Unterschiede dürften nicht besonders groß sein. Folgende Fehler habe ich entdeckt:
1) Wehr-/Zivildienst wird voll angerechnet
2) Studium zu einem gewissen Teil (bei uns 2 1/3 Jahre)
Das sind die kleinen Fehler. Hier der große:
Im Regelfall wird die verbleibende Zeit zwischen Frühpensionierung und regulärem Pensionsalter mit 2/3 gewertet. Falls du also noch weitere 24 Jahre hättest, kämen 2/3 x 24 x 1,79 an Jahren mit dazu.
Wichtig: am Ende wird von der gesamten Prozentzahl 10,8 % abgezogen bzw. mit dem Faktor 0,892 multipliziert.
Nochmal: das gilt für BW.
Falls du bisher voll gearbeitet hast, würdet du bei uns ca. € 2700.- brutto bekommen.
Ansonsten: bitte deinen Sachbearbeiter beim Landesamt für Besoldung um konkrete Auskunft, falls ihr keinen Online-Rechner habt.
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Der/die TE wollte glaube ich nur wissen, ob man sich sofort anstellen lassen kann und das sollte m. E. gehen.
Ja, ich weiß, aber ich würde trotzdem gerne so antworten, wie ich das möchte. Denn in vielen Fällen kommt die Anschlussfrage, ob man dann jemals wieder Beamter werden kann.
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Ist es möglich seinen Beamtenstatus aufzugeben und ins Angestelltenverhältnis an eine andere Schule zu wechseln?
Ja. Man kann auch bei Vorliegen der beamtenrechtlichen Bedingungen auch wieder Beamter werden.
Woher ich das weiß? Weil ich diesen Sommer selber mit dem Ausscheiden aus dem Beamtentum geliebäugelt habe und mir mein stellvertretender Rektor mitteilte, ich könne problemlos wieder in den Staatsdienst wechseln.
Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob es möglich ist, sondern ob es sinnvoll ist.
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Hm, wo geht das auf Kosten der Lehrer ... wenn überhaupt auf Kosten der Schulleitung. Aber die 1 Stunde Ermäßigung pro Woche, die ich für die Statistik bekomme, geht da nie für drauf. Ich brauche maximal 10 Minuten pro Woche.
Ich sehe die große Gefahr, dass es zu einer Konkurrenzsituation zwischen einzelnen Schulen kommen könnte. Unterrichtsausfall ist ein nicht unerhebliches Kriterium bei der Schulwahl der Eltern - ich wurde das bei Infotagen immer wieder gefragt. Und Schulleitungen geben den Druck gerne an Kollegien weiter - ich erinnere mich daran, dass an meiner alten Schule mehrfach mit Sätzen wie "Sonst werden Kollegen abgeordnet werden müssen" gedroht wurde, um gewisse Projekte oder Mehrarbeit durchzusetzen.
Unser Berufsstand neigt zudem dazu, krank zur Arbeit zu gehen, das könnte zunehmen, was der Gesundheit nicht zuträglich ist.
Unabhängig davon, werden Schulleitungen möglicherweise weniger großzügig bei der Genehmigung von Fortbildungen sein. Oder Kollegen werden a priori keine Fortbildung besuchen - in beiden Fällen eine suboptimale Entwicklung.
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Präzise Erfassung des Stundenausfalls auf Kosten der Lehrer und Schulleitungen? – Logo. Transparenz und so…
Präzise Erfassung der Arbeitszeit der Lehrkräfte auf Kosten des Kultusministeriums? – Ach nö, lieber nicht.
Finde den Fehler.
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War das denn wichtig für die Beförderungsstelle?
Nö.
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Und die Sorge, nicht befördert zu werden, weil man nicht zum Kollegenlagerfeuer oder der Lesenacht der 5b erscheint, kann ich nur bedingt nachvollziehen.
An meiner alten Schule wurde mir das als Grund für die Nichtbeförderung aufs Brot geschmiert: "Sie waren bisher auf keinem einzigen Kollegen-Grillfest". Auch an meiner neuen Schule scheint an forcierten Gemütlichkeitsveranstaltungen die conditio sine qua non für beruflichen Aufstieg zu sein.
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Ich biete im Regelfall zwei Termine an - einen frühmorgens (7:10 Uhr) und einen am Abend (17:30 Uhr). In beiden Fällen habe ich direkt danach/davor Unterricht. Der Arzt bietet im Regelfall auch nicht mehr an.
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Anstrengend? An welcher Stelle findest du das anstrengend?
Versetz dich einmal in die Lage des Schulleiters: zwanzig Baustellen auf einmal, und dann kommt noch irgendeine Type mit Fächern, die keiner braucht von der Uni, der alles sofort besser kann und weiß und zudem noch gerne A14 hätte und an verdienten, ebenfalls fähigen Kollegen vorbeiziehen möchte.
Ist das klug von der Schulleitung? Nein. Ist es nachvollziehbar? Ja. Und es ist mir unerklärlich, dass der Threadsteller nicht in der Lage ist, eine andere Position einmal einzunehmen (ohne sie teilen zu müssen) und sofort auf beleidigte Leberwurst macht. Aber hey, er hat ja ein Stellenagebot von der Uni, wo er sehr geschätzt wird. Ist doch fein. Ich würde dort bleiben und gut isses.
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Natürlich kennt man mich nicht. Das Klischee Elfenbeinturm könnte man daher erstmal beiseite stellen, solange es keine konkreten Anzeichen dafür gibt. Man hat aber keinerlei Anstalten gemacht, mich kennenzulernen. Weder wurden mein Lebenslauf und Arbeitszeugnis gelesen noch wurden im Gespräch interessierte Fragen gestellt. Es geht nicht um die eine Wunschtätigkeit, sondern darum überhaupt Perspektiven aufzuzeigen.
Puh. Wenn du in diesem Gespräch genauso anstrengend gewesen bist wie hier, dann kann ich die Schulleitung leider gut verstehen.
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Ich glaube, es ist einfach das fehlende Interesse an meiner Person, das mich stört. Ich erwarte natürlich nicht, dass man Stellen für mich freischaufelt. Nur, dass man Perspektiven aufzeigt.
Deine neue SL kennt dich ja nicht wirklich, lediglich von der Aktenlage. Vielleicht hält sie dich für einen Elfenbeinturmbewohner. Vielleicht befürchtet sie einen kollegialen Bürgerkrieg, wenn sie irgendeinen unbekannten Neuzugang bewährten Kollegen vorzieht. Denk die Sache daher doch mal andersrum. Anstatt eine bestimmte Tätigkeit für dich zu beanspruchen würde ich anfragen, wo sie dich mit deinen Kenntnissen ein Engagement jenseits des Unterrichts gut vorstellen könnte, wenn deine Wunschtätigkeit blockiert ist. Wer gut (und willig) ist, der findet schnell genug eine Tätigkeit in unserem Metier, den Burnout zu beschleunigen!
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Hier in BW bewerben sich nicht wenige Kollegen mit A13 auf A15 - allein deshalb, weil die Menge an A14-Planstellen aktuell sehr überschaubar ist. Vor einiger Zeit habe ich mich innerhalb von zwei Jahres auf sieben (?) A15-Stellen beworben, was für das RP natürlich einen enormen Aufwand bedeutete. Als mich der Referent entnervt anrief und fragte, warum ich mich auf Stellen bewerbe, für die ich bestenfalls de iure geeignet sei, habe ich ihm erklärt, dass ich ihn total verstehe und ich auch lieber auf normalem Wege die Schule wechseln würde als jedes Jahr meinen Versetzungsanträgen Bettelbriefe beizufügen. Er den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden. Guter Mann. Kluger Mann.
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Personalrat ins Gespräch mitnehmen und erst mal abwarten. Zuhören, gar nicht groß diskutieren. Die bloße Tatsache, dass deine SL dich nicht vorab mal in einem Vieraugengespräch über die konkreten Vorwürfe informiert oder der Elternvertreter das Gespräch mit dir gesucht hat, spricht nämlich nicht gerade für die anderen. Eventuell Selbstanzeige oder eidesstattliche Aussage vorschlagen.
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Drei Gedanken von einem E/G-Lehrer am Gymnasium:
1) Wenn du dich wirklich nur für Zeitgeschichte oder Neueste Geschichte begeistern kann, wäre dann nicht Gemeinschaftskunde (oder Politik oder wie auch immer das Fach in deinem Bundesland heißt) eine Alternative?
2) Ich fand und finde das Thema "Altes Ägypten" immer noch, nach all den Jahren dröge. Auch beim antiken Griechenland begeistert mich wenig. Aber ein Großteil der Lernthemen befinden sich in Klasse 8-12, lediglich 6-7 vor der Neuesten Geschichte. Das dürfte in vielen Bundesländern doch ähnlich sein und du wirst auch irgendwann in Englisch Themen/Literatur unterrichten, die dich anöden.
3) Ich konnte lange mit Neuerer Geschichte wenig anfangen. Erst durch den didaktischen Blick des Lehrers habe ich diese Epoche für mich entschlüsselt und kann ihr mittlerweile einiges abgewinnen. Schreib daher bestimmte Themen nicht zu früh ab!
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Ich sehe das große Problem, dass du beim Unterricht bis Klasse 10 keine Lehrbefugnis für die Oberstufe erhältst - dann wäre eine Planstelle am Gymnasium in BW schwer zu vermitteln. Ich hatte letztes Jahr den umgekehrten Fall - ein Referendar mit Erstem Examen für Gymnasium war an einem beruflichen Gymnasium fürs Referendariat gelandet. Er wollte aber die Option aufs Gymnasium nicht verzichten und musste daher für die Unterstufe noch eine Lehrprobe ablegen, weil das berufliche Gymnasium erst mit der Mittelstufe beginnt.
Die einzig kompetente Auskunft kann dir aber nur jemand von einem baden-württembergischen Amt erteilen - Referat 73 und 75 am jeweiligen RP.
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Puh - solche Berichte zu lesen ist immer schlimm.
Ich habe mir bei der Lektüre immer wieder gedacht: Und wann kommt denn nun die Schulleitung ins Spiel? Gibt es da eine? Oder hält die sich fein raus? Ich würde spätestens bei "blöder Kuh" und nicht erfolgtem angeordneten Verlassen des Unterrichtsraumes direkt die Schulleitung aufsuchen und sie bitten, unmittelbar Abhilfe zu schaffen. Das kann man auch im Rahmen der dienstlichen Fürsorgepflicht einfordern, finde ich. Sonst ist man eben mal ein paar Tage krank.
Wie sehen denn die anderen Eltern in der Klasse die Situation? Die dürften doch auch unzufrieden mit der Situation sein. Wenn es von deren Seite zudem massive Beschwerden gäbe, kann das eine Schulleitung auch nicht ewig ignorieren. Die sollten daher auch ins Boot geholt werden.
Und solange keine offizielle Diagnose vorliegt, gibt es keinen Grund den besagten Schüler bevorzugt zu behandeln. Sprich: keine Samthandschuhe.
Was die Eltern des Schülers betrifft: den Typ kenne ich. Saßen bei mir und haben unentwegt über die Kollegen und Schulleitung geklagt. Ich habe dann geantwortet: "Ja, diese Schule ist scheiße. Meine Schulleitung kann nix und das Kollegium noch weniger. Daher würde ich mein Kind spätestens mit dieser Erkenntnis von unserer Schule abmelden. Ich hab Ihnen daher schon mal den ausgefüllten Abmeldeantrag mitgebracht..." Spätestens dann war Ruhe.
Ansonsten: viel Kraft!
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