Wie wäre es, wenn du zur Abwechlung das Gegenteil erläuterst?
Interessanter Ansatz, statt die Fragen zu beantworten, einfach Gegenfragen zu formulieren. Darauf möchte ich mit der Gegenfrage antworten: Warum nicht einfach ein einziges Mal systematisch die Ausgangsfragen (und ich wage es nicht zu träumen, auch inhaltlich-argumentativ) beantworten? Dieser Tanz um den heißen Brei ist sooo lächerlich...
Aber ich bin so freundlich und antworte dir (trotz des Äquivalenzmangels ggü. meinen Fragen). Wirst du dann auch meine Fragen beantworten? 😎
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- Nenne 4, 5 im Referendariat vermittelte Aspekte, die du nie gebraucht hast (didaktische Hinweise zu deinen Stunden, klassische Seminarthemen zu Schulrecht, Leistungsbewertung usw.)
Du willst konkrete didaktische Hinweise meiner Fachleiter zu konkreten Stunden meinerseits? Ernsthaft? Ich werde dir jetzt natürlich nicht eine meiner 'Schaustunden' derart skizzieren, dass sie hinsichtlich ihrer didaktischem Planung o.ä. nachvollziehbar wird (das sollte bereits hinsichtlich des Umfangs der/des Lehrzielformulierungen, Verlaufspland, Antizipationen, Unterrichtsmaterialien etc. etc. etc. klar sein), aber ich gebe dir, dass es da durchaus "Hinweise" gab, die mal mehr, mal weniger hilfreich waren, mal mehr, mal weniger fundiert, denen ich mal mehr, mal weniger zustimmen konnte etc., aber ich hatte auch das Glück, dass meine Fachleiter nicht derart von der eigenen Unfehlbarkeit oder derjenigen einer bestimmten Methode u.ä. überzeugt waren, keine anderen Perspektiven zuzulassen (gerne nochmal am Rande erwähnt, das ich keine nrgativen Referendariatserfahrungen gemacht habe). Aber braucht es dafür das Ref? Inwiefern könnte dem nicht auch mit kollegialem Mentoring in der Schuleingangsphase gedient sein? Das ist die Frage.
Schulrecht hatte ich btw nicht wirklich im Ref, sondern im Studium.
Zur Leistungsbewertung hat mein Bundesland reichlich Normen erlassen und korrespondierende Handreichungen verbreitet ist nicht sooo komplex und zudem auch alles andere als irgendwie eine exakte Wissenschaft. Leistungsbewertung rechtssicher und intersubjektivierbar zu machen, ist wirklich nichts, für das es 12 bis 24 Monate Ref braucht.
Deine Frage nach "Aspekte[n], die [...] nie gebraucht" würden, ist übrigens irgendwas zwischen Strohmann und moving the goalposts, geht es doch darum, dass ich argumentiere, dass sich diese "Aspekte" nicht zwingend und wohl auch nicht (z.B. unter dem Betrachtungspunkt Zeitkosten) angemessener über des Ref vermitteln lassen, sondern dass das Ref (auch) dieszgl. eigtl. entbehrlich ist.
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- Nenne 4, 5 Aspekte, die du dir selbständig, ohne Hilfe angeeignet hast, die du im Ref nicht erlernt hast. Also ohne gemeinsame Vorbereitung, ohne Hospitation anderer bei dir oder du bei anderen, ohne gemeinsame Reflexion deiner oder anderer Stunden
Umgang mit Schülern, Lehrern, Kollegen, Behörden etc., das Gros der Unterrichtsführung, classroom management, (idiosynkratische/r) Arbeitsabläufe/-alltag an diversen Schulen, das Gros an Schulrecht, Pädagogik, Fachdidaktik, Inhalte konkreter Unterrichtsinhalte etc. etc. etc.
Und btw: Wieder derselbe Strohmann- und moving the goalposts-Fehler deinerseits, weil ich ja explizit die "gemeinsame Vorbereitung, [...] Hospitation anderer [...], []...]gemeinsame Reflexion" u.ä. befürworte.
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- wie viele Stunden von Quereinsteiger*innen und grundständig Studierten mit 2. StEx hast du selbst gesehen und beurteilt, so dass du einen Vergleich herstellen kannst? Nach welchen Kriterien hast du diese beobachteten Stunden beurteilt und inwiefern genügen diese Kriterien empirischen Ansprüchen?
Komischer Versuch eines Arguments ad verecundiam. Aber OK, in der Reihenfolge: Hinreichend. Aber ich erlaube mir da, so anekdotisch unbelegt zu antworten wie die Gegenseite hier ihre Behauptungen formuliert.
Aber schön, dass du die Kriterienfrage stellst: Dir wird aufgefallen sein, dass auch dies einer der Dreh- und Angelpunkte meiner Kritik ist, die Willfährigkeit der Beurteilungskriterien. Jetzt muss dir das Problem nur noch nicht ausschl. bei meiner Position auffallen (dem Spiegel zu erkennen hat also funktioniert), sondern musst diese Kritik auf das Ref übertragen (also dss Spiegelbild als solches erkennen).
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Denn nur wenn du selbst eine Vorstellung davon hast, was Didaktik ist, was man im Referendariat lernt und was jemandem fehlt, der dieses nicht durchlaufen hat, kannst du dir run Urteil bilden.
Nö. Alleine schon nicht angesichts meiner Generalkritik an der Fachdidaktik und der Feststellung mangelnder Objektivität der Kriterien für 'guten' Unterricht (resp. der entsprechenden Operationalisierungsprobleme). Aber gut, dass du es selbst erwähnst: Was fehlt denn jmd. ohne Ref, "was man [nur?] im Referendariat" lernt? ist ja nicht so, dass ich diese Frage hier nun bereits etliche Male gestellt hätte...
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Ich denke, wenn du wirklich Interesse an den von dir gestellten Fragen hättest, dann würdest du nicht immer wieder dasselbe fragen und den Zynismus sparen.
Ungeachtet dessen, wo du glaubst, Zynismus zu erkennen; bestechende Logik: Man hat kein Interesse an der Beantwortung der eigenen Fragen, wenn diese Fragen de facto inhaltlich nie beantwortet wurden und man diese deshalb immer und immer wieder mit der Bitte wiederholt, sie doch endlich einmal zu beantworten. Vorschlag: Beantworte du (oder sonstwer) meine Fragen aus Beitrag #305 (ohne Auslassung) konkret und inhaltlich-sachlich (bestenfalls erläuternd und ohne bloße Behauptung, dieses oder jenes brauche mehr oder weniger zwingend das Ref), dann wiederhole ich die Fragen auch nicht mehr (denn dann könnte man endlich mal auf Basis inhaltlicher Äußerungen über das Für und Wider des Refs, über Präsuppositionen, Prämissen, Menschenbilder u.ä. sprechen). Versprochen.
Nun, your turn. 😎