Hallo Kairos, Kris hatte gestern schon mal gefragt, mich würde das auch interessieren: Was für konservative Positionen musst du extra kopieren, die nicht im Buch vertreten sind? Derart "Manche Menschen finden Schwulenehe abstoßend", oder wie muss man sich das vorstellen?
Also abgesehen davon, dass Schule natürlich kontrovers diskutieren soll und ich hoffe, dass Lehrkräfte nicht ausschließlich mit Schulbuch unterrichten, interessiert mich, wie etwa Postkolonialismus oder Klimawandel, die überhaupt erst seit wenigen Jahren Thema sind, zu einseitig beleuchtet werden.
Moment, mir fällt gerade ein, wie wir vor 35 Jahren gelernt haben, dass Flüsse zu begradigen um die Schifffahrt zu fördern eine ganz schlechte Idee für Flüsse, Ökosystem und Hochwasser ist. Was heutige Politiker nicht daran hindert, bei akutem Wassermangel vom weiteren Ausbaggern zu schwadronieren...
Dieser (gespielte?!) Mangel an Vorstellungsvermögen i.V.m. dem völlig abstrus-devalvierenden Bsp. ist ja eines der Probleme dieser u.ä. 'Diskussionen' hier und andernorts mit bestimmten Personen...
Selbst dir dürften problemlos ad hoc Themen wie pro und kontra Gendersprache (wobei letzteres nicht genuin "konservato[v]" ist) Fragen zur konkreten Ausgestaltung des Sozialsraats (Art. 20 Abs. 1 GG läßt reichlich Gestaltungsspielraum), Außenpolitik, Migration, die konkrete Aisgestaltung bestimmter privater Seenotrettungen (Stichwort Carola Rackete: Angemessene Nothilfe oder schlepperartiger Anreiz?) etc. etc. etc. einfallen, mit etwas Mühe sogar aufgehen, dass es nicht nur 'links' und 'rechts' im polit. Spektrum gibt (Grüße von einem Liberalen) und diese Spektren auch sehr weit gefächert sind und Positionen innerhalb dieser Spektren diametral voneinander abweichen können - Scheuklappen und derartige Ressentiments solte man als Lehrer nicht haben.
Speziell zum Postkolonialismus kann man btw wunderbar z.B Fragen zu (noch?) bestehender Verantwortung ehem. Kolonialmächte, heutige Eigenverantwortung ehem. Kolonien (und ob und wie heutige Probleme tatsächlich immer noch der Kolonialzeit verantwortbar oder anders begründbar sind ; Stichwort: Nigeria), (konkrete Aisgestsltung von) Entwicklungshilfe, Rückgabe von Kunst- ind Kulturgegenständen, Wiedergutmachungszahlungen oder auch so unsäglche (rassistische) Emanationen der Postkolonialismusdiskjrse wie critical whitrness u.ä. quatsch diskutieren (bzw. letzteres dekonstruieren); es mag dich überraschen, aber meist gobt es nicht nur eine vslode Position ind stsmmen selbst "konservstove" Positionen nicht direkt aus der Hölle der Menschenfeindlichkeit oder wären 'linke' Positionen ausnahmslos problemfrei.
Aich beim Umgang mit dem Klimawandel gibt es unterschiedlichste Formen der konkreten Reaktion darauf, also auf konkrete Maßnahmen und wie effizient und fknsnzierbar diese sind z.B. Sanktionen, Subventionen, Boykott, konkrete Gesetze zu Bauvorhaben und Imdutrie etc.), wie diese mit wirtschaftlichen, sozislen und z.T. sogar kilturellen (Stichwort: Brauchtum) Fragen abzuwägen sind, läßt sich 'Klimakleberei' u.ä. zu diskutieren... da lernst du auch gleich noch was zum demokratischen Prinzip des Interessenausgleichs.
Zu all dem fällt dir selbst echt nichts ein? Ah ja.
EDIT:
Und gsnz allg. wenn du (oder sonstwer) nicht in der Lage u./o. Willens bist, dir in einer demokratischen, pluralistischen Gesellschaft die tatsächlichen(!) Perspektiven (sozio-öknomische u. -kulturelle Voraussetzungen, Interessen, Bedürfnisse, Probleme etc.) und Positionen (Argumente, Abwägungen etc.) multiperspektiv (auch i.S.e. theory of mind) zumindest quantitativ relevanter Bevölkerungsgruppen und i.V.m. der jeweiligen Daten- und Faktenlage selbstständig und differenziert zu erarbeiten, diese Perspektiven und Positionen adäquat (taxonomisch) und objektiv gegenüberzustellend zu präsentieren, bei der didaktischen Reduktion zur Generierung von Exemplarität nicht faktische Kontroversität zu realisieren und objektiv abzuwägen, dann unterrichtest du hoffentlich nicht(s abseits puristischer MINT-Inhalte).