Beiträge von PaPo

    Abgesehen davon, dass ich es problematisch finde, mit schwammigen Ausdrücken wie 'massiv' und 'oder sowas' als Basis für eine Diskussion Kaffeesatzleserei zu betreiben, ohne Details zu kennen, weiß ich nicht, wie es hier in eine derartige Gender Diskussion ausgeartet ist.

    Die "Gender Diskussion" war doch quasi unmittelbar nach dem kurzen 'rage' von Super112 auch schon wieder vorbei...

    Zitat

    Die Schüler haben eine Konvention aus einer Fremdsprache kennengelernt und sollen diese im Rahmen dieser Fremdsprache anwenden. Können sie das - Punkte. Können sie das nicht - Weniger Punkte.

    Vermeintl. verbindliche Konvention, tatsächlich aber in dem Fall performativer (affirmativer) Akt sozio-kultureller Idiosynkrasie - ebenso ist ein konventioneller Orientierungspunkt der Redens über Personen das biologische Geschlecht, auch bei englischsprachigen Menschen. Man kann geschlechtsneutrale Pronomen benutzen, diese vorauszusetzen ist aber nicht geboten. Hier werden offenbar (auch seitens der anderen Kommentatoren) Konzepte wie Obligationen und Alternativen, Pietät, Gusto, Moral und Objektivität miteinander vermischt und wird das eigene Verhalten / wird die eigene Einstellung zur Handlungsmaxime anderer verklärt. Äußerst problematisch.

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    Was da im Deutschen normal oder konventionell angezeigt ist, spielt da mMn wenn überhaupt eine untergeordnete Rolle

    Wer spricht denn hier über das Deutsche?

    Das ist natürlich nicht egal. Es ist auch nicht egal, um welches Fach, welchen Kontext und welche Fehler es geht. Gibst du deine Noten nach Gefühl? :/

    Ich frug, welchen Mehrwert die Erkenntnis über die Gravitas des Punkteabzugs hatte, weil der Punkteabzug nach Maßgabe dessen, was wir über den Fall wissen, so oder so ungerechtfertigt war... und du antwortest dass das "natürlich nicht egal" ist, wie viele Punkte abgezogen wurden / wie die Auswirkungen des Punkteabzugs sind. Habe ich dein Argument überlesen oder hattest du keines geboten? Der Umstand des Punkteabzugs erlaubt so oder so einen gerechtfertigten Widerspruch dagegen. Oder meinst du tatsächlich, der Punkteabzug wird legitimer, wenn es x statt y Punkte sind u./o. in dem Fall der Punkteabzug bspw. nicht reichte für eine Notenänderung. Letzteres hätte im Fall der Tochter lediglich einen Einfluss darauf, ob es sinnvoll für Super112 resp. seine Tochter wäre, weitere Schritte zu unternehmen.

    Did you just assume Super112's gender?

    Im Profil steht: "Lehramtsstatus: Lehrer".

    Nicht: Lehrerin.

    Warum also schreibst du "sie"?

    [Ich stalke dieses Profil viel zu selten, um herauszufinden, ob es sich vielleicht um ein generisches Maskulinum (oder Femininum) handelt. Vielleicht wären somit andere Pronomina angemessener. Gerne passe ich das sprachlich noch an.]

    Hatte in (fälschlicher?) Erinnerung, Super112 sei weiblich (s. auch den Kommentar von Bolzbold, wo "TE" weiblich war). Sry, ich habe hier noch nicht alle User auf dem Schirm. :zahnluecke:

    Meine Bitte noch einmal an die TE wäre es, die konkreten Folgen dieses vermeintlichen Fehlers bei dem Pronomen auszuweisen.

    Sie schrieb ja, dass "massiv Punkte abgezogen" worden sind. Und eigtl. ist unerheblich, wie "massiv" das war, d.h. wie viele Punkte von den Punkten insg. abgezogen wurden, ob das bspw. eine Note 'nach unten' geändert hat oder nicht - das Potenzial zur negativen Beeinflussung der Note, gerade in Jgstf. 13, ist so oder so hinreichend für die Problematisierung.

    Oder welchen Mehrwert hätte die Erkenntnis deiner Meinung nach?

    Es geht hier nicht ums Gendern. Es geht lediglich darum, eine spezifische non-binäre Person mit den für sie angemessenen Pronomen anzusprechen.

    Ich gender nicht, würde es aber als sehr unpassend empfinden, jemanden bewusst mit Pronomen anzusprechen, mit denen er oder sie sich nicht identifiziert. Das hat nichts mit Gendersprache zu tun, sondern mit Respekt vor Mitmenschen.

    Erstmal Danke auch, dass sich hier mal jmd. die Mühe macht, inhaltlich zu argumentieren (auch - in geringerem Umfang - an kleiner gruener frosch), auch wenn wir da konträre Ansichten haben.

    Ich schrieb ja "(i.w.S.) Gendern" (macht m.E. 'nen Unterschied).

    Die Frage bleibt ja, warum gender identity "angemessen" ist, sex oder gender attribution aber vermeintl. nicht (s. auch meinen Beitrag über diesem hier) - die Argumentation scheint ja in die Richtung Pietät zu gehen, aber:

    Mithin, abgesehen davon, dass wir Menschen ja i.d.R. nicht mittels Pronomen ansprechen ("Es reibt sich die Haut mit der Lotion ein sonst kriegt es wieder eins mit dem Schlauch verpasst."), sprichst du mit deinem letzten Satz eine Frage individueller (meinetwegen auch gesellschaftlicher) Pietät an, das ist m.M.n. aber ein anderes Thema - eine comprehension-, analysis- u./o. evaluation-Aufgabe in Englisch ist - du schreibst es selber - nicht der Ort an dem (i.w.S.) "subjektiv[e] Meinung des Klausurschreibers" (ich zähle dazu der Einfachheit halber hier mal dessen Höflichkeit hinzu) relevant wäre.

    Pronomen orientieren sich am referierten Subjekt, nicht an der subjektiven Meinung des Klausurschreibers über dessen Geschlecht.

    Eben. Deshalb:

    (1) Und die "subjektiv[e] Meinung" (bzw. Selbstwahrnehmung/-definition) des gesellschaftlichen Geschlechts soll dann warum alleiniger Orientierungspunkt für das Pronomen sein?

    (2) Das biologische Geschlecht ist ja eben nicht "subjektiv[e] Meinung des Klausurschreibers über [...] Geschlecht", sondern im Gegenteil objektiver Fakt. Selbst das gesellschaftlich-fremdattribuierte soziale Geschlecht ist nicht "subjektiv[e] Meinung des Klausurschreibers über [...] Geschlecht", sondern intersubjektivierbares Mehrheitsphänomen (aber zumindest in einer Klausur, mangels i.d.R. weiterer Faktoren zur Eruierung dieser Attribution, kein probater Orientierungspunkt).

    Zitat

    Wenn jemand eine bestimmte Zuordnung für sich wünscht, ist das zu respektieren

    Warum und wo sind die Grenzen dieser Maxime der Orientierung an idiosynkratischen, arbiträren Wünschen? Warum bspw. soll der Wunsch der anderen Person gewichtiger sein, als die eigene 'Überzeugung', dass bspw. einzig objektive Faktoren (sex) Orientierungspunkt für die Kommunikation sind? Mehr noch: Warum soll dieser Wunsch die Kommunikation Dritter über diese Person (und eigtl. ja auch allgemein) definieren? Nochmal: Das ist nicht lediglich (alltagssprachlicher) Respekt, das ist ein weltanschaulich-performativer Akt.

    Zitat

    insbesondere in Zeiten, in denen dieser Wunsch mit dem Selbstnestimmungsgesetz auch rechtliche Formen annehmen kann.

    Diesbzgl. schrieb ich ja oben bereits etwas.

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    Aus dem Kontext ergibt sich, dass es hier nicht um das biologische Geschlecht geht, sondern um das soziale Geschlecht, daher ist eine bewusste Missansprache weder plausibel noch angemessen. Daher: ein Satz mit rein auf das biologische Geschlecht abzielenden Pronomen mag zwar grammatikalisch richtig sein, hat im Kontext des Ausgangstexts aber eben einen Bezugsfehler, wenn es um eine non-binäre Person geht.

    Das ist ein non sequitur-Fehlschluss. Du schreibst selbst: "Pronomen orientieren sich am referierten Subjekt", mithin geht es um die sprachlich kohärente/kohäsive Identifikation der Person im schülerseitig verfassten Text, nicht um die Affirmation der subjektiven Geschlechtsidentität der Person, über die geschrieben wird. Daher ist das keine "Missansprache" und eine Orientierung an bspw. sex bleibt plausibel und angemessen. Es ist auch kein Bezugsfehler, weil eben nicht unklar ist, worauf sich ein sex-basiertes Pronomen o.ä. bezieht.

    Zitat

    Sprache und sprachliche Konventionen verändern sich im Zuge gesellschaftlichen Wandels. Das hier ist ein Beispiel und ein zentrales Lernziel der Sequenz ist nunmal die Heranführung an einen zeitgemäßen sprachlichen Umgang mit der Thematik der Geschlechtervielfalt.

    Da hätte ich gerne den empirischen Korpusbeleg, dass genderneutrale Pronomen resp. eine Orientierung an gender identity mittlerweile universale, alleingültige, ja meinetwegen auch primäre Sprachkonvention sind. Ob das in "Medienhäuser[n]" oder sonstwo "weitverbreitet gebräuchlich" ist, bringt uns diesbzgl. keinen sonderlichen Mehrwehrt, außer dass geschlechtsneutrale (gender identity-basierte) Pronoen auch(!) legitim sind.

    Nochmal: Es geht nicht darum, dass man diese Pronomina verwenden kann, sondern im vorliegenden Fall offenbar musste.

    Der "zeitgemäß[e] sprachlich[e] Umgang" wird dabei vom Ziel der Toleranz, nicht der Akzeptanz gerahmt (abermals: Performativer Akt und so...).

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    daher ist es auch angemessen, Schüler damit vertraut zu machen

    Ja.

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    und ihnen in geeigneten Kontexten die eigene Verwendung abzuverlangen.

    Nein (allenfalls zu Übungszwecken vielleicht...).

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    Und nein – niemand verlangt, dass Lernende diese "Eigenheit" (ich würde es ja eher Identität nennen, aber okay) non-binärer Personen „wertschätzen“ müssen. Aber sie müssen - wie du richtig sagst - tolerieren ud angemessen schreiben. Respekt ist in der Schule keine Frage der eigenen Weltanschauung, sondern der professionellen Haltung.

    Das Argument ist, dass dies als performativer Akt über die Toleranz hinaus geht, nämlich (performativ) Akzeptanz darstellt.

    Und bzgl. Respekt müssen wir unterscheiden, wie du das meinst, alltagssprachlich (was dann wohl eher in Richtung der Toleranz geht) oder i.S.v. bestätigen, wertschätzen etc. - Ersteres ist ja das, was ich auch schreibe, Letzteres ggü. "Identität[en]" ist nicht Teil "der professionellen Haltung", denn da ist auch wieder die Frage, wo du einen Strich ziehen würdest - gilt das nur für die Geschlechtsidentität oder auch für andere identitätskonstituierende Merkmale einer Person, z.B. die polit. Überzeugung? Dann wäre man argumentativ nämlich plötzlich dabei, auch die vielleicht noch im demorkatischen Spektrum befindliche, aber am äußersten rechten Rand lokalisierbare Identität bestätigen, wertschätzen zu müssen etc. (vielleicht macht auch das etwas klarer, was m.E. eines der Probleme ist.)

    Wie schon zuvor beschrieben, gehe ich davon aus, dass das Thema zuvor umfassend im Unterricht behandelt wurde, inklusive der Darstellung von Gegenströmungen, JK Rowling/Roisin Murphy, LGBT Konservatismus, etc.

    Hinzu kommt, und das muss man ehrlicherweise auch dazu sagen, dass in der Sek II zunehmend weniger die eigene Meinung zählt, sondern es gilt, möglichst sachlich (und fundiert) einen Sachverhalt darzulegen - was bei kontroversen und polarisierenden Themen zugegebenermaßen schwierig ist. Es gibt Wege und Mittel, die eigene Meinung auch zu kontroversen und polarisierenden Themen kundzutun, aber eine Klausur im Leistungsfach ist da womöglich nicht der richtige Rahmen. Wenn es unbedingt sein muss, kann man sich zumindest durch die Wortwahl von etwas distanzieren, z.B. statt "Die Person ist das-und-das." eher "Die Person behauptet, das-und-das zu sein.".

    Richtig. Dein Kommentar ist dabei aber auch kein Argument pro-"they"/"them"/"their" etc. - so wenig, wie (außerhalb einer evtl. dritten evaluation-Aufgabe) die eigene Meinung zählt, kann es darum gehen, einen performativen Akt zu tätigen, der die subjektive Realität der Person, über die geschrieben wird, affirmiert. Wäre eben auch nicht "möglichst sachlich (und fundiert) einen Sachverhalt darzulegen" etc.

    Insofern es keine deskriptiv-linguistisch keine allgemeingültige Norm dafür gibt, gender identity zum Orientierungspunkt von kommunikationsakten zu machen, ist es auch sachlich nicht falsch, z.B. sex-orientierte Pronomen zu verwenden. Hier verwechseln einige leider Sprachakte infolge von Konzessionen ggü. der Selbstwahrnehmung/-definition u./o. der weltanschaulichen Überzeugung i.V.m. Umstand, dass dies im eigenen sozio-kulturellen Umfeld üblich ist, mit einer universellen, ausnahmslosen Regel. Sollte zumindest Linguisten und im speziellen Fall Englischlehrern nicht passieren.

    Ganz generell ist aber die unkritische Übernahme von Behauptungen, Fremdperspektiven u.ä. im Ausgangstext ein Problem, das m.E. bei Schülern zunimmt (ach... der gute Konjunktiv.........). Ist aber ein anderes Thema.

    Ich gewinne zunehmend den Eindruck, PaPo ist ein Satireaccount.

    Weil... ich sachlich-inhaltlich argumentiere?

    Wenn an meiner Argumentation etwas falsch ist, gerne erläutern. Ansonsten bleibt es dabei, dass auch ein nicht mal mittelmäßiger Jurist euch das (im wahrsten Sinne des Wortes zu Recht) zerlegt, wenn ihr eure Schüler im skizzierten Szenario zum alternativlosen Verwenden der entsprechenden Pronomina verpflichten wollt.

    Ich glaube, das mein Ausgangsbeitrag hier für Super112 wahrscheinl. am brauchbarsten ist, weil er sich nicht über das wesentliche Anliegen von ihr empört, sondern die Sachlage (zumindest hat die jetzt niemand von euch hier dekonstruiert) versucht möglichst objektiv darzustellen. Wenn mir das nicht gelungen ist, gerne erläutern, wie und inwiefern nicht.

    Ich finde es etwas bizarr, wie von einschlägiger Seite regelmäßig in entsprechenden Diskursen z.T. recht vehement dementiert wird, dass es bspw. seitens einiger Lehrer einen Zwang zum (i.w.S.) Gendern (auch z.B. mittels Punkteabzug) gebe (k.A. ob das hier auch der Fall ist, dafür beobachte ich die Diskussionen noch nicht lang genug), man sich bspw. über entsprechende Erlasse u.ä. in manchen Bundesländern echauffieren, weil diese das Gendern in der in- und externen öffentlichen Kommunikation im ÖD, an Schulen etc. auch mit präemptiven Begründungen verboten haben, wo das doch ein Phantomproblem beheben würde, aber hier quasi unisono Lehrer (OK, bei genauerer Betrachtung auch nur eine Hand voll, die in keiner Weise repräsentativ ist) einem genau solchen vorgehen laudieren und es trotz der offensichtlichen Problematik (s.o.) als uproblematisch, nein sogar geboten erachten.

    Verstörend... und gefundenes Fressen für die, denen man das vielleicht nicht auf dem Silbertablett servieren möchte. :angst: Rechtlich sowieso nicht haltbar.

    Natürlich kann man eine non-binäre Person nicht mit "he" betiteln, das hätte der Tochter auch selbst einleuchten können. Es ist außerdem davon auszugehen, dass vor einer Klausur mit dieser Thematik über Pronomen gesprochen wurde - warum also nutzt deine Tochter sie nicht?

    Warum nicht? Warum sind objektives sex u./o. intersubjektivierbare gender attribution keine legitimen Orientierungspunkte für Pronomen, sondern vermeintl. nur subjektive gender identity? Sorry, aber die Verwendung von gender identity-basierten Pronomina sind einerseits bereits deskriptiv-linguistisch nicht die Norm (es ist unerheblich, ob dies in Teilen der Gesellschaft, der Belletristik o.ä. gelebte Praxis ist), andererseits ein weltanschaulich-performativer Akt, den wir den Schülern nicht abverlangen können - Sie müssen diese Eigenheiten anderer Personen vielleicht tolerieren (das ist tatsächlich ein Wert, der sich aus unserer fdGO ergibt), nicht aber akzeptieren oder gar respektieren (d.h. bestätigen, wertschätzen etc., was aber performativ mit Nutzung entsprechender Pronomina einhergeht). Das könnte auch der Grund sein, warum die Tochter hier (legitimerweise) keine geschlechtsneutralen Pronomina nutzt.

    Du als (angeblich) alter Forumshase (in einem anderen Forum) weißt natürlich, dass reale Person und Forumsaccount nahezu deckungsgleich sind, klar.

    Ich hoffe dann, dass du deine Schüler bei einem (auch nur vermeintlichen) Fehler nicht so zuschwallst wie das Forum hier.

    Aber keine Sorge, inhaltlich habe ich gar nichts beizutragen :)

    Dein erster Satz ergibt in diesem Kontext keinerlei Sinn.

    Ich hingegen hoffe, um deinem ad hominem (im Vergleich zu dir allerdings mit sachlicher Begründung) zu begegnen, dass du sachlich-inhaltlichen Einwänden deiner Schüler nicht mit diesem despektierlichen überlegenheitsdünkelnden (ich sehe deine Smileys ja) roten Heringen ohne jede inhaltliche Substanz begegnest, sondern argumentativ etwas entgegenzuhalten hast - ach, schreibst ja selbst, dass du inhaltlich nichts beiträgst (trolling, von 'nem Lehrer... oh man).

    Ich warte derweil auf Argumente gegen die meinerseits vorgebrachten Einwände gegen den Punkteabzug.

    Hm, ausschlaggebendes Argument: Respekt vor dem Menschen, der nicht in eines der beiden Geschlechter passt. (Und dass ein entsprechender Mensch in der Arbeit thematisch im Mittelpunkt stand, hast du ja in Beitrag um vor-vorletzten Beitrag zitiert.

    Ein grundlegender Respekt ggü. anderen Menschen bedingt nicht, dessen Selbstwahrnehmung/-definition unkritisch-affirmativ zu begegnen. Respekt ggü. solchen (und ich meine das wertfrei) Idiosynkrasien wie der gender identity ist auch nicht die Maxime, denn Respekt ist per definitionem “auf Anerkennung, Bewunderung beruhende Achtung” (also auch mehr als Akzeptanz) - hier wird in puncto Weltanschauung und Gewissen etwas verlangt, was (schulseitig) nicht verlangt werden darf (indifferente Toleranz ist hier das Maximum).

    Non-binär also. Damit dürfte das Pronomen ganz klar "they" sein.

    Schade, du hast die Argumentation nicht verstanden(?) oder zumindest ignoriert.

    Gerne nochmal (vielleicht bekomme ich ja mal 'ne inhaltliche Antwort): Definiere "falsche Verwendung von Pronomen" bitte ohne den Fehlschluss, dass evtl. Befindlichkeiten dritter Personen, über die mittels dieser Pronomen kommuniziert wird, unbegründet als gesamtgesellschaftliche, ultimative Orientierungsmaxime definiert werden müssten. Warum ist ein Pronomen, basierend auf einem objektiven Fakt wie dem biologischem Geschlecht (sex) oder einer gesellschaftlich mehrheitlich-konsensualen/-konkludenten Attribuierung von sozialem Geschlecht (gender attribution, die i.d.R. ja auf sex basiert), irgendwie "falsc[h]"?

    Der Punkt ist doch nicht, dass "they", "them" etc. nicht verwendet werden kann, sondern hier offenbar verwendet werden musste.

    Rechtlich hat das keinerlei Bestand.

    They/them wird nicht nur für non-binäre Menschen verwendet, sondern auch wenn man das Geschlecht der Person, über die man spricht nicht kennt. Bspw. bei Partnern von Personen. Und ja, natürlich kennt das jeder Jugendliche (der englischsprachigen Content ansieht) aus dem eigenen Medienkonsum.

    Super112 schrieb wortwörtlich: "Dort musste sie über einen Menschen schreiben, der mehrere Geschlechter hatte - oder so ähnlich. Nun hat sie massiv Punkte abgezogen bekommen, weil sie den jungen Mann nicht mit he , him, his betitteln durfte [...]." Das biologische Geschlecht schien ja irgendwie aus dem Text hervorgegangen zu sein.

    Das für die falsche Verwendung von Pronomen Punkte abgezogen werden, ist normal. Dass für eine nicht-binäre Person oder eine Person, deren Geschlecht nicht bekannt (oder rlevant) ist die Pronomen they/them sind, ist auch normal. Pronomen sind das übliche Mindestmaß des Genderns, das es in den meisten Sprachen gibt. Wenn jemand konsequent als "es" oder "er" über deine Tochter sprechen würde, wäre das für dich sicher auch mindestens merkwürdig.

    Unsinn. Definiere "falsche Verwendung von Pronomen" bitte ohne den Fehlschluss, dass evtl. Befindlichkeiten dritter Personen, über die mittels dieser Pronomen kommuniziert wird, unbegründet als gesamtgesellschaftliche, ultimative Orientierungsmaxime definiert werden müssten. Warum ist ein Pronomen, basierend auf einem objektiven Fakt wie dem biologischem Geschlecht (sex) oder einer gesellschaftlich mehrheitlich-konsensualen/-konkludenten Attribuierung von sozialem Geschlecht (gender attribution, die i.d.R. ja auf sex basiert), irgendwie "falsc[h]"?

    Du gehst zudem davon aus, dass im gegenständlichen Text das Geschlecht der Person nicht bekannt sei - wer behauptet das? Das biologische Geschlecht scheint ja bekannt gewesen zu sein.

    Zitat

    Wenn jemand konsequent als "es" oder "er" über deine Tochter sprechen würde, wäre das für dich sicher auch mindestens merkwürdig.

    Weil es nicht auf dem biologischem Geschlecht (sex) der offenbaren cisgeschlechtlichen Tochter oder einer gesellschaftlich mehrheitlich-konsensualen/-konkludenten Attribuierung von sozialem Geschlecht dieser ggü. basieren würde. Du vergleichst also Äpfel mit Birnen.

    Zitat

    Es bleiben zwei Fragen: Was bedeutet "massiver Punktabzug"? Was ist dein Problem mit der Verwendung von Pronomen?

    Wie viele Punkte abgezogen wurden, ist unerheblich. Das Problem ist, dass überhaupt Punkte abgezogen wurden (s.o.). Das Problem mit dem umstandslosen Abverlangen geschlechtsneutraler Prononem (oder gar von Neopronomen) wurde dir meinerseits erläutert. Weniger Lachsmileys, mehr Argumente... wie wär's?

    Ich bin komplett bei dir.

    Das grundlegende Problem ist, dass hier offenbar pro forma den Schülern die (subjektive) soziale Geschlechtsidentität (gender identity) und nicht das biologische Geschlecht (sex) u./o. die (gesellschaftliche) Zuweisung des sozialen Geschlechts (gender attribution) zum Orientierungspunkt der Kommunikation über eine Person abverlangt wird, was einerseits bereits nicht voraussetzbar ist, wenn dies nicht konkret innerhalb der Frage-/Aufgabenstellung verlangt wurde, insofern dies definitiv keinen allgemeingültigen Orientierungspunkt für Kommunikation über Personen darstellt.

    Andererseits (und mglw. gar problematischer) ist der Umstand, dass eine entsprechende Aufgaben-/Fragestellung auch bereits extrem problematisch ist, weil deiner Tochter damit zudem performativ Akzeptanz (die Affirmation, salopp das 'Gutheißen' also) der gender identity - mglw. auch entgegen(?) ihrer diesbzgl. Weltanschauung - abgenötigt wird, während der Minimalkonsens in unserer pluralistischen, freiheitlich-demokratischen Grundordnung allerdings lediglich Toleranz (im Rahmen dieser Ordnung) ggü. anderen Menschen ist, nicht (unkritisch-affirmative) Akzeptanz ggü. deren idiosynkratischen Formen der freien Persönlichkeitsentfaltung. Ich sehe hier eine Verletzung der Weltanschauungsfreiheit deiner Tochter (Art. 4 GG) resp. eine Verletzung der entsprechenden weltanschaulichen Neutralität der Lehrkraft.

    Und nein, unabhängig vom konkreten Szenario im Ausgangstext (ob die Person bspw. ihre amtliche Geschlechtsidentität i.S.d. § 2 SBGG hat ändern lassen und entsprechend § 13 SBGG einschlägig wäre, der hier offensichtlich nicht greift) kann hier auch nicht darauf verwiesen werden, dass dies den Erziehungszielen zu bspw. einer gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit dient.

    Der Lehrplan gibt btw lediglich einen informierenden Umgang mit dieser Thematik her (ich unterrichte das btw ja selbst, kann gerne auch erläutern, wie ich die Thematik konkret im Unterricht behandle), keinen überwältigenden.

    Ich halte einen Punkteabzug für die Nichtnutzung geschlechtsneutraler Pronomen damit für illegitim und würde mich tatsächlich als Betroffene massiv beschweren... dürfte ob der Skandalträchtigkeit des Vorgangs übrigens auch von Erfolg gekrönt sein.

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