Klar, Eltern sind immer Schuld. Wenn sie sich darüber informieren, was die Schule tut genauso, wie wenn sie das nicht tun.
Eltern sollten immer alles ganz genauso sehen, wie Frau X. und genauso, wie Herr Y. Sie sollten sich stets informieren, wie alle unterrichtenden Lehrkräfte die Welt sehen, mag es auch noch so krude sein, Hauptsache sie sind dankbar und halten den Mund.
Sie sollten bei den Hausaufgaben helfen aber keinesfalls zu viel, das wäre überbehüten.
Sie sollten hinnehmen, wie Pädagogen ihre Kinder behandeln, selbst wenn sie den Eindruck haben, dass es grob fahrlässig ist.
Eltern sollten Schulfeste organisieren, die vormittags stattfinden und abends Kuchen dafür backen.
Sie sollten kleine Aufmerksamkeiten für "ihre" Klassenlehrerin basteln und Wichtelgeschenke für Mitschüler organisieren, Klassenkasse bezahlen, damit Geschenke gekauft werden, die man niemals haben wollte. Und dafür sollen sie natürlich stets dankbar sein.
Eltern sollen zum Elternabend erscheinen, aber bloß keine Fragen stellen. Sie sollen keinesfalls beurteilen, was Lehrkräfte in ihrem Unterricht machen, weil sie das nicht beurteilen können. Nachfragen sollen sie aber auch niemals, einfach nur dankbar sein.
Eltern können zwar ihren Zahnarzt aussuchen und den Bäcker, wo sie ihr Brot kaufen, aber die Lehrkräfte ihrer Kinder müssen sie selbstverständlich nehmen, wie sie sind. Unhinterfragt, unkritisiert müssen sie toll finden, was 5-8 Stunden am Tag ihren Kindern erzählt wird.
Es ist so einfach!