Beiträge von Tingelteacher

    Finde ich gut, aber wie wird das organisiert ohne hohen Unterrichtsausfall?

    Wir bündeln Klassenfahrten zeitlich so gut es geht nach Stufen (und teils mehreren davon). Betroffene Stunden in anderen Klassen werden dann entweder vertreten oder fallen in Randstunden tatsächlich auch mal aus. (Mitbetreuung einer zweiten Klasse haben wir nicht.) Die Alternative wäre halt, dass es deutlich weniger oder gar keine Klassenfahrten mehr gäbe.

    Genau, das ist das schriftliche Dokument, in dem die Attestpflicht auferlegt wird. Da muss das genau detailliert aufgeschlüsselt werden.

    Aber doch nicht der Arztpraxis gegenüber, das ist doch albern. Die Praxis muss darauf vertrauen (können), dass die Schule als Behörde pflicht- und rechtgemäß handelt und sich nicht herausnehmen, das im Einzelfall wie eine Revisionsinstanz zu beurteilen; das Wort "Attestpflicht" auf einem Zettel mit Schulstempel sollte da doch hinreichend offiziell sein, oder nicht? Zumal es die Praxis auch absolut nichts angeht, wie das Verhältnis zwischen Schule und Eltern im Detail aussieht und was genau das Kind so alles getrieben hat. Wenn es Zweifel an einer auferlegten Pflicht gibt, ist das ein Problem zwischen Eltern und Schule bzw. übergeordneter Behörde.

    Klassenfahrten sind Pflicht, aber es werden keine zusätzlichen Kollegen dafür freigestellt. Ein Lehrer pro Klasse, Punkt.

    Bei uns gilt: Immer zwei Lehrkräfte pro Lerngruppe, wenn das Schulgelände verlassen wird. Auch dann, wenn es mit einer 5 nur mal für ein Stündchen zum Spielplatz in der Nähe gehen soll. Es kann ja sein, dass auch eine Lehrkraft mal spontan ausfällt, oder bei einem Unfall als Begleitung mit ins Krankenhaus muss.

    Eine Attestpflicht ist ein Verwaltungsakt und muss entsprechend begründet werden. Es gibt keine pauschalen Attestpflichten, schon gar nicht auf Zuruf. In NRW. Das ist die Grenze, nicht die Praxen

    Das ist natürlich richtig, Attestpflichten werden nicht herausgegeben wie Bonbons. Aber es sind schon auch die Praxen, weil einige davon inzwischen eine durchaus detaillierte Erläuterung des Einzelfalls haben wollen, bevor sie eine Ausstellung erwägen. Oder, wie es ein Berufsverband formuliert:

    Zitat

    Sollte aus Sicht der Schule im Einzelfall ein Attest tatsächlich benötigt werden, benötigen die betroffenen Schüler:innen in Zukunft eine individuelle und begründete Bescheinigung der Schulleitung über die Attestpflicht für die jeweilige Fehlzeit. Die Angabe einer pauschalen Attestpflicht oder der Verweis allein auf umfangreiche Fehlzeiten kann nicht berücksichtigt werden. Vielmehr ist darzulegen, warum eine Entschuldigung der Eltern nicht ausreichend glaubwürdig ist, die Fehlzeit zu entschuldigen und warum somit ein Termin in der pädiatrischen Praxis zur Überprüfung unumgänglich ist.

    https://www.kiz-duesseldorf.de/sites/default/…1-22%20hart.pdf

    Die Schule soll dem Kind also ein Schreiben mitgeben, in dem sie erläutert warum sie die Eltern nicht für vertrauenswürdig hält, damit selbige Eltern es dann in der Praxis vorlegen können, die ihrerseits dann entscheidet ob sie das für nachvollziehbar hält.

    Das ist auch nicht das Problem der BR. Fehlt der S. ohne Attest bei der Klassenfahrt und nimmt auch nicht am Ersatzunterrichts statt, fehlt er eben unentschuldigt.

    Ja, das ist natürlich richtig. Als Schule sind wir aber zunehmend in der Situation, dass wir Fehlzeiten halt nur noch schulterzuckend dokumentieren können, in Extremfällen weitermelden, und auch dann nur schulterzuckend zur Kenntnis nehmen können dass nix passiert. Schulpflichtüberwachung? Bußgeld? Zuführung? Alter Kram aus dem letzten Jahrhundert, wahrscheinlich schwarze Pädagogik.

    Bei uns muss man sogar in der Schule sein. Ich wohne mit am nächsten zur Schule und würde es nicht mal pünktlich zur Schule schaffen, wenn der Plan steht.

    Jede VZ-Kraft hat ca 4 VBs im Plan stehen. Wenn nichts ansteht, hat man frei. Die 1. Stunde ist die doofste, aber das hat man nicht jahrelang am Stück. Und wenn keine Vertretung ansteht, bereitet man etwas vor, was in der Schule geht. Däumchendrehen gibt es nie.

    Das ist bei uns auch so. Ein Großteil des Kollegiums hat Wegezeiten in der Größenordnung einer halben Stunde mit dem Auto, da würde eine Rufbereitschaft nichts bringen oder immer nur einen kleinen Teil treffen. Ich habe meine Bereitschaften freiwillig aufgestockt, weil ich Springstunden hasse und dann lieber die Chance mitnehme, mir sie hin und wieder durch Vertretungseinsatz immerhin bezahlen zu lassen. Und in der 1. Stunde hat man mindestens noch den Vorteil leerer Straßen und eines garantierten Parkplatzes...

    Ja, nicht unbedingt "des Öfteren", aber gibt es. Auch manchmal in der Variante, dass die Kostenübernahme vom Amt genehmigt ist, das Kind aber schon im Voraus verkündet, dann krank zu sein, und am Abfahrtstag auch tatsächlich krankgemeldet wird. Ein großer Orga-Spaß für die Klassenleitung. Die Forderung nach einem Attest stößt inzwischen meist an die Grenze, dass Praxen sich zunehmend wegen bürokratischer Überlastung grundsätzlich weigern, welche auszustellen.

    Von der ersten Gruppe Ukrainer sind drei an der Schule geblieben, und eine will nächstes Jahr Abitur machen. Ein weiterer, später eingetroffener wird jetzt in die Oberstufe wechseln. Die deutliche Mehrheit ist nach der Erstförderung ans Berufskolleg gewechselt, ein paar sind auch innerhalb Deutschlands umgezogen. Die meisten haben sich recht gut integriert, wohl auch weil sie ja Routine im Schulalltag mitbrachten.

    Eine muttersprachlich abgegrenzte Community haben wir stärker bei Syrern, für die neben der Sprache auch der sonstige Alltag sehr gewöhnungsbedürftig ist. Diejenigen, die Schulerfahrung haben, erzählen auch von ganz anderen Erlebnissen (z.B. regelmäßiger Hofappell der ganzen Schülerschaft mit Körperstrafen coram publico).

    Zitat

    Am Verkaufsstart von Weihnachtsgebäck knapp vier Monate vor dem Fest stößt sich gerade an diesem noch sommerlichen Herbstbeginn so mancher. Die Kirche schimpft: Mit Weihnachten habe das alles nichts mehr zu tun.

    Der Handel hat Zimtsterne, Dominosteine und Lebkuchen unterdessen schon seit einiger Zeit schlicht in Herbstgebäck umgetauft – und ist sich sicher: Die Leute greifen zu.

    https://www.volksstimme.de/deutschland-un…stgeback-772594

    Ich mache in der Oberstufe gerne das Experiment, dass ich in einem Kurs zunächst die Jungs frage, welche Ratschläge bezüglich Gefahren beim Weggehen/Partymachen sie schon so von ihren Vätern, Onkeln, älteren Brüdern, Kumpels bekommen haben. Die Antworten sammle ich an der Tafel; in der Regel kommen etwas mühsam eine Handvoll Dinge zusammen (Notgroschen fürs Taxi, Handy aufladen, nicht zuviel trinken, keinen Streit anfangen o.ä.). Dann frage ich die Mädchen, welche Warnungen/Tipps sie schon von ihren Müttern, Tanten, älteren Schwestern, Freundinnen bekommen haben, und da reicht dann oft der Platz an der Tafel nicht während die Augen der Jungs immer größer werden.

    Ich habe auch gehört, dass eine Kollegin an meiner Grundschule erst nach 7 Jahren entfristet wurde (auch NRW). Dieser Zeitraum scheint sich also in etwa zu bestätigen.

    Entfristung passiert zumeist aus Angst vor (oder Folge von) einer Klage wegen missbräuchlicher Kettenbefristung. Da gibt es keine festen gesetzlichen Schwellenwerte, aber das Bundesarbeitsgericht hat als Richtschnur genannt, dass von einer solchen Kettenbefristung ausgegangen werden kann wenn die gesetzlichen Grenzen einer Befristung ohne sachlichen Grund (maximal zwei Jahre, höchstens drei Verlängerungen) deutlich überschritten werden, und zwar eine davon vierfach oder beide je dreifach, sprich nach sechs Jahren und mehr als neun Verlängerungen, acht Jahren, oder mehr als zwölf Verlängerungen.

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