Mal abgesehen davon, dass das natürlich wirklich eine Milchmädchenrechnung ist, sind 109% wirklich viel. Wenn es dann wie beschrieben nicht ausreicht, dann liegt das eher nicht am Ganztag, sondern an der ungünstigen Kursstruktur oder hohen Ausfällen. Wie gesagt: ihr habt bei Streichen des Ganztags nicht auf einmal die frei werdenden Stunden zur Verfügung, auch wenn das im ersten Moment ein nachvollziehbarer Gedanke ist. Diese werden euch auch in der Unterrichtsversorgung abgezogen, sodass das Problem weiterbesteht.
PS: Bist du in der Schulleitung? Diese könnte mal genau drauf schauen, wieviele SOLL-Stunden aus welchen Bereichen kommen und das mit den IST-Stunden abgleichen. Dann sieht man eigentlich recht schnell, wo zu viele Stunden "verbraten" werden.
Wir haben die 109 % ja nicht zur Verfügung, es werden uns dort Kollegen veranschlagt, die seit Jahren krank sind, Schwanger, zu 100 % an andere Schulen abgeordnet etc. etc. etc., gleichzeitig hat NRW die höchsten Klassen-/Kursteiler - die typische Schönrechnerei der Bezirksregierungen und Ministerien. DIe Abgleichung der SOLL- vs. IST-Stunden haben wir als Lehrerrat mit der SL schon vorgenommen - keine Spielräume.
Es geht uns aber auch weniger darum, dass wir das nicht abdecken können (auch wenn wir bei den Unterrichtsausfällen ein Spitzenreiter sind, die Zahlen waren ja vor Kurzem öffentlich einsehbar, insb. beim Nachmittagsunterricht), das Gros des Kollegiums ist vom Nahcmittagsunterricht nicht überzeugt und realisiert diesen als kontraproduktiv:
Wir haben Unterrichtsstunden, die weit über die Norm von 45 Minuten hinausgehen. Was damals zur Entschleunigung eingeführt wurde (und damit wir weniger Einzelstunden vorbereiten müssen), hat tatsächlich zu einer massiven Entschleunigung geführt; unsere Schüler 'können' eine normal phasierte Unterrichtsstunde von 45 Minuten gar nicht mehr, wir schaffen in zweien unserer überlangen Stunden nicht das, was wir in drei Mal 45 Minuten schaffen könnten (es sit deutlich bemerkbar, wie die Konzentration der Schüler nach den 45 Minuten nachlässt... und dann müssen die noch weitere 25 Minuten aushalten, ein paar Minuten Pause und weiter geht's). Die Stunden ziehen sich bis zum Mittag, dann gibt es 'ne Stunde Mittagspause, die Schüler und kollegen nochmal mehr schröpft, demotiviert, auslaugt etc., um dann noch 'ne Unterrichtsstunde bis in den Nachmitag dranzuhängen, in der das Leistungsniveau vor und hinter dem Pult erheblich reduziert ist. Besonders schlimm auch, wenn es draußen warm (nichtmal heiß) ist, dann sind unsere Unterrichtsräume bereits am Morgen Saunen, vom Nachmittag ganz zu schweigen. Viele Nachmittagsstunden sind reine Verwahrung, was für eine weiterführende Schule auch nicht angemessen scheint - die Schüler könnten am Schultagesende bereits über zwei Stunden zu Hause sein und ihre Zeit sinnvoller verbacht haben.
Die meisten wollen einfach weg von dem Modell. Stolpersteine sind Teile der Elternschaft, der Träger und evtl., gilt es noch zu eruieren, Teile der SL.