Beiträge von treasure

    Da wird einem echt beim Lesen schwindelig. :autsch:

    Für mich findet hier eine Vermischung zwischen Sachgründen und Wahrnehmungen statt.

    Ohrringe im Sport können gefährlich sein, also aus.

    Kappe ist weder gefährlich, noch müssen sie respektlos sein. Sie KÖNNEN es sicher sein, aber das sind Ausnahmen, die kommuniziert werden können.

    Jogginghosen sind ne Geschmacksfrage. Gefährlich oder anstößig sind sie sicher nicht.

    Dass das Kleiderthema die innere Haltung bei Älteren tangieren könnte, ist schon eher für mich denkbar, aber das kann man kommunizieren. Schule ist für viele wie "daheim". Viele gehen gerne, treffen dort ihre Freunde und ich habe schon oft gehört: "Meine Klasse ist wie meine zweite Familie".

    In meiner Klasse früher saß ein Schüler, der nur in Jogginghosen kam. Durchschnitt im Abi 15 Punkte, also quasi unter 1,0.

    Für mich geht Selbstverwirklichung und Selbstausdruck so lange vor, solange sie nicht die Freiheiten der anderen oder sich selbst einschränken, den Unterricht stören oder andere Belästigungen stattfinden, wie intensiver Geruch oder sowas. Letztens saß ein sehr gepflegter Anzugträger am Nachbartisch unserer Lokalität (draußen). Wir genossen die Sonne und unser Essen, er packte seine Kippen aus, zündete sich eine an und es war ihm völlig egal, dass er uns das Essen verrauchte. Was brachte uns da seine tolle Kleidung? Nix.

    Hier geht es ja NUR um die Klamottenfrage. Es geht nur darum, ob es ok ist, dass Kinder Kappen tragen oder Klamotten, die wir vielleicht nicht als die hübschesten erachten. Und darum, ob die Schule sich da einmischen sollte/darf. Ich empfinde das als übergriffig, da allgemeine Regeln zu setzen. Das mögen andere anders sehen, das ist ok, aber ich finde es nicht gut, wenn es so wirkt, als dürfe man nicht anderer Meinung sein als andere hier.

    Natürlich sind allgemeine Regeln gut und wichtig.

    Bei uns gilt "rechts gehen auf der Treppe" oder "Klolisten, wo die Namen vermerkt sind und die Klozeit + immer nur ein Mädchen und ein Junge einer Klasse gleichzeitig", damit wir einigermaßen nachvollziehen können, wer wann war, so trauen sich die Randalierer viel weniger, die Toiletten zu beschmutzen. Zudem gilt "wir gehen leise im Schulgebäude, rennen nicht, schreien nicht". Klappt so halb. Zusätzlich tragen wir Pausenaufsichten mittlerweile orangene Warnwesten, damit wir "erkannt" werden...war ich anfangs total dagegen, merke aber jetzt, wie stark die Kinder die Signalfarbe wahrnehmen und uns schneller finden.

    Es gibt Regeln, die sinnvoll sind. Aber es gibt auch genauso viel Mist - und das darf dann ja ruhig kontrovers diskutiert werden.

    Trotzdem habe ich die Wahrnehmung, dass Menschen, die sich durch Kappen gestört und respektlos behandelt fühlen, eher in sich etwas tragen, das die Mützen und Kappen anticken. Kann man ja auch mal drauf schauen.

    "Ein Bart, Madam?" :D

    (Für die, die damit nichts anfangen können: Steinigung - Life of Brian)

    Ich komme aus einem christlich geprägten Umfeld und dirigiere einen Kirchenchor, der natürlich von Palmsonntag bis zur Osternacht Dauereinsätze schiebt.

    Der Karfreitag ist immer zum Davonlaufen. Ich kann ihn absolut überhaupt nicht leiden, weil die christliche Liturgie so unglaublich depressiv an diesem Tag ist. Klar, der Inhalt ist ein trauriger und es ist wichtig, die Passion zu hören etc. Versteh ich alles. Aber ich würde mir wünschen, dass der Rest des Gottesdienstes einfach etwas weltgewandter und realitätsgerichteter werden könnte, nicht so schwermütig und selbstgeißelnd. Keine Glocken, nur Holzgeklöppel, keine Instrumente, alles muss a capella gesungen werden (aber wir dürfen interessanterweise singen), der Inhalt der Predigt und des ganzen Wortgottesdienstes eine einzige schweeeeere Angelegenheit.

    Und ja, die Dankbarkeit könnte überwiegen. Der Tod war, wenn alles so war, schon vor über 2000 Jahren. Da wäre dankbare und liebevolle Erinnerung viel besser als dieses halbdepressive Gehabe. Aber das Rückwärtsgerichtete der Religionen an sich kennen wir ja. Haben alle gemeinsam.

    Was ich nicht "respektlos" meine, kann durchaus respektlos sein

    Logisch. Bei mir im Unterricht würde sowas auch nicht passieren. Sowas passiert in den Übergängen zwischen Frühstückspause/Pause und Unterrichtsbeginn. In einer "Freizone", in der manche Kinder eben auf Gedanken kommen. ;)

    Im Unterricht sollte die Lehrkraft schon für eine Unterrichtsatmosphäre sorgen, in denen allen Kindern das Lernen leichter fällt. Und da habe ich auch eine liebevolle Klarheit, sollte einem Kind dann so ein Quark einfallen.

    Hey. :)

    Du fragst selbst: "Braucht man ein dickes Fell?" - naja, auf jeden Fall ein dickERES, würde ich sagen.

    Wenn du bei solchen Beispielen schon an dir zweifelst und dir das nahegeht, dann darf eine gehörige Portion Selbstwert und Lockerheit draufgepackt werden. Du bist noch recht neu dabei, wenn ich deinen Erstbeitrag richtig verstehe - gib dir Zeit, sowas in den richtigen Hals zu kriegen. Oft kommt das mit etwas mehr Routine. Du selbst weißt doch, was du geschafft hast und wo du noch dran arbeiten kannst. Selbstkritisch ja, selbstzweifelnd...dann wird's schwierig.

    Ich weiß noch, dass ich in meinen Anfängen total traurig war, als eine Schülerin zu mir sagte: "Heute bist du aber nicht schön angezogen..." - ich hatte sehr elegante, schwarze Sachen an, gut abgestimmt. Ein paar Tage später hatte ich, weil ich in Werken rumsauen würde, eine alte, pinke Jogging-Hose angezogen. "Oh, heute siehst du schön aus!!" .............der Blick von Kindern und Jugendlichen auf die Lehrkraft muss nicht immer der Realität entsprechen.

    "Der Herr ... ist mein absoluter Lieblingslehrer!!" - Aha, warum? "Weil wir im Unterricht Kaugummi kauen dürfen!!!"

    Ähmja. :D

    "Hört sich selbst gern reden" ist halt eine Kategorie, in die Lehrkräfte kommen, die "viel erzählen". Wenn dein Fach eins ist, in dem das so ist, gehörst du halt schnell dazu, ohne dass du deshalb schlecht sein musst oder das wirklich zutrifft.

    Vielleicht kannst du sehen lernen, in welchen für deine Wahrnehmung negativen Kategorien du überall NICHT genannt bist? ;) Das scheinen doch einige mehr zu sein. Ich wünsche dir noch ganz viel Spaß mit deinen Schülern und Schülerinnen...und wer weiß, vielleicht schmückst du in ein paar Jahren, wenn du einige Kurse mehr ins Abi gebracht hast, einige nette Kategorien weiter oben?

    Kinder und Jugendliche probieren sich doch aus. Auch kleidungstechnisch. Warum muss da überhaupt irgend etwas verboten werden?

    (EDIT: bezieht sich nicht auf Wolfgangs Beitrag. Natürlich gibt es Orte, in denen Mützen und Kappen abgesetzt werden sollten. Schulen gehören für mich nicht dazu.)

    Ich kenne kein einziges Kind, das Kappe aus einem anderen Grund trägt als aus dem des "einfach Gefallens". Oder Mütze.

    Eins meiner Mädels hatte wochenlang eine Einhornmütze auf, ihr absolutes Lieblingsteil. Da ging es niemals um Respektlosigkeit.

    Ein paar Jungs haben bei uns momentan die Tendenz, ihre Loops über das Gesicht zu ziehen oder den Hoodie falsch rum anzuziehen, so dass die Kapuze das Gesicht bedeckt. Diese Grenzaustestung beende ich immer recht schnell mit dem kurzen Argument, dass ich alle Gesichter sehen möchte und es da keine Ausnahmen gibt. Aber auch hier ist es keine Respektlosigkeit, es ist einfach ein Spiel, sie finden das lustig und verstehen es nicht respektlos. Das einzige, das manche erreichen wollen, ist Zeit zu schinden und die Klasse zum Lachen zu bringen. Da kann man sich jetzt furchtbar drüber aufregen, oder man räuspert sich einmal gespielt streng und sagt: "Reicht nun...bei drei ist das Ding unten - 1-2-..." meist, ist bei 2 schon Schluss. Manchmal muss ich selbst grinsen, wenn zB ein Schüler seinen Pulli so knotet, dass er quasi zwei Zöpfe hat und sich fortan "Mathilde" nennt...

    Ich lasse alles zu, das normalen Menschenverstand-Regeln entspricht und nicht die Klasse völlig stört, weil ich genau weiß, es ist nicht gegen mich gerichtet oder gegen sonstwas. Auch Kappen, Mützen, verschiedene Schuhe (es sei denn, sie haben verschieden hohe Absätze, dann erkläre ich den Kids, dass das keine gute Idee für den Körper ist), verrückte Haarreife, was auch immer den Kindern einfällt. Sie finden es schön, ich muss es nicht schön finden.

    Ich finde es viel schlimmer, wenn ein Junge mit Kappe in die Schule kommt und er nun gezwungen wird, sie abzusetzen und den ganzen Schultag mit logischerweise total verdrückten Haaren herumzulaufen. DAS ist für das Kind schlimmer als für uns das Tragen der Kappe.

    Einer unserer Sportlehrer trägt IMMER Kappe. Ihn gibt es nicht ohne. Liegt auch daran, dass er hinten eine kleine Platte hat, die er so verdeckt. Er ist sportlich, kraftvoll und irgendwie scheint sie ihn zu stören, vielleicht fühlt er sich dadurch "zu alt". Aber egal, was ihn dazu veranlasst, sie zu tragen: ihn zu zwingen, sie abzusetzen, wäre in meinen Augen ein Übergriff, der gegen alles geht, das man lehren will, allem voran Toleranz.

    Danke dir, Joker, ja, es ist schade, dass es keine wirkliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Thema gibt.

    Allerdings sind solche Threads auch immer Sozialstudien und man kann gerade zusehen, wie er sich entwickelt - immer mehr weg vom Mitgefühl, eben aufgrund dieser Zweizeiler, die immer wieder auftauchen. Man bildet sich über seine eigenen Wahrnehmungen immer mehr einen Standpunkt.

    Und meiner ist, Lauren, dass deine Probleme mit deiner Schule zwar sicher auch durch diplomatisch Schwieriges deiner SL entstehen, aber im großen Maß aus dir selbst und mit dir selbst kommen. Jemand, der stark den Grund für das eigene Unglück im Außen sucht (also bei allen anderen und allen Umständen), der wird es immer schwer haben, weil die Opferdynamik zu wenig Eigenreflexion zulässt.

    Man kann dir nur wünschen, dass du besser auf dich selbst guckst und in dich selbst.

    Lauren, was ich mich frage, ist: was genau willst du eigentlich? Und das meine ich wirklich informativ und nicht provokativ.

    Was möchtest du?

    Wenn ich dich hier lese, dann ist das überhaupt nicht straight für mich.

    Auf der einen Seite klingt es nach hilflosem Opfer, dem auf allen Ebenen übel mitgespielt wird, auf der anderen Seite hat es einen aggressiven "Hintenrum-Charakter", der immer wieder durchblitzt.

    Willst du Hilfe? Die kam eigentlich schon in vielen guten Beiträgen. Oder willst du dich einfach auskotzen und ein paar tröstende Worte? Auch Trost kam doch jetzt schon mehrfach - ich vermisse etwas innere Bewegung. Sollen wir hier einfach mit dir gegen SL, KuK und SuS wettern, oder möchtest du aus der Situation raus? Was ist mit dir und deinem Innern? Könntest du da Unterstützung gebrauchen? Du scheinst persönlich stark zu schwimmen und deinen Platz zu suchen. Ich meine, aus deinen Beiträgen auch herauszulesen, dass du dir nicht sicher bist, wie du dich in manchen Situationen verhalten sollst, das Miteinander mit anderen durchaus problematisch sein kann usw.

    Es ist völlig klar, dass vieles für dich nicht gut läuft und du mit Sicherheit viel am eigenen Leib erfährst, das nicht sein sollte. Das tut mir auch leid für dich. Auf der anderen Seite sehe ich aber sehr viele deftige Beschwerden von deiner Seite (nicht nur in den letzten Beiträgen) und eine stark brodelnde Wut, die sich in meinen Augen aber fehlkanalisiert, also in unguten Bahnen läuft. Irgendwas geht in der Dynamik mächtig schief, wir kennen die andere Seite überhaupt nicht - aber es wurden dir schon sehr viele Möglichkeiten aufgezeigt, wie du nun weitermachen könntest - wütende Stagnation hilft ja nicht.

    Wir haben von vielen Problemen gehört, es kommen auch immer wieder neue hinzu. Vielleicht wäre wirklich eine Auszeit sinnvoll (da kennen sich andere besser mit aus, wie die zu nehmen sind - steht auch schon hier drin) und eine Besinnung auf dich selbst, auch mit fachlicher Begleitung. Meist kommt man da selbst nicht so richtig durch, das sieht man ja hier an dem Thread auch. In meiner Wahrnehmung ist hier innere Aufarbeitung nötig: "Wie gehe ich mit meinem Außen um? Wie lenke ich selbst für mich persönlich mein Leben?" Ein "die sind alle doof und ich möchte am liebsten reinschlagen" hilft dir ja in keinster Weise irgendwie weiter, auch wenn ich Wut verstehen kann, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt.

    Ich wünsche dir wirklich alles, alles Gute und ermutige dich, mal ne Lauren-Zeit zu nehmen, die dir persönlich weiterhilft, ganz unabhängig davon, ob doofe Menschen im Umfeld sind oder nicht. Bist du mit dir im Reinen und weißt genau, was du willst und wie dein Weg aussieht, könnte das, egal wo, einfach besser klappen, weil du für dich selbst agierst und nicht gegen andere oder von anderen "agiert wirst".

    Natürlich ginge auch eine berufsbegleitende Therapie, aber da hast du die Trigger halt andauernd mit dabei, das ist m.E. viel anstrengender.

    Natürlich sind das nur meine Gedanken zu deinem Thema. Das war das, was mir durch den Kopf ging. Aufnehmen musst du davon überhaupt nichts.

    Japp, klang wohl abfällig, war aber eher Verwunderung, dass jemand das neben seinem Job noch hingekrieg hat, eben weil echt heftig viel Arbeit.

    Das mit den Eltern-Diagrammen haben wir, weil sich die Eltern-Anrufe bei der SL so gehäuft hatten, dass die zu nichts anderem mehr gekommen ist.

    Funktioniert.

    Ach, Nikoo, das tut mir leid, dass du dich da so unwohl fühlst und wohl auch körperlich reagierst - das passiert ja oft, wenn die Seele was nicht so ganz hinkriegt (ohne Esoterik. Geht auch ganz normal so).

    Das Problem: es bringt gar nichts, dich da weiterhin hineinzuquatschen oder dich rauszuquatschen. Du wirst sehr viele Eindrücke und Meinungen bekommen, weil alle das für sich verschieden wahrgenommen haben und wahrnehmen...und niemand von uns ist DU. Es gibt Menschen, die sich durch etwas durchpushen und danach ist alles super, es gibt genauso welche, die einfach überfordert bleiben. Es gibt welche, die abbrechen und anderweitig hineinrutschen oder komplett aufhören und in einem anderen Beruf Erfolg haben - oder diejenigen, die abbrechen und es dann ewig bereuen.

    Sicher, es gibt Momente der Überforderung in jeder Schulform und sicher auch in jedem Arbeitsalter (von Anfänger bis alter Hase).

    Aber nur du selbst kannst entscheiden, welcher Gruppe du angehören könntest, weil du dich am besten kennst.

    Frage dich doch ein paar Fragen mal selbst:

    Kenne ich Überforderung und Abbruchgedanken von mir schon? Ist mir das eigen bei größeren Stress?

    Möchte ich sowas durchhalten, wenn ich lese, dass viele, die dieselben Gefühle hatten, jetzt mit Spaß unterrichten?

    Sind meine Abbruchgedanken abhängig oder unabhängig von dem, was andere hier sagen?

    Welche Alternativen habe ich denn? Habe ich darüber schon nachgedacht oder ist es bisher lediglich ein Bauchgefühl?

    Könnte ich mir denn vorstellen, etwas völlig anderes zu machen?

    Mache ich nur weiter, um "nicht zu scheitern"?

    Wie gehe ich mit einem eventuellen Abbruch um?

    Wie mit einem eventuellen Fortführen des Refs?

    Und vor allem:

    Macht mir das Unterrichten, wenn ich eine gute Vorbereitung habe, denn SPASS?

    Auch die Unterrichtsvorbereitung ist ja eine Erfahrungssache. Man wächst da auch mit seinen Aufgaben und alles wird mit der Zeit leichter. Vieles sitzt irgendwann so, dass du es einfach abrufen kannst.

    Es liegt also an dir zu schauen, ob du dich in der Lage siehst, diese Übergangszeit auszuhalten oder ob du merkst, dass du innerlich daran zerbrichst, weil dir das zu viel Druck, zu viel Verantwortung und viel zu viel Stress ist.

    Das kannst nur du dir beantworten. Einfach mal mit Kopf, Herz und Bauch zusammensetzen und allen Gehör schenken.

    Ich wünsche dir ein gutes inneres Durchkommen durch dich selbst.

    Naja, die Regel sollte sein: erst mal miteinander klären, wie du das dir ja auch denkst und wenn es sich häuft, dann ist es durchaus ok, wenn KuK das bei dir ansprechen, weil es ja anscheinend nicht wirkt, wenn sie es versuchen zu klären.

    Vieles wie Tafel-/Aufräum-/Wegräumdienste können die SuS erledigen (und sollten es auch), es sei denn die Lehrkraft macht den Mist, dann sollte sie auch hinter sich herräumen. Macht sie das zum wiederholten Male und nach mehrfachem Bitten nicht, würde auch ich zuerst mit weiteren KuK (oder Personalrat?) sprechen und dann die SL informieren, weil das durchaus belastend sein kann, wenn man nichts findet und Mehrbelastungen braucht man in der Schule nicht unbedingt.

    Anders ist es mit der Aufsichtspflicht. Früher rauslassen, die Kinder länger draußen lassen und drinnen Kaffee trinken - hatten wir auch schon. Ist unschön und kann böse enden, wenn was passiert. Das muss sich sofort ändern, das hat ja auch nichts mit Gönnenkönnen zu tun. Ich würde da genau einmal mit der Kollegin/dem Kollegen sprechen und das klären. Bei Wiederholung landet es bei der SL.

    SuS beschweren sich bei jemandem über jemanden: ist bei mir auch schon passiert, dass SuS sich mit einem Problem an mich wandten, welches sie mit jemand anderem hatten. Selbst einordnen, inwieweit das was Ernsteres ist (oder nur so Rumgebrumme - da kann man das meist selbst schnell deeskalieren), einmal das Gespräch mit Kolleg*in und den SuS suchen, wenn deine Einschätzung "ok, ist was Ernsteres" ergeben hat und wenn sich nichts ändert, landet es auch bei der SL oder bei dem Menschen, der dafür verantwortlich ist (in manchen Schulen zB zuerst einmal die Vertrauenslehrkraft).

    Gibt es bei euch keine Vorgaben, wann was wie zu machen ist?

    Ich meine, bei uns gibt es sogar Diagramme für sowas...da hatte mal jemand zu viel Zeit. Jedenfalls weiß ich dass es von uns für die Eltern sowas gibt (wie gehe ich vor, wenn Streit zwischen Kindern, Streit zwischen LK und Kindern usw.). Wäre ja auch mal ne Möglichkeit, einfach mal klar zu sagen, wie wann die Streitkette ist. Kannst du ja mit in die nächste GK nehmen.

    Ich würde vor allem bei einem solch harten Fall nicht lange alleine bleiben und mir Hilfe holen, egal, ob hinter mir hergerannt wird oder nicht.

    Bei uns ist der Verwaltungstrakt glücklicherweise nie leer.

    Meine bisher einzige unangenehme Begegnung war mit einer Mutter, deren Kind über eine halbe Stunde total krank auf sie warten musste und wir die Kleine dann ins Krankenzimmer auf die Liege gelegt haben, in eine Decke eingewickelt, weil sie nicht mehr sitzen konnte. Die Mutter regte sich dann total auf, dass sie ihr Kind nicht vor dem Sekretariat vorfand und ich wagte zu sagen, dass es sehr lange hatte warten müssen und wir sie daher umgebettet hatten.

    Völliger Ausraster, geballte Faust vor mein Gesicht: "REG DISCH NET AUF, JA????????!!!!!!!!!!"

    Ich habe mich in diesem Fall einfach sehr groß gemacht (wie ich das auch bei verhaltensauffälligen Hunden tun würde), Blickkontakt gehalten und ruhig und klar mit "Vorsicht, das reicht. Ihr Kind ist dortunddort" geantwortet, worauf sie zischend und schimpfend abzog. Danach habe ich völlig verdutzt im Sekretariat nachgefragt...und bei Nennung des Namens sofort gerauftes Haar und hysterische Lacher geerntet...diese Dame ist wohl bekannt. Ich hatte wohl Glück, dass sie nicht im Wuttaumel war, sonst hätte ich eine sitzen gehabt.

    Die Frage ist, ob man die Situation immer richtig einschätzt. Hilfe (und Zeugen) zu holen, ist sicherlich immer gut, zudem eine klare Körpersprache, keine Provokationen, aber Klarmachen, dass man sowas mit sich nicht machen lässt, ohne sich auf dieselbe Ebene zu begeben. Bei mir klappte das - aber es war wohl wirklich Glückssache.

    Hey...ich glaube, dass viele deiner Probleme wirklich "hausgemacht" sind (kein Vorwurf, sondern eher die Ermutigung, sie anzugehen) und würde dazu gerne eine kleine Geschichte aus meiner eigenen Schulzeit erzählen.

    Lehrerin, 1,55m groß, "klaa unn uffgestummpt", wie der Hesse sagen würde - aber SO eine Schnauze. Die konnte vor einem 1,80m-Jungen stehen und er war hinterher nur noch kniehoch. ABER: alle haben sie gemocht, weil sie straight und fair war. Sie hat klar gemacht, was sie will und was sie nicht will und hat NICHTS durchgehen lassen. Daran konnte man sich als Schüler*in gut festhalten und die Unterrichtsatmosphäre war produktiv.

    Jugendliche in dem Alter können ganz arg ätzend sein - sind es aber meist dann, wenn sie keinen Rahmen gesetzt kriegen, herumschwimmen und dann nichts mehr ernstnehmen, das du sagst oder tust. Es ist gut, wenn du ihnen Respekt entgegenbringen willst - aber die Befehlsgewalt MUSS in deinen Händen bleiben, egal, wie liberal du das handhaben willst. ZU liberal geht einfach schief. Ich habe diese Erfahrung in jungen Jahren machen müssen, als ich mal für ein paar Monate an ein privates Gymnasium gebucht wurde. Es ist einfach total unrealistisch, die Jugendlichen recht frei und "als Freundin" zu unterrichten. Der Respekt stellt sich nur ein, wenn du ein starkes Kreuz hast, klare Ansagen machst, die auch gelten. Das bedeutet ja nicht, dass die Kinder nie ihre Meinung sagen dürfen oder unterdrückt werden, sondern einfach nur, dass du durch ein starkes Auftreten eine klärende Atmosphäre schaffst. Ich habe als Schülerin immer am besten bei den strengen, fairen und straighten Lehrer*innen gelernt, weil ich sie respektiert habe, sowohl fachlich als auch menschlich.

    Notengebung: Du selbst hast zu verantworten, dass du gerecht benotest. Deine Aufgabe ist es, die Schüler und Schülerinnen so wahrzunehmen, dass du faire Noten geben kannst. Dann kannst du in der Notengebung auch transparent sein und Diskussionen im Keim ersticken, weil sie jeder Grundlage entbehren. Wenn die Kids verstehen, warum es die und die Note gab, geht auch die Diskutiererei zurück, so meine Erfahrungen mit Jugendlichen und mit Grundschüler*innen. Denn selbst Grundschüler*innen können schon mal "unfair!!!" schreien, wenn sie es nicht reflektieren können.

    Übrigens wittern SuS Angst und Unwohlsein durchaus und werden dann selbst unsicher, bzw nutzen das aus. Auch verstehen sie nicht, warum du verschiedene Grundstrukturen immer wieder änderst (so habe ich dich im Ausgangstext verstanden) und das schafft dann Durcheinander.

    Dusche: da musste durch. Wenn du Schwimmen unterrichtest, musst du gucken, aber in der Regel gibt sich das mit den Jahren und der Erfahrung und du fühlst dich da nicht mehr so schlimm.

    Ob du das in dieser Klasse noch gedreht kriegst, weiß ich nicht, ich wünsche es dir. Vielleicht gibt es bei euch die Möglichkeit von Reflexionsstunden mit der Vertrauenslehrkraft der Schule oder dem Schulpsychologen? Da habe ich aber keinen Erfahrungsschatz, inwiefern das Früchte tragen könnte.

    Auf jeden Fall alles Gute für dich.

    In so einem Fall würde ich mir das Kind schnappen, mich dolle bei ihm entschuldigen und ihm genau das sagen: "Ich wusste nicht, dass... und es tut mir leid."

    Auch für Kinder sind Entschuldigungen wichtig und zu zeigen, dass man nicht perfekt ist und niemand perfekt sein muss, hilft in der Regel, das Vertrauensverhältnis zu verbessern. Zudem ist die Kommunikation, warum du als Erwachsene so gehandelt hast, auch für das Kind wichtig. Wo sonst soll das Verständnis für dein Handeln herkommen? Ansonsten scheint die Situation ja etwas ärger zu sein, wenn das Amt mit eingeschaltet wird. Euch da ein gutes Durchkommen.

    Vieles ist bei Kindern übrigens nicht in Stein gemeißelt. Es kann sein, dass das Kind jetzt gerade ein Vertrauensproblem hat, weil der "Bruch" quasi akut war, aber in einem halben Jahr alles ganz anders aussieht. Kinder öffnen und verschließen sich oft sogar nach Tagesform - etwas zu erzwingen ist nicht sinnvoll und in Selbstzweifeln zu versinken, auch nicht. Beobachte, lerne, vor allem, auch so eine Situation mal auszuhalten. Je länger du in der Klasse bist, desto besser wird es in den meisten Fällen werden, so jedenfalls meine Erfahrung.

    Und wenn du denkst, dass du vielleicht alles hinschmeißen solltest, weil dir mal eine Sache nicht so ganz glatt gelaufen ist...dann darfst du da auch nochmal bei dir selbst nachschauen, warum das gleich solche extremen Gedanken hervorruft, meinst du nicht?

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