Beiträge von Tingelteacher

    Ich finde es ehrlich gesagt problematischer, dass fast die Hälfte aller Menschen aus Afghanistan und Syrien nicht arbeiten gehen kann. Bei den Ukrainer*innen geht es offenbar wesentlich schneller in Lohn und Brot zu kommen und ich frage mich eben, woran das liegt.

    Ukrainer haben einen Schutzstatus nach §24 AufenthG (Aufenthaltsgewährung zum vorübergehenden Schutz, Basis EU-Richtlinie 2001/55/EG, pauschal), die anderen nach §25 AufenthG (Aufenthalt aus humanitären Gründen, Basis Asylgesetz, individuell).

    Naja, obendrüber steht "Anteile", und dann sieht man viele hohe rote und einen kleinen blauen Balken. Der spontane Eindruck geht damit in die Richtung "rot = viel mehr" (vielleicht sogar irrig "rot = fast alle"). Dass der kleine blaue Balken in absoluten Zahlen für die knapp 1,7-fache Anzahl Personen steht wie alle roten zusammengerechnet ist nicht ersichtlich sondern lässt sich erst mit zusätzlicher Recherche in anderen Quellen herausfinden. Es ergibt sich der Verdacht, dass dies billigend in Kauf genommen wird oder sogar beabsichtigt sein könnte. Um das zu vermeiden, bräuchte man mindestens ein ergänzendes Kreisdiagramm mit eben den prozentualen Anteilen an der Gesamtgruppe der Bürgergeldempfänger.

    Ich notiere mir seit einiger Zeit gelegentlich bestimmte Begriffe zu denen im Unterricht Verständnisfragen kamen wenn sie in Buchtexten o.ä. auftauchten. Ich möchte mein Gefühl dafür schärfen, welche Art von Begriffen ich ggfs. von vornherein durch Fußnoten erklären oder im Unterrichtsgespräch direkt erläutern könnte/sollte.

    Auf meiner Liste stehen so Wörter wie: Bittsteller, zweckmäßig, zuversichtlich, Boykott, Schlagzeile, skizzieren, bagatellisieren, objektiv, dynamisch. (Alles gefragt in Stufe 9 aufwärts.) Eine Mischung aus Fachbegriffen, eventuell leicht altmodischen Wörtern aber auch solchen die ich für völlig banal (<- das dürfte wohl ebenfalls erklärungsbedürftig sein) oder längst etabliert (<- das auch) halten würde.

    Ich nehme an, dass hier - ähnlich wie bei der Rechtschreibung - ein Teil der Ursache in fehlendem Freizeitlesen liegen dürfte?

    Werden die Kinder wirklich schlechter, oder kommen einfach immer mehr Kinder ans Gymnasium ohne dafür geeignet zu sein? Wir sind nächstes Jahr in der fünften Klasse übrigens wieder vierzügig.

    Hier fünfzügig, und fast alle mit Gymnasialempfehlung.

    Was ich definitiv merke (ob Gym oder Gesamtschule) in der Oberstufe, ist, dass das Schreiben lesbarer, kohärenter und auf die Aufgabenstellung bezogener Texte überhaupt nicht mehr funktioniert.

    Ich habe es quer durch die Jahrgänge bei schriftlichen Aufgabenstellungen regelmäßig mit der Nachfrage zu tun, ob es ganze Sätze sein müssen oder ob Stichpunkte nicht auch reichen.

    Ich ertappte mich neulich bei der Frage, ob ich in Stufe 8 das Erstellen einer Tabelle vielleicht künftig vorbereiten sollte, weil bei einer ganzen Reihe von Personen das simple Aufmalen von zwei gekreuzten Linien erstaunlich lange gedauert hat und zudem erkennbar keinerlei Vorstellung für den inhaltlich benötigten Platz vorhanden war.

    Daneben verwende ich schon seit Jahren in der Oberstufe regelmäßig quasi fachfremd Zeit dafür, Grundlagen und Aufbau einer Erörterung zu wiederholen und systematisch zu üben, weil ich in Klausuren sonst Stream of Consciousness bekomme. (Von so Späßen wie Konjunktiv und das/dass-Fehlern gar nicht zu reden.)

    Dann verstehe ich BlackandGolds Aussage nicht, ist doch auch NRW.

    Die Möglichkeit der Verweisung von allen öffentlichen Schulen des Landes ist unabhängig davon wie viele (oder auch ob überhaupt) Verweise bzw. sonstige Ordnungsmaßnahmen vorher erfolgt sind. Das im Schulgesetz genannte Kriterium lautet "wenn die Anwesenheit der Schülerin oder des Schülers aus Gründen der Sicherheit nicht verantwortet werden kann".

    Das Werfen von Gegenständen, insbesondere nach zwischenzeitlich erfolgter ausdrücklicher Ermahnung und wenn eine Verletzung auch für das Kind ersichtlich nicht ausgeschlossen werden kann, ist eine bewusste Beeinträchtigung des sozialen Miteinanders. Eine geeignete und dazu passende erzieherische Maßnahme zielt daher darauf ab, das soziale Miteinander im Gegenteil dazu positiv zu beeinflussen, in diesem Fall durch Schaffung eines angenehmeren (weil weniger verunreinigten) Aufenthaltsbereichs.

    Lehrkräfte könnten sich so viel produktiver um ihr eigentliches Kerngeschäft kümmern, wenn diese Aufgaben bei den Fachkräften landen würden, die hierfür die nötige Qualifikation haben.

    So Fachkräfte muss man erstmal haben... Verwaltungsassistenten gibt's hier nicht, nur eine Vollzeit-Sekretärin mit gelegentlicher (und personell rotierender) stundenweiser Zweitkraft.

    Die Mehrarbeitsabrechnung erfolgt halbjahresweise. (Ich habe gerade das Geld für das erste Halbjahr bekommen.) Es geht aber durchaus auch schlimmer; an einer früheren Schule war das ebenfalls Vertretungsplanteam über ein Jahr im Verzug, und an einer anderen Schule machte den Vertretungsplan mit Abrechnung die stv. SL komplett alleine.

    wenn man bedenkt, dass Lehrkräfte die teuerste Personalkostenstelle im Schulkosmos sind [...] Lehrkräften wiederum gefühlt alles, was irgendwie mit Schule zu tun hat, zugetraut wird

    Hier gab's mal eine Lehrkraft, die nach krankheitsbedingter Abwesenheit in der Wiedereingliederung rund zwei Monate lang ihre reduzierten Deputatsstunden im Sekretariat abgeleistet hat. Die hat dann mit A14 Kühlpacks ausgegeben und Briefe eingetütet...

    Bei uns haben die Verwaltungsassistenten sowas wie Abrechnung von Mehrarbeit, Verwaltung der ausleihbaren iPad-Klassensätze, Protokollschreiben bei Konferenzen, Begleitung der Orga von Schulfahrten, Einladung zu Teilkonferenzen, Unterstützung bei Versäumnisanzeigen usw. gemacht.

    Mehrarbeitsabrechnung macht bei uns das Vertretungsplanteam (A14/A15), iPad-Verwaltung der Digi-Beauftragte (A15), Protokollschreiben die Lehrkräfte reihum, Schulfahrt-Orga die fahrenden Lehrkräfte, Konferenzeinladung und Versäumnisanzeigen die Stufenleitung und/oder stv. SL.

    20€ netto (für wen denn?), ist deutlich schlechter als eine normale Stunde.

    Bei uns gibt es 35,99€ pro Unterrichtsstunde im h.D.

    Der Netto-Betrag ist natürlich individuell, das kann also auch mehr sein. Die Brutto-Vergütung für eine Mehrarbeitsstunde hängt in NRW von der Schulform bzw. Besoldungsgruppe ab und bewegt sich zwischen 29,09 EUR (Grund-/Haupt-/Real-/Förderschule/Gym/BK A12) und 40,39 EUR (Gym/BK ab A13 h.D.). Tarifbeschäftige laufen analog dazu entsprechend der Besoldungsgruppe die sie in ihrer Tätigkeit als Beamte hätten.

    https://bass.schule.nrw/1057.htm

    In unserer Kommune gab es nun eine Änderung beim Anschaffungsproceder. Wir dürfen explizit nicht mehr Geld privat vorstrecken / es wird explizit kein Geld mehr an Privatkonten von Seiten der Stadt überwiesen.

    Hier gibt es eine Bagatellgrenze (50 EUR, glaube ich). Alles was darüber liegt muss vorher(!) beim Schulträger beantragt werden unter Vorlage von Alternativangeboten als Nachweis dafür, dass man die günstigste Lösung gefunden hat. Kommt das OK darf man dann kaufen.

    10 Jahre später höre ich vor ein paar Wochen von einem Gymnasium in der gleichen Kommune, dass man dort jetzt Kopierkarten hat, die man erst aufladen muss und dann kopieren kann. Meine Schule, gleiche Kommune, hat keine Kontingente und auch unbegrenzt Farbkopien.

    Ich war mal an einer Schule mit festen Kontingenten pro unterrichteter Klasse, diese ergaben dann pro Lehrkraft eine Gesamtsumme die am Kopierer runtergezählt wurde. War das weg, konnte man es aber im Sekretariat gegen Gummibärchen wieder "aufladen" lassen... 😉Dort konnte man gegen Unterschrift(!) auch abgezählte OHP-Folien bekommen (ja, ist länger her). An einer anderen Schule (gleiche Kommune) wurde ebenfalls gar nix gezählt. An meiner jetzigen Schule muss man sich das Kopierpapier im Sekretariat abholen damit es nicht so verlockend direkt neben der Maschine steht, da geht dann halt immer mal wieder jemand 'ne ganze Kiste holen. Außer Papier und Kreide wird aber sonst nichts gestellt, also keine Stifte oder sowas.

    Bei meiner Frage nach Mehrarbeit geht es mir auch darum, abzuleiten, ob es einen hohen Bedarf an extra eingestellten Vertretungslehrern geben könnte. In meinem BL kann man sich auch jeweils für ein halbes Jahr jeweils als Vertretungslehrer bewerben.

    Das lässt sich nicht wirklich ableiten. Mehrarbeit ist in aller Regel kurzfristig, wenn für einzelne Stunden wegen Krankheit oder sonstiger Verpflichtungen (Prüfungsabnahme, Klassenfahrt, Fortbildung usw.) die reguläre Lehrkraft mal nicht zur Verfügung steht. Vertretungskräfte werden bei längerfristigen Ausfällen (mehrere Monate bis hin zu einem ganzen Schuljahr, meist wegen Elternzeit oder langer Krankheit) eingestellt.

    Eine Tätigkeit als Vertretungskraft kann sicherlich helfen. Die Lernkurve ist durchaus steil; einfach so aus dem Stand ein halbes Dutzend oder mehr Klassen vor sich zu haben erfordert schon Energie und Frustrationstoleranz. Hier ist es hilfreich, von Anfang an mit der Schulleitung abzusprechen inwieweit man Hilfe bekommen kann (Hospitation o.ä.). Gleichzeitig ist die Hürde aber auch niedriger als man vielleicht denkt; das Mindestziel ist, dass Unterricht nicht ausfällt und kein Mehraufwand durch Schüler- oder Elternbeschwerden generiert wird. Achte dann darauf, von der Schulleitung ein aussagekräftiges Arbeitszeugnis zu bekommen, das hilft bei eventuellen weiteren ähnlichen Bewerbungen.

    Ich mag Vertretungsstunden. Es ist in aller Regel interessant, die Schülerschaft in einem anderen Kontext zu erleben (oder bei Klassen die man - noch - nicht unterrichtet überhaupt erst kennenzulernen) und kleine Einblicke in andere Fächer zu bekommen. Die Bezahlung (ca. 20 EUR netto) ist etwas schlechter als eine umgerechnete Deputatsstunde, aber es fällt ja auch keinerlei Vor- oder Nachbereitung an. Ich komme auch auf etwa 50-60 Stunden pro Schuljahr und würde tatsächlich gerne mehr machen.

    Ich unterrichte seit inzwischen mehreren Jahren etwa die Hälfte meiner Stunden fachfremd. Zuerst hatte ich halt einfach Stunden "übrig" und dann hat sich die Tätigkeit verfestigt. Vorher kam das auch gelegentlich vor, aber eher nur in einzelnen Klassen für ein Halbjahr. Ich habe da mittlerweile eine ganz gute Routine entwickelt, es kommt aber dennoch vor dass ich es mit Fragen zu tun bekomme die ich nicht einfach so im Repertoire habe wie es in einem studierten Fach der Fall wäre. Es schärft auf jeden Fall den Blick dafür, wie nützlich tatsächlich gelernte Kompetenzen sind die auch in "benachbarten" Fächern nicht vom Himmel fallen.

    möchten Angestellte auch bei ihnen "die Reaktion bzgl. des Lohnabstandsgebot [...] angewendet" (?) wissen, dann sollten die Gewerkschaften Dgl. aushsndeln

    Und weil die Gewerkschaften (speziell Ver.di) sich immer wieder für ausgehandelte Sockelbeträge selbst feiern, machen sie faktisch das Gegenteil davon.

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