Beiträge von Kreidemeister

    Hallo,


    folgende Situation:

    Wir müssen immer zu jeder Sek II Klausur einen Notenspiegel erstellen und die beste, schlechteste und mittlere Klausur der Oberstufenkoordination zur Unterschrift vorlegen. Manchmal wird was Formales bemängelt (Paraphe fehlt, Name des Schülers auf dem Notenblatt fehlt etc.), meist liegen die Klausuren am nächsten Tag wieder da und können ausgegeben werden.

    Nun hatte ein Schüler bei mir die beste Klausur geschrieben, der in anderen Fächern, ebenso wie in der Kommunikationsprüfung bei mir, schlecht abschneidet. Ich habe auch das Gefühl, dass Hausaufgaben mit KI erstellt wurden.

    Jedenfalls hat die Oberstufenleitung diese Klausur des Schülers nicht mit zurück gegeben, sondern ohne mein Wissen einem anderen Fachkollegen zur Zweitmeinung vorgelegt. Der ist zum Schluss gekommen, dass dort viele schön klingende aber unpassende Floskeln drin seien. Zudem einiges aus dem originalen Text entnommen sei. Und es seien zwar Stilmittel genannt worden aber nicht richtig in der Funktion erklärt… Und trotzdem hätte ich dem Schüler volle Punkte gegeben.
    Im Grunde hieß das, ich hätte mich durch einen schönen Schreibstil blenden lassen und gar nicht so genau geprüft, was die Klausur inhaltlich her gibt. Nun soll ich zum Gespräch antanzen. Ggf könnte das Ergebnis sein, dass die Oberstufenleitung von mir die Vorbereitung einer Feststellungsprüfung verlangt.

    Wie findet ihr das? Ich finde es unverschämt, ohne mein Wissen und Zustimmung meine korrigierte Klausur einem anderen Kollegen vorzulegen. So aus dem Verdacht raus: Schüler XY ist überall schlecht, nur beim Kreidemeister gut. Da hat sich es Kreidemeister vielleicht beim Korrigieren leicht gemacht oder er ist einfach naiv oder will keinen Konflikt mit Schülern.

    Habt ihr das auch mal erlebt? Oder sehe ich das zu eng?

    Kürzung der Dienstbezüge könnte schon motivierend wirken, pünktlich zu kommen

    Oder wirken so, dass der Kollege sich dann als Ausgleich erstmal für 4 Wochen einen Krankenschein holt. Die Schule kann zusehen, wer die Abiprüfungen macht etc.

    Mich wundert, dass diese Fälle offenbar von der geschilderten Schulleitung gar nicht bedacht werden. Sie begibt sich damit doch auf sehr dünnes Eis, denn die Arbeit hat sie letztlich auch selbst.
    Einfacher wäre es, die Kollegen gewähren zu lassen.

    Was ich vermisse ist zu fragen, wie es dem betroffenen Kollegen geht.

    Es wird hier zumeist nur gesagt: er muss, er muss…

    Es könnte doch auch sein, dass er zB krank ist, morgens manchmal einfach länger braucht, Schlafstörungen hat oder einfach psychisch nicht gut drauf ist. Offenbar ist das hier nicht erfragt worden.
    Übrigens alles Aspekte, die durch die Schule noch gefördert werden. Wenn dann noch ein Schulleiter um die Ecke kommt und sagt: „Schon wieder 4 Minuten zu spät, jetzt werde ich mal eine Meldung an die Schulbehörde machen.“… wie soll sich der Kollege dann fühlen?

    Wenn das jedoch akribisch kontrolliert wird, dann wünsche ich mir die gleiche Akribie bei der Kontrolle der Einhaltung der Regeln in allen anderen Bereichen: Korrekturfristen, Pünktliche Abgabe von (korrekten) Dienstreiseanträgen, immer ein Mitglied der SL im Haus, solange Unterricht ist, tägliches Abrufen der Dienstmails...

    Am Ende des Tages ist es ungerecht:

    An Schule 1 versucht die SL, die oben genannten Punkte durchzuziehen. Spricht SuS wie auch KuK schon bei kleinsten „Verstößen“ an wie Dienstreiseantrag zu kurzfristig abgegeben oder eben hier und da mal 2-3 Minuten zu spät (während andere Kollegen die Zeit quatschend auf den Fluren verbringen).

    An Schule 2 interessiert die SL gar nichts, solange sie keine Arbeit/Ärger hat. Oft sind das SL, die selbst unsicher sind oder wenig Ahnung von der konkreten Schule haben. Solange die Kollegen ihr irgendwie den Rücken frei halten und ab und zu nette Fotos in der Zeitung sind „belohnen“ sie die KuK damit, alle Wünsche möglichst zu erfüllen und bei den og Problemen nicht so genau hin zu schauen.

    Alles selbst erlebt.

    Und ich finde schon, dass Kolleginnen und Kollegen, die häufiger morgens zu spät erscheinen, auch entsprechend kommuniziert werden sollte, dass das ganze ein Dienstvergehen ist.

    Aber was soll der Kollege dann machen, der mal wieder etwas verpeilt, wie letzte Woche schon, beim Losfahren merkt, dass er was vergessen hat. Zurück ins Haus, holen. Der Puls steigt. Dann sind blöderweise auf der Strecke plötzlich Baumfällarbeiten, einspurig.
    Er merkt, das passt nicht mehr. Gleich steht der Chef wieder da und meckert??


    Wie oben geschrieben: Er greift zum Telefon und meldet sich entweder für den gesamten Tag krank oder gibt vor, zum Arzt zu müssen und erst später kommen zu können. Totalverlust.
    Ob der Chef damit was gewonnen hat?


    Aus dem Eingangspost entnehme ich, dass aus welchen Gründen auch immer ein Organisationsproblem vorliegt.
    Sei es zu spät zu Bett gehen und morgens jede Minute Schlaf raus pressen. Kinder, die den Kollegen aufhalten. Gesundheitliche Probleme weswegen alles nicht so schnell geht oder die Belastbarkeit (Stellen von Materialien am Vortag) eingeschränkt ist.

    Ich finde, dass eine Schulleitung da erstmal vorsichtig vorfühlen sollte statt gleich mit dem Dienstgespräch zu kommen.

    Solche KollegInnen fallen aber mitunter auch bereits negativ im Kollegium auf. Das sind dann nicht unbedingt die kollegialsten Personen und haben entsprechend auch nur begrenzte Sympathien.

    So und so. Ich erinnere mich an einen Kollegen an einer Vorgängerschule.
    Sehr umgänglich, freundlich, hilfsbereit, beliebt… eigentlich so ein Prince Charming. Andererseits gefühlt organisatorisch (vielleicht auch fachlich) leicht überfordert, hat den einen oder anderen Termin vergessen etc.

    Vor allem konnte er es nicht ertragen, von der Schulleitung zurecht gewiesen zu werden. Da ging es auch um solche Dinge wie verspätet vorgefahren kommen (weil er morgens einfach immer müde war, nachts gezockt/Musik gehört/nicht schlafen können und so); sich beim Elternsprechtag, wenn keiner mehr in der Liste stand, zu verabschieden obwohl noch eine Stunde offen war (er habe besseres zu tun als seine Zeit nutzlos abzusitzen… eigentlich auch nicht so falsch, passte der SL aber nicht als sie durch Zufall dahinter kam).
    Die SL in der Konferenz offen zu kritisieren, wenn auch berechtigt, SL fühlte sich vermutlich vorgeführt.

    So schaukelte sich das auf… Aus Kleinigkeiten. Aber keine Seite hat mal Einsicht gezeigt. Irgendwann war der Kollege dann dauerkrank und hat die Schule später gewechselt.

    Aber ganz ehrlich: geht sowas nicht aus wie das Hornberger Schießen?


    1) Chef lädt zum Gespräch, Kollege zeigt sich einsichtig oder auch nicht.

    2) Nächstes Gespräch mit Protokoll und Akteneintrag: Kollege stachelt intern gegen den Chef, untergräbt seine Position subtil bei Schülern und Kollegen.

    3) Fall geht zur Schulverwaltung, Verweis.

    Spätestens dann würde vermutlich der sich gegängelt fühlende Kollege einen Krankenschein auf unbestimmte Dauer nehmen. Das Geld kommt gefühlt bis zum Sankt Nimmerleinstag. Was hätte dann also die Schulleitung erreicht?


    Zumal die Motivation eines sich derart gegängelt fühlenden Kollegen gen Null geht (—> Buch aufschlagen, arbeiten, Vorbereitung null).

    Wir hatten auch mal so eine Schulleitung. Die Stimmung im Kollegium ging rasant bergab.

    Es gab nämlich dann die Kolleginnen und Kollegen, die selbst sehr ordnungsliebend waren und das Schulsystem befürworteten wie es war. Die waren der Meinung: endlich mal jemand der durchgreift.

    Und es gab die freiheitsliebenden Leute, die sich dann auch schnell bevormundet fühlten - zumal es zuvor auch nicht kontrolliert wurde.

    Es entwickelte sich irgendwie eine schlechte Stimmung: die einen triumphierten gefühlt, weil sie alles normgerecht wie Arbeitsbienen ausführten.
    Die anderen fühlten sich zurück gesetzt und deprimiert.

    Da kann hinzu, dass die Schulleitung sich bei Beschwerden von Schülern in den Unterricht setzte, teils wie im Ref Protokolle für die Stunden verlangte und dann Kollegen eng monitorte. Ganz ätzend.

    Andersrum gefragt:


    Wenn es sowieso keine Beförderung gibt bzw nur für Tätigkeiten, die einen erheblichen zusätzlichen zeitlichen Aufwand erfordern (Erasmus Koordination, Leitung der Lehrbuchsammlung etc.): warum sollte man dann als 13er einen Handschlag mehr tun als nötig und insofern seine Freizeit gratis opfern?

    AGs anbieten, technische Dinge im Blick halten, mit auf Klassenfahrten gehen oder gar solche organisieren… Nö.

    Eigentlich ist die Wartung der Kopierer eine Aufgabe des Schulträgers. Die wird aber, in Grundzügen, auf das Kollegium übertragen. Papier bestellen, Toner wechseln, Konten einrichten.
    Die Person im Kollegium, die das macht, bekommt genau nichts dafür.

    Ich weiß aber, dass ein Kollege, der mit der Ausgabe und rudimentären Wartung der iPads betraut ist, dafür eine A14 bekommen hat.

    Hey zusammen,


    sagt mal, kann eine Schulleitung eigentlich in NRW frei darüber entscheiden, nach welchen Kriterien sie eine Beförderungsstelle ausschreibt?

    Kann man sagen, wie lange es im Schnitt dauert, bis mal jemand von 13 auf 14 kommt bzw ob eine Menge Kollegen lebenslang bei 13 stehen bleiben?

    Wären die Mitarbeit im Team Schulentwicklung oder die Wartung der Kopierer jeweils schon Tätigkeiten, die mit einer 14 bedacht werden können?

    Bei uns ist es so, dass die Ausfallstunden, die nicht mit einer Klausur belegt sind, also zB bei einer Konferenz, als eigenverantwortliches Lernen gekennzeichnet sind. Die Idee ist, den SuS dann Aufgaben zu geben, die sie selbständig lösen sollen. Diese werden dann in einer Folgestunde besprochen.

    So könnte man formal wohl auch eine Lösung sehen. Dass dann eine vertiefende Übung entfällt, ist bedauerlich, aber nicht zu ändern.

    In Englisch zB wird dann zur Auswahl ein fiktionaler Text (zB Romanauszug) gegeben, während die andere Auswahlmöglichkeit ein nichtfiktionaler Text ist (zB Sachtext/Zeitungsartikel).


    Wenn nun zu dem Thema, so liest es sich, zB nur eine Einführung und ein Zeitungsartikel gelesen wurde, aber kein Romanauszug, würde ich die Lektüre des Romanauszugs in die Ausfallstunden legen. Die Ergebnisse dann rasch in der Stunde besprechen, ggf. eine Musterlösung ausgeben.

    Dass dann eine Wiederholung des Hörverstehens etc entfällt ist bedauerlich, aber wohl auch zu verkraften.

    Du solltest in diesem Zusammenhang unbedingt den für Dich zuständigen Personalrat beteiligen und um Unterstützung des Antrags bitten. Einem ablehnenden Bescheid solltest Du auch widersprechen und dies auch dem Personalrat zur Kenntnis geben? Warum? Weil jede abgelehnte Vorlage zu diesem Thema bei uns auf dem Tisch landet und wir zustimmen müssen. Hat der Kollege nicht zugestimmt, dann haben wir zunächst einmal die Möglichkeit bei der Dienststelle Informationsbedarf anzumelden und dann muss die Dienststelle punktgenaue belegen, warum weshalb, wieso und falls uns das nicht reicht können wir unsere Zustimmung verweigern. Dann muss das auf Ministeriumsebene in Zusammenarbeit mit dem zuständigen HPR geklärt werden.

    Mir sind Schulformen bekannt, bei denen diese Vorgehensweise mehrfach zum Erfolg geführt hat.

    Betrifft das auch Fälle, wo bereits die SL den Antrag nicht befürwortet hat?

    Ich persönlich rechne, trotz der Einbringung des Themas in die politische Diskussion, nicht mit der Abschaffung der Teilzeit, da das Thema selbst in der CDU kontrovers diskutiert wird. Eine Einigung mit der SPD zur Abschaffung wird es nicht geben.

    Und warum konnte dann die TZ bei Beamten so schnell eingeschränkt werden?

    Als ich vor über 10 Jahren meinen Job begann konnte ich eintragen, wie viele Stunden ich machen wollte. Hatte dann 20 eingetragen und mit dem Chef ausgemacht, einen Randtag, Montag oder Freitag, frei zu bekommen. Hat ohne Probleme funktioniert. Es schien mir auch nicht ungewöhnlich.

    Die Rechtslage gestaltet sich (derzeit noch) für Tarifbeschäftigte wesentlich günstiger. Zwar wird die Dienststelle auch hier zunächst versuchen es nicht zu genehmigen. Ein Verweis auf den Rechtsanspruch nach dem Teilzeit und Befristungsgesetz kann hier jedoch Wunder bewirken. Ich glaube einen Arbeitsgerichtsprozess in dieser Anglegenheit fürchtet die Dienststelle wie der Teufel das Weihwasser.

    Interessant.
    Die aktuelle Debatte über TZ in den Medien dürfte ja bekannt sein, Abschaffung des Rechts auf TZ etc.


    Frage: sind die Beamten hier tatsächlich schlechter gestellt, dh dreht sich die öffentliche Debatte um Tarifbeschäftigte, während Beamten das Recht auf Teilzeit einfach entzogen werden kann?

    Bei voraussetzungsloser TZ hat deine alte Schulleitung recht: Die Behörde wird sich bei der Schulleitung im Hinblick auf eine Lehrkraft, die ein von der Schule als Mangelfach deklariertes Fach unterrichtet, zunächst freundlich erkundigen, wie denn ein Mangel herrschen könne, wenn man gutheiße, dass Leute voraussetzungslos in die TZ gehen. Dann wird dieses Fach künftig nicht mehr als Mangelfach gewertet. Insofern hat die alte SL gut daran getan, dich zu ermutigen (ich formuliere es mal positiv), weiter VZ zu arbeiten.

    Und was hat die SL davon, deprimierte Kollegen zu haben?


    Ich verstehe nie die Hörigkeit der SL: die könnten sich doch über Wünsche der Bezreg hinwegsetzen. Argumentieren, dass die TZ befürwortet wird.

    Im Zweifel gibt es dann eben mal keine neue Stelle, dafür aber zufriedenere Kollegen. Und bevor Pflichtunterricht ausfällt, wird sicher irgendeine Vertretungsstelle geschaffen.
    Wo ist dann das Problem, außer, dass der Chef ggf. zu seiner Personalplanung befragt wird?

    Hallo,


    von mir auch eine Nachfrage und zwar zu den Kriterien.

    Folgender Hintergrund: vor einem Jahr wollte ich, Gym NRW, schon mal einen Antrag stellen. Das wurde mir von der damaligen SL ausgeredet. Angeblich könnte die SL dann keine neuen Leute einstellen und er wollte aber noch jemanden für Fach XY haben. Ich hatte dann keinen Antrag gestellt.
    Nun gibt es eine neue SL. Dort erklärte ich vor kurzem mein Ansinnen, ohne das Gespräch vom letzten Jahr zu erwähnen.
    Zur Begründung gab ich einige gesundheitliche Probleme an und einfach eine bessere Work-/life balance haben zu wollen. Auf das gesamte Geld, die rd 4 1/2 t€ jeden Monat, bin ich nicht angewiesen, weniger genügt auch.

    Die SL hörte sich das alles an, verstand auch, aber wirkte nicht so ganz überzeugt. So nach der Devise: Ich muss auch viel arbeiten und Blutdruckmittel nimmt sowieso jeder Zweite.
    Im übrigen würde bei voraussetzungsloser TZ nun nachgefragt seitens der Bezreg und wenn die SL jeden Antrag befürworten würde, würde sie sich unglaubwürdig machen und ggf. irgendwann gar keine Genehmigungen mehr bekommen.
    Der politische Kurs sei: im Zweifel ablehnen. Und das täte dann „irgendeine A9 Kraft“ in der Bezreg nach Vorgabe.

    Ich solle den Antrag stellen, aber wenn nachgefragt würde, könne die SL mir nicht garantieren, dass sie für mich sprechen würde.

    Frage 1: welche Argumentation ist richtig, die von der aktuellen SL oder die von der vergangenen SL?


    Frage 2: was könnte man, außer Teildienstfähigkeit erreichen, noch machen, wenn die Genehmigung versagt wird?

    Eine Verlagerung in Richtung Oberstufe ist schon gemacht worden, aber angesichts teils großer Kurse mit Korrektur sowie der Vorbereitung (Romananalyse etc.) und zahlreichen Nachprüfungen, Erstellung von Feststellungsprüfungen, Prüfungen unter Abiturbedingungen etc. ist der Vorteil, nicht mehr das Geschrei der kleinen Kinder an den Ohren zu haben, einer Ermattung gewichen. Ich habe das Gefühl, teils 6 Tage die Woche nur für die Schule zu leben, mal abgesehen von etwas einkaufen und wenn’s gut läuft mal 1/2h spazieren gehen. Von 8-15:30 Uhr in der Schule, dann vorbereiten, Prüfungen erstellen, korrigieren etc. Irgendwann dann um 21:30 Uhr oder so Schluss zu machen und auf dem Sofa einzunicken. Und das als alleinstehende Person.

    Das kann doch nicht der Inhalt des Lebens sein.

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