Beiträge von Saruman

    Eine bereits 3x gehaltene Stunde kann man sicherlich in 5-10 Minuten überfliegen und ist damit ausreichend vorbereitet.

    Bei einer "neuen" Stunde halte ich das für ziemlich utopisch.

    Klar, braucht man für Stunden einer neuen Reihe mal länger, als Anfänger sowieso. Aber für eine durchschnittliche Sek I Englischstunde brauche ich sicher nicht mehr als 10 Minuten. Das simple past oder die conditionals mache ich jedes Jahr, da brauche ich das Rad nicht neu erfinden.

    Da benötige ich länger, um den Versuch für die Stunde vorzubereiten, selbst wenn ich ihn bereits ein Dutzend Mal durchgeführt habe. Aber die Geräte hüpfen nicht allein aus dem Schrank, die Chemikalien mischen sich nicht selbst. Und was für eine Klassenarbeit ist in 10 Minuten vorbereitet? Vokabeltest? Mathematik Unterstufe teilweise? Auch KI will gefüttert sein. Was unterrichtest du?

    Wenn dir deine Fächer diese „Laufarbeit“ machen ist das dann… schade für dich?

    Ich bezog mich zwar eigentlich auf die Einzelkorrektur einer Klassenarbeit. Aber wenn ich drüber nachdenke, eine Englischarbeit erstelle ich dir auch in 10 Minuten. Dank KI ist der Aufgabenpool für Grammatik-, Wortschatz- und Schreibaufgaben quasi unbegrenzt und easy anzupassen. Lese- und Höraufgaben nimmt man aus dem Lehrerlehrwerk, dafür ist es da. Vokabeltests habe ich als Anfänger noch jede Woche selbst als Aufgabenzettelchen vorbereitet. Mittlerweile diktiere ich deutsche Wörter und lasse die Vokabeln auf mitgebrachte Zettel schreiben, da spare ich sogar die Zeit am Kopierer.

    Das war mal wieder ein typischen Saruman.

    Brauchst du ein Snickers?

    Kann man pauschal schlecht sagen, kommt auf Stufe und Thema an. Für Vorführstunden sollte die Sprachproduktion (schriftlich/mündlich) der Kinder hoch sein und durch viele Hilfsangebote (chunks and phrases) unterstützt werden. Listening und reading kann man natürlich auch machen, schindet aber nicht den gleichen Eindruck beim Fachleiter.

    Wenn ich in der fünften Klasse die Uhrzeit auf Englisch einführe, scheitern regelmäßig Schüler am Arbeitsblatt daran, dass sie die Uhrzeiten von analogen Uhren (also mit Ziffernblatt und Zeiger) ablesen und dann auf Englisch hinschreiben sollen.

    Solche Kinder kenne ich auch und das ist in meinen Augen nicht gymnasial. Wer die Uhrzeit wissen will, muss die Uhr lesen können. Alles weitere ist dann persönliches Pech.

    Das gibt es keine "gute" Wahl, solange das Bildungswesen Objekt von Ideologie und politischem Opportunismus ist. Ich kann ggf. auf der Basis meiner Schulform mein Kreuzchen setzen, wenn ich beispielsweise für oder gegen das integrierte Schulsystem bin.

    Ich habe es ja hier schon so oft geschrieben. Eine echte Reform wird niemals kommen, da das politisch nicht gewollt ist, unter anderem, weil es fiskalisch als nicht finanzierbar erachtet wird - und weil damit keine Wahlen gewonnen werden können.

    Reformen wären dann ggf. möglich, wenn man zuerst den Beruf des "Berufspolitikers" abschaffen würde - dann würden die Leute ihr Fähnchen nicht stets in den Wind hängen und alles tun, um wiedergewählt zu werden.

    War auch eine rhetorische Frage. Das System ist nicht zu reformieren.

    Das Problem ist doch nicht, dass man das nicht lösen könnte.

    Es gibt schlicht keinen politischen Benefit. Offensichtlich ist die aktuelle Situation noch gut genug, sodass Lehrer und Eltern keinen politischen Druck machen und auch nicht entsprechend wählen.

    Was wählt man denn für einen positiven Wandel im Bildungswesen?

    Bücher lesen ist ja auch oft vom Dienstherrn vorgeschrieben.

    Z.B. ist es in den Fremdsprachen Pflicht, in der Vorabiturklausur eine Auswahl anzubieten. Ein Vorschlag muss ein literarischer Text sein. Der darf nicht aus einem Lehrbuch stammen und auch kein alter Abitext sein. Nun: woher soll man sich den aus dem Ärmel schütteln??? Dazu MUSS man ja was lesen. Und das dauert...... Denn: man muss zusätzlich ja auch noch den Bezug zum Lehrplan nachweisen. Also muss man erst mal recherchieren, welches Buch dann überhaupt möglicherweise in Frage käme, es dann besorgen, dann lesen und eine geeignete Textstelle finden, wo man in maximal 550 Wörtern eine vernünftige Analyse hinkriegt, wo also genug drinsteht und was mit dem Lehrplan zu tun hat. Ja, toll. Das kriegt man nicht mal eben in 1-2 Stunden hin. Der Dienstherr möchte das aber so. Genauso gut könnte er auch eine Sammlung an Texten zur Verfügung stellen, wo man dann einfach aussuchen kann. Oder einfach den Text vorgeben. Joah, macht er aber nicht. Weil für "die da oben" ist es genauso viel Arbeit.

    Deswegen würde ich mir keine schlaflosen Nächte machen. Ein bisschen googlen und von ChatGPT zusammenfassen lassen muss dann eben reichen.

    Man kann aber auch pragmatisch rangehen und sagen "Die Klausur muss in 10 Minuten korrigiert sein." - und dann schafft man das auch. Es ist einerseits Lebenszeit und andererseits muss man auch sagen, dass das Arbeitsergebnis ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch minimal besser wird und damit die Arbeit zunehmend ineffizienter - Stichwort "Pareto-Prinzip".

    Je länger ich als Anfänger korrigiert habe, desto schlechter wurden die Klausuren. Eine schnelle Korrektur ist also schülerfreundlich. Jetzt mache ich die Pomodoro-Taktik und es ist win-win für beide Seiten. Scheint so gewollt zu sein.

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