Beiträge von PaPo

    Du musst auch nicht jeden Buchstaben, den Du in einer zitierten Passage änderst, kennzeichne[n]. Es ist auch so verständlich. Das erzeugt - zusammen mit den häufig eingestreuten Fachbegriffen und der großen Textmenge - bei mir das Gefühl einer Pseudo-Wissenschaftlichkeit, die einfache Aussagen mit einer inszenierten Fassade kaschiert.

    ¯\_(ツ)_/¯

    Sorry, ist meine (pedantisch-perfektionistische und - böse Zungen würden es behaupten - 'prätentiöse') Art. Die ist mir im Schriftverkehr mittlerweile so habitualisiert, dass für mich 'einfacheres' Schreiben anstrengender ist. ;) Ich sag ja, ich weiß, dass das provokatv wirken kann, kann ich aber auch mit leben, sachlich-inhaltlich ändert das ja Nichts an meinen Kommentaren.

    Ich spreche nicht von sex- oder genderbasierten Geschlechtsmarkern, sondern von Geschlechtsmarkern. Ich weiß auch gar nicht, wovon du sex abhängig machen willst. Muss man dir erst eine Chromosomenauswertung zeigen oder vor dir blank ziehen? Und was machst du dann, wenn du es mit einem XX-Menschen mit Penis zu tun bekommst?

    Ich halte niemanden davon ab, ein Arschloch zu sein. Es soll jeder über Leute mit den Pronomen sprechen, die ihm passen. Aber wundern darf man sich nicht, wenn dann auf dieses Verhalten auch eingegangen wird.

    Du musst niemanden affimieren, ihn zu negieren ist aber offenkundig ein Angriff auf die Menschenwürde der betroffenen Person.

    Menschen können i.d.R. (abermals: Ausnahmen bestätigen die Regel) relativ treffsicher das biologische Geschlecht anderer Menschen erkennen (hätte in der Menschheitsgeschichte wohl sonst erhebliche Komplikationen für die Spezies bedeutet). Ist aber auch gar nicht das Thema, ebenso verfängt deine reductio ad absurdum ("Chromosomenauswertung zeigen"; "blank ziehen") nicht, insofern wir über Kommunikationssituationen sprachen, in denen das biologische Geschlecht bekannt ist (wenn dies z.B. im Text ausgewiesen ist) und eben nicht von Kommunikationsentscheidungen in entsprechender Unsicherheit. Ich habe auch keine Plädoyers für entsprechende 'Tests' in face-to-face-Kommunikationssituation formuliert oder irgendwie an basalen Prinzipien der Höflichkeit (obwohl ich das so sehe wie du: "Ich halte niemanden davon ab, ein Arschloch zu sein." - ich persönlich präferiere aber Höflichkeit insg.) gerüttelt o.ä.

    Zitat

    Du musst niemanden affimieren, ihn zu negieren ist aber offenkundig ein Angriff auf die Menschenwürde der betroffenen Person.

    Man negiert keine Person (was auch immer das bedeuten soll), wenn man deren gender identity nicht affirmiert, sondern toleriert - es wird der Person damit nicht in Abrede gestellt, zu leben und zu fühlen, fühlen, wie sie will (und jetzt bitte nicht die Goldwaage, das Empfindungen keine Willensentscheidungen sind - das ist klar), die sex/gender roles und expressions zu leben, die sie leben will etc. etc. etc. Und es geht (wie bereits erläutert) nicht darum, das einer Person 'aufs Brot zu schmieren', dass man dies lediglich toleriert, nicht akzeptiert (s.o.). Hier kollidieren aber Weltanschauungsfreiheiten und Persönlichkeitsentfaltungsrechte bereits dann, wenn sprachliche Affirmation verlangt wird. Natüürlich, das SBGG hat da bestimmte Fakten geschaffen, um die dann jmd., der nicht affirmieren will, sprachlich herumschiffen muss, um sich evtl. nicht strafbar zu machen (ist aber ein anderes Thema).

    Nö. Eine trans Person ständig mit dem falschen Geschlechtsmarker anzusprechen, ist ein Angriff auf deren Menschenwürde. Du kannst ja denken, dass der trans Mann eine Frau ist, du wirst das auch allgemein äußern dürfen, ihm gegenüber wirst du bei Verwendung weiblicher Pronomen aber sehr schnell Probleme bekommen, siehe auch den Eilbeschluss vom LG Frankfurt (18.07.2024, Az. 2-03 O 275/24). Dieser wurde zwar am Ende wegen eines Verfahrensfehlers aufgehoben, die Begründung an sich steht aber.

    Fehlschluss 1: sex-basierte "Geschlechtsmarker" seien "falsche Geschlechtsmarker"

    Fehschluss 2: Die gender identity von Transpersonen nicht zu affirmieren sei "ein Angriff auf deren Menschenwürde", insb. nicht angesichts des Umstands, dass ich den Wert der Toleranz herausgestellt habe; die Maxime: "Jeder soll nach seiner Façon selig werden.

    Fehlschluss 3: Die Rede davon, "[e]ine rans Person ständig mit dem falschen Geschlechtsmarker anzusprechen", ist überhaupt nicht Diskussionsgegenstand - es geht hier nicht darum, einer Person ostentativ mit der Intention, diese persönlich zu verletzen, die sex-gender-Diskrepanz sprachlich unentweg vorzuhalten, dies auch zum Eilbeschluss (wo es übrigens um eine ganz spezielle Anrede i.V.m. weiterer Berichterstattung mit eben der genannten Intention ging und bereits eine Änderung des Personenstands vorlag - ich thematisierte das SBGG ja selsbt).

    Du bist der einzige, den hier die meisten für einen Troll halten. Das miese Verhalten anderen gegenüber verstärkt den Eindruck nur.

    Dann erkläre doch bitte, was ich so vermeintl. trolliges hier betreiben würde?

    Das ist das Einzige, was ich dazu schreiben werde: Meine Kommentare mögen hier(!), an diesem speziellen Ort unpopulär sein, mögen provokant wirken, weil sie offenbar kognitive Dissonanz evozieren (und sei es nur infolge ihres Umfangs und Duktus, die Erfahrung machte ich jedenfalls bereits), u.U. auch, weil man hier in eingespielter 'Community' und - ich mutmaße - im mglw. auch eigenen, ähnlich eingestellten Kollegium eher keine Widerworte und erst recht keine inhaltlich-argumentativen Widerworte bzgl. bestimmter Themen und Positionen gewöhnt ist. Okay.

    Wo ich aber (und das ist entscheidendes Merkmal von Trolling) vermeintl. zum Selbstweck der Provokation schreibe, müsstest du mir schon konkretisieren. Realitätscheck: Meine Positionen und Argumente sind jetzt nicht sooo die edgy Ausnahmeerscheinungen im öffentlichen Diskurs, nur etwas elaborierter als wohl gewöhnt.

    Und von wegen "miese[s] Verhalten": Zudem bin ich nicht derjenige hier, der ostentativ jeden sachlich-inhaltlichen Diskurs verweigert und stattdessen proaktiv-toxisch Smileys verteilt, um das Gegenüber zu ridikülisieren, u./o. ausschl. Einzeiler verfasst, die aus nicht mehr bestehen als der Klaviatur an logical fallacies, insb. der Marke roter Hering. Dir dürfte auffallen, wie ich z.B. mit Maylin85schreibe - Aktion und Reaktion.

    Ich finde die Behauptung schon recht frech.

    Linguistisch geht es bei Pronomen nicht um "weltanschauliche Performanz", sondern schlicht um korrekte Referenz. Zweck ist, eine Person kohörent zu benennen - und zwar so, wie sie im jeweiligen Diskurs konstruiert ist.

    Richtig, exakt dies ist Ausgangspunkt meiner Argumentation.

    Wenn ein Ausgangstext eine Person mit they/them einführt, dann ist das der festgelegte sprachliche Referenzrahmen, dem die Auseinandersetzung im Rahmen der Klausur zu folgen hat. Es geht nicht um einen "ideologischen Akt" oder Performanz, sondern um Deixis. Die bewusste Verwendung anderer Pronomen wäre demnach ein Referenzfehler.

    Nicht zwingend, z.B. nicht, wenn ein Ausgangstext sowohl eine Person mit "they/them" (etc.) referiert als auch unter Nennung des z.B. biologischen Geschlechts dieses als Orientierungspunkt eröffnet. Ob der Verfasser des Ausgangstexts hier "they/them" (etc.) nutzte, ist nicht das verbindliche Argument, dies ihm gleichzutun - du schreibst es selbst, es geht u.a. um Kohärenz und die DIskurskonstruktion. Aber auch wenn wir uns bzgl. meiner Frage danach, warum "they/them" (etc.) zu nutzen sei im Wesentlichen im Kreis drehen, ist das Argumentationsniveau jetzt wenigstens ein deskritpiv-linguistisches, kein normatives. Danke jedenfalls dafür.

    Dass das they/them für nonbinäre Personen "arbiträr" oder "idiosynkratisch" sei, ist meines Erachtens auch einfach so nicht richtig. Die Form ist Standard in den Style Guides von z.B. APA, MLA, New York Times, Guardian, etc. und auch im Oxford English Dictionary oder Cambridge Grammar of English ist das singular-they als reguläre Form verzeichnet. Es ist also längst konventionalisiert und Teil des deskriptiven Sprachgebrauchs.

    Dem habe ich nie widersprochen, ich widerspreche einzig der Alternativlosigkeit.

    Zitat

    Weiterhin: wenn du schreibst, es sei "willkürlich", die Selbstdefinition einer Person als Orientierungspunkt zu nehmen, blendest du aus, dass genau das mittlerweile zumindest hierzulande im Selbstbestimmungsgesetz als rechtlicher Maßstab festgelegt ist. Bewusste Falschansprache erfüllt den Tatbestand der Beleidigung und kann rechtlich verfolgt werden (wurde es auch bereits).

    Ich schrieb ja bereits in meinem Ausgangsbeitrag: "Und nein, unabhängig vom konkreten Szenario im Ausgangstext (ob die Person bspw. ihre amtliche Geschlechtsidentität i.S.d. § 2 SBGG hat ändern lassen und entsprechend § 13 SBGG einschlägig wäre, der hier offensichtlich nicht greift) kann hier auch nicht darauf verwiesen werden, dass dies den Erziehungszielen zu bspw. einer gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit dient."

    Zudem: § 13 SBGG setzt § 2 SBB voraus: Ohne Änderung der Geschlechtsangabe im deutschen Personenstandseintrag i.S.d. letztgenannten Norm kann ein anderer nicht gegen das Offenbarungsverbot gem. § 13 SGBB verstoßen, wobei für einen Verstoß auch konkrete Tatbestandsmerkmale erfüllt sein müssen - das Verwenden entsprechender Pronomina, eine simple geschlechtsbezoene Ansprache entgegen der der Geschlechtsangabe im deutschen Personenstandseintrag, ist i.d.R. so per se noch nicht tatbestandserfüllend (abgesehen davon, dass ich zudem auch bezweifle, dass der gegenständliche Text entsprechend elaboriert war, ein entsprechendes Szenario zu skizzieren).

    Beleidigung ist btw ein anderer Straftatbestand und in § 185 StGB normiert und bezeichnet etwas anderes, als eine simple geschlechtsbezogene Ansprache entgegen der der Geschlechtsangabe im deutschen Personenstandseintrag, erst recht, wenn es sich um Texte handelt, wie sie im Rahmen einer Englischklausur anzufertigen sind.

    Zitat

    Eine zur Selbstwahrnehmung des Gemeinten passende Referenz ist also nicht Ausdruck von Weltanschauung, sondern es geht - neben Respekt, den man als halbwegs normal gestrickter Mensch meines Erachtens einfach generell wahren sollte - auch ganz schnöde um Rechtskonformität.

    Es ist die sprachliche Affirmation des Primats der subjektiven Identität des Adressierten über die (ebenfalls identitätskonstituierende) Orientierung, Überzeugung etc. des Adressierenden.

    Deutlicher wird es u.U. bei Transsexuellen i.e.S.: Mit männlichen Pronomen für einen Transmann affirmiert man dessen Männlichkeit. Diese Affirmation zu verlangen, kann aber im krassen Kontrast zur Überzeugung desjenigen gehen, dem diese Affirmation abverlangt wird, und der Männer rein biologisch definiert (was absolut legitim ist, egal wie 'doof' man das selbst findet). Da gibt es kein allgemeingültiges Gebot (das nur aus dem Minimalkonsens unserer Gesellschaft, der fdGO bzw. unseren Grundrechten hervorgehen kann) des Respekts [sic!], sondern lediglich eines der Toleranz. Affirmation ist aber mehr als Toleranz und kann daher vielleicht (q.e.d.) individuell wünschenswert sein, schuliches Ziel ist aber Gemeisnchaftsfähigkeit i.S.v. Toleranz in einer pluralistischen Gesellschaft, nicht die Affirmation der Selbstwahrnehmung-/definition, Lebensentwürfe u.ä. aller Mitmenschen.

    Zur Rechtskonformität: s.o.

    Zitat

    Und Geschlechtsidentität ist auch kein "Standpunkt", sondern ein personenbezogenes Merkmal, das vom Grundgesetz geschützt wird.

    Habe ich was anderes behauptet?

    Zitat

    Schüler dürfen jede Meinung zu Geschlechtertheorien haben, aber wenn ein Text eine non-binäre Person beschreibt, ist he/him halt einfach aus diverserlei Gründen inadequat.

    Du stelltest es ja bereits fest: Wir widersprechen und kommen diesbzgl. nicht zueinander. Können wir beide, so vermute ich, auch am Ende gut mit leben.

    ¯\_(ツ)_/¯

    Ich bedanke mich jedenfalls für den sachlichen Diskurs.

    BTW: Ich finde es... problematisch, dass du auch Begriffe mir ggü. als Zitate markierst, die ich nicht verwendet habe.

    Nein. Mein Kritikpunkt ist, dass ein Konstrukt namens „biologisches Geschlecht“ angeführt wird, um zu belegen, dass man Menschen Geschlechter zuweisen darf. Häufig genug geschieht das in Unkenntnis darüber, wie in der Biologie der Begriff Geschlecht verwendet oder gar definiert wird.

    Ich sehe den Mehrwert deiner Kritik nicht. Und diese Erläuterung passt auch nicht auf den Diskussionsgegenstand: Du hast danach gefragt, was beim Menschen biologisches Geschlecht definiert, dann aber 'kritisierst', dass als Grundlage dieser biologischen Definition "gerne die Biologie [...] angeführt" wird. Das ist Quatsch.

    Zitat

    Oh, ein Autoritätsargument. Hört, hört. Da greifen wir jetzt aber ganz tief in die Trickkiste.

    Lenk' nicht ab, indem du mir 'nen roten Hering unterstellst: Du hast nach 'ner biologischen Definition gefragt, du hast eine bekommen. Du hast daraufhin ein ad hominem bemüht, mir ohne jede Dekonstruktion des Inhalts meiner Replik das diesbzgl. Wissen abgesprochen, meine Antwort sei "schnell [...] zusammengegoogelt" und "fiele" ansonsten "deutlich anders aus" etc., woraufhin ich dich (wie im entsprechenden Ausgangsbeitrag) darauf hingewiesen habe, dass meine deskriptive(!) Definition der Fachliteratur entstammt. Netter Versuch deinerseits, deine Trickkiste ist aber nicht tief genug.

    Zitat

    Bezieh' nicht immer alles auf dich Wenn ich „du“ schreibe, meine ich dich. Wo wir gerade die Pronomina besprechen.

    Du reagierst konkret auf meinen Kommentar und adressierst mich auch konkret... und dann soll plötzlich ohne jeden entsprechenden Hinweis das "Nur mal so: Wissenschaften sind deskriptiv, nicht präskriptiv" nicht mehr an mich adressiert sein? Kohärenzfehler.

    Zitat

    Welchen Nexus zwischen dem von dir eingeworfenen biologischen Geschlecht und den Pronomina magst du uns denn anbieten?

    Inwiefern ist deine Gegenfrage eine Antwort auf meine Frage? Also gerne nochmal, was hat die folgende Äußerung deinerseits mit dem Thema zu tun? "Die Biologie verlangt aber nicht, aus diesen Begriffen ein bestimmtes Verhalten abzuleiten. z. B. entscheidet sie nicht darüber, wie man über jemanden zu reden hat. Das entscheidet nach wie vor die Redende." Hat hier irgendjmd. irgendetwas in der Art behauptet, dass die BIologie darüber entscheide, "wie man über jemanden zu reden hat" o.ä.? Nein. Also, was möchtest du aussagen?

    Zitat

    Wie soll ich das tun, ohne diese beiden Englischen Begriffe jemals in meinen deutschsprachigen Ausführungen verwendet zu haben. Oder möchtest du andeuten, dass es entsprechend Unterscheidbare Begriffe auch im Deutschen gibt? Sollen wir dann über diese sprechen?

    Ist dir langweilig? Aber OK, wenn du nur trollen möchtest, ist das ansatzweise gelungen. :)

    Nein. Ich glaube eher, das hast du gerade selbst getan. Gab es da nicht ein Sprichwort mit einem Schuh?

    Da es das zweite Mal ist, dass dein Kommentar m.E. nicht viel Interpretationsspielraum zulässt, gerne erläutern, wie ein "Danke für die Ehrlichkeit" nach der Aussage "natürlich lohnt es sich für die Trollinnen, den Pott am Laufen zu halten" anders interpretierbar ist, als mir diesen Schuh anziehen zu wollen (wie könnte ich für jmd. anderen ehrlich sein)? Warum so konfliktaffin, statt einfach ein Missverständnis (wenn es denn eines war) Missverständnis sein zu lassen?

    "... But I'll disrespect that."

    Über die problematische Verwendung des Respektbegriffs (als vermeintl. Argument) wurde hier ebenso bereits gesprochen, wie darüber, das es nicht sinnvoll ist, immer wieder die gleiche (implizite) Behauptung zu wiederholen, dass die mutmaßliche Befindlichkeit der anderen Person (über die geschrieben wird), in dem Fall, dass sie diesen Text jemals rezipeiren würde, irgendwie Handlungsmaxime sein soll (s. meine letzte Antwort an Maylin85, die deine Replik komplett ignoriert). 'Wir' fallen auf entsprechende Nachfragen meinerseits irgendwie immer wieder auf die Aussagen zurück, die diese Nachfragen evoziert haben... round and round it goes, bis sich mal jmd. erbarmt, zu antworten.

    Zitat

    Dass die Person „mehrere Geschlechter“ gehabt haben soll, passt nicht dazu, sie als „jungen Mann“ zu bezeichnen.

    "mehrere Geschlechter" = mehrere gender identities (ich behaupte einfach, das es nicht um Hermaphroditismus verus ging)

    „junge[r] Mann“ = biologisches Geschlecht

    Zumidnest argumentiere ich auf basis dieser Auslegung, wie ich transparent gemacht habe.

    Zitat

    Wir wissen auch nicht, ob irgendwelche Angaben über das „biologische Geschlecht“ (oder was jemand dafür hält), gemacht wurden.

    Ist einzig relevant für die Frage, ob im konkreten Fall ein Fehler vorlag oder nicht, nicht für die Diskussion, die sich daraus ergab, wo hier ja Kollegen den Glauben hegen, dass auch in der skizzierten Konstellation geschlechtsneutrale Pronomen die einzig zulässigen wären.

    Zitat

    Mich interessierte tatsächlich, mit welchem Pronomen in dem Text von der Person gesprochen wurde

    Mich tatsächlich auch.

    Zitat

    Aber das werden wir nicht erfahren. Die TE hat kräftig abgekotzt und ist zufrieden. Aus der Richtung wird nichts mehr kommen.

    Scheint mir nicht wie ein Account für nur diesen Zweck zus ein, sit ja shcon etwas länger aktiv. Es braucht ja einen speziellen Typus Mensch, sich so in ein Forum zu knien - wir sind alle gesamtgesellschaftlich die Sonderlinge in dieser Hinsicht. ;) Vielleicht kommt da noch was.

    Mit Nichten sind Definitionen in der Wissenschaft Konglomerate.

    Der Satz ergibt in diesem Kontext bereits deshalb keinen Sinn, weil niemand geschrieben hat, dass "Definitionen in der Wissenschaft Konglomerate" seien, was auch immer das bedeuten soll.

    Zitat

    Aber ich habe nichts anderes erwartet. Da wird gerne die Biologie als Grundlage angeführt. Gerne, kann man machen. Aber dann müsste man sich schon auch mit Biologie beschäftigen. Dann fiele die Antwort aber deutlich anders aus. Statt dessen wird schnell etwas zusammengegoogelt.

    Wenn du danach fragst, was beim Menschen biologisches Geschlecht definiert, dann aber 'kritisierst', dass als Grundlage dieser biologischen Definition "gerne die Biologie [...] angeführt" wird, dann ist das schon etwas......... wirr? Lustig auch, mir dann zu unterstellen, ich hätte mich nicht mit Biologie beschäftigt, meine Antwort sei "schnell [...] zusammengegoogelt" und "fiele" ansonsten "deutlich anders aus", nachdem ich dir (a) einen vielbeachteten Nature-Artikel zu exakt diesem Thema von einer in Entwicklungsbiologie promovierten Biologin präsentiert habe (den ich nicht ohne Grund ausgewählt habe, sondern weil exakt dieser Artikel in den letzten jahren intensivst referriert wurde, weil er die Zweigeschlechtlichkeit des Menschen in Frage gestellt hätte, obwohl exakt das Gegenteil der Fall ist), der deskriptiv den Ist-Zustand menschlichen biologischen Geschlechts darstellt (wo auch immer du meinst herausgelesen zu haben, ich hätte hier irgendwie präskriptiv argumentiert) und du (b) zuuufälligerweise keinerlei (vermeintl.) korrigierendes Gegenkonzept anbieten kannst, was sex denn definiere.

    Zitat

    Die Biologie verlangt aber nicht, aus diesen Begriffen ein bestimmtes Verhalten abzuleiten. z. B. entscheidet sie nicht darüber, wie man über jemanden zu reden hat. Das entscheidet nach wie vor die Redende.

    Ach? Wirklich? Jetzt musst du nur noch erläutern, was das mit dem Thema zu tun hat. ;)

    Zitat

    Das kann sie respektvoll tun oder von oben herab, indem sie vorgibt, besser zu wissen, welchen Geschlecht eine Person hat, als diese Person selbst.

    Macht das doch so. Aber beruft euch dabei nicht auf die Biologie.

    Wirfst du mglw. sex und gender durcheinander? Es geht hier darum, woran sich "die Redende" in puncto Pronomen bei der Rede über eine Person orientieren kann (nein, darf). Die Feststellung, dass dies nicht zwingend die subjektive (und damit nur über entsprechende Äußerungen derselben erfahrbare) gender identity dieser anderen Person sein muss, sondern auch das mutmaßliche (Menschen sind i.d.R. recht gut darin, dass biologische Geschlecht anderer Menschen zu erkennen - Ausnahmen bestätigen die Regel) oder anderweitig de facto bekannte biologische Geschlecht (sex) sein kann, hat mit einem sich "auf die Biologie"-Berufen eigtl. nichts zu tun, sondern benennt deskriptiv verschiedene Ausgangspunkte für sprachliche Orieniterung.

    Dazu ist auch alles gesagt. Du stellst die Alternativlosigkeit in Frage, ich halte sie im gegebenen Kontext für absolut geboten und eine bewusst gesetzte Anrede, die die Identität des Angsprochenen missachtet, für unangenessen.

    Wir werden an der Stelle nicht zusammen kommen und die Argumentationslinie des jeweils anderen nicht überzeugend finden.

    Mich würde halt einerseits die tatsächliche Begründung interessieren, warum die subjektive "Identität des Angesprochen" als Bezugspunkt der Rede über ihn allgemeinverbindlich(!) höher wiegen soll, als bspw. die (evtl. auch weltanschaulich resp. sozio-kulturell basierte) Orientierung des Ansprechenden an objektiven/intersubjektivierbaren Bezugspunkten (sex; gender attribution), gg. die der Ansprechende ja ggf. performativ verstoßen müßte, zumal in einem Kontext,

    (a) in dem der "Angesprochen[e]" ja gar nicht angesprochen wird, sondern unbeteiligtes Subjekt der (deskriptiven, analytischen etc.) Rede über denselben ist,

    (b) und in dem deskriptiv-linguistisch ein entsprechendes 'Gebot' (bspw. durch die Normativität des Faktischen, dass dies quasi faktisch die einzige Möglichkeit wäre) nicht gegeben ist, sondern es sich dabei nicht um eine gesamtgesellschaftliche Konvention, sondern eine pietät-, konzessions-, respektbasierte (etc.) Konvention in bestimmten sozio-kulturellen, weltanschaulichen Kreisen handelt, die eben nicht allgemeinverbindlich sind; Stichwort: Gender-affirming language. Es aus individuellen Erwägungsgründen "für absolut geboten" zu halten, hier entsprechend sprachlich zu agieren, ist wenig überzeugend, dies von Schülern auch zu verlangen - das hat mehr mit dem zu tun, der das Fordert, als mit dem, was tatsächlich geboten ist.

    Andererseits bleibt die Frage nach den Grenzen dieser Konzessionen - bezieht sich das nur auf geschlechtliche Identität? Wann ja: Warum? Wenn nein: Wo ist warum die Grenze? Eeine entsprechende Problematik habe ich hier bereits in Bezug auf polit. Orientierung dargestellt.

    Zitat

    Wir werden an der Stelle nicht zusammen kommen und die Argumentationslinie des jeweils anderen nicht überzeugend finden.

    Ja.

    - Ich möchte schlichtweg nicht zu einer bestimmten Sorte von Lehrerinnen (!) gehören, die bei jeder Aufgabe "HIER!" schreien, den Punkt "Verschiedenes" bei jeder LK mit 1000 belanglosen Anliegen in die Länge ziehen und regelmäßig völlig fertig (heulend) im LZ stehen und erzählen, dass ihnen alles zuviel wird.

    Danke! Kein "Seitenhieb", sondern Selbstreflexion, die einigen damit Skizzierten leider (zu Lasten der anderen) fehlt.

    Eben, was wir über den Fall wissen. Wir wissen nichts über den Fall, da kannst du dich noch so aufregen.

    Oder um dich zu zitieren: Strohmannpseudoargument(e), frag doch Super112, was er damit meinte.

    Wo rege ich mich denn auf? Muss das sein?

    Und: Nein, ein Strohmann ist schon noch was gänzlich anderes; ich habe dem TE bona fide zugestanden, dass die Rede vom "jungen Mann" entsprechend fundiert (also ein entspechender Hinweis im Text vorhanden) ist - warum auch nicht? Warum das für das, worüber ich hier schreibe, hinterfragen? Hat natürlich eine Auswirung darauf, ob es ein Fehler ist oder nicht, wenn außer der gender identity z.B. absolut nichts im Text über sex stand.

    Was ist hier pronomentechnisch falsch? 'In the provided text extract, Bobby Bob, who is described as biologically male and raised as a boy, began to identify as non-binary at age 14, expressing a gender identity that is neither exclusively male nor female. He now calls himself Ashley (which is a gender-neutral first name) and wants to be addressed with gender-neutral pronouns. He [...]."

    Macht halt 'ne begründete(!) Anmerkung dran, dass es eurer Meinung nach angemessener wäre, hier "they", "themself" etc. zu verwenden, wenn ihr entsprechende Vorbildwirkung entfalten wollt, aber ein Fehler ist es nicht.

    Aber OK, wir beenden das lieber, bis vielleicht der TE sich mal wieder meldet.

    Es wird auch nicht überwältigt. Aber wenn es um das passende Pronomen für eine Non-Binäre Person geht ist "he" oder "she" nicht das passende. (Btw: ich denke nicht, dass der Hinweis auf das passende Pronomen für eine Non-Binäre Person schon unter das Überwältigungsverbot fällt. Da übertreibst du etwas.)

    Und dafür gibt es dann halt Punktabzug. Wie groß der war? Keine Ahnung, dazu äußert sich super112 ja nicht. Aber ob der wirklich "massiv" war? Ich denke mal (da er sich nicht äußert) entsprang das "massiver Punktabzug" nur seiner Aufregung über das Thema.

    Sorry, aber das umschifft ja die bereits mehrfach aufgeworfene Frage, was der Bewertungsmaßstab für "passen[d]" sein soll - die (implizite) Antwort ist immer, dass das eine Konvention sei (wobei niemand in Frage stellt, dass es diese Konvention gibt, sondern dass dies die einzige und alternativlose Konvention sei) oder dass der (annehmbare) Willen der Person, über die geschrieben wird, hier der verpflichtende Orientierungspunkt sein müsse.

    Aber weder wurde dies (über eine problematische Verwendung des Respektbegriffs hinaus) weiter elaboriert (bspw. warum das so sein soll und nicht etwa die Orientierung an objektivem sex oder intersubjektivierbarer gender attribution ebenfalls passende Alternativen darstellen können), noch wurde im Rahmen entsprechender Erläuterung eine strapazierbare Grenze skizziert, bis wohin der annahmbare Willen einer Person entsprechende Handlungsmaxime darstellen soll - bezieht sich das nur auf geschlechtliche Identität? Wann ja: Warum? Wenn nein: Wo ist warum die Grenze? Eine entsprechende Problematik habe ich hier bereits in Bezug auf polit. Orientierung dargestellt.

    Bislang entsprechen die Argumente der Alternativlosigkeit der geschlechtsneutralen Pronomen m.E. eher Bekundungen von individuellen Vorstellungen vom Sprechen über andere, die eher was mit Geschmack, Überzeugung und Co. zu tun haben, als mit tatsächlicher (linguistischer, sozio-kultureller etc.) Alternativlosigkeit. Entsprechend meine Rede von der Überwältigung, wenn man dies den Schülern ggü. verpflichtend macht.

    Ich glaube aber, wir sind da festgefahren und kommen nicht weiter, dafür müsste die 'Diskussion' anders erfolgen.

    Zitat

    Ich denke mal (da er sich nicht äußert) entsprang das "massiver Punktabzug" nur seiner Aufregung über das Thema.

    Nehme ich auch an. Halte die vermeintl. Massivität aber nach wie vor für irrelevant. Spezifika des Falls interessieren mich dennoch.

    Siehe die Hinweise auf den Lehrplan etc. von Bolzbold und mir.

    Schön, dass du auf den für mich konkret geltenden Lehrplan verweist, den ich bereits adressierte. Gerne nochmal:

    Der Lehrplan gibt lediglich einen informierenden Umgang mit dieser Thematik her, keinen überwältigenden. Oder anders: Wo entnimsmt du dem Lehrplan, dass Schüler verpflichtend gender identity zum Orientierungspunkt der Verwendung von Pronomen machen müssten? Die zitierte IKK bedingt dies übrigens nicht (du meinst doch das "interagieren diversitätssensibel", oder?) - du interpretierst da etwas rein, was da nicht steht (Kontext und so).

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