Beiträge von Avantasia

    Dank Creamingeffekt funktionieren IGS und Gymnasien parallel nicht. Gäbe es nur noch IGS, wäre das prima. Aktuell sind die meisten IGS eher Oberschulen.

    Gäbe es nur IGSen, gäbe es auch dort leistungsstarke Schulen, die durch ihren guten Ruf passende SuSen anziehen, nämlich entweder durch das Wahlverhalten der Eltern oder durch Zuzug in die entsprechende örtliche Nähe zur Schule. Zudem würde das Privatschulwesen einen erheblichen Zulauf bekommen, womit die soziale Auslese noch verstärkt würde.


    À+

    1. Schulbildung/Ausbildung/Studium
    2. Dienstlicher Werdegang und schulischer Einsatz in Verbindung mit der aktuellen Schule (hier gehört das Ref dazu)
    3. Mitwirkung im weiteren Umfeld der aktuellen Schule (z.B. Projektleitungen)
    4. Tätigkeiten außerhalb der aktuellen Schule (je nachdem, was zur Stelle passt)
    5. Sprach- und Computerkenntnisse


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    In der von Seph verlinkten Quelle heißt es: "„Wir arbeiten daran, das Fach Informatik nachhaltig zu stärken. Die Pläne, Informatik schrittweise als Pflichtfach einzuführen, befinden sich in der Prüfung." Das heißt nichts Konkretes, so weit war die vorige Kultusministerin auch schon. Bis 2023 ist es noch lang hin und dazwischen liegt noch eine Landtagswahl. Außerdem können bis dahin auch die anderen Fachverbände aufschreien, weil ihnen eine Stunde genommen wird (wie sonst will man bei fest verteilten 30 Wochenstunden ein zusätzliches Fach einführen?) - beim letzten Pflichtfach-Vorstoß betraf es WIMRE Geschichte und Kunst/Musik/DsP.


    Also abwarten und mit einem norddeutschen Juchu einen Friesentee trinken!


    À+

    Wie aus Spiel Ernst wird, kann man aktuell in China gut beobachten. Das Punktesystem ist dem Belohnungssystem von Classcraft ziemlich ähnlich, beschränkt sich jedoch nicht nur auf Schule, sondern auf das gesamte Leben. Massive Auswirkungen auf das Verhalten und die Kommunikation der Bevölkerung werden dadurch herbeigeführt - mit anderen Worten: totale Überwachung. Auf die Spitze getrieben wird das noch durch direkte Gehirnkontrolle: https://www.wsj.com/video/unde…69-8D09-32E9F2B62D19.html


    Unter diesem Aspekt sehe ich die über einen längeren Zeitraum gedachte Nutzung von Classcraft äußerst kritisch.


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    Bei der Entwicklung weg vom Schulverständnis "Schule ist, wenn einer vorne steht und 30 zuhören", werden solche Organisationsformen zunehmend üblich.


    Wie kann man das sinnvoll verwalten?

    Ich kenne es aus der Schulbehörde, dass Dezernenten auf Mails mit automatischen Abwesenheitsnachrichten antworten, in denen deutlich darauf hingewiesen wird, ab wann die betreffende Person wieder antworten wird und wer bis dahin in dringenden Fällen angeschrieben werden kann. Das wäre auch für die Schule mal überlegenswert.


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    Einen Argumentationsvorteil hat man, wenn man die Zeit nicht nur so pi mal Daumen abschätzt, sondern über das letzte Schuljahr auch aufgeschrieben (oder mit einer App erfasst) hat. Dann kan man nämlich schwarz auf weiß zeigen, dass man auch die von SteffdA errechneten 60 Zeitstunden tatsächlich gearbeitet hat und davon z.B. schon 1/3 in den ersten zwei Wochen für Updates draufgegangen sind. Sollte also der Schulleiter für die Sicherheit der in seiner Schule genutzten Geräte sein, sollte hier auf keinen Fall gekürzt werden. Weitere 20 Minuten pro Woche (1 Frage täglich à 4 Minuten zeigen und erklären) gehen für "Kannst du mir mal kurz zeigen, wie..."-Fragen der Kollegen drauf. Nicht zu vergessen die schnelle Hilfe bei "Der Computer/das Internet geht nicht" (Gang zum Computerraum, Stecker wieder einstecken, testweise Hochfahren des Rechners, macht 10 Minuten). Letzteres mag nicht effektiv sein, da Stecker häufiger ausgestöpselt werden als die Woche Tage hat. Im Gegenzug ist der Fehler zügig behoben und die Computer zeitnah wieder nutzbar. Effektiver wäre es, die anfallenden Probleme über die Woche zusammeln und in einer Schulstunde abzuarbeiten (z.B. Freitag 7. Stunde), dies kann unter Umständen jedoch dazu führen, dass die Kollegen erst am Montag der folgenden Woche (digital) weiterarbeiten können, was wiederum zu weiteren Verzögerungen vom Arbeitsabläufen führt.


    Es kommt halt auf die Prioritäten des Schulleiters an. ;-)


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    Ich hatte mal ein solches an der Fernuni begonnen. Dass ich nach einigen Semestern abbrach, lag zum einen daran, dass ich ein Sprintstudium als Lehrerqualifizierungsmaßnahme begann und durchzog, zum anderen an der sehr unpraktischen Zeiteinteilung von Uni und Schule: Während ich in den Sommerferien eigentlich viel Zeit zum Lernen (und für die Übungsaufgaben, die Voraussetzung für die Klausuren waren) hätte, waren Semesterferien. Die Vorlesungszeit (also die Zeit, in der die Materialien und Übungsaufgaben verschickt wurden) lag gerade im November/Dezember, wo ich besonders mit den Klassenarbeiten zu tun hatte, oder im April/Mai/Juni, wo das Abi und der Schuljahresendstress auf mich wartete.


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    Ich möchte hier mal für Mathe sprechen (in Französisch ist jede Veranstaltung schon eine Sprachlernveranstaltung und somit eine Vorbereitung auf die Schule).


    Mathematik in der Schule und Mathematik im Studium sind zwei völlig unterschiedliche Fächer. Mathe in der Schule ist hauptsächlich Rechnen und ein bisschen Konstruieren und (Pseudo-)Modellieren. Mathe im Studium ist Abstraktion mit ganz systematisch aufbauender Herangehensweise (Bourbaki lässt grüßen). Das, was man davon in der Schule braucht, ist im Prinzip in den ersten zwei Semestern abgefrühstückt oder mit den Einsteigervorlesungen in Numerik, Stochastik und Geometrie abgedeckt. Ein bisschen Gruppentheorie ist ganz praktisch, um zu verstehen, warum in der Schule ständig die Zahlbereichserweiterungen thematisiert werden (und dass die Division mit Rest nicht nur in der 4. Klasse gebraucht wird, sondern auch bei Verschlüsselungen eine Rolle spielt) und Kommutativität nicht nur bei Multiplikationsaufgaben auftritt, sondern auch bei Drehungen (als Objekte)*.


    Darüberhinaus habe ich im Laufe der letzten Jahre nicht nur nach KC unterrichtet, sondern auch auf Wettbewerbe vorbereitet und das Seminarfach unterrichtet. Da ist etwas mehr Wissen als der Oberstufenstoff schon ganz nützlich, auch um einfach nur eine andere Herangehensweise auszuprobieren. Der Rest ist Spaß am Denken.


    Übrigens studieren auch Diplom-/Masterstudenten nicht nur Mathe, sondern ein Zweit-/Nebenfach als Anwendungsgebiet. Zwar ist die Menge an Mathematik immer noch höher als bei Lehramtsstudenten, aber nicht doppelt so hoch, wie hier gern mal behauptet wird**. Da brauchen wir uns auch nicht zu verstecken. Und auch nach dem Studium wird ein Mathematiker nicht unbedingt sämtliche Inhalte seines Studium im Beruf anwenden. Aber er hat gelernt, Probleme auf einer hohen Abstraktionsebene zu erfassen und nicht so leicht aufzugeben, inhaltlich ist dann das Nebenfach fast noch wichtiger.


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    * In Niedersachsen wurde übrigens im KC für die 5./6. Klasse neu festgelegt, dass Abbildungen nicht mehr als Objekte betrachtet und untersucht werden sollen. :sauer:
    ** In Hamburg sieht die Studienordnung im Bachelor Mathe-Lehramt (als 1. Fach) vor, dass man 70 LP einbringen muss. Im Bachelor Mathe sollen es 99 LP in Mathe sein, dazu 24 LP im Ergänzungsfach (d.h. Nebenfach) und 25 LP im freien Wahlbereich (das kann Mathe sein, aber auch in einem weiteren Nebenfach oder im Ergänzungsfach vertiefend).

    Einzelschicksale, die zudem noch auf Gefühl basieren, sind aber wenig greifbar für das MK und für die Gerichte. Wenn diese jedoch in großem Umfang zusammengetragen, von diversen Gruppen mit wissenschaftlichen Methoden untersucht und ausgewertet werden, hat dies ein deutlich höheres Gewicht*. Das sieht man an dem wesentlich höheren medialen Interesse und die Einrichtung des Gremiums. Auch Kritik kann an dieser Studie deutlich besser abprallen als an Einzelberichten. Deine Selbstoptimierung sollte laut Studie zu 1/3 zur Reduzierung der Arbeitsbelastung beitragen, hilft aber weder dir in Gänze noch den anderen Kollegen. Ein Beispiel sind die vielen zusätzlichen außerunterrichtlichen Aufgaben, die im Kollegium verteilt werden müssen.


    *Weshalb ich gerne dazu ermuntere, sich in einem Lehrerverband zu organisieren.


    À+

    Zu den einzelnen Schulformen noch ein Kommentar von mir:


    1. Grundschulen:
    Ja, es wäre toll, wenn die Arbeitszeit dort geringer ausfiele und sich generell die Arbeitsbedingungen dort verbesserten. Warum ich mir das als Gymnasiallehrerin wünsche? Damit die drölfzig Abordnungen in Niedersachsen von Gymnasien zu Oberschulen, von Oberschulen zu Grundschulen und im Kreis und runderherum ein Ende haben und wir alle wieder an den Schulen die Schüler unterrichten können für die wir ausgebildet wurden. (Vom Stundenausfall an den Grundschulen hätten wir an den weiterführenden Schulen nichts außer schlechter auf die höheren Schulen vorbereitete Kinder.)


    2. Gymnasien:
    Die 3-und-mehr Überstunden rühren vornehmlich von den vielen Teilzeitkollegen, die trotz Reduzierung quasi Vollzeit unterrichten, mit allen Konferenzen etc.pp., sowie den Schulleitern und den älteren Lehrern, die mehr außerunterrichtliche Aufgaben übernehmen.
    Bei den Vollzeitlern ist der Umfang der Mehrarbeit abhängig von Klassenstufe, Abitur, Klassengröße, Fächer, Probleme in den Klassen, weiteren Aufgaben, ..., und führt sogar manchmal dazu, weniger als 40 Stunden zu arbeiten (die Glücklichen!).


    3. Berufsschulen:
    Wie bei den Haupt- und Realschulen /Oberschulen war auch die Beteiligung der Berufsschulen an der Göttinger Arbeitszeitstudie zu gering, um wissenschaftlich fundierte Ergebnisse herleiten zu können. Das jetzige Gremium hat aber nur diese bestehenden Ergebnisse verwendet und keine neue Studie durchgeführt. Hier weist das Gremium auch auf den Nachholbedarf hin.


    4. Lest die Ergebnisse des Gremiums (oder gleich die Arbeitszeitstudie) im Original, oder meinetwegen fangt mit der Präsentation an! Die sind sehr verständlich geschrieben, aufschlussreich und weit ergiebiger als herausgepulte Zitate bei 4teachers.


    À+

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