Beiträge von PaPo

    Es stimmt auch nicht, Sellner hat verkündet, auch Staatsbürger*innen "remigrieren" zu wollen, was menschenunwürdig ist, wie das Bundesverwaltungsgericht feststellte.

    Da werden wieder mal Rechtsextremisten in Schutz genommen, um die Mär zu verbreiten, mit Kritik spiele man ihnen bloß in die Hände.

    Das ist verfälschend-verkürzend: Identitären wie konkret auch M. Sellner geht es um Assimilation, emtsprechend möchte man mehr oder weniger ominös „Anpassungsdruck“ herstellen und Nichtassimilierte zur Ausreise bewegen - kann man immer noch für Scheisse halten, ist aber was anderes als Deportation (denn dass ist mit "Abpassungsdruck" expl. nicht geneint, es ist Leuten wie ihm wichtig, das 'legal' zu machen).

    Und wenn msn das kritisiert, muss man auch eben das(!) kritisieren und nicht das, was man meint, was gesagt worden sei oder was evtl. nicht artikulierte hidden agenda sei o ä., denn damit spielt man der AfD sonst tatsächlich in die Hünde. Übrigens auch mit komplett abstrusen Unterstellungen wie "Da werden wieder mal Rechtsextremisten in Schutz genommen", die ich bereits adressierte.

    Und Stichwort "stimmt auch nicht": "was menschenunwürdig ist, wie das Bundesverwaltungsgericht feststellte" - hat das BVerfG nicht, schlichtweg deswegen bereits nicht, weil es nie keinen konkreten Fall entschied. Du meinst das BVerwG und da ging es um Remlgration ganz konkret nach ethnisch-kulturellen Kriterien (wie Sellner tatsächlich such fordert) - gerne selber lesen: Urteil v. 24. Juni 2025, Az.: 6 A 4.24

    Hm, ich frage mich, was ist relevanter und ernst zu nehmender. Was ein Martin Sellner darunter versteht ... oder wie ein führender afd-Politiker wie Herr Höcke es auslegt. Logisch, dass man sich bei der Kritik auf die Aussagen von Herrn Höcke bezieht. Ohne da irgendwas hineininterpretieren zu müssen.

    Sich bei einem Bericht über das vermeintl. "Geheimtreffen", bei dem auch ein M. Sellner selbst abwesend war, nicht darauf zu beziehen, was dort konkret geäußert wurde (ein B. Höcke hatte damit erstmal nichts zu tun), sondern sich an eimer behaupteten, offenbar aber nkcht erfolgten Forderung einer "Deportartion" auch von Millionen Staatsbürgern (das war die mediale Interpretarion, im Widerspruch zu dem, was dort offenbar geöußert wurde) abzuarbeiten, wie es in Medien und Demos passiert ist, wobei Erstere infolge juristischer Konsequenzen davon abrücken mussten, ist nicht "[l]ogisch", sondern ein Bärendienst im Agieren gg. die AfD; "wie ein führender afd-Politiker wie Herr Höcke es auslegt" ist Mithin nicht im Einklang mit der lffiziellen Parteilinie.

    Dieses 'aber Höcke!' verfängt bei denen, die man eigtl. erreichen will, btw überhaupt gar nicht, wenn man mal in diese Kreise reinhört, das wird eher als Whataboutism ausgelegt, indb. wenn sicih AfDler A für AfDler B rechtfertigen soll.

    Und ich verstehe nicht, warum msn das nicht macht, obwohl(!) In Italien, den USA, dem Niederlanden etc. etc. etc. all diese Entwicklungen aufgrund eines ähnlichen Umgangs bereits vorweggnommen wurde. Irgendwie lernt man hierzulande nicht am Bsp. abderer.

    Eine CDU ist viel zu spät dazu gekommen, entsprechende Bedenken der Menschen ernst zu nehmen und lässt vollmundigen Versprechen jetzt wenig an Taten folgen.

    Und letztlich ist da noch der Elefant der Dichotomisierung im Raum: Anknüpfend an das, was ich eingangs schrieb, hat der politische Diskurs in den letzten Jahren einen erschreckenden Wandel durchgemacht, der - wie hier ersichtlich sein sollte - durchaus nicht alleine auf die Kappe der AfD geht. Es gbt nur dafür oder dagegen, links oder rechts etc., so dass selsbt eher nüchterne, mahnende Worte, die für ein diskursives 'Stellen' der AfD plädieren, gerne mal als AfD-affin geframed werden, womit man sich selbst einer Vorgehensweise beraubt und selbst zum Problem wird.

    EIn Teil deines Kommentars demonstriert m.E., warum auch berechtigte Kritik an der AfD eben bei der Klientel, die man eigtl. erreichen möchte, also der wachsenden Gruppe derjenigen, die diese Partei wählt u./o. potenziell wählen könnte (Predigten vor Bekehrten, um diesen ggü. zu reüssieren, sind js redundant), komplett verhallt:

    Es gibt eine Menge an Dingen, die man an der AfD kritisieren kann, egal ob bzgl. ihrer sozio-politischen, -ökonomischen oder -kulturellen Agenden u.ä. oder der Art und Weise, wie sie oftmals Wahlkampf resp. Politik betreibt, d.h. auch bzgl. ihrer Rhetorik, die rote Heringe utilisiert, das Gegenüber ridikülisiert, devalviert, die agressiv ist, polemisch, populistisch etc.

    Und es gibt viele Errungenschaften einer liberalen Demokratie und insb. offenen Gesellschaft, die unter einer AfD-Ägide zur Disposition stünden. Dies gälte es auch sachlich-inhaltlich, also argumentativ und daten-/faktenbasiert zu benennen und entsprechende Behauptungen, Forderungen und sonstige Äußerungen der AfD entsprechend zu dekonstruieren, egal ob es die volkswirtschaftlichen und damit letztlich individuell sozio-ökonomisch verheerenden Folgen eines Dexit betrifft, diejenigen der Einschränkung von Schwangerschaftsabbrüchen, der Annäherung an Russland, drohender kultureller Stille infolge der Einstellung von Kulturförderung, der......... etc. etc. etc.


    Nur hat man es viele Jahre versäumt, dies zu tun:

    Man hat einerseits vielfach Themen wie sie z.B. Maylin85 skizziert und welche durchaus ein Gros der Menschen betreffen - z.B. negative Effekte von Migration und (auch in diesem Zusammenhang) Kriminalität - tabuisiert und gleichzeitig Personen, die derartiges problematisierten, versucht zu verunmöglichen (s. "Stadtbild"). Personen, die von diesen Phänomenen negativ betroffen sind, wurden diese Erfahrungen in Abrede gestellt oder sie wurden als 'rechtsaußen', dumm, ungebildet u./o.ä. diffamiert. Manchmal sollten diesen Personen dann ihre vermeintl. Unzulänglichkeiten, ihre vermeintl. Ahnungslosigkeit ostentativ vorgehalten werden, da gibt es dann Statistiken, 'Faktenchecks' u.ä., die aber ersichtlich an der Problematik vorbeigehen (da wird dann z.B. beklagt, dass es von Tat XYZ ca. 5000 Fälle gäbe, aber Mimikama und Co. tönen dann lauthals, dies sei falsch, weil es ja nur 4900 Fälle seien, wird beklagt, dass vor Ort diese und jene Situation herrsche, was dann damit negiert werden soll, dass ja bundesweit die Statistik etwas anderes aussage etc.). Damit hat man viele Menschen verprellt, die dann eben andernorts Gehör fanden.

    Andererseits bekommt man es nach wie vor irgendwie nicht hin, rhetorisch und datentechisch durchaus versierten AfD-Politikern und deren politischem Vorfeld im Rahmen von z.B. öffentlichen Debatten irgendwie Personen gegenzuhalten, die auch ihrerseits rhetorisch und in der jeweiigen Materie versiert sind und sich eben gleichzeitig nicht darin verlieren, dem AfDler mit roten Heringen zu begegnen (denn in diesem 'Spiel' ist die AfD eindeutig besser) - wer hier mal ein eindringliches Beispiel dafür sehen will, was ich meine und wie so ein kontraproduktives Vorgehen gg. die AfD aussieht, der solle sich nochmal den Teil von "Prozess gegen Deutschland“ (ZDF) anschauen, wo Feroz Kahn als "Zeuge" von Gabriele Heinecke und Andreas Speit unter "Richterin" Herta Däubler-Gmelin befragt wurde... Hatte was von einem Schauprozess, bei dem die Richerin parteiisch war, die Ankläger uninformiert waren und ad hominem 'argumentierten' - man hat sich damit keinen Gefallen getan. Bei der Gruppe derjenigen, die die AfD wählt u./o. potenziell wählen könnte, wurde das regelrecht gefeiert und auf der anderen Seite haben diejenigen, die diesen Bärendienst geleistet haben, das nichtmal bemerkt. Das wirkt selbstgerecht. Und das macht wie ein Lauffeuer seine Runde, denn mit social media und Co. kennt sich die AfD aus.

    Ähnlich kontraproduktiv ist auch so ein Sommerinterview mit Alice Weidel bei Markus Preiß, dessen Schadenfreude und 'Hinnehmen' der Störaktionen durch das Zentrum für politische Schönheit einzig der AfD in die Karten spielt. Oder der inzwischen aus gutem Grund immer weiter entschärfte Correctiv-Bericht über das vermeintl. (Gar nicht so geheime) "Geheimtreffen", das man zu einer zweiten Wannseekonferenz verklären wollte, obwohl jmd. wie der Remigrationsvordenker Martin Sellner darüber ganz offen publiziert,w as er mit Remigration meint ()eben nicht Deportation u.ä., was da vorgeworfen wurde... kann man immer noch kritisieren, nur wenn die eigene Interpretation der Ausgangspunkt der Kritik ist und nicht das tatsächlich Gesagte, dann wird auch das am Ende eher von der Seite der Kritisierten instrumentalisiert, was ja auch der Fall war).

    Ließe sich endlos fortsetzen.


    Nicht hilfreich sind hier insb. auch die immer wieder gezogenen vermeintl. Parallelen mit dem Ende der Weimarer Republik: Da rollen sich mir als Historiker die Zehennägel auf, eine Nachkriegsgesellschaft, die von bürgerkriegsähnlichen Zuständen geprägt sit, ein ddysfunktonales polit. System hatte, in der Menschen im Gros in der militaristischen, antidemokratischen kaiserzeit sozialisiert wurden, die von amssivsten Wirtschaftskrisen geplagt wurde etc. etc. etc. mit unserer aktuellen Situation zu vergleichen. Völlig daneben. Und am Ende genau die 'Wölfe!' Wölfe!'-Rufe, die mit dazu geführt haben, dass auch berechtigte Kritik an der AfD verhallt.


    Und da bin ich dann bei deinem Kommentar: "Ich sprach vorher mit einer Deutschen, die mit einem seit Geburt Deutschen verheiratet ist, dem man aber die indischen Vorfahren ansieht. Sie überlegen, in welches Land sie im Fall der Fälle auswandern." So ein Plan kommt ja ggf. nicht von irgendwo, sondern beruht darauf, dass man hier ein Bild zeichnet, als wolle die AfD als Ganze (lassen wir mal einige Rechtsextreme in der Partei Außen vor) irgendwie die "Remigration" von allen, denen man nicht-biodeutsche "Vorfahren ansieht", obwohl das dem Konzept der "Remigration" nicht entspricht, sich in der Örogrammatik der Partei nichts entsprechendes finden lässt, solche Menschen auch innerhalb der Partei aktiv sind und diese auch wählen (bspw. ebenfalls aus den von Maylin85 genannten Gründen). Kurz: Es ist irgendwie auch ein Strohmann, an dem man sich im Kampf gg. die AfD abarbeitet, die dann aber auf das verweisen kann, das ich gerade bemerkte, und wieder punktet.


    Auch so ein "AfD hält sich nicht an Regeln und Gesetze [...] Freie Wahlen stören da nur" ist für den Diskurs kontraproduktiv, wenn man es nicht mit entsprechenden Äußerungen relaevanter AfD-Politiker, offizieller oder auch nur hinter vorgehaltener hand artikulierter Agenda o.ä. belegen kann. WIe einfach will man es der AfD eigtl. machen?


    Zudem braucht es einmal einen theory of mind-Ansatz, warum Menschen die AfD wählen, der auch deren Erwägungsgründe als rationale Entscheidungen wahr- und enst nimmt. Indignation, ein sich Echauffieren darüber, dass diesem oder jenem dieses oder jenes Thema wichtig ist, dass er dieses oder jenes Thema aus dieser oder jener Warte wahrnimmt, bringt eben nichts und ist am Ende lediglich überheblich, verhindert jede Annäherung: 'Wie? Der Feroz thematisiert Ausländerkriminalität und macht seine Wahlentscheidung davon abhängig, welche Partei da seines Erachtens die vermeintlich besten Lösungen anbietet... boaaah is' der doooooooof! Hihihi!' ist zwar 'ne Einstellung diesem potenziellen AfD-Wähler ggü., wird diesen Aber wohl alles andere als von dieser Wahl abhalten. Und so steigen und steigen die Werte für die AfD.

    Nicht nur in der Politik, auch in der schulischen Führungsebene sieht es nicht viel anders aus: viele Männer, deren Frauen ihnen daheim "den Rücken freihalten", wenige kinderlose Frauen oder Frauen, deren Kinder aus dem Haus sind.

    Wie viele Frauen mit Kindern bis zum Teenager-Alter sind denn tatsächlich in Führungspositionen? Und wenn sie dann endlich die Ressourcen dafür hätten, sind karrieretechnisch viele an ihnen vorbeigezogen.

    Wie sollen sich da jemals kinderfreundlichere Positionen durchsetzen können, wenn nie jemand die Führung übernimmt, der Verständnis für die Situation von Müttern hat - ja, Mütter, denn auch wenn viele Männer ständig betonen, wie sehr sie sich doch familiär einbringen, zeigt die Realität, dass die Frauen übermäßig belastet sind.

    ... von freien Lebensentscheidungen und Opportunitätskosten.

    Du erdreistest dich, meine Beiträge auszulachen und herrschst mich dann an, für dich irgendwelche Informationen aus dem Netz zu suchen? Google mal schön selbst. Wir wissen alle, dass ich Recht habe.

    Du hast also (auch hier) keine Daten und möchtest davon ad hominem ablenken? OK. Du hast also nur aus der Luft gegriffen, dass "statistisch gesehen wenige" Männer um das Sorgerecht streiten.


    KI-Antwort:

    Zitat

    In Deutschland streiten sich jährlich über 200.000 Paare vor Gericht um das Sorgerecht für ihre gemeinsamen Kinder. Obwohl die genaue Zahl der Väter, die aktiv um das Sorgerecht kämpfen, nicht explizit in einer einzigen Statistik festgehalten ist, zeigt die hohe Zahl der Verfahren, dass es sich um ein häufiges Problem bei Trennungen handelt.

    • Häufigkeit: In 91 % der Sorgerechtsfälle entscheiden sich die Eltern einvernehmlich, wobei das Sorgerecht oft bei der Mutter verbleibt.
    • Situation unverheirateter Väter: Besonders nichteheliche Väter müssen häufiger gerichtlich um das gemeinsame Sorgerecht kämpfen, falls die Mutter nicht zustimmt.
    • Wunsch nach Mitverantwortung: Viele Väter fordern ein automatisches gemeinsames Sorgerecht ab der Geburt, was derzeit jedoch nicht gesetzlich verankert ist.
    • Gerichtliche Praxis: In vielen Fällen wird das Sorgerecht nach einer Trennung, insbesondere bei erheblichem Streit, auf Antrag der Mutter zugesprochen, was dazu führt, dass sich viele Männer benachteiligt fühlen.

    Es wird darauf hingewiesen, dass Väter in Sorgerechtsstreitigkeiten oft den Kürzeren ziehen.

    So, dein Zug: Wie hoch ist die Zahl an Männern, die sich nicht einvernehmlich einigen und nicht um das Sorgerecht streiten? Bin gespannt, wo du da Daten zu finden willst und wie die erhoben wurden.

    P.S.: Guck bitte mal nach, was 'Anherrschen' bedeutet. Und ja, Beiträge wie dieser da oben bekommen aus den hier genannten Gründen einen Lachsmiley, weil ich bspw. über so zur Schau getragene Ressentiments nur lachen mag.

    Ich würde mir wünschen, dass bis auf den danke-Button alle Markierungen abgeschafft werden. So könnte man besser verhindern, dass bestimmte Leute andere schikanieren und auslachen und ach so *verwirrt* sind, da hilft Blockieren ja leider nicht.

    Ich erläutere dir gerne das Offensichtlchste, den "Verwirrend"-Smiley:

    Alterra schrieb: "Ja, das ist bei uns leider so (wobei hier die Halbtageskitas sogar schon um 12 schließen). Sidefact: Soziale Kriterien gehen hier vor Arbeit (Kinder aus sozial benachtteiligten Familien bekommen einen Ganztagesplatz/kita)"

    Du nutzt das offenbar (abermals) als Vorwand zur Artikulation komplett unfundierter Ressentiments: "Sowas kann sich nur ein Stadtrat ausdenken, der aus 90% Männern über 50, mehrheitlich CDU-wählend besteht."

    Nur hat Alterra nicht nur nichts über 'ihren' Stadrat geschrieben oder hier irgendwie sonst Hinweise in diese Richtung gegeben, die skizzierte Priorisierung von "[s]oziale[n] Kriterien [...] vor Arbeit" ist auch nocht unbed8ngt klassische Agenda von CDU-Wählern (aber auch kein Gegensatz), ist mit dem Altee und Geschlecht auch nichrs zu tun...

    ... sich vielleicht einfach mal gerontophobe, misandrische, pauschale, thematisch komplett unangebrachte antikonservative Kommentare sparen, dann sind die Leue auch nicht mehr so 'verwirrt' oder verteilen Lachsnileys.

    Nein, ich sage nicht, dass alle afd-Wähler Neonazis sind. Aber ich sage, dass alle Neonazis AFD-Wähler sind. (Kleiner Unterschied.)

    Elgtl. sind dem Gros tatsächlicher Neonazis das AfD-Programm und selbst etwaige hidden agenda (mit Abstand) wohl nicht extrem genug, fa ist noch einiges an Platz nach rechts im rechten Spektrum, insb. rechts außerhalb des demokratischen Spektrums. dmDa sollte man sich nicht vertun, wie divers (selbst innerhalb der Subkategorie Neonazis, die nur einen Teil der Rechtsexremen ausmachen) das Spektrum auch am Rand und darüber hinaus ist, wie weit es noch nach rechts gehen kann und für (in Relation) gemäßigt (und deshalb untragbar) man dort eine AfD noch finden kann... einfach mal die Fühler in entprechende (öffentlich zugängliche, ich rede nichtmal von hermetischen Gruppen im Geheimen) bubbles strecken.

    Der Rechts- und auch speziell der Rechtsextremismus-'Eisberg' ist recht (*scnr*) tief und es ist (glücklicherweise) bislang noch keiner Partei gelungen, das entsprechende Personenpotenzial zu bündeln.

    Ich denke, der letzte Satz von Dir ist tatsächlich mal ein Punkt, bei dem wir 98+% an Zustimmung hier im Forum hätten.

    Es wäre jedenfalls zu hoffen. Aus Historiker- und Politologensicht wäre es auch wünschenswert, wenn Lehrern auch der Rest des Kommentars zustimmungsfähig ist. ;)

    Rein wissenschaftlich betrachtet - ich beziehe mich hier unter anderem auf Götz Alys jüngstes Werk "Wie konnte das geschehen?" - gab es im Parteiprogramm und auch in der tatsächlichen Politik der NSDAP Punkte, die man als "links" im Sinne von "sozialistisch" bezeichnen könnte.
    Der Name der Partei ist natürlich in sich widersprüchlich, da er auf dem Papier die beiden politischen Extreme zu vereinen versucht. In einem gewissen Rahmen (für treue bzw. sich der "nationalen Sache" verschreibende AnhängerInnen) gab es klassenunabhängige Aufstiegsmöglichkeiten - in der Partei, im Beruf und auch im Militär (wobei das je nach Funktion natürlich überlappte.)

    Ja, das 25-Pkte.-Programm der NSDAP versuchte allerortens zu reüssieren und Wähler abzugreifen. hinzu kommt die polit. Prägung A. Hitlers selbst unmittelbar nach dem Krieg (da hat er auch von Linksaußen einiges aufgeschnappt) - je nach Publikum gab es dann Emphase auf das eine oder das andere, purer Opportunismus. Man war dann aber recht schnell einspuriger unterwegs. 'Links' war die NSDAP insg. aber nie, das ist alles mit völkisch-rassistischen Ideen, Blut und Boden u.ä. vermengt.

    Sehe ich anders und nun. Was ist dann liberal konservativ? Und sozial gerecht ist doch links, deswegen meinte Weidel Hitler sei links? (Links und rechts ist Unsinn, von Hufeisentheorie halte ich nicht viel.)

    Ergänzung

    https://www.srf.ch/kultur/gesells…onservativ-sein

    Sorry, das ist m.E. etwas... wirr, weil da einiges unzusammenhängend aneinandergereiht wird. Ich versuche dennoch darauf zu antworten:

    "Was ist dann liberal konservativ?"

    Was soll damit sein? Politische Spektren sind eben genau das, Spektren eben, die sich bei zweidimensionaler Betrachtung auch nach links und rechts ausbreiten können und an den Kontaktpunkten 'überlappen' können (wenngleich ein Schema mit mind. den Achsen "Sozialismus" bis "Konservativismus" einerseits und "libertär" bis "autoritär" angemessener wäre). Außerdem bedarf es zur Aufrechterhaltung des Gesamtspektrums von 'links' nach 'rechts' nicht der 'reinen Lehre' für umfassende polit. Positionen, soll heißen:

    Man kann einer polit. Programmatik u.ä. folgen, die im einen Bereich eine solche und in einem anderen Bereich eine andere Position im Spektrum einnimmt. Inwiefern widerspräche das der Gültigkeit der gegenständlichen Differenzierung?

    "Und sozial gerecht ist doch links"

    Nein. Es geht 'links' da eher um (je nach Ausprägung bestimmte Formen von) Egalität, soz. Gleichheit, die salopp mit sozialer Gerechtigkeit synonymisiert wird (so wie viele Leute auch glauben, dass Gleichstellung und -berechtigung dasselbe seien)... aber guess what: 'Rechts' sieht man die eigenen Entwürfe, Konzepte und Co. durchaus auch als 'sozial gerecht' an, deshalb meine Rede davon, dass es eine Frage der Perspektive ist (was bei einem so diversen Begriff wie 'Gerechtigkeit' nicht ausbleibt).

    "deswegen meinte Weidel Hitler sei links"

    Deswegen?! Nein, es geht dabei um das Reinwaschen des rechten Spektrums einerseits (was eigtl. insofern gar nicht nötig ist, da ein recht klarer 'Bruch' zwischen demokratischem Konservativismus und Rechtsextremismus besteht... aber es geht A. Weidel um die eigtl. Klientel), die Devalvierung von 'Links' andererseits - auch eine AfD wähnt sich sozial gerecht.

    Zum Hufeisen mein ceterum censeo:

    Spoiler anzeigen

    Falls man jetzt mit der üblichen Behauptung hausieren will, das Hufeisenmodell sei ein rechtes Vehikel um linke Politik zu diskreditieren/diffamieren und mit den üblichen Verdächtigen argumentiert, das Modell verfange nicht:

    Natürlich ist das Hufeisenmodell nicht sonderlich elaboriert, insb. wenn man sich ein Hufeisen als Resultat des Formgießens vorstellt und nicht als Resultat manuellen Schmiedens, als Fände jedes Phänomen rechts seine (quasi) identische Entsprechung links und umgekehrt, wäre der rechte Bogen ein identisches Spiegelbild (ja nichtmal ein invertiertes) des linken Bogens. Aber wer bitte stellt sich das so vor?

    Auf wikipedia.de wird das Modell ja folgendermaßen subsumiert:

    “Durch diese Darstellung soll zum Ausdruck gebracht werden, dass extremistische politische Haltungen eigentlich entgegengesetzter Lager einander oft näher seien, als den politisch moderaten Ausprägungen ihres jeweiligen Feldes. Nicht der Rechts-Links-Gegensatz sei darum entscheidend, sondern das Verhältnis zum demokratischen Verfassungsstaat.”

    Da gibt es Kritik wie diejenige von meinem Mitpolitologen Hajo Funke von der FU Berlin, die allerdings nicht wirklich verfängt, weil sie mit falschen Annahmen operiert, bspw.:

    “Man unterstellt, dass rechts ist wie links, rechtsextrem wie linksextrem und dass beide für Gewalt und gegen den Verfassungsbogen des demokratischen Zentrums oder der demokratischen Mitte sind(https://www.n-tv.de/politik/Extrem…le21584203.html).

    Letzteres ist aber doch der tatsächliche, der entscheidende Punkt des Modells. Wenn sich dann seitens Johannes Wallat die Äußerung findet, dass “Unter Politikwissenschaftlern und Extremismusforschern […] das Modell weithin als überholt und als zu eindimensional, um die politische Realität zu beschreiben” gilt, dann frage ich mich als Politikwissenschaftler, wer denn damit heute noch ernsthaft “politische Realität” im Detail beschreiben will und wer dieses Modell nicht eher als Analogie nutzt.

    Garniert wird das mit weiteren verzerrenden Aussagen von H. Funke: “Dieses Konzept tut so, als sei es ganz neutral, tatsächlich richtet es sich aber vor allem gegen die Linke. Es kann die Unterschiede zwischen einer pragmatischen Linken, einer extremen Linken und einer gewaltbereiten Linken nicht erfassen.”

    Nö, das Konzept ist zunächst faktisch einfach mal neutral, ob das nun von “rechten Kreisen mit bipolarer Weltsicht” instrumentalisiert wird oder nicht, könnte mithin durchaus – eben weil es ja ein (ungenommen nicht elaboriertes, detailarmes) Spektrum darstellt – die genannten Unterschiede erfassen.

    “Die Unterschiede zwischen Rechts- und Linksextremismus sind größer und wiegen schwerer als ihre Gemeinsamkeiten, etwa in Bezug auf Verfassungsfeindlichkeit, Gewalt oder Antisemitismus. Für Hajo Funke ist der Unterschied etwa beim Antisemitismus groß: ‘Antisemitische Straftaten werden heute zu neun Zehntel von Rechtsextremen begangen. Wenn man nun sagt, es gibt gleichermaßen linken wie rechten Antisemitismus, so ist das auch inhaltlich meist falsch. Unter linken oder extremen Linken gibt es einen auf Israel bezogenen Antisemitismus, wenn etwa die Kritik an Israel bezogen wird auf die eigene nationalsozialistische Geschichte und das gleichgesetzt wird. Aber Kritik etwa an Menschenrechtsverletzungen in der Westbank und den Annexionsplänen der rechten Regierung unter Benjamin Netanjahu ist natürlich kein Antisemitismus.'”

    Gerade in puncto Verfassungsfeindlichkeit und Gewalt würde ich da widersprechen, da beginnt am rechten Bogen vielleicht nur bereits schon eher die entsprechende Problematik bzw. ist, wie auch beim nächsten Punkt, dem Antisemitismus, das Ganze eine Frage quantitativer Differenzierung, H. Funke stellt ja auch darauf ab.

    H. Funke begeht im darauffolgenden Absatz ohnehin den Kardinalfehler dieser Debatte: Er versucht dem Hufeisen die dt. Parteienlandschaft überzustülpen (Björn Höcke entwirft in seinem Kampfbuch ‘Nie zweimal in den gleichen Fluss’ eine Strategie der Gewalt, wenn er an der Macht ist. Er will mit ‘wohltemperierter Grausamkeit’ Millionen von Migranten aus dem Land verbannen. Das geht nicht ohne extreme Gewalt. Das finden wir bei der pragmatischen Linken, also etwa der Partei Die Linke, nicht.”) und sieht dann zwischen Die Linke und der AfD keine direkte Entsprechung… Ach was, Sherlock!

    Auch die weiteren Ausführungen, dass das Modell bspw. politisches Arbeiten unmöglich machen würde u.ä. verfangen m.M.n. nicht. Ähnlich würde auch meine Kritik an den Ausführungen von Robert Feustel klingen, der macht die gleichen Fehler.

    Die ganze Kritik differenziert nicht zwischen einer Parallelisierung von Mitteln, Konnotationen, anomischen Wirkungen etc. einerseits und zieltaxonomischen Aspekten, die einen faktischen Unterschied ausmachen, für das Modell aber größtenteils irrelevant sind: Klar ist das ultimate goal von Linksextremen und Rechtsextremen unterschiedlich (wenn wir als ultimate goal jetzt nicht pauschal nennen, das sie beide eine bessere Gesellschaft – aus ihrer beschränkten Perspektive heraus – haben möchten), aber aus dem Hufeisenmodell spricht ja auch eine gewisse the road to hell is paved with good intentions-Kritik mit.

    Um das mal konkreter zu machen: Ich sehe, abgesehen bei der eigtl. Motivlage und den ultimate goals, bspw. kaum Unterschiede zwischen einer Identitätspolitik, die sich in Unfug wie der Diabolisierung vermeintl. kultureller Aneignung manifestiert, einerseits und identitärer Politik andererseits in puncto Rassismus, Mitteln, Konnotationen, anomischen Wirkungen etc.

    Sehe ich anders und nun.

    Dann hast du diesbzgl. ein politiktheoretisches/-ideengeschichtliches Bildungsdefizit. Deskriptive Definitionen haben mit subjektivem Empfinden nichts zu tun.

    ... ich wage dennoch zu fragen: Was konkret siehst du wie und warum anders?

    Die Begriffe sind nicht eindeutig definiert.

    Ich würde konservativ oder liberal oder lobbyistisch oder sozial gerecht oder... verwenden.

    Links und rechts wird behauptet, aber was ist das? Bisher hat es mir noch keiner hier definiert.

    Beanwortet meine Fragen nicht wirklich, dennoch:

    Konservativ = rechtes Spektrum

    Liberal = mittiges Spektrum

    ... sozial gerecht: Perspektivfrage.

    ... "lobbyistisch" hat nichts mit einem spezifischen Spektrum zu tun.

    Und deswegen will sie mit AfD eine Koalition bilden (Aussage von Sahra Wagenknecht vor wenigen Tagen)?

    Ich finde die Begriffe links und rechts falsch, Was 1814 in Frankreich vielleicht galt, passt heute nicht mehr.

    Hufeisen halt... je weiter man an die Ränder gelangt, desto ähnlicher wird es - die ultimate goals sind andere, der Rest tendenziell austauschbar.

    Und es hat sich gewandelt, was im Detail den drei großen Strömungen des Sozialismus, Liberalismus und Konservativismus zugeordnet wird, die 'Bandbreite' der Spektren habt sich zudem geweitet (und es fällt den Leuten offenbar zunehmend schwerer, genuin einer 'Richtung' zuortbare Positionen dieser auch zuzuordnen resp. zu reamisieren, dass es auch spektrenübergreifende Positionen goäibt),, weil die epochalen Fragen und Probleme sich gewandelt haben, die jeweilige 'Stoßrichtung' bleibt allerdings erhalten und macht die Differenzierung in diese drei Strömumgen (Links - Mitte im eigtl. Sinne - Rechts) nicht obsolet...


    Also gibt es deiner Meinung nach Links und Rechts eigtl. nicht? Beißt sich das nicht mit deinen sonstigen Äußerungen hier?

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