Ehrlich gesagt, stimme ich Platty bzgl. Karneval/Fasching/whatever insofern zu, als dass es ja nun wirklich viele Gegenden in Deutschland gibt, wo dies wenig bis gar keine Rolle im Alltag der Bevölkerung spielt. Das heißt jetzt aber keinesfalls, dass ich denjenigen, die ihn feiern, das nicht gönne, bitte nicht falsch verstehen! Ich möchte nur nochmal darauf aufmerksam machen, dass viele Wähler*innen in verschiedenen Regionen Deutschlands hinsichtlich des Wahlkampfes und des Wahlsonntags selbst durch Karneval/... in keinster Weise beeinflusst werden.
Das ist ja klar, dass es viele Menschen nicht betrifft, ob die Wahl am Fastnachtssonntag, eine Woche davor oder danach stattfindet. Es gibt klare gesetzlich Regeln, in welchem zeitlichen Rahmen das stattfinden muss. Im Rahmen dessen wird dann ein Termin festgelegt. Bei der Festlegung des Termins kann es dann verschiedene Argumente dafür oder dagegen geben. Völlig unabhängig davon gibt es IMMER den einen Termin, der wegen Tante Bärbels Geburtstag besonders schlecht ist etc. Diesen individuellen Aspekt werden wir bei keinem Termin los.
Wenn aber nun für einen Teil des Volkes dieser Zeitraum nun völlig unproblematisch ist und sie von der Auswahl der Termine innerhalb dieses Rahmens weder besonders positiv noch negativ betroffen sind, stellt dies eben für eine recht große Region doch ein Argument dar, das bei der Festlegung des Termins berücksichtigt werden sollte.
Das hat ja auch stattgefunden. Als Termin wurde der Sonntag eine Woche vor Fastnachtssonntag ins Spiel gebracht. Am Fastnachts-WE wäre es eben (sachlich betrachtet) unheimlich schwierig, weil in den Fastnachtsregionen viele potentielle Wahlorte eingeschränkt nutzbar oder zugänglich sind. Das ist eben so. Jetzt kann man sich dann darüber aufregen, dass im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten dieser Termin eben nicht gewählt wird: "Dann sollten wir den Rosenmontag verschieben oder besser gleich absagen. Die ganze Bundesrepublik dreht sich doch nicht um Köln und Mainz." und es denen damit mal so richtig gönnen, dass das Fastnachtswochenende stark gestört wird... Oder man kann akzeptieren, dass es einen selbst minimal betrifft, wenn eine Woche vorher gewählt wird, während es gleichzeitig für viele andere eben eine deutliche Erleichterung bedeutet.
Das hat auch mit Missgunst zu tun, unbedingt den Fastnachtssonntag zu wünschen nach dem Motto: Die sollen doch mal so richtig das Wochenende versaut bekommen und den Rosenmontagszug absagen (der wirklich auch sonntags Lagerräume etc. in Schulen, Bürgerhäusern... also potentiellen Wahlorten benötigt).
Dass eine Wahlentscheidung problemlos möglich ist, ist doch auch klar. Da wir sowieso seit >10 Jahren Briefwahl machen und viele andere das auch tun, sind eben andere Termine am Wahlwochenende unproblematisch, da es keinen Widerspruch zwischen dem Wahrnehmen der Termine und der Wahl gibt.