Beiträge von Tingelteacher

    Manches an dem Film fand ich auch unrealistisch - z.B. dass die Schüler die Schülerzeitung mit dem Interview einfach so, ohne vorherige Prüfung, auf dem Schulgelände verkaufen durften.

    Für NRW gilt (§45 III Schulgesetz ) :

    "Die Schülerinnen und Schüler haben das Recht, Schülerzeitungen herauszugeben und auf dem Schulgrundstück zu verbreiten. Schülerzeitungen sind Zeitungen, die von Schülerinnen und Schülern einer oder mehrerer Schulen für deren Schülerschaft herausgegeben werden. Sie unterliegen nicht der Verantwortung der Schule. Herausgabe und Vertrieb der Schülerzeitung bedürfen keiner Genehmigung. Eine Zensur findet nicht statt."

    Jeder Kollege benötigt natürlich ebenfalls ein Dienstgerät mit der zugehörigen Lehrerversion der App.

    Das ist bei uns lustig, weil der Schulträger zwar die Oberstufe ausgestattet hat, ansonsten aber ausdrücklich die Auffassung vertritt, dass Lehrkräfte halt Landesbedienstete seien und deshalb das Land für deren Ausstattung zuständig sei. Im Ergebnis hat also die Schülerschaft iPads aber die Lehrkräfte nur insoweit wie noch Geräte aus dem Corona-Topf von 2021/22 da sind (die mangels Speicherplatz nicht mehr updaten können), oder halt privat gekaufte die aber nichts ins MDM dürfen und daher die anderen Geräte nicht steuern können.

    Die Klassenszenen fand ich unterschiedlich stark realistisch, teils wirkten sie etwas gekünstelt, teilweise ziemlich authentisch.

    Ich hatte im Grunde schon nach ein paar Minuten die Nase voll von den künstlichen und hölzern vorgetragenen Dialogen. (Haben die Darsteller sich selbst nachsynchronisiert oder so?) Das blieb im weiteren Verlauf auch anstrengend, so dass ich erstmal abgebrochen habe.

    Manche Fachräume sind hier für das gesamte Kollegium zugänglich (Informatik, Musik, Kunst), und wenn in diesen Fächern vertreten werden muss findet das in der Regel auch dort statt, allein schon weil die Klassenräume währenddessen anders belegt sein können (Oberstufenkurse z.B.). In NaWi-Räume kommen nur NaWi-Lehrkräfte, fachfremde Vertretung dort kommt aber auch vor (da muss dann eine entsprechende Lehrkraft aufmachen). Nur in Sport kommt fachfremde Vertretung nie in die Halle.

    Ich habe aus Raummangel auch mal ein ganzes Halbjahr lang in einem Kunstraum regulär ein völlig anderes Fach unterrichtet.

    Hier:

    1. In Jahrgang 8 Potenzialanalyse und Auswertungsgespräch direkt vor oder nach den Herbstferien
    2. Berufsfelderkundung an drei festen Tagen hintereinander im zweiten Halbjahr, gerne um den Boys'/Girls'Day herum
    3. Ergänzendes Beratungsangebot durch wöchentliche Sprechstunde einer Fachkraft der Arbeitsagentur in der Schule
    4. In Jahrgang 9 ein einwöchiges Praktikum (zwingend in einem Handwerks- oder Sozialberuf)
    5. In Jahrgang 11 (EF) ein zweiwöchiges Praktikum nach Wahl
    6. Eine Praktikums-/Azubi-"Speeddating"-Veranstaltung mit lokalen Arbeitgebern (nachmittags) für Interessierte ab Jahrgang 10

    Die Fachkraft der Arbeitsagentur bietet ergänzend auch Einzelstunden zu Bewerbungstraining oder Berufswahl im Klassenverband in Jahrgang 9 oder 10 an.

    Ansonsten war ich einmal mit 8ern bei der Potentialanalyse

    War ich auch mal. Meine Aufgabe als begleitende Lehrkraft bestand darin, den ganzen Vormittag auf die Jacken und Taschen aufzupassen während die Schülerschaft anderswo im Gebäude die Aufgaben löste...

    Hier an der Schule wird nur das Nötigste gemacht, sprich PA und Berufsfelderkundung organisatorisch begleitet. Anfangs wurde noch dieser Hefter mal in irgendeinem halbwegs passenden Fach (meist D oder WP) im Unterricht besprochen, aber inzwischen wird der schulischerseits ignoriert.

    Grundsätzlich halte ich den Zeitpunkt auch am Gymnasium aber nicht für völlig falsch (wobei Stufe 9 vermutlich tatsächlich besser ist), damit manche Leute sich rechtzeitig Gedanken machen und nach der 10 woanders hingehen können statt sich durch die Oberstufe zu quälen.

    Dass junge Menschen mit Fluchthintergrund bisweilen über bestimmte Inhalte und Kompetenzen verfügen, ist zwar korrekt, aber diese Personengruppe wird in der Regel im Rahmen von Vorbereitungsklassen beschult, um sie (auch) sprachlich überhaupt erst einmal auf den Stand zu bekommen, am Regelunterricht teilnehmen zu können. Sobald sie an meinem Unterricht teilnehmen, muss ich davon ausgehen, dass sie die fachlichen Vorkenntnisse mitbringen, meinem Unterricht folgen zu können, und dann unterrichte und bewerte ich nach offiziellen Vorgaben.

    Das hängt (in NRW) davon ab, ob sie noch in der Erstförderung sind, die i.d.R. zwei Jahre umfasst, manchmal aber auch drei oder vier (je nachdem ob noch alphabetisiert werden muss und wie schnell der individuelle Lernfortschritt ist). Je nach logistischen/personellen Voraussetzungen und Umsetzungskonzept der Schule kann es sein dass sie diese Zeit separiert in einer Vorbereitungsklasse verbringen oder eben auch von Beginn an - stundenweise - in den Regelklassen, wo sie je nach Können dann auch mehr oder weniger normal am Unterricht teilnehmen, allein schon um sich eine Chance zu erhalten nach der Erstförderung evtl. den Ersten Schulabschluss oder die ZP10 zu schaffen.

    Moooment: Davor gibt's aber noch ab Mai 2,8% Nachschlag vom letzten Mal.

    Hier geraten Dinge durcheinander. Im Beitragstitel steht zwar TVÖD, gemeint ist aber offensichtlich der TV-L. Die 2,8% im Mai gibt es im TVÖD, im TV-L gibt es 2,8% im April. Der TVÖD ist für Bund und Kommunen, der TV-L für die Länder (außer Hessen). Für Lehrkräfte gilt entsprechend der TV-L (für beamtete Lehrkräfte indirekt durch mehr oder weniger unveränderte Übernahme).

    Das Studium für SoWi umfasst alle drei Fachbereiche etwa gleichwertig. Vor einiger Zeit hatte ich selber mal Interesse und habe als (telefonische) Auskunft einer Bezirksregierung die Information erhalten, dass für eine Anerkennung die fehlenden Teilbereiche nachstudiert oder per Zertifikatskurs ergänzt werden müssten. Nur für eine Vertretungstätigkeit reiche ein Teilfach.

    Wirtschaftswissenschaften und Politikwissenschaft für das gymnasiale Lehramt

    Seltsame Kombination; in NRW würde das vermutlich nicht mal für ein einziges Fach reichen weil für Sozialwissenschaften am Gymnasium noch Soziologie fehlt (sofern da nicht noch passende Studieninhalte drin versteckt sind). Das nur als Hinweis, falls du dich später auch mal in anderen Bundesländern umschauen möchtest.

    Kehrseite ist, dass die mitbetreute Klasse dann auch mal 3 Etagen entfernt ist, aber mehr als Anwesenheit festellen und Bescheid geben, wo man als Ansprechpartner im Notfall zu finden ist, ist an "Betreuung" auch nicht zwingend gefordert.

    Ich kenne Mitbetreuung nur in "Hörweite" (also der Raum nebenan oder gegenüber) mit der Maßgabe, mehrmals in der Stunde zur Kontrolle reinzuschauen. Ich wüsste auch nicht, wie ich sinnvoll Verantwortung für eine Lerngruppe übernehmen sollte die ich nicht in kürzester Zeit im Blick haben kann.

    Und es waren dann 4 Kollegen und 3 Schüler vor Ort. Gezwungen wurde keiner zu kommen. Aber wer konnte, sollte. Bis es dann hieß: Es sind nur 3 Kinder da. Muss keiner mehr kommen.

    Ich habe an mehreren verschiedenen Schulen noch nie eine Notbetreuung mit einer zweistelligen Anzahl Kinder gesehen.

    Hier erstellt eine Lehrkraft für alle Lehrkräfte einzeln Notendateien für das verwendete Programm, die dann nur die jeweilig unterrichteten Klassen/Kurse enthalten. Diese werden passwortgeschützt verschickt. Die Lehrkraft bastelt daraus dann eine Gesamtübersicht, die wiederum von allen nochmal auf Richtigkeit der eigenen Noten kontrolliert werden muss. Aus rechtlichen Gründen müssen am Ende dann noch alle einen Ausdruck davon händisch abzeichnen.

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