Beiträge von PaPo

    Vernünftig unterrichten. Der Unterricht der meisten Leute ohne Ref ist schlichtweg Schrott.

    q.e.d.

    ... also bzgl. beider Aussagen. Da fehlt es mir an Empirie und objektiven Kriterien von "[v]ernünftig" und "Schrott" (und ich könnte mir um Gros far nicht anmaßen, irhendetwas pber den Unterricht von Kollegen zu sagen).. Oder: Bitte nicht so plakativ. Was meinst du damit?

    d) dass die Studieninhalte durch das Einbeziehen von DaZ, Inklusion und weiteren Inhalten ohnehin erweitert werden sollten, da dies jeden von uns in jedem Unterricht betrifft. Es braucht also in diesen Bereichen wesentliche Anteile im Studium.

    Zudem empfinde ich es e) als Deprofessionalisierung, die Ausbildungsinhalte in Abrede zu stellen und zu meinen, man könne sich in die Schule stellen und alles nebenbei erlernen.

    Ergänzung:

    Auch alles in d) benannte war damals schon obligatorischer Teil meines Studiums.

    Zu e): Um von tatsächlicher "Deprofessionalisierung" durch Abschaffung des Refs reden zu können, fehlt ja der (deinerseits ostentativ nicht vorgebrachte) Naxmchweiss, dass (nur) dort etwas neues, essenziell professionalisierendes vermittelt würde, ohne das man kein 'echter' Lehrer sei - ein Akademiker jann sich also nicht "in die Schule stellen und alles nebenbei erlernen"? Warum nicht?

    Also Schmalspurstudium oder 14 Semester Regelstudium?

    In meinem Fachstudium war für Pädagogik, Didaktik, Schulrecht usw. keine Zeit.

    Was ist denn ein "Schmalspurstudium"?! :zahnluecke:

    Welches Semester bist du denn? Siehe den Kommentar von Bolzbold: Zwei Unterrichtsfächer (inkl. Fachdidaktik) und zusätzlich Erziehungswissenschaften sind seit Urzeiten der Studienstandard.

    Ich möchte dir, PaPo , die Frage nicht beantworten, da ich keine Lust auf deinen andere abwertenden Diskussionstil habe und bisher nicht den Eindruck gewinnen konnte, dass du sichtbar interessiert an der Meinung anderer bist.

    Vollkommen unprovoziertes ad hominem aus dem (Glashaus im) off... wow.

    Du kannst theoretisch das Ref. einfach als Schonphase oder Einstiegsphase direkt an den Anfang des Schuldienstes stellen. Dann wäre natürlich ein Nice to have. In der Praxis wird es aber so laufen, dass Personal, Zeit und Geld fehlen und es ganz schnell ein ins kalte Wasser werfen wird. Daher bin ich pro Ref..

    Hier geht es auch um Geld(sparmaßnahmen durch den BDU - auch um strukturelle Verbbesserungen bei Schulen zu vermeiden - resp. geringere Besoldung für die Referendare), inkl. der Verzögerung des Stufenanstiegs etc.

    Zitat

    Dazu kommt noch, dass wir hier immer wieder sehen, dass manche Leute nach dem Studium nicht für den Schuldienst geeignet sind.

    ist inwiefern ein (kategorischer) Unterschied zum post Ref-Kandidaten?

    In den 90er Jahren gab es die beiden Fächer und das erziehungswissenschaftliche Begleitstudium. Die Fachdidaktik wurde von einigen Fächern eher stiefkindlich behandelt, teils war sie so angestaubt, dass man damit überhaupt nichts anfangen konnte.
    Was Lernziele sind, wie man sie definiert, festlegt, wie man mit Richtlinien und Lehrplänen umgeht und das Ganze daraus ableitet - alles das habe ich im Referendariat gelernt.

    Lerntheorien und die Grundzüge von Didaktik gab es im Studium - was fehlte, war die Verbindung zur Praxis. "Damals" war das Referendariat der komplementäre Praxisteil zur akademischen, teils lebensfernen oder -fremden Theorie.

    War alles bereits Teil meines Studiums (ordentliches Lehrantstudium - on top nach Magister und Promotion - vor ca. 1 1/2 Jahrzehnten).

    Ich fand das Ref bisher sehr nützlich wegen der Möglichkeit, praktische Erfahrung im Unterrichten zu sammeln. Ich habe außerdem nicht geschrieben, dass das Ref auf jeden Fall erhalten bleiben sollte, sondern die praktische Ausbildung. Über die Form lässt sich gerne diskutieren.

    Also ginge das auch on the fly beim Direkteinstieg (mit anfänglicher Schonfrist zum Einarbeiten)? Die Ausbildungsbeauftragten werden dann zu Einarbeitungsbeauftragten. Sag' ich ja. ;)

    Und dann wundern sich ältere Kollegen über zuwenig Fachwissen und in Zukunft auch zuwenig Didaktik und Pädagogik ihrer jungen Kollegen, ich habe hier Beispiele genannt, eine Schweizer Kollegin berichtete, dass sie für Gymnasium keine deutschen Kollegen mehr einstellen. Alles halb ist sicher der billigste, aber auch schlechteste Weg. (Oder wird das Studium auf 14 Semester Regelstudium und anschließend 2 Semester Prüfungen und Facharbeiten erhöht?)

    Seit wann lernt man im Ref denn noch obligatorisch Neues in Pädagogik und Didaktik? Natürlich ist das Teil des Studiums.

    Du lernst unwahrscheinlich viel Praxis. Und vor allem hast Du die Zeit die Praxis zu lernen. Du kannst hospitieren. Du kannst dich mit erfahrenen Lehrkräften austauschen.

    Gilt alles auch für 'ne Schonphase bei Einstieg ohne Ref. Mir fehlt immer noch die Antwort, was man danach 'mehr' und ausschl. dadurch können sollte.

    Nicht falsch verstehen: Mein Ref war keine negative Erfahrung - hervorragende Noten, tolle Mitreferendare, tolle Fachleiter, hinreichend angenehme Schule, im Gros tolle Schüler... aber im Grunde (abgesehen von den Sozialkontakten) belanglos.

    Habe da vielleicht auch 'ne andere Sicht drauf, drei von uns (inkl. mir) waren 30+, hatten nicht die typische 'Schule -> Studium -> Ref'-Biographie, sondern auch Luft außerhalb (in der freien Wirtschaft etc.) geschnuppert (Typ-/Charakterbildung berrits ausgewürfelt und ein paar mal gelevelt...). Was ich jetzt 'mehr' kann als vorher ist insb. der Praxiserfahring geschuldet, die ist aber nicht refexklusiv.

    Die praktische Ausbildung.

    (Ich habe noch Direkteinsteiger aus den 70er Jahren kennengelernt, fachlich gut, aber selbst am Gymnasium benötigt es Wissen, wie man es an den Schüler bringt. Als es um 2000 wieder genug Lehrer gab, wurden sie "zwangspensioniert". Immerhin waren ihre Schüler, die dankbarsten, die ich je im Unterricht hatte.)

    Aber ja, es gibt immer diese arroganten Typen, die glauben, dass das Fachwissen reicht und Schüler einfach zu blöd sind. Zum Glück gibt es bei uns kein Lehrermangel und sie sind schnell weg.

    Anders: Was kann(!) der Lehrer nach dem Referendariat, was er (a) vor dem Referendariat nicht konnte UND (b) ausschl. dort lernt?

    Man lernt m.E. allenfalls die Idiosynkrasien der konkreten Schule kennen und wie man die idiosynkratischen Ansprüche der eigenen Fachleiter befriedigt. Für den Umgang mit Schülern ("diese arroganten Typen, die glauben, dass das Fachwissen reicht und Schüler einfach zu blöd sind", hast du btw auch mit Ref), wie man "Wissen [...] an den Schüler bringt" (das Gros der Fachdidaktik hat erhebliche Empiriedefizite und ist zeitgeistgeplagt - 'wer heilt, hat Recht' heißt es bei den Medizinern... und was im Unterricht 'heilt' resp. wirkt ist 'ne learning by doing- und Typfrage), die Vor- und Nachbereitung von Unterricht, Verwaltungsaufgsben etc. etc. etc. braucht es kein Ref.

    Ernsthaft: Was ist am Ref für einen erwachsenen, examinierten Menschen absolut unverzichtbar?

    Du hast Recht. Innerhalb der Facharztweiterbildung hat alles nicht mit dem echten Leben zu tun, das Medizinstudium erst recht nicht. Ist mir doch egal, ob meine Frauenärztin bestanden hat und eine Eileiterschwangerschaft übersieht oder nicht und ob die Ärzte Ultraschallbilder lesen können und Entzündungen sehen.
    Ach, diese weltfremden Ausbildungen, wo man die Azubis fordert und fördert.

    Äpfel... und Birnen. Referendare sind i.d.R. bereits examinierte Akademiker und das Ref ist keine 'Weiterbildung' (resp. die Frage bleibt, was man dort 'Weiteres' lernt, was man nicht auch bei 'nem Soforteinstieg resp. kurzer Einarbeitungszeit lernen würde).

    Ich habe den Job erst im Referendariat richtig gelernt. Auch wenn es eine anstrengende und stressige Zeit war, habe ich im Ref mehr in der Zeit gelernt als jemals vorher und nachher.

    Ja... aber was denn genau, das du nicht auch bei 'nem Soforteinstieg resp. kurzer Einarbeitungszeit gelernt hättest?

    Ich habe bisher auch nur Übereinstimmung erlebt. Abweichende Einzelnoten kann es geben, eine sehr gute oder gerade noch ausreichende Note sagt sehr viel über den Referendar aus.

    (Wir überlegen im Vorfeld ja auch, was wohl heraus kommen wird und es stimmt immer mit kleinen Abweichungen.)

    Kann auch simpler Bias sein...

Werbung