Beiträge von PaPo

    Dir wird sicher aus dem Kontext heraus bewusst sein, dass Kris24 damit nicht auf die Ablehnung von Kollegen zielt, die nicht nur "einen Stock im Arsch" haben, sondern dass damit Personen gemeint sind, die alles an Schule ziemlich lax sehen und bei denen der Anteil effektiver Lernzeit im Unterricht erheblich reduziert ist. Warum das nicht so sinnvoll ist, sollte sich dir als Lehrkraft leicht erschließen.

    Ich sehe keinen Anlass, dass so 'gutwillig' zu interpretieren. Wenn Dgl. gemeint ist, soll man das auch so schreiben (wobei das schon viel Mutmaßung und Unterstellung ggü. den Kollegen ist), statt "eine[m] Stock im Arsch" das Wort zu schreiben.

    Man muss immer einen Puffer einplanen, das liegt im Rahmen der Eigenverantwortung. Meiner beträgt immer etwa 45 Minuten.

    .... bitte wie viel?! o_O

    Naja, ich studiere vorab den Wetterbericht und sehe am Morgen, wie es ausschaut, um beurteilen zu können, ob ich 5 oder 10 Minuten früher los muss (brauche bei optimalen Bedingungen 15 bis 20 Min. zur Schule), passe das aber immer so ab, dass ich quasi vom Auto fließend in den Unterricht marschiere. Ich habe ja nichts davon, dann ewig unbezahlt / umsonst vor Ort auf den Unterrichtsbeginn zu warten.

    Wo steht denn, dass durch solche Maßnahmen die Abbruchquote in jedem Fall auf 0 gesenkt wird? Zeig mal.

    Insofern du aus dem Umstand, dass man nicht BO an sich in Frage stellt, sondern deren Qualität und Quantität am Gymnasium kritisiert, eine "dann lassen wir es."-Insinuation bastelst, liegt der Verdacht nahe...

    Oder du legst einfach solche Stilmittel nicht auf die Goldwaage, wenn du selbst entsprechende Übertreibungen formulierst.

    Richtig und weil es nicht zu 100% funktioniert, dann lassen wir es. Wenn wir schon dabei sind, dann kann auch der Unterricht in französisch weg, da habe ich kaum französisch gelernt. Zeitverschwendung. Mathematik lernen manche auch nicht richtig, kann also auch weg. Merkste selbst oder?

    Reductio ad absurdum...

    Mal ehrlich, was sind das immer für 'Diskissionsstile' und rhetorische Windungen von Akademikern?

    Zitat

    Ne können wir nicht. Dann bleiben wir am besten ganz daheim, wenn wir nicht jeden retten können. Du sagst doch selbst, dass das nicht der Maßstab sein kann. Also können wir nicht 6% des Schuljahres für was anderes als Fachunterricht verwenden?

    Zu diesen kuriosen 'Argumentationsstilen' gehört dann auch, trotz Korrektur und wieder besseren Wissens den "6%"-Unsinn zu wiederholen; gerne nochmal (beispielhaft):

    Zitat

    Es fehlen mir im verantwortlichen Fach WiPo in der 8. Klasse eben nicht lediglich "3 komplette Tage", sondern in meinem einstündig unterrichteten Fach i.V.m. mit drr hohen Ausfallquote dann, wenn ich das so vor- und nachbereiten würde, wie es eigtl. angedacht ist, locker ein paar Wochen/Monate, in denen ich mich nicht mehr um das eigtl. Curriculum (wo dann gerade so 'unwichtige' Themen wie das polit. System der BRD anstehen...) kümmern kann.

    Was ist deines Erachtens der Gewinn von Einstiegsistrument und zwei Berufsfeldernundungen bei Achtklässlern, eimem zweiwöchigen Praktikum bei Neunklässleen umd 'nem einwöchigen Praktikum in der Q1?

    Gerne such nochmal (entgegen deinem Strohmann): Es geht nicht gg. BO per se, sondern Qualität und Quantität derselben speziell am Gymnasium.

    Meinst du KAoA wie es aktuell stattfindet? Mag sein, aber wie die Antworten hier und meine persönlichen Erfahrungen zeigen: die Ausgestaltung und Nachhaltigkeit der Durchführung an verschiedenen Schulen ist durchaus unterschiedlich.

    Die Kritik ist, dass sie Berufsorientiering an Gymnasien (in NRW) "wie es aktuell stattfindet" quantitativ und qualitativ nicht zielführend ist; weniger und zielgerichteter wäre mehr: Qualifizierte Beratung zu Studien-, Ausbildungs- und Berifsmöglichjeiten durch entsprechende Profis (machbar, wenn es überschaubarere Mengen an Gymnasiasten sind), meinetwegen bspw. auch einmal in Sek I und II jeweils verbindlich...

    ... aber nicht dieser Wust aus "Einstiegsinstrument", "Berufsfelderkundung(en)" und Praktika mit zweifelhafter Wirkung - wie oft sorgt dass denn bei Jugendlichen, die ohnehin eher ephemere Vorstellungen und Wünsche bzgl. Berufen haben, für eine entsprechende Orientierung, wie oft profitiert da jmd. von 'nem Fuß in der Tür etc.?

    Es ist zudem befremdlich, wenn unbetroffene (schulformfremde) Kollegen sich hier über begründete Kritik und die Erfahrungen betroffener Gymnasialkollegen ridikülisierend echauffieren:

    Es fehlen mir im verantwortlichen Fach WiPo in der 8. Klasse eben nicht lediglich "3 komplette Tage", sondern in meinem einstündig unterrichteten Fach i.V.m. mit drr hohen Ausfallquote dann, wenn ich das so vor- und nachbereiten würde, wie es eigtl. angedacht ist, locker ein paar Wochen/Monate, in denen ich mich nicht mehr um das eigtl. Curriculum (wo dann gerade so 'unwichtige' Themen wie das polit. System der BRD anstehen...) kümmern kann.

    Wenn du meinst...

    Du gibst den Inhalt falsch wieder, meine Bemerkung hat mit einer Meinung also nichts zu tun.

    Zitat

    Die werden sicher nicht geändert. Weniger Schüler, heißt weniger Stellen und Schulen. In welcher Traumwelt werden denn die Klassengrößen und -teiler runter gesetzt, wenn die Schülerzahlen sinken?

    In einer, die Bildung ernst nimmt... ja, eine Utopie. Es ging aber darum (auch wenn das gar nicht das Thema ist), dass deine Konsequenz kein Naturgesetz ist.

    Du sagst nur mit sehr vielen Worten, dass wieder mehr gesiebt werden soll und nur noch diejenigen aufs Gymnasium gehen sollen, die auch später wirklich studieren. Deswegen braucht es keine Berufsorientierung, weil dort eh nur die Highperfomer sein sollen.

    Ich schrieb es ja... Textverständnisprobleme - q.e.d.

    ¯\_(ツ)_/¯

    Zitat

    Deine Kernaussage widerspricht einer Berufsorientierung gar nicht.

    Richtig. Habe ich auch nicht behauptet.

    Zitat

    Wenn dem wirklich so wäre, was machen wir mit den ganzen Gym-Lehrkräften, die wir dann nicht mehr brauchen?

    Wen sollten wir "nicht mehr brauchen"?

    Klassen-/Kursteiler sind nicht gottgegeben, ebenso nicht Stundendeputate etc. - wäre endlich 'ne Chance für angemessene Klassen-/Kursgrößen und eine adäquate Anzahl zu unterrichtender Klassen/Kurse pro Lehrer (wovon alle massiv profitieren würden... wäre wohl angesagt, um wieder international wettbewerbsfähig zu werden).

    Echt 3 komplette Tage? Puh wie soll man das aufholen? und dann noch insgesamt 4 Wochen Praktikum.

    Also die vier Wochen Praktikum gab es bei uns in Hessen schon Ende der 90er Jahre (wahrscheinlich schon vorher).

    Bezogen auf die beiden Schuljahre fehlen also knapp 6%. Das läuft wirklich aus dem Ruder. Ihr solltet Samstags zusätzlichen Unterricht anbieten, um die verschwendete Zeit zu kompensieren.

    Ridikülisierung und das auch noch i.V.m. selektiv-dekontextualisierendem Zitieren demonstriert mangelndes (tatsächliches oder instrumentalisiertes) Text- u./o. Problemverständnis. Keine Diskussionsgrundlage deinerseits also und nichts, was meine Kernaussagen (die von deiner Replik unberührt bleiben) entkräftet.

    Mittlerweile ist die Berufsorientierung an Gymnasien in NRW komplett aus dem Ruder gelaufen: 1 x Einstiegsinstrument, 2 x Berufsfelderkundung (alle drei je 1 kompletter Schultag, die letzten beiden bei uns traditionell immerhin an Konferenztagen) und zwei Praktika (zwei Wochen in Jgstf. 9 und eine Woche in der Q1). Dazu allerhand an Dokumentationen, Praktikumsberichten und Co.,alles (theoretisch) begeleitet von umfangreiche(re)n Vor- und Nachbereitungen (bei uns in der Sek I in Wirtschaft-Politik). Zudem gibt es bei uns in der Sek I klassenweise verpflichtende Stunden mit dem städtischen Berater für die Studie- und Berufswahl (der auch ein Mal pro Woche ganztätig bei uns ist, was zu begrüßen ist) und allerhand Zusatzveranstaltungen für die Schüler (z.B. berufsbörsen, Infoverantstaltungen zu den genannten Praxiselementen etc.), die unser Koordinator verantwortet. Nicht zu vergessen die Girls' Day und Boys' Day etc. etc. etc.

    Das alles frisst Unmengen an Unterrichtszeit (insb. wenn man es so vor- und nachbereiten würde, wie das eigtl. gedacht ist. Ich beschränke mich mitttlerweile darauf, die Schüler in der Stunde nach den Praxiselementen kurz schildern zu lassen, was sie wo gemacht haben, was ihnen (nicht) gefallen hat und warum und ob das ein Beruf für sie wäre (und wenn 'sehenden Auges' nicht und trotzdem ihrerseits gewählt, warum sie es denn überhaupt gewählt haben... i.d.R. sind das dann convenient choices und damit ebenso regelmäßig komplette Zeitverschwendung gewesen).

    Früher, vor drei Jahrzehnten z.B., hat da ein einziges Praktikum ausgereicht, um mal einen 'Blick über den Tellerrand' zu erfahren.

    'Notwendig' ist der ganze Unsinn nur deswegen, weil das Gymnasium mittlerweile (quantiativ) die "Hauptschule der Nation" geworden ist:

    Genuine Aufgabe des Gymnasiums ist die Qualifikation der Schüler zu Hochschulzugangsbefähigung, ursprgl. sollte das Studium den Regelweg nach dem Abitur darstellen. Im Zuge von Ökonomisierungstendenzen der Schulen (die Zahlen müssen eben stimmen), Klientelpolitik, (ideologisch-verquerem) concept creep ggü. Gerechtigkeitbegriffen (welche die kategorie der Leistungsgerechtigkeit zudem konterkarieren), simplem Dilettantismus und auch im Bestreben, am Ende ein mehr an Akademikern haben zu wollen, wofür man kurioserweise den Weg gewählt hat, die Abiturientenquote durch allg. Niveausenkung künstlich zu erhöhen, aber irgendwie vergessen hat, dass man dann am Ende doch nicht mehr Schüler mit entsprechener Hochschulzugangsbefähigung, sondern lediglich entsprechender -berechtigung generiert, sind die Gymnasien hier mittlerweile zu einem/dem Gros überfüllt mit Schülern, die realiter (dennoch) nie eine Chance auf das Abitur oder (falls doch) auf ein erfolgreiches Studium haben. Das ist den (polit.) Verantwortlichen auch bewusst, aber während sie an Ersterem (durch weitere Niveausenkungen) noch einiges drehen können, wird dies bei Letzterem (auch bspw. infolge von Art. 5 Abs. 3 GG) deutlich komplizierter (und es drohen noch größere Abbruchquoten an den Universitäten, Hochschulen etc.).

    Man muss das an Gymnasien also irgendwie auffangen, deshalb dieser Wust an Berufsorientierung... an die hl. Kuh, endlich wieder basierend auf der kognitiv-intellektuellen Leistungsfähigkeit, -bereitschaft und -demosntration der Schüler entsprechend selektierend und allokierend Gymnasien zu den Schulen zu machen, die primär auf ein möglichst erfolgreiches Sutdium vorbereiten (womit die Schülerzahlen massiv sinken würden), wagt sich nur keiner der polit. Verantwortlichen.

    Eine massive Ressourcenverschwendung auf allen Seiten.

    Wie gesagt, wenn die Schüler*innen plötzlich (8-10 Jahre sind plötzlich) die allergrundlegendsten Grundlagen nicht mehr beherrschen, dürften sie auch nicht in der Lage sein, einen Schulabschluss zu machen.

    [...]

    Entweder, das Problem existiert, dann muss die logische Konsequenz sein, dass entsprechend viele SuS sitzen bleiben bzw. die Prüfung nicht bestehen. Oder es existiert nicht und Jugendliche sind vergesslich wie eh und je und lernen nur bis zur nächsten Klausur was sie hinterher sofort wieder vergessen. So wie die meisten von uns auch.

    ... non sequitur-Fehler deinerseits. Deine vermeintl. zwingende Konsequenz ist eben keine tatsächliche Konsequenz, weil das nicht unbedingt die versetzungsrelevanten Wissensstände und Kompetenzrn sind resp. weil gleichsam die Rahmenbedingungen derart erodiert sind u./o. geändert wurden, dass bspw. die Sache mit dem "sitzen bleiben bzw. die Prüfung nicht bestehen" und "nicht in der Lage sein, einen Schulabschluss zu machen" (worum es btw auch nicht ging...) nicht zieht; s.o. - Schüler bekommen bspw. eine "ausreichend", wofür sie früher allenfalls ein "mangehalft" bekommen hätten, bekommen Prüfungen und Prüfungsformate, bei denrn sie kaum scheitern können (man kann sich schon denken, wie bspw. die 5. Abiprüfing demnächst in NRW läuft) und sind mit Kollegen konfrontiert, die (aus nachvollziehbaren Gründen) statt einem angebrachten "mangelhaft" ein "ausreichend" erteilen (Reduzierung der Gefahr des Widerspruchs; keine Arbeit in den Ferien zum Vorbereiten der Nachprüfung; kein Stress mit der SL etc.)... etc. etc. etc.

    Was soll also diese realitätsleugnende Empörung?

    Aber ja, "plötzlich" ist das nicht gekommen, das entwickelt sich seit ca. 2 1/2 Jahrzzehnten so.

    Wenn man sich z.B. mal die VERA-Tests (gegen Ende des 3. Schuljahres) anschaut, trifft diese Aussage in der Pauschalität definitiv nicht zu.

    Dafür müsste man VERA erstmal als valides Instrument erachten, die skizzierze Leistungserosion auch in den oberen Klassen bei entsprechend guten Testergebnissen ausschließen zu können.

    ... da reicht dann oft auch ein Blick auf die Ergebnisse für die eigenen Klassen, die eigeme Schule etc. und den regelmäßigen Widerspruch der Ergebnisse zu den alltäglichen Erfahrungen.

    Du bist nicht der einzige, der über den Verfall der Sitten jammert, das tun einige hier immer wieder gern. Einige Zeit lang wurde die Grundschule verantwortlich gemacht für die faule und schlechte Generation, dann war alles "politisch gewollt", in der DDR alles besser, ab und an ist das Handy Schuld, früher waren es Computerspiele. Apropos: machen die eigentlich noch aggressiv oder hat sich das inzwischen erledigt?

    Erosion von Allgemeinwissen, Basiskompetenzen u.ä. ≠ "Verfall der Sitten"... und was soll dein Kommentar überhaupt (inkl. des framing "jammert" etc.)? Leugnest du diese Erosion?

    Und ja, wenn die Rahmenbedingungen so sind, dass Qualifikation, Selektion, Allokation und Sozialisation de facto unterminiert werden und diese Rahmenbedingungen staarlich (durch Dezernate, Kultudministerien und Co.) verantwortet sind, bspw.

    • Elternwille soll über Zuordnung zur weiterführenden Sxhule entscheiden;
    • Widersprüche erfordern kein Begründungdniveau, so dass Lehrer i.V.m. überbordenden Aufgaben 'sehenden Auges' den Weg des geringsten Widerstands gehen (ähnlichrs gilt mutatis mutandis für Ordnungsmaßnahmen etc.);
    • Abschulungen werden verunmöglicht, rechtlich und z.B. auch durch Abbau von Real-, Haupt- und Förderschulen;
    • Grundätze der Leistungsbewertung werden derart geändert, dass Leistungen, die früher mangelhaft bis ungenügend waren, heute aschlechtestenfalls ausreichend sind;
    • Einführung von Leistungsüberprüfungen resp. Prüfungsformaten, die Noteninflationen bewirken;

      Etc. Etc. Etc.

    ... dann ist das "politisch gewollt".

    Zitat

    früher waren es Computerspiele. Apropos: machen die eigentlich noch aggressiv oder hat sich das inzwischen erledigt?

    Die Debatte ist glücklicherweise tot:

    Die Forschung litt seit den ersten 1984 veröffentlichten Studien in dieser Subdisziplin der Nediengewaltwirkungsforschung an denselben endemischen Problemen wie die einschlögige Forschung zur Wirkung von Gewaltdarstellingen, die sie seitdem perpetuierte: Massivste Defizite bei der Theorienbildung, der Operationalisieeung der unabhängigen und abhängigen Variablen, der allg. Studiendesigns etc. und ein (selbst wenn man all das ignorierte) vollständiges Ausbleiben der Demonstration strapazierbarer, bedeutungsvoller Effekte:

    Spoiler anzeigen

    Den tatsächlichen Stand der Forschung fassen da Experten, die entsprechende Überblicksarbeiten und Metananlysen, wie auch z.T. eigene Wirkungsstudien durchgeführt haben, realistisch zusammen:

    “Any cursory look at the research field will note that the same problems and the same reservations apply to research today as thirty years ago. […] Although most studies would seem a quite pointless exercise, an
    additional complaint must be that research is very expensive and wastes thousands of hours of participants’ time. The opportunity cost alone for more interesting studies is considerable. It is far from easy to detect any obvious improvement in research designs. Measures have changed but perhaps less often to achieve validity and more to help ensure significant results. […] The real puzzle is that anyone looking at the research evidence in this field could draw any conclusions about the pattern, let alone argue with such confidence and even passion that it demonstrates the harm of violence […] in video games. […] If one conclusion is possible, it is that the jury is not still out. It’s never been in. Media violence has been subjected to lynch mob mentality with almost any evidence used to prove guilt” [Cumberbatch, Guy (2004): Video Violence. Villain or victim? A review of the research evidence concerning media violence and its effects in the real world with additional reference to video games].

    Das hat sich seitdem nicht verändert, spätestens(!) mein Kollege Christopher Ferguson (2010) hat da bereits vor über 1 1/2 Jahrzehnten einen diplomatischen Sargnagel mit Blick auf entsprechende Metaanalysen und die korrespondierenden Einzelstudien geschlagen: “Thus the debate on video game violence has been reduced to whether video game violence produces no effects… or almost no effects” [Ferguson, Christopher (2010): Blazing Angels or Resident Evil? Can Violent Video Games Be a Force for Good? In: Review of General Psychology; Nr. 2/2010, Seite 68-81, hier: Seite 74).

    Gerne auch hier:

    • Sherry, J. L. (2001): The effects of violent video games on aggression: A meta-analysis. In: Human Communication Research; Nr. 3/2001, Seite 409-431.
    • Ferguson, C. J. (2007): The good, the bad and the ugly: A meta-analytic review of positive and negative effects of violent video games. In: Psychiatric Quarterly; Nr. 4/2007, S. 309-316
    • Ferguson, C. J. & Kilburn, J. (2009): The Public Health Risks of Media Violence: A Meta-Analytic Review. In: The Journal of Pediatrics; Nr. 5/2009, Seite 759-763.
    • Ferguson (2015): Do Angry Birds Make for Angry Children? A Meta-Analysis of Video Game Influences on Children’s and Adolescents’ Aggression, Mental Health, Prosocial Behavior, and Academic Performance. Online: <http://www.christopherjferguson.com/Angry%20Birds.pdf&gt;.
    • Drummond, A.; Sauer, J. D. & Ferguson, C. J. (2020): Do longitudinal studies support long-term relationships between aggressive game play and youth aggressive behaviour? A meta-analytic examination. Online: <https://royalsocietypublishing.org/doi/10.1098/rs…RSOS200373C9&gt;.

    Etc. Etc. Etc.

    Die marginalen Zusammenhänge, die man da vermeintl. ‘gefunden’ hat, erodieren, je mehr konfundierende Variablen je besser kontrolliert werden, je adäquater die Kontrollen der Mediengewaltexposition sind, je standardisierter und valider die Operationalisierung der abhängigen Variablen… und zwar auf ein Niveau im unteren einstelligen Prozentbereich bis zur Null vor dem Komma, was die Varianz erklärten Verhaltens angeht (die vermeintl. ‘Wirkungen’ sind von Artefakten quasi nicht mehr unterscheidbar).

    Ist ganz btw übrigens dieselbe Problematik mit den Studien, die vermeintl. positive Effekte des Genderns u./o. negative des gen. Maskulinums herausgefunden haben wollen. Wenn dir korrekterweise schwant, dass die Behauptung, Computerspieke machten aggressiv, Quatsch ist - und es ist aus wissenschaftl. Gründen in der Tat Quatsch -, dann wäre es Zeit, konsequent zu sein und aus denselben Gründen die hl. Kuh dieser Subdisziplin der Psycholinguistik zu schlachten (just saying, weil ich mich sn die letzte 'Debatte' hier erinnere).

    ... höhere Erwartungen hatte ich auch nicht, Hoffnung aber schon. Deprimierend, wie der Reallohn stetig sinkt. Muss man halt selber nach einer individuellen Lohnsteigerungslösung im Rahmen der rechtliche Diensterfüllung schauen. Sad but true.

    Eben. Die 'Wertschätzung' meiner Arbeitskraft durch derartige Abschlüsse, die Versuche der Entgrenzung der Arbeitszeit (Stichwort: fehlende Arbeitszeiterfassung), nach Jahren immer noch ausbleibende amtsangenessene Alimentation und den Versuch, uns mit Verweis darauf, die Erhöhungen seien (knapp) über der (erwartbaren) Inflation zu - sorry, not sorry - verarschen (als ob der sog. Inflationswarenkorb hier relevant wäre und nicht z.B. die Inflation spezifischer Alltagsgüter, als ob wir nicht wüssten, dass n Prozent Inflation zum Vorjahr sich jeweils auf einen kumulativ gesteigerten Wert n Prozent zum Jahr davor und davor und... beziehen, der natürlich nie ausgeglichen wurde, so dass wir konstant einen erheblichen Kaufkraftverlust erleiden), hat direkten Einfluss auf die Anwendung derselben; s.o.:

    D.n.V.; keine AG; stechuhrmäßige Präsenz, keine großartige Stundenvorbereitung (armchair pedagogy resp. Stundenplanung off the cuff, nur mit dem Lehrbuch etc. - funktioniert auch problemlos, wenn man flexibel und in der jeweiligen Materie versiert ist), entsprechend auch keine Nachbereitung; Förderpläne und Co. mittels AI und copy & paste; komfortabel korrigierbare KA (und keine fakultativen Tests); konsequent regelmäßige Kontrolle der Dienstmail (d.h. zwei Mal pro Woche in der Kerndienstzeit); Krankmeldung ist immer dem kranken Unterrichten vorzuziehen, unabhängig von der Erkrankung; keine Annahme von Eltersprechterminen über Extremfälle hinaus; keine Klassenfahrten etc. etc. etc.

    Nur die unsäglichen Präsenzkonferenzen und Klausurzeiten lassen sich noch nicht umschiffen. Außerhalb derselben ist man so auch mit Vollzeitstelle nicht länger beschäftigt, als es das wöchentliche Unterrichtsstundendeputat erfordert.

    Und wenn ich das hier lese...

    Zitat

    Das war ein wichtiges Ziel, auch wenn wir gerne mehr durchgesetzt hätten. Trotz einer starken Streikbewegung haben die Arbeitgeber bei weiteren Forderungen wie der Paralleltabelle für Lehrkräfte und der stufengleichen Höhergruppierung komplett gemauert.

    Verwwgene Idee: Die Forderungen nächstes Mal deutlich höher setzten, deutlich konfrontativer Auftreten und... Generalstreik?!

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